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20.03.2019 | Umwelt | Kommentar | Onlineartikel

Entsorgungsoption und Gewässerbewirtschaftung

Autor:
Dipl.-Ing. Edgar Freund
2:30 Min. Lesedauer

In der März 2019-Ausgabe der Fachzeitschrift WASSER UND ABFALL stehen Optionen zur Entsorgung und die ökologischen Gewässerqualitätsziele im Mittelpunkt. Edgar Freund führt in die Themen ein.


Die thermische Behandlung und energetische Verwertung von Siedlungsabfällen ist und bleibt eine unverzichtbare Entsorgungsoption. Dem stehen auch nicht die vielfältigen Bemühungen entgegen, im Rahmen der Kreislaufwirtschaft Abfälle bei der Rohstoffgewinnung sowie bei Herstellung und Vertrieb von Erzeugnissen zu vermeiden. Auch die Möglichkeiten der Wiederverwendung gebrauchter Erzeugnisse und das Abfallrecycling sind begrenzt, weil die Reparaturfreundlichkeit der Produkte, deren stoffliche Zusammensetzung und nicht zuletzt das Konsumverhalten breiter Bevölkerungsschichten dem entgegenstehen.

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01.03.2019

Wasser und Abfall 3/2019


Trotz der auf den Input bezogenen Recyclingquote von über 65 % werden gegenwärtig in Deutschland mehr als 25 Mio. t Restabfälle in rund 100 Müllverbrennungsanlagen und EBS-Kraftwerken thermisch behandelt bzw. energetisch verwertet, wobei die vorhandenen Anlagenkapazitäten weitgehend ausgelastet sind. Hierbei handelt es sich um gemischt anfallende Siedlungsabfälle – Hausmüll ebenso wie Gewerbeabfälle –, die aufgrund ihrer Beschaffenheit und Verunreinigungen für eine stoffliche Verwertung nicht geeignet sind.

Maßgebend für diesen großen Massenstrom ist zunächst das seit dem Jahr 2005 in Deutschland wirksame Deponieverbot für unbehandelte Siedlungsabfälle, die aufgrund ihres Schadstoffpotenzials aus den Stoffkreisläufen ausgeschleust oder zerstört werden müssen. Zugleich macht sich der anhaltende Konjunkturaufschwung bemerkbar, der in den letzten Jahren durch Produktionssteigerungen und wachsendem Konsum das Abfall-aufkommen erhöht hat. Nicht zuletzt beeinflusst das seit wenigen Jahren zu beobachtende Bevölkerungswachstum diese Entwicklung. Mehr zu diesem Thema enthält der in diesem Heft von Carsten Spohn veröffentlichte Fachbeitrag, der sich mit dem „Stand und der Entwicklung der Abfallverbrennung in Deutschland“ befasst.

Sekundärbrennstoffe haben sich etabliert

Neben der thermischen Behandlung von Restabfällen in Müllverbrennungsanlagen werden Sekundärbrennstoffe in Industriefeuerungsanlagen verwertet und damit Primärbrennstoffe ersetzt. Hierbei handelt es sich um aus Siedlungsabfällen aufbereiteten, heizwertreichen Brennstoffe, die als emissionsarme Energieträger im Wesentlichen in der Zement-, Kraftwerks- und Kalkindustrie zur Mitverbrennung eingesetzt werden. Währen diese Verwertungsoption noch vor 20 Jahren von der Fachwelt kritisiert und den in Betracht kommenden Anlagenbetreibern abgelehnt wurde, hat sich der Einsatz von Sekundärbrennstoffen im letzten Jahrzehnt fest etabliert. Dies ist zweifellos das Verdienst der Bundesgütegemeinschaft Sekundärbrennstoffe und Recyclingholz e.V. (BGS), die anhand des RAL-Gütezeichens „Sekundärbrennstoffe“ (RAL-GZ 724) ein entsprechendes Qualitätssicherungssystem erfolgreich praktiziert. Durch die regelmäßige Qualitätskontrolle wird somit ein ordnungsgemäßer und schadloser Sekundärbrennstoffeinsatz sichergestellt. Weitergehende Informationen vermittelt der Fachaufsatz von Sabine Flamme et al. „Sekundärbrennstoffe im Zeichen höchster Qualität“.

In einem weiteren Fachbeitrag wird die Umsetzung der ökologischen Gewässerqualitätsziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie behandelt. Ausgangspunkt ist Niedersachsen, wo nur etwa 2 % der Gewässerkörper den bis 2015 vorgegebenen Zielzustand erreichten. Da der Bewirtschaftungsplan für den laufenden Bewirtschaftungszeitraum bis 2021 nur geringe Fortschritte erwarten lässt, wurden in einer Studie die wesentlichen Gründe für das Umsetzungsdefizit untersucht und Wege zur rechtlichen, organisatorischen und fiskalischen Ertüchtigung der ökologischen Gewässerentwicklung aufgezeigt. Der Fachaufsatz „Wasserrahmenrichtlinie – Wege aus der Umsetzungskrise“ von Moritz Reese et al. enthält eine Zusammenfassung der Studie, deren Ergebnisse über Niedersachen hinaus von Interesse sind.

Dieses Editorial ist in Ausgabe 3/2019 der Fachzeitschrift WASSER UND ABFALL erschienen.

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