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Trends im Management von Nachhaltigkeit und Digitalisierung 2025

Unternehmensentwicklung im Kontext der digitalen Transformation und der 17 SDGs der UN

  • 2025
  • Buch

Über dieses Buch

Dieses Fachbuch widmet sich zwei der aktuell größten Megatrends: Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Diese Entwicklungen stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen – sei es durch technologische Fortschritte und deren Einbindung in bestehende Geschäftsmodelle, veränderte Erwartungen der Stakeholder oder verschärfte Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Für eine zukunftsorientierte (Weiter-)Entwicklung der Unternehmensaktivitäten stehen zwei Fragestellungen im Fokus: Wie können Unternehmen Ansätze zur nachhaltigen Ausgestaltung von Digitalisierungsaktivitäten entwickeln? Wie lässt sich der Nachhaltigkeitsanspruch durch die Potenziale der Digitalisierung weiter fördern?

Lehrende und Studierende der Hochschule Weserbergland stellen Forschungsergebnisse vor, die praxisrelevante Fragestellungen der Digitalisierung und Nachhaltigkeit aufgreifen. Es wird aufgezeigt, welche Praktiken bereits erfolgreich in Unternehmen eingesetzt werden und wie Forschungsergebnisse zur Lösung unternehmensspezifischer Herausforderungen beitragen können.

Das Buch gliedert sich in drei Themenschwerpunkte. Im ersten Teil werden Beiträge zum Thema Nachhaltigkeit gebündelt. Der zweite Teil umfasst Beiträge mit dem Schwerpunkt Digitalisierung. Im dritten Teil werden schließlich Beiträge vorgestellt, die sich mit den Wechselwirkungen zwischen beiden Megatrends befassen. Zur besseren Orientierung sind alle Beiträge mit einem oder mehreren der UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) verknüpft. Das Buch richtet sich an Führungskräfte, Forschende und Studierende.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. 1. Management von Nachhaltigkeit und Digitalisierung: Bezugsrahmen und Standortbestimmung

    Timm Eichenberg, André von Zobeltitz
    Zusammenfassung
    Dieser Beitrag thematisiert die Schnittstelle zwischen den Megatrends Nachhaltigkeit und Digitalisierung und diskutiert deren strategische Relevanz für das Management und ordnet Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsstrategien in den Kontext der Strategieentwicklung ein. Dabei wird ein Bezugsrahmen aufgezeigt, der die Integration von verantwortungsvoller Ressourcennutzung und digitaler Transformation in unternehmerische Strategien unterstützt. Kern dieses Beitrags ist eine Übersicht und Einordnung der Beiträge und Inhalte dieses Herausgeberbandes in den Kontext der zu Grunde liegenden Megatrends.
  3. Nachhaltigkeit

    1. Frontmatter

    2. 2. Nachhaltige Unternehmensführung durch Corporate Social Responsibility: Maßnahmen zur Förderung menschenwürdiger Arbeit und Wirtschaftswachstum in der Versicherungsbranche

      Franziska Heitkamp
      Zusammenfassung
      Nachhaltige Unternehmensführung gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere im Kontext globaler Herausforderungen und regulatorischer Vorgaben. Ein zentraler Ansatz zur Förderung nachhaltigen Wirtschaftens ist die Corporate Social Responsibility (CSR). Dieser Beitrag untersucht die Rolle von CSR als Instrument nachhaltiger Unternehmensführung mit besonderem Fokus auf das Sustainable Development Goal 8 (SDG 8) der Vereinten Nationen, das menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum fördert. Zunächst wird die theoretische Grundlage der CSR und ihrer Bedeutung für Unternehmen erörtert. Anschließend folgt eine empirische Untersuchung anhand eines Praxisbeispiels aus der Versicherungsbranche. Hierbei werden bestehende CSR-Maßnahmen analysiert sowie Herausforderungen und Potenziale identifiziert. Die Ergebnisse der Untersuchung dienen als Grundlage für Handlungsempfehlungen, um CSR gezielt zur Förderung nachhaltigen Wirtschaftens und fairer Arbeitsbedingungen einzusetzen. Abschließend werden strategische Ansätze zur Integration von CSR-Maßnahmen in die Unternehmensführung diskutiert.
    3. 3. Corporate Impact Innovation: Ein strategisches Framework für nachhaltigen Unternehmenserfolg

