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Open Access 2023 | Open Access | Buch

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Trends und Determinanten sozialer Probleme in reichen Ländern

Eine Zeitreihenanalyse über drei Dekaden

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Über dieses Buch

In diesem Open-Access-Buch wird untersucht, warum sich wohlhabende Gesellschaften merklich im Ausmaß sozialer Probleme wie z. B. Kriminalität oder mangelnde Wahlbeteiligung unterscheiden. In einer makrosoziologischen Untersuchung von 40 wohlhabenden Ländern über den Zeitraum 1990 bis 2020 werden neben der im Forschungsfeld dominierenden Spirit-Level-Theorie, welche auf Einkommensungleichheit fokussiert, vier alternative Erklärungsansätze herangezogen: Wohlstand, ethnische Fraktionalisierung, soziales Misstrauen und das gesellschaftliche Werteklima. In den Ergebnissen der Quer- und Längsschnittanalysen zeigt sich kein Beleg für einen zentralen Erklärungsmechanismus. Vielmehr beeinflussen verschiedene Determinanten bestimmte soziale Probleme unterschiedlich stark, wobei sich Unterschiede im Wohlstandsniveau als stärkster Prädiktor herausstellen. Die Studie zeigt somit, dass die Gestaltung einer guten Gesellschaft nicht allein eine Frage der Einkommensverteilung ist.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Open Access

Kapitel 1. Einleitung
Zusammenfassung
Gewalt trifft Menschen direkt, erzeugt handlungseinschränkende Ängste, vermindert Lebensqualität und bedroht den sozialen Frieden. Inhaftierungen gehen mit sozialem Ausschluss, Stigmatisierungen sowie hohen Gemeinschaftskosten einher und sind stärker von der nationalen Bestrafungs- bzw. Resozialisierungskultur abhängig als von der jeweiligen Kriminalitätsrate. Teenagerschwangerschaften und niedrige Bildung führen zu sozialer Ausgrenzung, niedrigen Aufstiegschancen, Stigmatisierung und Marginalisierung.
Marcus Gercke

Open Access

Kapitel 2. Theorie und Forschungsstand
Zusammenfassung
Die Einkommensungleichheitshypothese ist eine Theorie mittlerer Reichweite, welche ihren Ursprung in den Gesundheitswissenschaften besitzt. Ihrer Annahme nach sind Gesellschaften, in denen Einkommen und Wohlstand ungleicher verteilt sind, weniger gesund und stärker von sozialen Problemen betroffen. Ihr Gültigkeitsanspruch beschränkt sich dabei auf wohlhabende Gesellschaften und ist im wissenschaftlichen Diskurs seither umstritten.
Marcus Gercke

Open Access

Kapitel 3. Daten und Methoden
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit fokussiert auf soziale Probleme in wohlhabenden Ländern. Um entsprechende Länder zu identifizieren, wurde auf die Einkommensklassifikation der World Bank zurückgegriffen (Fantom & Serajuddin, 2016). Gemessen am Bruttonationaleinkommen pro Kopf werden Länder in vier Einkommensklassen unterteilt: (1) hohes Einkommen, (2) oberes mittleres Einkommen, (3) unteres mittleres Einkommen und (4) geringes Einkommen.
Marcus Gercke

Open Access

Kapitel 4. Ergebnispräsentation
Zusammenfassung
Im ersten Teil der Analyse wurden Pearson-Korrelationen zwischen den fünf Einflussfaktoren (Einkommensungleichheit, Wohlstand, ethnische Fraktionalisierung, Vertrauen, Materialismusrate) und der Mordrate als Proxy für das Ausmaß von Gewalt in reichen Ländern geschätzt. Abbildungen 4.1 bis 4.3 zeigen die entsprechenden Ergebnisse für das gesamte und bereinigte Länderset. Der Vergleich zwischen den Ländersets zeigt, dass der Ausschluss von Ausreißen die Zusammenhänge in ihrer Höhe und Signifikanz durchaus beeinflusst.
Marcus Gercke

Open Access

Kapitel 5. Ergebnisdiskussion
Zusammenfassung
Die vorliegende Studie über soziale Probleme in 40 reichen Ländern im Zeitraum von 1990–2020 stellt derzeit die aktuellste und umfassendste Überprüfung von Wilkinson und Picketts Erweiterung der Einkommensungleichheitshypothese für soziale Probleme dar. In Bezug auf den langen wissenschaftlichen Streit um den Einfluss von Einkommensungleichheit auf das Ausmaß sozialer Probleme liefert die vorliegende Arbeit aufgrund ihrer Systematik wichtige Forschungsergebnisse. Es können drei wesentliche Erkenntnisse hervorgehoben werden: (1) Einkommensungleichheit allein stellt sich als eher ungenügender Prädiktor für soziale Probleme heraus. (2) Vor allem Wohlstand, aber auch ethnische Fraktionalisierung und Vertrauen, hängen signifikant und sogar unabhängig von Einkommensungleichheit mit dem Ausmaß sozialer Probleme zusammen. (3) Die geschätzten Zusammenhänge zwischen den Einflussfaktoren und Problemen sind deutlich heterogener als erwartet, was gegen Wilkinson und Picketts Hypothese eines einzelnen zentralen Mechanismus spricht, das Ausmaß sozialer Probleme auf der Makroebene zu erklären. Im Nachfolgenden werden die Forschungsergebnisse entlang der fünf aufgestellten Forschungshypothesen diskutiert.
Marcus Gercke

Open Access

Kapitel 6. Fazit
Zusammenfassung
Das Ziel der vorliegenden Masterarbeit war es, den Einfluss von Einkommensungleichheit, Wohlstand, ethnischer Fraktionalisierung, Vertrauen und des gesellschaftlichen Wertewandels auf das Ausmaß sozialer Probleme (Gewalt, Inhaftierungen, Teenagerschwangerschaften, niedrige schulische Leistungen, niedrige Wahlbeteiligung) zu überprüfen. Ausgangspunkt der Arbeit ist die kontroverse Debatte um Wilkinson und Picketts Spirit Level Theory (2016 [2010]). Sie führt die Betroffenheit wohlhabender Länder von gesundheitlichen und sozialen Problemen auf die Höhe der Einkommensungleichheit zurück.
Marcus Gercke
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Metadaten
Titel
Trends und Determinanten sozialer Probleme in reichen Ländern
verfasst von
Marcus Gercke
Copyright-Jahr
2023
Electronic ISBN
978-3-658-39865-1
Print ISBN
978-3-658-39864-4
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-39865-1

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