Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Vor dem Hintergrund der weiterhin kontrovers geführten Diskussion um eine zweckadäquate Goodwill-Bilanzierung untersucht Fabian Rauschenberg die diesbezügliche Berichterstattungspraxis innerhalb der IFRS-Konzernabschlüsse seit der Einführung des Impairment Only Approaches. Dabei werden unterschiedliche Voraussetzungen dafür identifiziert, dass Vermögenswerte in Konzernbilanzen ausgewiesen werden, deren wirtschaftlicher Nutzen zweifelhaft ist. Zur Veranschaulichung dieser Zusammenhänge werden Fallstudien konkreter Bilanzierungssachverhalte verwendet und das Potenzial der Goodwill-Berichterstattung im Rahmen der Steuerung und Überwachung von Unternehmen beleuchtet. Die gewonnenen Erkenntnisse münden in ein Konzept zur Erhöhung der Entscheidungsnützlichkeit der Rechnungslegung und zur Stärkung der Corporate Governance.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Die in der modernen Wissensgesellschaft stetig steigende Bedeutung immaterieller Vermögenswerte sowie innovativer Prozesse und Technologien für den Leistungserstellungsprozess von Unternehmen spiegelt sich auch in dynamischen Veränderungen der Geschäftsmodelle und daran angepassten Akquisitionsstrategien wider. So besteht bei Unternehmenserwerben die Zielsetzung zunehmend in der Erlangung wirtschaftlicher Vorteile durch spezifische Mitarbeiterfähigkeiten, Prozessabläufe, Kundenbindung oder Marktzugänge, die jedoch im Rahmen der externen Rechnungslegung gemeinhin nicht aktivierungsfähig sind. Folglich übersteigen die bei Akquisitionen entrichteten Kaufpreise regelmäßig das erworbene bilanzielle Eigenkapital erheblich, sodass ein wesentlicher Teil der zugehenden Erfolgsfaktoren durch den Goodwill repräsentiert wird.

Fabian Rauschenberg

Kapitel 2. Goodwill als ökonomisches Phänomen

Noch zu Beginn der 1960er Jahre wurde im betriebswirtschaftlichen und juristischen Schrifttum verbreitet die Auffassung vertreten, der Wert eines Unternehmens entspreche der Summe aller Vermögenswerte abzüglich der Schulden, also der objektiv ermittelbaren Substanz. Eine solche Einzelbewertung vernachlässigt jedoch, dass insbesondere der fortgesetzte kombinierte Einsatz von Produktionsfaktoren den ökonomischen Wert eines Unternehmens erst entstehen lässt und dass solche Kombinationsmehrwerte schon rein begrifflich nicht einzeln bewertet werden können. Zudem sind Einzelbewertungsverfahren nicht imstande, die Gesamtheit der wirtschaftlichen Ressourcen abzubilden, da wesentliche Komponenten einer isolierten Bewertung kaum zugänglich sind und die Abgrenzung regelmäßig erhebliche praktische Probleme verursacht.

Fabian Rauschenberg

Kapitel 3. Goodwill-Berichterstattung nach IFRS

Das IASB ist von dessen privatrechtlicher Trägerorganisation, der IFRS Foundation, mit der Entwicklung eines einheitlichen Regelwerks hochwertiger, verständlicher, durchsetzbarer und weltweit anerkannter Rechnungslegungsstandards basierend auf klar formulierten Grundsätzen beauftragt. Zur Klärung von Auslegungsfragen wurde zudem das IFRS Interpretations Committee (IFRSIC) eingerichtet, das die IFRIC Interpretations herausgibt. Im Sinne der juristischen Rechtsquellenlehre sind die internationalen Rechnungslegungsstandards und Interpretationen zunächst keine Rechtsnormen, sondern lediglich die von einem privatrechtlichen Gremium veröffentlichten Bilanzierungsregeln.

