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06.06.2018 | Umwelt | Kommentar | Onlineartikel

Autonome Autos sind ein Segen für Zweiradfahrer

Autor:
Johannes Ritz

Egal ob wir Motorrad, Roller oder Fahrrad fahren – gegenüber Autos sind wir verletzlich und auf ihre Rücksicht angewiesen. Autofahrer haben eine Knautschzone; Zweiradfahrer sind die Knautschzone.

In den letzten Jahrzehnten sind unsere Autos immer größer und schwerer geworden – zuletzt gestützt durch den Erfolg der SUV. Autonomes Carsharing wird einen Markt für leichte und kleine Fahrzeuge öffnen, die genau die Mobilitätsbedürfnisse abdecken, die man für Fahrten innerhalb einer Stadt braucht. Sollte es zu einem Unfall zwischen einem solchen Leichtfahrzeug und einem Zweiradfahrer kommen, werden geringere Verletzungen verursacht.

 

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Autonomes Carsharing – Das Ende vom Privatauto?

Praktisch jeder Autobauer, der autonome Autos entwickelt, hat auf der Agenda, sie auch als Carsharingautos einzusetzen. Woher nehmen sie die Zuversicht, dass autonomes Carsharing sinnvoll und rentabel ist? 

Idealerweise mildern autonome Autos nicht nur die Unfallfolgen. Sie erhöhen die allgemeine Verkehrssicherheit und machen die Fahrt für Zweiräder angenehmer.

Aktive Sicherheit

Und das fängt beim Parken an. Möchte ein Passagier eine Türe öffnen und hat dabei den sich nährenden Radfahrer übersehen, sollte der Autopilot die Gefahr erkennen und die Türe verriegeln. Wenn autonome Autos fahren, halten sie alle Verkehrsregeln pedantisch ein. Wenn Sie nicht den erforderlichen Abstand zum Überholen eines Zweiradfahrers einhalten können, starten sie auch kein Überholmanöver.

Ganz allgemein gesagt, sind autonome Autos immun gegenüber typischen menschlichen Fehlerquellen. Sie ermüden nicht, trinken kein Alkohol, lassen sich nicht ablenken, haben keine Schrecksekunde und vermeiden riskante Fahrmanöver. Im Gegenzug gibt es Fehlerquellen, die typisch maschinell sind. Erstens sind autonome Autos nur so sicher, wie die in ihnen verbauten Computer und zweitens:

Der Fall Uber

Mitte Dezember begann die Firma Uber ihre autonomen Prototypen in Kalifornien zu testen. Kurz darauf wurde Uber von Kalifornien gestoppt, weil sie sich nicht an die erforderlichen Testbedingungen hielten. Als Konsequenz darauf verlegte Uber seine Testfahrten nach Arizona. In Arizona wurde im März diesen Jahres eine Passantin von einem solchen Testfahrzeug getötet, als sie mit ihrem Fahrrad die Straße überquerte. Dabei hatte die Sensorik erkannt, dass sich etwas auf der Fahrbahn befindet. Aus den Sensordaten wurden aber die falschen Schlüsse gezogen.

Die maschinelle Wahrnehmung ist ein hartes Problem und ist, grob gesagt, der halbe Weg zum autonomen Fahren. Um wirklich zu verstehen, was die Sensordaten bedeuten, brauchen autonome Autos Weltwissen. Rollt zum Beispiel ein Ball in einer Spielstraße auf die Fahrbahn, werden menschliche Fahrer vorsichtig, weil sie wissen, dass spielende Kinder in der Nähe sind. Aus Sicht eines autonomen Autos ist ein Ball zunächst einmal ein leichtes, nicht-lebendiges Objekt, das im Falle eines Falles überfahren werden darf. Damit autonome Autos das Verhalten von Fußgängern und Fahrradfahrern besser einschätzen können, müssen sie deren Körpersprache, Blick und Handzeichen verstehen.

Dieser Unfall steht im Kontrast zu den typischen ethischen Dilemmas, die im Zusammenhang mit autonomen Autos diskutiert werden. Anstatt quasi unlösbare Probleme zu optimieren, ist es in der Praxis die höchste ethische Aufgabe eines Autopiloten zu verhindern, dass alltägliche Unfälle überhaupt entstehen. In erster Linie bedeutet das, dass autonome Autos die typischen Risikofaktoren wie Geschwindigkeit und Sicherheitsabstände defensiv wählen und an ihren jeweiligen Sichtbereich anpassen. In einem solchen Umfeld werden wir uns getrost mit unserem Zweirad auf die Straße trauen.

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