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2022 | Buch

Umweltinformationssysteme - Wie trägt die Digitalisierung zur Nachhaltigkeit bei?

Tagungsband des 28. Workshops “Umweltinformationssysteme (UIS 2021)“ des Arbeitskreises „Umweltinformationssysteme“ der Fachgruppe „Informatik im Umweltschutz‘‘ der Gesellschaft für Informatik (GI)

herausgegeben von: Prof. Dr. Frank Fuchs-Kittowski, Dr. Andreas Abecker, Friedhelm Hosenfeld

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Über dieses Buch

Der neueste Stand der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Umweltinformatik (UI) und umweltbezogener IT-Anwendungsbereiche wird in diesem Tagungsband präsentiert und kritisch diskutiert. Dies umfasst sowohl Konzepte und Anwendungen von Umweltinformationssystemen als auch Technologien, die moderne Umweltinformationssysteme unterstützen und ermöglichen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Entwicklung von Lösungen zur Digitalisierung in der Umweltverwaltung

Frontmatter
Schutzgebietskataster Schleswig–Holstein als behördeninterne Web-Anwendung
Zusammenfassung
Vorgestellt wird das Schutzgebietskataster Schleswig–Holstein, das als behördeninterne Web-Anwendung für die Naturschutz-Abteilungen des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig–Holstein (MELUND) und des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig–Holstein (LLUR) zur Unterstützung ihrer fachbehördlichen Aufgaben bei der Verwaltung von Schutzgebietsinformationen entwickelt wurde. Die verwalteten Gebiete umfassen unter anderem Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und Natura-2000-Gebiete (gemäß FFH-Richtlinie und EG-Vogelschutzrichtlinie).
Die Umsetzung erfolgte als PHP-Fachanwendung, die in die Auswertungs- und GIS-Plattform Disy Cadenza integriert wurde. Die Vorgängeranwendung nutzte bereits Disy Cadenza zur Auswertung der Schutzgebietsdaten, während die Eingabe und Pflege über ein Microsoft Access Frontend mit Datenhaltung in einer Oracle Datenbank stattfand.
Die Neuentwicklung fand im Rahmen des Fachclusters Naturschutz in der Zentralen Betriebsinfrastruktur (ZeBIS) des Landwirtschafts- und Umweltressorts statt, die im zentralen Rechenzentrum des Landes-IT-Dienstleisters aufgebaut wurde.
Gemäß IT-Strategie des Landes wurde eine Migration auf PostgreSQL als Backend-Datenbank mit einer Web-Anwendung als Frontend vorgenommen. Auf Basis einer umfangreichen Anforderungsanalyse wurden sowohl funktionale als auch fachliche Festlegungen getroffen, die unter anderem eine Reduktion der Inhalte der Vorgängeranwendung auf die relevanten Bereiche bewirkte, um Redundanzen zu vermeiden und um die Datenqualität zu erhöhen. Unterstützt wurden diese Ziele durch ein harmonisiertes und optimiertes Datenmodell.
Friedhelm Hosenfeld, Andreas Rinker, Kathleen Langner, Kay Krüger
Eine mobile Augmented Reality-Anwendung für die Darstellung von geplanten Windenergieanlagen
Realitätsnahe Visualisierungen für Planungsprozesse und die öffentliche Akzeptanz
Zusammenfassung
Dieser Beitrag stellt eine mobile Augmented Reality-Anwendung vor, die eine realitätsnahe dreidimensionalen Visualisierung von geplanten Windenergieanlagen in ihrer Umgebung ermöglicht. Hierfür werden die Anforderungen an eine solche App vorgestellt, die aus der Diskussion mit Vertretern der relevanten Zielgruppen gewonnen wurden, und Anwendungsfälle, grafische Benutzeroberflächen sowie wesentliche Aspekte des technischen Konzepts und der Implementierung der App präsentiert. Dabei wird insbesondere ein manuelles Lokalisierungsverfahren erläutert, welches mit Hilfe von im Kamerabild eingeblendeten 3D-Geomodellen (z. B. 3D-Oberflächenmodellen) eine präzise globale Ausrichtung und Positionierung des mobilen Endgeräts und somit eine realistische AR-Visualisierung ermöglicht.
Simon Burkard, Frank Fuchs-Kittowski, Maximilian Deharde, Marius Poppel, Saskia Schreiber
Gefahrstoffinformationen an Ort und Stelle
Zusammenfassung
Die Gefahrstoffschnellauskunft unterstützt seit über 25 Jahren Einsatzkräfte deutschlandweit bei der Abwehr von Gefahren durch Chemikalien. Die in der Datenbank hinterlegten Informationen können aktuell je nach Einsatzsituation aus 4 technisch unabhängigen Rechercheoberflächen (GSA-Produkte) abgerufen werden. Im Zuge der Modernisierung des zugrunde liegenden Chemikalieninformationssystems ChemInfo werden die einzelnen GSA-Produkte technisch harmonisiert, um eine einheitliche und einfache Aktualisierung von Daten und Anpassung von Nutzeroberflächen zu ermöglichen. Damit soll die informationstechnische Unterstützung am Einsatzort weiter verbessert werden.
Björn Weber, Martin Herzberg, Manja Wachsmuth

Innovative Standards für Datendienste und -modelle

Frontmatter
Erleichterung des Zugriffs auf INSPIRE-Daten über standardbasierte Anwendungsprogrammierschnittstellen
Zusammenfassung
Die Europäische Kommission fördert schon seit vielen Jahren den offenen Zugang zu öffentlichen Daten in ganz Europa. Um diese Bemühungen zu erleichtern, müssen elektronische Barrieren an den nationalen Grenzen durch die Schaffung gemeinsamer Daten- und Dienstleistungsmodelle sowie durch die Bereitstellung begleitender Rechtsvorschriften abgebaut werden. Die INSPIRE-Richtlinie ist hierbei ein zentraler Baustein dieser Arbeit, die im Rahmen des „EU-Standortrahmens (EULF)“ und der „wiederverwendbaren INSPIRE-Referenzplattform (ARe3NA)“ weiter ausgearbeitet wurde. Das Projekt API4INSPIRE dient zur Untersuchung neuer Entwicklungen bei Geodatenstandards und -technologien, insbesondere der neuen „OGC API – Features“ und „OGC SensorThings-API“-Standards. Zu diesem Zweck wurde eine Bewertungsstrategie entwickelt, mit deren Hilfe ermittelt werden kann, wie diese neuen und aufkommenden Standards am besten genutzt werden können, um bestehende Investitionen der EU-Mitgliedstaaten in die INSPIRE-Umsetzung wirksam einzusetzen. Sechs Datenanbieter haben Daten, Personal und Infrastruktur zu diesem Projekt beigesteuert und wurden in alle Phasen des Projekts integriert. Zusammen verwalten diese Datenanbieter Daten aus 14 INSPIRE-Themen. Anwendungsfälle wurden basierend auf den verfügbaren Datensätzen und den Erfahrungen der Datenanbieter mit ihren aktuellen Datenkonsumenten definiert. Vorrang erhielten diejenigen Anwendungsfälle, die APIs enthalten, sofern dies von verschiedenen Anbietern möglich ist. Diese bieten Einblicke sowohl in die Verwendbarkeit der einzelnen API-Standards als auch in die Interoperabilität zwischen API-Standards. Beispielsweise konnten erstmals Wasserqualitätsdaten des Rheins aus Frankreich und Deutschland verglichen werden. Weiterhin ist ein zentrales Ergebnis des Projektes die Empfehlung der untersuchten Standards als „Best Practice“ für die Bereitstellung von INSPIRE-Daten. Des Weiteren wurden Unterlagen erarbeitet um die Verwendung dieser Standards zu vereinfachen.
Jürgen Moßgraber, Hylke van der Schaaf, Kathi Schleidt
envVisio-Service
Ein universeller Dienst für Umweltdaten
Zusammenfassung
Der folgende Beitrag stellt einen Dienst vor, der das neuartige envVisio-Datenmodell der Datenhaltung um ein Interface zur Datenbereitstellung erweitert. Der envVisio-Service orientiert sich an den flexiblen und mächtigen Strukturen des Modells und überträgt diese auf die Oberfläche der Datenbereitstellung. Beide Komponenten – Datenhaltung und Datenbereitstellung – sind Teil der entstehenden envVisio-Plattform, die eine universelle Lösung bietet, um heterogene Umweltdaten zu harmonisieren und effizient zu organisieren. Sie wird innerhalb des mFUND-Projekts envVisio-GI entwickelt. Aus Datenquellen beteiligter Kommunen sowie weiteren regionalen und nationalen Quellen entsteht ein gemeinsamer, anwendungsunabhängiger Datenpool, auf den je nach Interessenlage und fachlicher Ausrichtung Sichten definiert werden können. Funktion des envVisio-Service ist es, diesen Datenpool für Clients zugänglich zu machen. Nach einer einleitenden Kontextualisierung wird der envVisio-Service als eine Erweiterung des OGC API-Features Standard dargestellt. Neben einem Überblick über den Aufbau und die Funktionsweisen des Dienstes werden einige Datensätze aus dem Prototypen herangezogen, um zu illustrieren, wie sich aus Perspektive der Clients die Interaktion mit dem Dienst gestaltet.
Janik Großmann
Intelligente, nachhaltige und energieeffiziente Quartiersentwicklung
Kopplung von Umweltinformationssystemen und Bauwerksinformationsmodellen
Zusammenfassung
Durch die modellorientierte Arbeitsweise „Building Information Modeling“ (BIM) besteht die technisch-organisatorische Möglichkeit, Bauwerksinformationen zukünftig transparent in Umweltinformationssysteme (UIS) zu integrieren. In diesem Beitrag werden die Potentiale der modellbasierten Arbeitsweise innerhalb der Baubranche im Hinblick auf die Nachhaltigkeit und Digitalisierung dargestellt. Zudem wird aufgezeigt, wie Quartiersinformationsmodelle (QIM), welche die Funktion eines UIS annehmen, optimal genutzt werden können. Der Fokus der Datengrundlagen von UIS liegt derzeit hauptsächlich auf Faktoren, die direkt aus der Umwelt (Wetter, Naturschutzgebiete etc.) hervorgehen. Bauwerke (Gebäude, Infrastrukturanlagen etc.) stehen bisher kaum im Fokus dieser Betrachtung. Die Verarbeitung umfangreicher, sowohl bauwerks- als auch umweltbezogener Datenbestände gewinnt in der Baubranche jedoch zunehmend an Relevanz. Im vorliegenden Beitrag wird thematisiert, inwiefern eine modellorientierte Arbeitsweise auf Gebäude-, Infrastruktur- bzw. Quartiersebene in Verbindung mit einer Umweltdatenbasis zu mehr Nachhaltigkeit bei der Planung, der Ausführung und beim Betrieb der Gebäude führen kann. Zudem wird anhand eines fachübergreifenden Forschungsprojekts das Potential von QIM praxisnah demonstriert, wie durch die Integration von Umweltinformationen in entsprechende Modelle künftig Bauprojekte nachhaltiger realisiert werden können. Es wird das durch die Autoren entwickelte Konzept eines QIM beschrieben, in dem alle für das Quartier notwendigen Informationen innerhalb eines gemeinsamen, gebäudeübergreifenden Informationssystems zusammengefasst werden.
Janna Walter, Milena Potpara, Moritz Hofmann, Joaquín Díaz