Fabian Rauschenberg

Kapitel 4. Goodwill-Berichterstattung und Corporate Governance

„Der Begriff Corporate Governance entzieht sich vehement einer einheitlichen und allgemein gültigen Definition.“ Selbst im angloamerikanischen Rechtsraum herrscht bezüglich der Begriffsverwendung und der konkreten Inhalte keine einheitliche Auffassung. Im deutschsprachigen Schrifttum wird seit Mitte der 1990er-Jahre der seither unbestimmte Rechtsbegriff der Corporate Governance verwendet und unter anderem mit Unternehmensverfassung, Unternehmensführung oder Unternehmensverwaltung synonym verwendet.

Fabian Rauschenberg

Kapitel 5. Studie zur Untersuchung der Bilanzierungspraxis

Im Vergleich zur Erwerbsmethode nach IFRS 3 wird die Folgebilanzierung des Goodwills seit jeher wesentlich kontroverser diskutiert. Hinsichtlich der Bereitstellung entscheidungsnützlicher Informationen wird der Impairment Only Approach tendenziell sowohl von Adressaten als auch von Wissenschaftlern und dem Standardsetzer als das vorteilhafteste Konzept angesehen. Dies wird insbesondere damit begründet, dass die Nutzungsdauer des Goodwills nur willkürlich bestimmt werden kann und der Wertverzehr daher durch planmäßige Abschreibungen nur unzureichend abgebildet werden kann.

Fabian Rauschenberg

Kapitel 6. Goodwill-Berichterstattung de lege ferenda

Ausgangspunkt für die Überlegungen zur Erhöhung der Entscheidungsnützlichkeit der Goodwill-Berichterstattung ist die Erkenntnis, dass der Impairment Only Approach nach IFRS grundsätzlich ein zweckmäßiges Konzept darstellt, jedoch die gegenwärtigen Vorgaben im Detail erhebliches Verbesserungspotenzial aufweisen. Auch das IASB ermittelte bereits im Rahmen des Post-Implementation Reviews des IFRS 3 weiteren Handlungsbedarf, sodass der Themenkomplex Goodwill and Impairment seither im Arbeitsplan des Gremiums enthalten ist. Im Schrifttum werden insbesondere die folgenden vier Alternativen zum Impairment Only Approach diskutiert.

Fabian Rauschenberg

Kapitel 7. Thesenförmige Zusammenfassung

Für eine stetig steigende Zahl von Unternehmen stellen die auch im Goodwillzum Ausdruck kommenden immateriellen Ressourcen die bedeutsamstenFaktoren des zukünftigen wirtschaftlichen Erfolges dar. Die mit der externenRechnungslegung einhergehende Notwendigkeit zur Objektivierung begründet eine unzureichende Abbildung dieser, für das Geschäftsmodell und dieStrategie so wesentlichen, Komponenten. Das Informationsdefizit hinsichtlich der ökonomischen Potenziale und Wettbewerbsvorteile resultiert nichtnur aus dem Ansatzverbot des originären Goodwills, sondern auch aus derintransparenten Abbildung der im derivativen Goodwill enthaltenen Werttreiber der Unternehmen.

Fabian Rauschenberg

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

Stellmach & BröckersBBL | Bernsau BrockdorffMaturus Finance GmbHPlutahww hermann wienberg wilhelm

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Best Practices zu agiler Qualität

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten Jahre aus agilen Kundenprojekten ist, dass die meisten agil arbeitenden Projekte entwicklergetrieben sind und deshalb leider meistens die Test- und QS/QM-Themen zu kurz zu kommen drohen. So gibt es immer noch Scrum-Befürworter, die ernsthaft der Meinung sind, dass es in agilen Projekten nur noch zwei Arten von Tests gibt: Unittests (durch die Entwickler) und Akzeptanztests (durch den Product Owner). Das ist ein sehr einfaches und bequemes Bild, vor allem aber ist es zu einfach und vielen Produktrisiken schlichtweg nicht angemessen. Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise