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Über dieses Buch

Es wird die Komplexität von Umweltverschmutzung und Gesundheitsbeeinträchtigung im Kontext von sozialer Indikation dargestellt. Mit Hilfe von Sozialindikatoren wird aufgezeigt, wie Umweltverschmutzung, Gesundheitszustand, Bildungsteilhabe und Arbeitswelt auf die Menschen, insbesondere in Ballungsgebieten und in ausgewählten Innenstadtbereichen sowie in Satelitenstädten unmittelbar zusammenhängen. Die Bewertungsgrößen Predicted Mean Vote (PMV) und Physiological Equivalent Temperature (PET) werden im Kontext der Humanbiometereologie (HBM) ausführlich diskutiert Stadtklimatologie und Geometrie der Stadtarchitektur werden in Hinblick auf die urbane Gesundheit und die soziale Beeinflussungen der Bewohner dargestellt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Umweltgerechtigkeit – Aktualität und Zukunftsvision

Zusammenfassung
Ungleiche Lebensverhältnisse und ungleiche Belastungen durch Umwelt- inkl. Klimaeinflüsse sind das aktuelle Thema weltweit. Infolge der Globalisierung der Wirtschaft, der Finanzströme, des Handels, der Digitalisierung und dem stetigen Austausch von kleineren Bevölkerungsgruppen haben sich die Problemstellungen und Handlungserfordernisse in Hinblick auf eine zukunftsfähige und lebenswerte Umwelt verändert. Sie sind weltweit komplexer geworden und haben sich in diesem Zusammenhang auch vergrößert. Mit der Herausbildung von Großsiedlungen, großen Industriestandorten und Aggregationen der industriellen Land- und Viehwirtschaft sowie einer Warenbewegung über die Kontinente hinweg haben sich auch die Beeinflussungen auf die Umwelt verändert. Diese Erkenntnis setzt sich seit geraumer Zeit mehr und mehr durch. Dass diese Prozesse auch einer Betrachtung und vor allem Handhabung bedürfen, weil von der Umwelt selbst erhebliche Einflüsse und Belastungen ausgehen, die zu einem großen Teil neben der Klimarelevanz auch ernstzunehmende Gesundheitsrelevanz haben, wird derzeit noch relativ wenig beachtet. Dabei umfasst die gesundheitliche Beeinflussung sowohl den medizinisch somatischen als auch den psychologischen Teil. Zugegebenermaßen ist das Thema sehr komplex und bedarf noch weitreichender und intensiver Forschung. An der Erkenntnis aber, dass Umweltgerechtigkeit oder im Umkehrschluss Umweltungerechtigkeit Themenfelder von außerordentlicher Bedeutung für präventives bzw. nachhaltiges Handeln sind, gibt es keinen Zweifel. Das gilt sowohl für aktuelle Bewertungen von Umweltzuständen als auch für zukünftige Handlungserfordernisse. Eine zentrale Rolle werden dabei die Planungsaufgaben in Städten und Gemeinden spielen. Zukünftige Planungen, in welcher Art und Form auch immer, werden an den Herausforderungen hinsichtlich Nachhaltigkeit und damit an dem Umweltgerechtigkeitsansatz nicht vorbeikommen. Erste Ansätze und Ergebnisse gibt es schon. So haben sich z. B. bereits einige Städte und Gemeinden mit der Thematik umweltgerechtes Bauen und umweltgerechte urbane Planung befasst.
Regine Grafe

2. Umweltgerechtigkeit

Zusammenfassung
Die vom Menschen verursachten Umweltschäden und deren Einfluss auf den Menschen selbst sind Gegenstand aktueller Diskurse in Politik und Gesellschaft. Um vor diesem Hintergrund robuste Aussagen treffen zu können, ist es erforderlich, wissenschaftliche Methoden zu entwickeln, die belastbare Aussagen mit Hilfe geeigneter Datenmengen ermöglichen. Die dafür erforderlichen Daten müssen sowohl Aussagen über den Zustand der Umweltkompartimente, des globalen und regionalen Klimas, der Veränderung der Natur und ihrer Lebensräume als auch der sozialräumlichen Situation der Menschen umfassen. Die Verknüpfung umweltbezogener Gerechtigkeitsansprüche mit Prävention ist der zentrale Ansatzpunkt von Umweltgerechtigkeit. Der wissenschaftliche Ansatz dafür ist das Zusammenführen von mehrräumigen Komponenten, um Umwelteinflüsse und Gesundheitsbelastungen auf Menschen bewerten zu können (Abb. 1.​7). Dabei liegt der Schwerpunkt auf der jeweiligen Lebenssituation der Menschen.
Regine Grafe

3. Umweltgerechtigkeit als Ansatz für Politik und Gesellschaft

Zusammenfassung
Für die Umweltgerechtigkeit gibt es bereits einen Umweltgerechtigkeitsansatz und eine definitorische Beschreibung (Abschn. 2.​1.). Für die Planung des bebauten Raumes gibt es eine Bauleitplanung, die mit Hilfe von baugesetzlichen Regelungen, wie dem Baugesetzbuch (BauGB) ausgeführt wird. Für eine Umweltleitplanung gibt es das noch nicht, obwohl die Formulierung eines Umweltgesetzbuches schon seit längerer Zeit von Experten gefordert wird (Kujath und Moss 1998).
Regine Grafe

Backmatter

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