Digitalisierung für nachhaltiges Leben und Arbeiten sowie für eine nachhaltige Landwirtschaft

Frontmatter
Chancen und Risiken der Digitalisierung für suffiziente Lebensstile
Zusammenfassung
Der Klimawandel gehört zu den größten Herausforderungen unserer heutigen Zeit und stellt grundlegend infrage, wie die Menschen derzeit auf der Erde leben. Einer der Gründe für den Klimawandel ist die übermäßige Nutzung der endlichen natürlichen Ressourcen, weswegen ein Umdenken – insbesondere im Konsumverhalten – stattfinden muss. Die Digitalisierung beeinflusst dieses Konsumverhalten – positiv wie auch negativ. Sie birgt viel Potential für nachhaltigen Konsum; allerdings bringt sie auch Risiken mit sich. In diesem Beitrag wird die Frage untersucht, inwiefern und in welchen Formen die Digitalisierung dazu beitragen kann, nachhaltiges Konsumverhalten zu fördern, und wie das Bewusstsein der Menschen durch den digitalen Informationsaustausch positiv in Richtung eines suffizienten Lebensstils beeinflusst werden kann. Hierfür wurden durch eine Literaturanalyse verschiedene Chancen und Risiken der Digitalisierung für suffiziente Lebensstile herausgearbeitet und darauf aufbauend eine Umfrage durchgeführt, um tiefere Einblicke darüber zu erhalten, inwieweit Suffizienz schon im Bewusstsein der Menschen verankert ist und welche Hindernisse zu bewältigen sind, um eine positive Verhaltensveränderung zu begünstigen. Aus den gewonnenen Ergebnissen wurden Handlungsansätze und Umsetzungsmöglichkeiten entworfen. Insgesamt wurden 90 Personen unterschiedlicher Altersgruppen befragt. Die Möglichkeit, jegliche Informationen zum Thema Nachhaltigkeit einzusehen und verschiedenste Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten zu nutzen, würde die Befragten nach eigener Aussage dazu veranlassen, nachhaltiger zu konsumieren. Auch die Individualisierung von Produkten und die Transparenz von Unternehmen würden das Kaufverhalten der Befragten suffizienter gestalten. Die Ergebnisse zeigen auch die Relevanz von Rebound-Effekten auf. Personalisierte Werbung scheint jedoch kein großes Risiko darzustellen.
Lina Alissa Stockmann, Aysenur Dua Cakir, Daponleutep Dam, Kevin Jacob Bärwald
Chancen und Risiken der Digitalisierung für eine Ökologisierung einzelner Arbeitsschritte der ackerbaulichen Produktion
Zusammenfassung
Die landwirtschaftliche Produktion befindet sich in einem Spannungsfeld. Zum einen hat sie als kritische Infrastruktur die Aufgabe, eine wachsende Weltbevölkerung zuverlässig zu ernähren und mit Energie zu versorgen. Hinzu kommen Herausforderungen wie die Auswirkungen des Klimawandels, ein begrenztes Flächenangebot sowie steigende Ansprüche von Verbraucher*innen. Zum anderen sollen die durch die Landwirtschaft verursachten negativen Umweltwirkungen, wie der globale Verlust an Biodiversität und die Emission von Treibhausgasen, reduziert werden. Der zunehmende Einsatz digitaler Technologien wird dabei häufig als Lösungsansatz beschrieben, der einen präzisen, bedarfsorientierten Ackerbau ermöglicht. Ziel der Arbeit ist daher die Identifikation von Chancen und Risiken der landwirtschaftlichen Digitalisierung für einen ökologischeren Ackerbau. Dazu wird eine ganzheitliche und umweltbezogene Betrachtung vorgenommen. Hierfür werden mittels einer Analyse von aktueller Literatur die Potenziale digitaler Technologien für eine Reduzierung der Umweltwirkungen einzelner ackerbaulicher Arbeitsschritte untersucht. Außerdem erfolgt eine Betrachtung von Rebound-Effekten, die eine Digitalisierung hinsichtlich einer ökologischeren Produktion aufweist. Es konnte gezeigt werden, dass digitale Technologien in der Lage sind, zu einer deutlichen Reduzierung der negativen Umweltwirkungen der Landwirtschaft beizutragen. Insbesondere die Verminderung der Applikationsmengen von Düngemitteln und Pestiziden durch Kartierungsverfahren, Sensorik und präzise Ausbringung können zu zahlreichen ökologischen Vorteilen führen. Voraussetzung dafür ist jedoch die Minimierung der bestehenden Risiken in Form von Rebound-Effekten.
Sebastian Lieder