      Hendrik Schwedt
      Zusammenfassung
      Angesichts globaler Herausforderungen müssen Unternehmen Innovationskraft mit nachhaltiger Wertschöpfung verbinden. Das Corporate Impact Innovation Framework bietet dazu einen strukturierten Ansatz, der Nachhaltigkeit gezielt ins Innovationsmanagement integriert. Es basiert auf drei Säulen: Struktur, Strategie und Umsetzung. Die Struktur, geleitet von der ISO 56002:2019, sorgt für die systematische Verankerung von Nachhaltigkeit im Innovationsmanagement. Eine nachhaltigkeitsorientierte Innovationsstrategie verbindet die Nachhaltigkeitsstrategie mit Responsible Innovation und richtet Innovationsprozesse gezielt an ihrem Impact aus. Die Umsetzung erfolgt durch Corporate Impact Venturing, das nachhaltige Geschäftsmodelle, Produkte und Services entwickelt, fördert und skaliert. So wird nachhaltige Innovation zum Erfolgsfaktor für Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftlichen Fortschritt – und damit zum Treiber wirtschaftlicher Entwicklung.
    4. 4. Design Thinking zur Unterstützung von Nachhaltigkeit über technologische Innovationen

      Maren Luther, Peter Britz
      Zusammenfassung
      Über Design Thinking als sehr kreative Methode zur Entwicklung von Ideen sowie zum Lösen komplexer Probleme aller Art können neue Impulse zur Unterstützung der Nachhaltigkeit in allen Bereichen (ökologisch, ökonomisch, sozial) entstehen. Es wird aus Sicht des Nutzers gedacht und multidisziplinär unter Einsatz von Technik und technologieorientiert an Lösungen gearbeitet. Das größte Potenzial liegt darin, kollaborativ über Unternehmensgrenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Kollaborationen erweitern das Möglichkeitenspektrum immens, sodass hier insbesondere unter Einsatz von Design Thinking innovative und technologiebasierte Ansätze für Nachhaltigkeit gefunden werden können.
    5. 5. Die Scope 3.7-Emissionen der badenova AG & Co. KG: Ansatz zur Bilanzierung und Maßnahmen zur Reduzierung

      Louis Maier, Timm Eichenberg
      Zusammenfassung
      Dieser Beitrag untersucht die Scope 3.7-Emissionen der badenova AG & Co. KG (badenova), die durch das Pendelverhalten der Mitarbeiter entstehen. Im Zuge der steigenden Anforderungen der EU Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der Bedeutung der Klimaneutralität werden die Treibhausgasemissionen (THG) systematisch bilanziert. Mithilfe einer internen Mitarbeiterbefragung wurde das Pendelverhalten erfasst und die resultierenden Emissionen quantifiziert. Zur Emissionsreduktion werden Maßnahmen wie die Förderung von Fahrgemeinschaften, der Umstieg auf klimafreundlichere Verkehrsmittel (z. B. Fahrrad, ÖPNV) sowie Anreize zur Verhaltensänderung diskutiert. Der Beitrag liefert Unternehmen einen Bewertungsansatz für die Scope 3.7-Emissionen, um ihre Nachhaltigkeitsziele im Rahmen der CSRD-Anforderungen zu erfüllen und einen Beitrag zum Klimaschutz (SDG 13) zu leisten.
  4. Digitalisierung

    1. Frontmatter

    2. 6. Status Quo des Einsatzes von KI in Unternehmen: Ergebnisse einer empirischen Untersuchung in den Regionen Hannover und Hameln-Pyrmont

