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2022 | OriginalPaper | Buchkapitel

3. Trügerische Erinnerung

verfasst von: Guido Wenski

Erschienen in: Das kleine Handbuch kognitiver Irrtümer

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Zusammenfassung

In diesem Kapitel richten wir den Blick zunächst zurück in die Vergangenheit. Menschliche Erinnerung ist immer subjektiv, denn Informationen werden im Gehirn zusammen mit Gefühlen abgelegt, und nie in der Lage, die Vergangenheit korrekt abzubilden. Dabei gilt es, zwischen Erinnerungsverfälschung (der unabsichtlichen Veränderung bestehender eigener Gedächtnisinhalte) und falscher Erinnerung (an ein nicht real erlebtes Ereignis) zu unterscheiden. Beide Phänomene gehen nicht mit bewusstem Lügen einher und lassen sich durch eine Reihe kognitiver Phänomene erklären, z. B. den Rückschaufehler. Erinnerungen sind nicht ausreichend extrem: Durch den Fading-Affect-Bias etwa werden negative Erinnerungen mit der Zeit schwächer, was am Beispiel „Ostalgie“ erläutert wird. Sie sind nicht gleichförmig, sondern hängen vom zeitlichen Verlauf ab (Primacy-Recency-Effekt), emotionalen Einflüssen (Positivitätseffekt) und der Stärke der Empfindungen (Peak-end Rule, Vernachlässigung der Dauer, Bizarreness-Effekt). Bestimmte Verzerrungen (Verzögerungseffekt, Abstandswirkung, Generation und Processing-Difficulty-Effekt) können für besseres Merken und Behalten genutzt werden.
Fußnoten
1
Meine deutschen Übersetzungen sollen ein Gefühl für die englischsprachige Abstufung geben.
 
2
„BRD“ als Bezeichnung für den westdeutschen bzw. gesamtdeutschen Staat ist im Gegensatz dazu keine offizielle Abkürzung und sollte vor allem vor dem Hintergrund der damit verbundenen Kontroversen seit den 1970er-Jahren nicht verwendet werden. Leider findet man diese Abkürzung im Sprachgebrauch auch renommierter Medien.
 
3
Während die Scheidungsrate in Deutschland 1960 noch bei 10 % lag, wurde um die Jahrtausendwende rund die Hälfte aller Ehen wieder geschieden; inzwischen ist sie allerdings auf ein gutes Drittel gesunken. Die statistische Wahrscheinlichkeit einer Trennung, die im Mittel nach 15 Jahren stattfindet, ist also signifikant – auch wenn dies komplett unromantisch erscheint, sollte man sich bereits vor dem Tag des Ja-Worts dazu Gedanken machen.
 
4
711 ist die Telefonvorwahl Stuttgart.
 
Literatur
Zurück zum Zitat De Bono E (1967) The use of lateral thinking. Penguin, London De Bono E (1967) The use of lateral thinking. Penguin, London
Zurück zum Zitat Kahneman D (2012) Schnelles Denken, langsames Denken. Penguin, München Kahneman D (2012) Schnelles Denken, langsames Denken. Penguin, München
Metadaten
Titel
Trügerische Erinnerung
verfasst von
Guido Wenski
Copyright-Jahr
2022
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-64776-9_3

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