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02.05.2018 | Transformation | Im Fokus | Onlineartikel

Mit einem breiten Portfolio in die digitale Welt

Autor:
Anne Steinbach

Traditionelle Geschäftsmodelle funktionieren nicht mehr in der digitalen Welt. Diversifizierung, ein Netzwerk an Partnern und Kundendaten müssen her, um im Wettbewerb bestehen zu können.

Die digitale Transformation hinterlässt ihre Spuren und bringt die Wirtschaft ordentlich ins Wanken. Mittlerweile gilt jenes Unternehmen als zukunftssicher, das geringe Mittel einsetzt und Netzwerkeffekte nutzt. Daher schauen sich europäische Unternehmen Strategien und Prozesse von den US-amerikanischen Vorreitern ab. Sie wollen dabei lernen, wie Geschäftsmodellinnovationen beschleunigt, neue Umsätze erwirtschaft sowie größere Werte aus ihrem Kerngeschäft generiert werden können. 

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2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

Eine Roadmap für die digitale Transformation von Geschäftsmodellen

Wir haben in den beiden vorangegangenen Kapiteln die wichtigsten technologischen Trends und Treiber der Digitalisierung vorgestellt und deren mögliche Auswirkungen auf Unternehmen diskutiert, insbesondere auf die verschiedenen Dimensionen des Geschäftsmodellrasters.


Zusammen mit Open Matters, einem Institut, das sich auf die Bewertung von Geschäftsmodellen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) spezialisiert, hat Bearing Point analysiert, welche Geschäftsmodelle zukunftsbringend sind. Es ist die weltweit erste KI-basierte Analyse der Top 3.500 börsennotierten Unternehmen in Europa und den USA. Die Erhebung deckt den Zeitraum 2010 bis 2017 ab.

Zukunft vor Tradition


Der Studie zufolge verbesserten Unternehmen mit diversifizierten Geschäftsmodellen ihre Bewertung im Jahr 2016 um 65 Prozent im Vergleich zu den Unternehmen, die ein Mono-Geschäftsmodell beibehielten. Zudem konnten sie zwischen 2011 und 2016 ein Wachstum von acht Prozent gegenüber vier Prozent erzielen. 

Auch Springer-Autor Herbert Neuendorf betont im Buchkapitel "Das Internet der Dinge - Grundlage einer digitalen Transformation von Kundenbeziehungen, Geschäftsmodellen und Unternehmensstrategien" die Bedeutung von Geschäftsmodellinnovationen: "Die Fähigkeit, das Unternehmen an ganz neue Prozesse und Geschäftsmodelle anpassen zu können, das heißt einen Strukturwandel gestalten zu können, wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Zeitalter der digitalen Ökonomie", so Neuendorf (Seite 427). 

Europäische Organisationen, die in der heutigen schnelllebigen digitalen Wirtschaft wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen sowohl die unterschiedlichen Geschäftsmodelle und die fundamentale Rolle des Netzwerkeffekts für die digitale Wirtschaft verstehen, als auch das allumfassende Potenzial offener digitaler Plattformen begreifen.

"Wir müssen in Deutschland und Europa insgesamt unsere Anstrengungen für die digitale Transformation erheblich intensivieren, um nicht noch weiter hinter die amerikanischen und mittlerweile auch asiatischen Marktführer zurückzufallen. Dazu sind erhebliche Anpassungen an den Geschäftsmodellen notwendig. Ein Fokus nur auf die Optimierung der jeweiligen betrieblichen Abläufe wie bisher ist nicht mehr ausreichend. Unsere Studie führt den empirischen Nachweis, dass sich die Wertschöpfung deutlich hin zu Geschäftsmodellen verschiebt, in denen die Fähigkeiten des gesamten Partner-Netzwerks bestmöglich genutzt werden. Dazu zeigen wir Beispiele von Unternehmen, die darstellen, welche Maßnahmen erfolgversprechend sind, um Transformationen dieser Art einzuleiten", kommentiert Markus Franke, Head of Service Line "Digital & Strategy" in Deutschland.

Organisationen müssen wie Investoren denken

Das Hauptergebnis der Studie ist, dass ein diversifiziertes Geschäftsmodell, im Vergleich zu einem einfachen Geschäftsmodell, das Wachstum eines Unternehmens ankurbelt und die Wertschöpfung positiv beeinflusst. Für Letzteres "ist ein Datenaustausch entlang der Wertschöpfungskette unabdingbar", finden die drei Springer-Autoren Wolfgang Kersten, Birgit von See und Marius Indorf, die im Buchkapitel "Digitalisierung als Wegbereiter für effizientere Wertschöpfungsnetzwerke" (Seite 111) verschiedene Studien und Forschungen zum Thema Wertschöpfungsnetzwerke analysiert und bewertet haben.

Die digitale Transformation beinhaltet laut Studie weiterhin eine Veränderung im Geschäfts- und Betriebsmodell. Dabei ist sowohl der Fokus auf die Entwicklung eines neuen Betriebsmodells wichtig, als auch der Ausbau des eigenen Geschäftsmodells.

Außerdem sind neue Geschäftsmodelle gering im Vermögen, nutzen Kundendaten und kooperieren mit Partnern, um gemeinsame Innovationen und Investitionen voranzubringen. Der Netzwerkeffekt wird hier groß geschrieben.

6 Schritte in Richtung digitalem Erfolg


Bearing Point und Open Matters stellen im Zuge der Studie Schritte vor, die Unternehmen dabei helfen sollen, dem digitalen Erfolg näherzukommen.

  1. Kritische Beurteilung: Am Anfang steht die kritische Beurteilung der Veränderung, die im Unternehmen durchgesetzt werden muss. Die meisten Industrien verfolgen ein traditionelles Geschäftsmodell mit einer linearen Wertschöpfungskette. Digitale Unternehmen jedoch schaffen neue Modelle dank des Einsatzes vieler Technologien.
  2. Anwendung: Die Prinzipien des Lean Start-ups sind eine gute Basis für die Strategien, die eingesetzt werden, um das richtige Geschäftsmodell zu finden und einen höheren Geschäftswert zu ermöglichen.
  3. Verständnis: Dass die digitale Welt ein einziges Netzwerk aus Unternehmen und Individuen ist, die kooperieren und gemeinsam neue Werte schaffen, muss von traditionellen Unternehmen verstanden werden.
  4. Integration: Das Netzwerk, das die digitale Welt beherrscht, sollte mit dem jetzigen Geschäftsmodell eines Unternehmens verbunden werden. Das Ziel: Nachhaltiges Wachstum in der digitalen Wirtschaft. 
  5. Synergien: Der Einstieg in die digitale Welt bedeutet nicht, dass die gängigen Muster und Modelle über Bord geworfen werden sollten. Die Schaffung von Synergien aus existierenden und neuen Geschäftsmodellen ist ein guter Ansatz, um das Wachstum zu fördern und einer klaren Strategie in Richtung Anstieg des Einkommens und Abschaffung von Risiken zu folgen.
  6. Klare Maße: Die Geschäftsstrategie und die Planung der Zukunft sollten sinnvoll, greifbar und realisierbar sein und sich darauf konzentrieren, durchgängig Geschäftsmodellinnovationen von hohem Wert zu schaffen.

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