Intelligente Erfassung und Verarbeitung von Daten

Frontmatter
IoT-basierte Wasserstandmessung mittels Low-cost-Messsystem und -Sensorik an kleinen Fließgewässern
Zusammenfassung
Zum Schutz von Hochwasser ist eine frühzeitige Warnung notwendig. An kleinen Fließgewässern fehlen automatische Pegelsystemen. Hier besteht der Bedarf an kostengünstigen Pegelsystemen. Es werden verschiedene berührungslose Sensoren zur Abstandsmessung (Ultraschall, Pulsradar, Lidar) untersucht und hinsichtlich ihrer Eignung zur Wasserstandmessung an kleineren Flüssen bewertet. Hierzu wurden vier verschiedene Sensoren (3 × Ultraschall, 1 × Lidar) betrachtet und zwei dieser Sensoren in einem Freilandexperiment getestet. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten, dass der Lidarsensor VL53L1X eine deutlich höhere Varianz der Messwerte ausweist im Vergleich zum Ultraschallsensor DYP-ME007Y. Die betrachteten Ultraschallsensor DYP-ME007Y, JSN-SR04T und JSN-SR04T-2.0 können zur Bestimmung des Abstandes zur Wasseroberfläche bis zu einer Entfernung von mind. 300 cm eingesetzt werden. Der untersuchte Lidarsensor VL53L1X kann, einen ausreichenden Gewässerquerschnitt vorausgesetzt, für die Wasserstandbestimmung an kleinen Fließgewässern eingesetzt werden. Die untersuchten low-cost-Sensoren ermöglichen die Konstruktion von preiswerten Pegelsystemen zur Bestimmung des Wasserstandes auch an kleinen Fließgewässern, insbesondere in quellnahem Bereich.
Paul Schulze, Martin Engelmann, Frank Fuchs-Kittowski
Beobachtung der Landschaftselemente anhand von LiDAR-Daten
Zusammenfassung
Hecken und Baumreihen erfüllen vielerlei ökologische Funktionen. Um Lage und Zustand dieser aufragenden Landschaftselemente anhand von Fernerkundung zu erfassen, eignen sich LiDAR-Daten. Unter Anwendung eines punktwolkenbasierten Ansatzes lassen sich aufragende Landschaftselemente auf Einzelbaumebene ermitteln. In diesen Artikel wird ein Arbeitsablauf vorgestellt, welcher Vorprozessierung, Verarbeitung und Visualisierung beinhaltet. Besonderer Fokus liegt auf der Klassifikation der Punktwolke, dem weitestgehend parallelisierten Verarbeiten großer Datenmengen, sowie der on-the-fly Berechnung und Darstellung der Ergebnisse.
Zvonimir Perić, Angel Naya Geiger, Stephan Nordheim