      André von Zobeltitz, Timm Eichenberg
      Zusammenfassung
      Dieser Beitrag untersucht den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen der Regionen Hannover und Hameln-Pyrmont. Basierend auf einer Umfrage von 70 Unternehmen analysiert die Studie die Nutzung von KI. Die Unternehmen wurden in vier Cluster eingeteilt: „KI-Skeptiker“, „KI-Interessierte“, „KI-Anfänger“ und „KI-Experten“. Während „KI-Skeptiker“ keine KI-Nutzung planen, haben „KI-Experten“ KI umfassend integriert. Hauptgründe gegen die Nutzung sind Datenschutzbedenken und unklarer Mehrwert. Effizienzsteigerungen und verbesserte Entscheidungsfindung sind die zentralen unternehmerischen Zielsetzungen einer KI-Nutzung. Datenschutz, Datensicherheit und fehlendes Fachwissen stellen die größten Herausforderungen einer KI-Einführung dar. Signifikante Unterschiede zwischen Unternehmen verschiedener Größen konnten in der Studie nicht identifiziert werden. Die Ergebnisse unterstreichen ebenfalls die Bedeutung von Schulungen und Weiterbildungen sowie die Einbettung von KI in die Unternehmensstrategie.
    3. 7. Entwicklungen von Handlungsempfehlungen zur Optimierung der digitalen Kommunikation im Projektmanagement eines Industrieunternehmens

      Robin Heß
      Zusammenfassung
      Die digitale Transformation hat die Arbeitswelt durch neue Technologien und Geschäftsmodelle nachhaltig verändert. Im Fokus dieses Beitrags steht die Analyse der digitalen Kommunikation im Projektmanagement eines führenden Unternehmens im Maschinen- und Anlagenbau. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen zur Optimierung der digitalen Kommunikationsprozesse zu entwickeln. Die Untersuchung zeigt, dass Tools wie Microsoft Teams und SharePoint die Teamarbeit deutlich erleichtern, durch ortsunabhängige und effiziente Kommunikation. Gleichzeitig gibt es Herausforderungen, wie den Verlust informeller Interaktionen und die unzureichende Nutzung der Funktionen der Werkzeuge. Der Beitrag empfiehlt die Einführung eines Kommunikationsleitfadens, regelmäßige Schulungen und die Standardisierung von Tools, um die Effizienz zu steigern und die Mitarbeiterzufriedenheit zu sichern.
    4. 8. Empfehlungen zur Ausgestaltung von CRM-Systemen vor dem Hintergrund der digitalen Transformation

      Timo Kolofik
      Zusammenfassung
      Der Einsatz von KI-gestützten Analysen wird als signifikanter Faktor der digitalen Transformation mit starken Auswirkungen auf die Gestaltung und Weiterentwicklung von CRM-Systemen angesehen. In den meisten CRM-Systemen wird KI aktuell jedoch noch nicht tiefgreifend genutzt. Damit KI-gestützte Kundenanalysen praxisorientiert angewendet werden können, bestehen elementare Anforderungen. Demnach werden Datenkorrektheit, Ressourcenoptimierung und Effizienzsteigerung gefordert. Ferner sollen KI-gestützte Analysen dabei helfen, individuelle Kundenpotenziale zu erkennen, Kundenübersichten darzustellen und insbesondere den Vertrieb zu entlasten. Einfache, repetitive Aufgaben und Prozesse sollen zudem durch KI automatisiert werden. Um zukünftiges Kundenverhalten zu prognostizieren und damit einhergehend ressourcenschonend individuelle Potenziale zu erkennen, können Supervised-Learning-Verfahren eingesetzt werden. Auf Basis eines trainierten Modells können unbekannte Daten analysiert werden, um eine wahrscheinlichkeitsbasierte Vorhersage für die Zukunft zu treffen. Ferner kann durch den Einsatz von Unsupervised-Learning-Verfahren Transparenz über Kundensegmente hergestellt und manueller Arbeitsaufwand bei der Informationsbeschaffung maßgeblich reduziert werden. Mithilfe der identifizierten Cluster können homogene Kundensegmente individueller angesprochen und Vertriebs- und Marketingkampagnen zielgruppenspezifisch ausgerichtet werden.
    5. 9. Entwicklung eines Konzepts zur Digitalisierung des Onboardings neuer Mitarbeiter im Vertrieb der KEB Automation KG

