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21.10.2016 | Umwelt | Im Fokus | Onlineartikel

Wie lassen sich klimafreundliche Veranstaltungen planen?

Autor:
Sebastian Hillegaart

Unternehmensveranstaltungen lassen sich meist klimafreundlicher gestalten. Sebastian Hillegaart vom Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsdienstleister First Climate hat wichtige Tipps zusammengestellt.

Ob Messepräsenz oder Mitarbeiterfest, ob Workshop oder Strategiemeeting: Grundsätzlich lassen sich alle Veranstaltungen sogar klimaneutral ausrichten. Allerdings ist dazu ein komplexes Verfahren aus Bilanzierung, Reduzierung und Kompensation von Emissionen erforderlich. Das setzt deshalb in der Regel die Zusammenarbeit mit einem in Sachen Klimabilanzierung und Kompensation erfahrenen Partner voraus. Es gibt aber zahlreiche Maßnahmen, um Veranstaltungen mit geringem Aufwand klimafreundlicher zu gestalten. Mit der richtigen Planung lassen sich Emissionen bereits im Vorfeld reduzieren.

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Die einfachste Möglichkeit, um Emissionen zu senken: Zunächst einmal prüfen, ob für den jeweiligen Anlass tatsächlich eine Vor-Ort-Veranstaltung erforderlich ist. Telefon- oder Videokonferenzen sind in vielen Fällen eine klimafreundliche Alternative.

Mobilitätsbereich bietet größtes Klimaschutzpotenzial

Die An- und Abreise der Teilnehmer sowie die erforderliche Materiallogistik können, je nach Art und Größe der jeweiligen Veranstaltung, für bis zu 80 Prozent der Gesamtemissionen verantwortlich sein. Durch die Entwicklung eines umweltfreundlichen Verkehrskonzeptes können Veranstaltungsplaner deshalb das größte Reduktionspotenzial erschließen. Dazu zählt die sinnvolle Wahl des Veranstaltungsortes. Eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln sollte selbstverständlich sein. Bei Veranstaltungen mit international anreisenden Teilnehmern sollte der Veranstaltungsort außerdem von möglichst vielen Destinationen aus per Direktflug erreichbar sein. Auf den Internetseiten der internationalen Luftfahrtorganisation ICAO findet sich ein hilfreiches Planungstool, mit dem sich für jede Veranstaltung der jeweils optimale Standort ermitteln lässt.

Bei regionalen oder nationalen Veranstaltungen mit bekanntem Teilnehmerkreis ist auch die zentrale Organisation von Fahrgemeinschaften eine gute Möglichkeit, um Emissionen zu vermeiden.

Vor Ort sollten unnötige Transfer-Fahrten möglichst vermieden werden. Ein Shuttle-Service kann helfen, die Emissionen weiter zu reduzieren. Idealerweise sollten dafür umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Fahrradtaxis, Elektro- oder Hybridfahrzeuge eingesetzt werden. Auch eine Bereitstellung von Tageskarten für das örtliche ÖPNV-Netz oder Stadtplänen mit Hinweisen zu Strecken und Gehzeiten ist sinnvoll.

Kommunikation hilft, Teilnehmer zu sensibilisieren

Damit die verfügbaren Mobilitätsangebote auch angenommen werden, ist eine gute Kommunikation mit den Veranstaltungsteilnehmern von zentraler Bedeutung, um sie bereits im Vorfeld in die Klimaschutzbemühungen einzubinden und sie über die Möglichkeiten zur klimafreundlichen Anreise zu informieren.

Im Vergleich zum Bereich Mobilität ist das Emissions-Reduktionspotenzial in anderen Bereichen eher gering. Grundsätzlich ist aber zu empfehlen, bei der Unterbringung von Veranstaltungsteilnehmern auf als klimafreundlich ausgezeichnete Hotels zu setzen.

Beim Catering kann die Auswahl lokaler, saisonal verfügbarer und idealerweise biologisch produzierter Produkte helfen, die Klimabilanz zu verbessern. Im Sinne des Klimaschutzes sind fleischarme oder fleischlose Angebote immer vorteilhaft. Auf Einweg- und Plastikverpackungen – etwa bei Getränken – sollte grundsätzlich verzichtet werden. Darüber hinaus kann auch ein überlegter Materialeinsatz bei Druckprodukten dazu beitragen, eine Veranstaltung klimafreundlich zu gestalten. Umweltfreundliches, zertifiziertes Papier, Verzicht auf Veredelungen wie spezielle Lacke und Kaschierungen, sowie grundsätzlich papiersparendes Drucken vermeiden unnötige Emissionen.

Mit diesen Tipps lässt sich bereits viel für den Klimaschutz erreichen. Weitere Informationen gibt es unter www.firstclimate.de.

Lernnetzwerk Klimaneutralität
Der Autor dieses Beitrags ist Mitglied im Lernnetzwerk Klimaneutralität. Mit dem "Lernnetzwerk" sollen Kompetenzen bezüglich Nachhaltigkeit und Klimaschutz gebündelt werden. Die Mitglieder unterstützen damit das Land Hessen im Projekt "CO2-neutrale Landesverwaltung" bei dem Ziel, bis 2030 eine klimaneutral arbeitende Verwaltung zu erreichen. Dabei fließt Wissen aus den unterschiedlichen Fachbereichen ein, um einen gemeinsamen Mehrwert zu erzielen.


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Quelle:
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