Innovative Modellierung und Entscheidungsunterstützung

Frontmatter
Digitale Planungsunterstützung für den Gassenaufschluss bei der Feinerschließung von Waldflächen
Digitalisierung von Prozessen in der Forstwirtschaft
Zusammenfassung
Das Fraunhofer IFF Magdeburg hat ein digitales Planungsunterstützungstool entwickelt, mit dem die Digitalisierungspotenziale bei der Planung von Rückegassen für Forstbetriebe im Prozess der Feinerschließung nutzbar gemacht werden. Die Entwicklung fand innerhalb des Projektes Gassenaufschluss 2.0 in Kooperation mit dem Forstbetrieb Oberharz (Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt) statt. Die Feinerschließung dient unter anderem dazu, den Nutzfahrzeugen die Waldbestände für Ernte- und Rückeaufgaben zugänglich zu machen und beeinflusst die Stabilität und Entwicklung der Waldbestände. Der Bedarf an einer Planungsunterstützungslösung ist dringlich, da allein durch menschliche Fachkenntnis und Erfahrung die Vielzahl an Planungs- und Zielkriterien für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung nicht berücksichtigt werden kann. Das vorteilhafteste Gassennetz für einen individuellen Planungsfall kann nur unter Kenntnis aller zulässigen Gassennetzvarianten identifiziert werden. Das Planungsunterstützungstool wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb konzipiert, prototypisch umgesetzt und anhand realer Planungsfälle betriebspraktisch erprobt. Mittels einer algorithmenbasierten, digitalen Gassennetzerzeugung werden hierbei iterativ mehrere tausend zulässige Gassennetze unter Berücksichtigung vordefinierter Restriktionen generiert und anschließend bewertet, um das vorteilhafteste Gassennetz identifizieren zu können. Die Zielstellung des Projekts konnte vollumfänglich erreicht werden und das Planungsunterstützungstool wird aktuell bereits vom Forstbetrieb Oberharz bei der Planung von Gassenaufschlüssen eingesetzt.
Denny Schmelz, Ina Ehrhardt, Bastian Sander
Datenaufbereitung für ALMaSS
Eine agentenbasierte Umweltfaktorensimulation auf Landschaftsebene
Zusammenfassung
Das agentenbasierte Modell ALMaSS (Animal, Landscape and Man Simulation System) integriert die landwirtschaftliche Nutzung und die Bewirtschaftungsmaßnahmen über den Jahresverlauf auf Landschaftsebene, um die Populationsdynamik von ökologischen Zeigerarten unter verschiedenen Pflanzenschutzmittel-Regimen abzuschätzen. Während ALMaSS aktuell in sieben Projekten mit verschiedenen Arten der Agrarlandschaft europaweit Anwendung findet, wurden in Deutschland Agrarlandschaften in Brandenburg und Niedersachsen für die Simulation der hier verbreitetsten Laufkäferart (Bembidion lampros) ausgewählt. Das Modell erfordert eine Kombination von Daten aus sehr unterschiedlichen Quellen und eine entsprechende Aufbereitung. Ebenso ist darauf zu achten, dass die nationalen Daten in international gebräuchliche Klassifizierungen übersetzt werden. ALMaSS ist als Programm ein „open-source open-science“ Projekt und ist als solches frei auf GitLab zugänglich. Es wird ständig weiterentwickelt und optimiert, um Auswirkungen einer veränderten Landschaftsstruktur und veränderter landwirtschaftlichen Managementmaßnahmen auf Insekten- und Wildtierpopulationen noch besser abschätzen zu können.
Susanne Stein, Anto Raja Dominic, Hella Kehlenbeck, Chris J. Topping, Elżbieta Ziółkowska, Burkhard Golla