      Jonas Kröker
      Zusammenfassung
      Dieser Beitrag untersucht die Integration digitaler Elemente in das Onboarding neuer Mitarbeitender im Vertrieb der KEB Automation KG. Im Fokus steht die Optimierung des technischen Schulungsprozesses durch den Einsatz von E-Learning und hybriden Formaten, um Flexibilität, Effizienz und Individualisierung zu fördern. Der theoretische Rahmen umfasst Grundlagen des Onboardings sowie digitale Erwachsenenbildung, ergänzt durch qualitative Interviews mit Vertriebsmitarbeitenden und Trainern. Die Analyse identifiziert Bedürfnisse wie persönliche Betreuung, soziale Integration und Flexibilität. Ein neues Konzept kombiniert Präsenzphasen, Selbstlernmodule und Follow-Up-Termine, um soziale und fachliche Anforderungen zu vereinen. Neben der Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit zielt das Konzept auf langfristige Effizienzgewinne und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens ab.
    6. 10. Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Förderung der Gruppenkohäsion in hybrid arbeitenden Teams

      Lennart Rohloff
      Zusammenfassung
      Die Gruppenkohäsion in hybrid arbeitenden Teams wird durch physische Distanz und digitale Kommunikationswege beeinflusst. Während flexible Arbeitsmodelle Vorteile wie Selbstbestimmung und Effizienzsteigerung bieten, stellen sie zugleich Herausforderungen für den sozialen Zusammenhalt dar. Faktoren wie transparente Kommunikation, wertschätzende Führung und klare Verantwortlichkeiten spielen eine entscheidende Rolle für die Kohäsion innerhalb hybrider Teams. Neben strukturellen Maßnahmen sind auch interpersonelle Aspekte wie gegenseitiges Vertrauen und regelmäßiger Austausch essenziell. Insbesondere hybride Führungsansätze und gezielte Teambuilding-Maßnahmen tragen dazu bei, den Zusammenhalt und die Zusammenarbeit in diesen Teams zu stärken.
    7. 11. Ansätze zur Optimierung der Führung auf Distanz bei der Fellowmind Germany GmbH

      Johanna Wakup
      Zusammenfassung
      Die Führung auf Distanz gewinnt im Zuge der Corona-Pandemie und der Verbreitung flexibler Arbeitsmodelle, wie Homeoffice, zunehmend an Bedeutung. Damit einhergehende Entwicklungen, wie die Digitalisierung des Führungsalltags und die Nachfrage nach agilen Arbeitsmethoden, stellen Führungskräfte vor neue Herausforderungen. Im Fokus dieses Beitrags steht die Untersuchung der Führung auf Distanz bei der Fellowmind Germany GmbH, einem IT-Dienstleister. Ziel ist es, Anforderungen der Mitarbeitenden an eine optimierte Führung auf Distanz zu identifizieren und Verbesserungspotenziale aufzuzeigen. Die Untersuchung betont die Wichtigkeit transparenter Kommunikation, vertrauensbasierter Führung, agiler Methoden und digitaler Tools zur besseren Zusammenarbeit.
    8. 12. Interne Unternehmenskommunikation in Zeiten der Digitalisierung: Entwicklung eines Konzepts für eine digitale Kommunikationsplattform für ein Dienstleistungsunternehmen

      Annika Heß
      Zusammenfassung
      Die fortschreitende Digitalisierung verändert die interne Unternehmenskommunikation grundlegend und erfordert einen umfassenden Kulturwandel. Dieser Beitrag analysiert die aktuellen Herausforderungen, die durch fragmentierte Kommunikationswege, mangelnde Struktur und fehlende Einbindung dezentraler Mitarbeitender entstehen. Als Lösung wird die Entwicklung einer zentralen digitalen Plattform vorgeschlagen, die Informationen strukturiert, personalisiert und mobil zugänglich macht. Neben der Steigerung der Transparenz und Effizienz soll die Plattform eine Balance zwischen Top-Down-Kommunikation und interaktiven Elementen wie Feedback-Tools schaffen. Eine erfolgreiche Implementierung erfordert Schulungen, Pilotphasen und Change-Management, um technische sowie kulturelle Barrieren zu überwinden. Ziel ist es, langfristig die Zusammenarbeit und Transparenz innerhalb der Organisation zu stärken.
  5. Nachhaltigkeit und Digitalisierung

