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17.01.2017 | Umwelt | Im Fokus | Onlineartikel

Potenziale erkennen, die Umwelt schützen

Autor:
Dr. Hans-Stefan Niebler

September 2015 wurde die Revision der ISO 14001 veröffentlicht. Wie ging die MTU Maintenance Hannover damit um? Der Umweltmanagementbeauftragte Dr. Hans-Stefan Niebler berichtet.

Der Zertifizierung gemäß der Revision von ISO 14001 stellte sich die MTU Maintenance Hannover bereits im Februar 2016. Die Zertifizierung nahm TÜV Rheinland vor, einer der führenden Prüforganisationen unter anderem im Bereich Umweltmanagementsysteme. Die Auditoren verfügen über die nötige Erfahrung und das Branchen-Know-how.

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Theorie und Funktion der Zertifizierung am Beispiel ISO 14001 „Umweltmanagementsysteme“

Die erste ISO 14001 "Umweltmanagementsysteme" wurde 1996 als "Zertifizierungsnorm" verabschiedet. Seitdem hat sie eine gewisse Bedeutung und Verbreitung vor allem im Rahmen globalisierter Wirtschaftsbeziehungen erfahren. 


80 Prozent der Veränderungen rund um die ISO 14001:2015 hatte der Triebwerkinstandhalter MTU aufgrund seiner EMAS-Validierung (EMAS: Environmental Management and Audit Scheme) bereits umgesetzt, als er sich mit der Revision befasste. Dazu gehört beispielsweise die Vorgabe, bei der Festlegung der Umweltziele geeignete Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators) zu verwenden, um damit die Umweltleistung besser messbar zu machen. Oder das neue Kapitel „Kontext der Organisation“, das sich mit den „interessierten Parteien“ des Unternehmens befasst. Dadurch sollen die Erfordernisse und Erwartungen der verschiedenen Stakeholder – u.a. Kunden, Lieferanten, Gemeinden, Aufsichtsbehörden, Nichtregierungsorganisationen, Investoren und Mitarbeiter – besser verstanden werden, um in der Folge zu bewerten, ob konkrete zu erfüllende Anforderungen daraus entstehen.

Produkte von der Entstehung bis zur Entsorgung betrachten

Als größte Herausforderung der revidierten Norm erwies sich die neu aufgenommene Lebenszyklusbetrachtung. Dabei muss das Unternehmen die Umweltauswirkungen eines Produkts oder einer Dienstleistung von der Entstehung bis zum Nutzungsende bzw. zur Entsorgung in Augenschein nehmen – also auch Prozesse, die der eigentlichen betrieblichen Tätigkeit vor- oder nachgelagert sind. Für die MTU Maintenance Hannover bedeutete dies, insbesondere ihre Lieferanten und deren umweltbezogene Aktivitäten genauer unter die Lupe zu nehmen. Was bei der Revision sonst noch zu beachten ist? Auf  www.tuv.com/ISO14001-Revision hat TÜV Rheinland wichtige Änderungen zusammengefasst, die sich aus der Revision von ISO 14001:2015 ergeben.

Die Erstzertifizierung sowie die EMAS-Validierung liegen bei der MTU Maintenance Hannover mit bereits 2003/2004 bereits länger zurück. Nicht weil Gesetze und Auflagen dazu zwangen, sondern um die Umwelt-Orientierung fest im Unternehmen zu etablieren. Ziel der MTU ist es, das Unternehmen kontinuierlich zu verbessern. Dass die Umwelt profitiert, ist ein wichtiger Grund. Aber nicht der einzige: Ökologie und Ökonomie müssen Hand in Hand gehen. Die MTU trägt Verantwortung für die kommenden Generationen, für Mitarbeiter, deren Familien und den Standort Langenhagen. Die Einführung des Umweltmanagementsystems sensibilisiert die MTU für Chancen und Einsparmöglichkeiten, die das Unternehmen früher nicht so stark im Fokus hatte. Die Zertifizierung wird übrigens auch durch den Staat gefördert, mittels der Stromsteuererstattung, die ein anerkanntes Energie- oder Umweltmanagementsystem (EMAS) voraussetzt.

Unternehmen und Umwelt profitieren

Heute verfügt die MTU Maintenance Hannover flächendeckend über Messstationen und Sensoren, die fast jede Verbrauchsstelle überwachen. Auf diese Weise lassen sich ca. 85 Prozent des genutzten Stroms genau zuordnen. So kann unter anderem verlässlich kalkuliert werden, ob und wann sich der Austausch einer Anlage im Betrieb durch ein weniger verbrauchsintensives Modell amortisiert. Davon profitieren sowohl das Unternehmen als auch die Umwelt. Auch Störungen oder Wasserlecks, die den Verbrauch erhöhen oder Folgeschäden verursachen könnten, offenbaren sich fast in Echtzeit und lassen sich zielsicher lokalisieren und ausschalten. Intelligente Kreislaufsysteme, Wärmerückgewinnung, verbessertes Recycling und die Nutzung erneuerbarer Energien: Das sind einige Beispiele für Verbesserungspotenziale, die viele Unternehmen in der Vergangenheit nicht ausreichend wahrgenommen haben. Für die Beheizung einer neuen Logistikhalle nutzt die MTU Maintenance Hannover beispielsweise Verdichter-Abwärme, die bei der Herstellung von Druckluft entsteht. Früher wurde diese Wärme durch einen Kühlkreislauf abgeführt und an die Umwelt abgegeben. Die jetzt eingesparte Erdgas-Menge entspricht einer jährlichen Wärmeenergie von 292 Megawattstunden.

Erfolgreiches Umweltmanagement gründet sich bei der MTU Maintenance auf das klare Commitment der Geschäftsführung sowie der schlanken Organisation des Unternehmens. Dadurch gibt es nur geringe Widerstände und alle Führungskräfte lassen sich integrieren. Darüber hinaus gibt es bei der MTU Maintenance Hannover ein Umweltteam, das Umweltthemen kontinuierlich bearbeitet. Es setzt sich zusammen aus den Beauftragten u.a. für Umweltmanagement, Umweltschutz, Energieeffizienz und Abfall sowie weiteren Fach- und Führungskräften aus dem Unternehmen. Auch die Rechtsabteilung ist vertreten, hat mögliche Änderungen des Umweltrechts im Blick und stellt sicher, dass alle umweltrelevanten Gesetze beachtet werden.

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