1D Hydrodynamic Modelling as a Tool for Integrated Water Resources Management (IWRM) on the River Sub-basin Level, on the example of the Steelpoort and Lower Olifants River Sub-basins, in South Africa
Abstract
This work was carried out to aid in developing a prognosis of the spatial and temporal distribution of pollution in the perennial waterways of the lower Olifants and Steelpoort river sub-basins. An initial surface water quality analysis was carried out, based on historical data, gathered by the Resource Quality Information Services (RQIS) directorate of the Department of Water and Sanitation (DWS), of South Africa. This analysis was coupled with a flow regime analysis, based on existing historical hydrological daily time-step data, acquired through online resources supplied by the DWS. This initial analysis provided the opportunity to observe the distribution of measured surface water quality parameters along prominent perennial rivers. After these quality and quantity analyses were carried out, a one-dimensional (1D) hydrodynamic model was used to simulate the flow regime of the perennial rivers of the sub-basin. The results of the simulation allow the following conclusions to be drawn, corresponding with the expected project outcomes: (1) Conclusions about the flow velocities in the perennial rivers, enabling targeted assessments of the distribution of pollutants from discharges into the water bodies. (2) Insight into interventions in operating rules for prominent reservoirs in the basin, and (3) Early warning system support. It is envisioned that these project outcomes will lay the groundwork for a decision support system which relevant local actors can use to plan with, proactively, or to respond with, reactively, to adverse pollution events in the future.
Justin Wiggett, Christian Jolk, Harro Stolpe
Konzept und Prototyp für ein räumliches Entscheidungsunterstützungssystem
Ein Beispiel zum Wasserressourcenmanagement in Vietnam
Zusammenfassung
Es werden grundlegende Anforderungen an räumliche Entscheidungsunterstützungssysteme (Spatial Decision Support Systems, SDSS) gestellt, eine allgemeine abstrakte Architektur für solche Systeme entwickelt und ein konkretes Beispielsystem im Rahmen des integrierten Wasserressourcenmanagements (IWRM) im Mekong-Delta in Vietnam vorgestellt. Aus fachlicher Sicht bewertet das prototypische System wasserwirtschaftliche Maßnahmenbündel in Form geplanter Landnutzungsänderungen mit Hinblick auf deren Effekt für die erwartete Grundwasserentnahme auf den betrachteten Flächen pro Jahr. Aus technischer Sicht wird (i) eine Geodatenbank bzw. ein Geo Data Warehouse zur Datenhaltung mit (ii) einem Web-GIS bzw. einem räumlichen Datenanalysesystem und einer Flask-Fachanwendung zur Datenerfassung auf der Seite der Benutzeroberfläche und (iii) einigen Talend Workflows im Back-End für die Fachlogik der Maßnahmenbewertung kombiniert. Der Prototyp kann im größeren Kontext der Entwicklung vom GIS zum SDSS betrachtet werden.
Cordula Markert, Julian Bruns, Matthias Budde, Friederike Lott, Andreas Abecker
Metadaten
Titel
Umweltinformationssysteme - Wie trägt die Digitalisierung zur Nachhaltigkeit bei?
herausgegeben von
Prof. Dr. Frank Fuchs-Kittowski
Dr. Andreas Abecker
Friedhelm Hosenfeld
Copyright-Jahr
2022
Electronic ISBN
978-3-658-35685-9
Print ISBN
978-3-658-35684-2
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-35685-9