    1. Frontmatter

    2. 13. Führung im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit und Digitalisierung: Herausforderungen für die Generationen Y und Z

      Tabea Dahn
      Zusammenfassung
      Die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung gewinnen zunehmend an Bedeutung in Unternehmen und stehen dabei in enger Verbindung. Führungskräfte spielen eine zentrale Rolle, um beide Themen erfolgreich zu integrieren und voranzutreiben. Dieser Beitrag untersucht, wie die Generationen Y und Z als nächste Generation von Führungskräften die Relevanz und Priorisierung dieser Themen einschätzen. Im ersten Teil werden die Begriffe Nachhaltigkeit und Digitalisierung definiert und deren Bedeutung für Unternehmen dargestellt. Ergänzend dazu erfolgt eine Analyse der spezifischen Eigenschaften der Generationen Y und Z. Basierend auf einer empirischen Studie werden die Einstellungen dieser Generationen sowie die bisherigen Umsetzungen in Unternehmen untersucht. Ziel ist es, die Perspektive der nächsten Führungsgeneration zu erfassen und praxisorientierte Handlungsempfehlungen abzuleiten. Abschließend werden Konzepte und Strategien vorgestellt, wie Führungskräfte Nachhaltigkeit und Digitalisierung in Einklang bringen und generationsübergreifend eine werteorientierte Führungskultur etablieren können.
    3. 14. Digitalisierung der Unternehmenssteuerung und Unternehmensberichterstattung im Zusammenhang mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)

      Nils-Christian Klose
      Zusammenfassung
      Die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)) führt zu einer Ausweitung berichtspflichtiger Unternehmen sowie nachhaltigkeitsbezogener Berichtspflichten. Deren Inhalt wird konkretisiert durch die European Sustainability Reporting Standards (ESRS), die einen weitreichenden Umfang sowie hohe Granularität aufweisen und eine Vielzahl fachlich unterschiedlicher qualitativer und quantitativer Datenpunkte vorgeben. Innerhalb des Lageberichts ist ein eigenständiger Nachhaltigkeitsbericht aufzunehmen und in einem elektronischen Format gemäß der ESEF-Verordnung aufzustellen. Während die Regelungen der CSRD primär vor dem fachlichen Hintergrund der neuen nachhaltigkeitsbezogenen Berichtspflichten (kritisch) diskutiert werden, wird sich den für die Unternehmen daraus ergebenen technischen Neuerungen und Herausforderungen weniger gewidmet. Obgleich die CSRD unmittelbar der Unternehmensberichterstattung zuzurechnen ist, resultieren aus der unternehmerischen Wertschöpfungskette gleichzeitig in mittelbarer Hinsicht sowohl fachliche als auch technische Auswirkungen auf die Unternehmenssteuerung. Zur richtlinienkonformen Erfüllung der CSRD-Regelungen müssen die beiden Megatrends Nachhaltigkeit und Digitalisierung gleichermaßen umfassend in der Unternehmenssteuerung und Unternehmensberichterstattung strategisch und operativ verankert werden, um einen durch die CSRD initiierten wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen und digitalen Transformation der Wirtschaft zu leisten. Der Beitrag berücksichtigt hinsichtlich des von der EU-Kommission vorgeschlagenen Omnibus-Pakets ausschließlich die „Stop-the-Clock“-Richtlinie zur zeitlichen Verschiebung der gestaffelten Erstanwendungszeitpunkte der CSRD und nicht die Vorschläge zur inhaltlichen Änderung der CSRD, da letztere zum Zeitpunkt der Beitragserstellung lediglich im Entwurf vorlagen und den EU-Gesetzgebungsprozess noch nicht vollständig durchlaufen haben. Hinsichtlich des für die Umsetzung der CSRD in deutsches Recht maßgeblichen CSRD-Umsetzungsgesetzes wird auf den Regierungsentwurf des Jahres 2024 Bezug genommen.
    4. 15. Glücklicher Zufall durch Digitalisierung (ortsgebundener) Gemeinschaften: Eine Fallstudie

