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03.01.2018 | Umformen | Nachricht | Onlineartikel

Umformen und Fügen in einem Schritt

Autor:
Nadine Winkelmann

Im Rahmen eines Projekts der Industriellen Gemeinschaftsforschung optimierten Wissenschaftler das Tiefziehen zur Herstellung von Blechbauteilen, so dass die verschiedenen Verfahrensschritte in einem einzigen Schritt zusammengeführt werden können.

Für die Herstellung von Blechbauteilen ist das Tiefziehen das am weitesten verbreitete Fertigungsverfahren. Dabei werden Metallbleche mithilfe von Zug und Druck in großen Anlagen umgeformt. Bislang waren nach dem Tiefziehen immer zusätzliche Schritte im Rahmen des Herstellungsprozesses notwendig. So benötigten Schalldämpfer im Abgasbereich von Verbrennungsmotoren für die Automobilbranche insgesamt fünf einzelne Schritte, bis die gewünschte Baugruppe verschweißt und zum Einsatz bereit war. Im Rahmen eines Projekts der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) haben drei Wissenschaftler vom Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen (IFUM) der Leibniz Universität Hannover diesen mehrstufigen, aufwändigen Prozess optimiert, so dass die verschiedenen Verfahrensschritte in einem einzigen Schritt zusammengeführt werden können. Koordiniert wurde das Projekt von der Forschungsgesellschaft für Blechverarbeitung e.V. (EFB), Mitglied der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF).

Aufgrund der Ergebnisse des Projekts lassen sich laut AiF unterschiedliche Alltagsgegenstände, wie Zulieferteile für die Automobilindustrie, die zumeist von kleinen und mittelständischen Unternehmen gefertigt werden, schneller und preiswerter hergestellen. Das neue Werkzeugsystem könne in jeder konventionellen Presse angewendet werden und ermögliche das Tiefziehen, Fügen und Kalibrieren von Baugruppen in nur drei Sekunden bei gleichzeitiger Kostenreduzierung um 50 Prozent. Zudem sei das Verfahren hochpräzise und könne beispielsweise für die Baugruppenfertigung im Bereich der Elektromobilität verwendet werden.

Bevor das neue Verfahren gelingen konnte, mussten die Ingenieure eine schwierige Hürde nehmen: Schweißprozesse sind nicht vollständig spritzerfrei und verhinderten dadurch bislang eine Integration ins Umformwerkzeug. "Jetzt ist es uns gelungen, das Buckelschweißen spritzerfrei weiterzuentwickeln und direkt in die Ziehstufe zu integrieren", erklärt Dr.-Ing. Sven Hübner vom IFUM. "Endlich können wir alle Prozessoperationen in einem einzigen Werkzeug vereinen, um damit hochpräzise Werkzeuggruppen zu fertigen." Dr.-Ing. Sven Hübner, Prof. Dr.-Ing. Bernd-Arno Behrens und Dipl.-Ing. Masood Jalanesh vom IFUM wurden für ihre Leistungen am 6. Dezember in Berlin während der jährlichen AiF-Veranstaltung "Forscher Mittelstand" mit dem Otto von Guericke-Preis der AiF ausgezeichnet.

AiF

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