      Sebastian Reh, Carina Engelhardt
      Zusammenfassung
      Im Rahmen einer qualitativen Einzelfallstudie untersuchen wir den Zusammenhang von Serendipität und der Einführung einer (geschlossenen) digitalen Plattform in einer Coworking Community. Dafür wird insbesondere den folgenden Fragen nachgegangen: (1) Wie wird Serendipität in Coworking Communities wahrgenommen, (2) wie nutzen Mitglieder und Betreiber die Community Plattform und (3) inwiefern nimmt die Digitalisierung der Coworking Community Einfluss auf die Serendipitätspotenziale? Dafür werden 16 semi-strukturierte Interviews ausgewertet und mith ilfe eines deduktiv-induktives Ansatzes kategorisiert. Die theoriegestützten Oberkategorien basieren auf dem konzeptionellen Rahmen von Serendipität nach Busch (2022).
    5. 16. Fernunterstützung mit Mixed Reality

      Karl Bamming, Maximilian Lückerath, Ricardo Wehrbein, Sebastian Meister, Heinrich Söbke, Jens Wiggenbrock
      Zusammenfassung
      Fernwartung beschreibt die Möglichkeit, über digitale Methoden auf ein System zuzugreifen und dieses manipulieren zu können, ohne selbst vor Ort sein zu müssen. Werden über digitale Methoden Mitarbeiter vor Ort bei der Manipulation eines Systems unterstützt, spricht man von Fernunterstützung. Im Vergleich zu Vor-Ort-Wartung senkt Fernunterstützung durch schnellere Reaktionszeiten die Ausfallzeiten der Anlagen und erhöht aufgrund wegfallender Reiseaufwände die Effizienz der Mitarbeiter. Mixed Reality-Werkzeuge zur Fernunterstützung verbessern die Qualität der synchron übertragenen Daten, insbesondere durch interaktive visuelle Darstellung. In diesem Beitrag untersuchen wir Mixed Reality-Werkzeuge in der Fernunterstützung. Dazu stellen wir die Ergebnisse einer Literaturrecherche dar, erarbeiten einen Kriterienkatalog für die Auswahl von Mixed Reality-Werkzeugen und besprechen gemäß einer Nutzwertanalyse ausgewählte Fernwartungswerkzeuge. Abschließend stellen wir Potenzial und Herausforderungen von MR-basierten Fernunterstützungswerkzeugen – einem mächtigen Mittel zur nachhaltigen Betreuung von Systemen unabhängig von deren Standorten – zusammen und betonen die Wichtigkeit von MR-basierter Fernunterstützung für eine nachhaltige Entwicklung.
    6. 17. Green IT: Durch Standardisierung zu mehr Nachhaltigkeit

      Birthe Peters
      Zusammenfassung
      Der vorliegende Beitrag beleuchtet die Rolle von IT im Kontext nachhaltiger Entwicklung und zeigt auf, wie digitale Technologien zur Erreichung ökologischer Ziele beitragen können. Anhand konkreter Beispiele – etwa der EU-weiten Einführung des einheitlichen USB-C-Anschlusses zur Reduktion von Elektroschrott, dem Einsatz modularer Geräte zur Verlängerung von Produktlebenszyklen sowie der Bedeutung von Open Source als Schlüsseltechnologie für Transparenz und Ressourcenschonung – wird das Potenzial technischer und politischer Maßnahmen verdeutlicht. Neben ökologischen Chancen werden auch strukturelle und regulative Voraussetzungen für eine nachhaltige digitale Transformation thematisiert. Die Ausführungen machen deutlich, dass Technologie nicht nur Treiber von Ressourcenverbrauch ist, sondern – richtig eingesetzt – wesentliche Impulse für eine nachhaltige Zukunft liefern kann.
Titel
Trends im Management von Nachhaltigkeit und Digitalisierung 2025
Herausgegeben von
Timm Eichenberg
André von Zobeltitz
Copyright-Jahr
2025
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-72004-2
Print ISBN
978-3-662-72003-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-72004-2

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