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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einführung und Zielsetzung

Zusammenfassung
Verschiedene Seiten erwarten heute von Unternehmen Umweltleistungen: Der Staat (inzwischen aus der Staatszielbestimmung des Art. 20a GG heraus) verpflichtet sie unmittelbar zu umweltentlastenden, reparierenden und vorbeugenden Maßnahmen, vertraut aber zunehmend darauf, daß Umweltschutz zum Eigeninteresse der Unternehmen selbst wird. Konsumenten fordern (ohne oft die eigenen Konsumansprüche in Frage zu stellen) von Produkten quasi eine „eingebaute“ Umweltverträglichkeit. Umweltverbände und -institute warnen vor irreversiblen Schäden durch ein positivistisches „Weiter So“. Kapitalgeber, die an einem dauerhaften und hohen Unternehmenswert interessiert sind, bekunden ein wachsendes Interesse an unternehmensspezifischen Umweltinformationen1 und so gibt es viele Erwartungshaltungen mehr.
Volker Stahlmann, Jens Clausen

2. Zum Begriff der „Umweltleistung“ von Unternehmen

Zusammenfassung
Unter Leistung verstehen wir in Anlehnung an Fleischmann „individuelles oder kooperatives menschliches Handeln ...soweit es einen Beitrag zur Erreichung sozial positiv gewerteter Ziele darstellt.“1 Einerseits wird dieser Beitrag an der subjektiven Anstrengung, Mühe oder Qualifikation, andererseits am „objektiven Erfolg“ zu messen sein.2 Während bislang in der Regel der Leistungsbegriff in Industriegesellschaften hauptsächlich mit der Erbringung wirtschaftlicher und sozialer Leistungen auf hohem Niveau verbunden war, wird mit zunehmenden ökologischen Ansprüchen an die Wirtschaft auch von „Umweltleistung“ gesprochen.
Volker Stahlmann, Jens Clausen

3. Warum sollten Unternehmen freiwillig Umweltleistung erbringen?

Zusammenfassung
Die Motive für Unternehmer, Umweltleistung zu erbringen, sind im wesentlichen fremdbestimmt (heteronom), können aber durch eine starke autonome Grundhaltung insbesondere in mittelständischen Unternehmerkreisen (in Personengesellschaften, und da wiederum in Einzelfirmen) für die Bereitschaft einer hohen Umweltleistung geprägt sein. Oftmals sind damit auch wertkonservative1, religiöse Weltanschauungen der Führungspersönlichkeiten als „Eigentümer-Unternehmer“ verbunden. Die ökologische Wirtschaftsforschung zeigt zudem, daß wichtige ökologische Managementimpulse in den letzten beiden Jahrzehnten von Unternehmungen ausgingen, die sich noch in Familienhand befinden (z.B. Winter, Otto, Tengelmann, Steilmann, Schmidtheiny-Firmengruppe), als Genossenschaft organisiert sind (z.B. COOP und MIGROS in der Schweiz) als Aktiengesellschaften normativen Bindungen unterliegen (z.B. WELEDA AG) oder starke ökologienahe Unternehmenskulturen aufweisen (z.B. Wilkhahn).2 Unterstellt werden kann auch eine gelungene Ausbalancierung von Yang- und Yin- Eigenschaften, zwischen selbstbehauptendem, aggressiven, Wettbewerbs-, außenorientierten, analytisch-linearen Verhalten einerseits und empfangendem, kooperativen, integrierenden Verhalten andererseits, wobei letzteres für harmonische, gesellschaftliche und gerade auch ökologische Beziehungen notwendig ist.3 Die für umweltrelevante Entscheidungen wichtige soziale und kommunikative Kompetenz von Frauen und ihre Unterrepräsentiertheit in Führungspositionen ist in diesem Zusammenhang vielleicht eine weitere Erklärung für die noch allgemein schwache Durchdringung ökologischen Denkens in der Gesamtwirtschaft.4
Volker Stahlmann, Jens Clausen

4. Können Unternehmen auf Dauer Umweltleistung erzeugen bzw. sustainability-gerecht wirtschaften?

Zusammenfassung
Das in Unternehmerkreisen vorherrschende ökonomistische Grundvertrauen in die selbstheilenden Kräfte des Marktes und die damit unterstellte „ Absolution“ durch den eintretenden Markterfolg ist nicht nur metaphysisch-religiös konstruiert, sondern scheint auch aus realen Wachstumszwängen zu resultieren, die keine Wahl zwischen mehr oder weniger selbstbestimmter umweltethischer Handlungsweise zulassen. Es ist vor allem zu vermuten, daß allgegenwärtige Wachstumszwänge Bemühungen um eine wirksame Verbesserung der Umweltsituation und Steigerungen der Öko-Effizienz ständig durchkreuzen und unterlaufen und eine glaubwürdige Umweltberichterstattung erschweren. Dies unterstreicht auch der 3. National Environmental Policy Plan (NEPP3) der Niederlande, indem er das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum als eine Hauptbedrohung für die Umweltpolitik darstellt, womit bereits erreichte Erfolge der Öko-Effizienz durch das Wachstum von Produktion und Konsum konterkariert würden.
Volker Stahlmann, Jens Clausen

5. Woran und wie kann man die Umweltleistung eines Unternehmens messen?

Zusammenfassung
Wenn als Fernziel die Steigerung der Öko-Effektivität ins Auge gefaßt werden soll, dann werden mit der Entscheidung für das Produktionsprogramm und mit der Produktplanung bereits fundamentale Weichen für mehr oder weniger Umweltschutz gestellt. In Berücksichtigung der o.g. Wachstumsprobleme sollte ein Unternehmen deshalb als erstes überprüfen, welche Möglichkeiten der Verbesserung bei dem bestehenden oder geplanten Produktionsprogramm gegeben sind. Hierbei ist an die verschiedenen Ebenen der Optimierung der Umweltleistung zu denken (vgl. Kap.4.3).
Volker Stahlmann, Jens Clausen

6. Entwurf eines Kriterienkatalogs für die Überprüfung der Umweltleistung mit und in der Praxis

Zusammenfassung
Unsere Vorüberlegungen zur Beurteilung der Umweltleistung von Unternehmen können in 10 Hypothesen zusammengefaßt werden, die als Grundlage für die Erarbeitung eines Kriterienkatalogs dienen sollen:
Volker Stahlmann, Jens Clausen

7. Ergebnisse der empirischen Untersuchung

Zusammenfassung
Die Neumarkter Lammsbräu ist eine mittelständische Brauerei mit derzeit 80 Beschäftigten in der Rechtsform einer Einzelfirma und seit 1800 im Familienbesitz. Geschäftsführender Gesellschafter ist Dr. Franz Ehrnsperger, der seit 1973 die Unternehmenspolitik der Neumarkter Lammsbräu verantwortet. Sie besitzt (im Gegensatz zu vielen anderen Brauereien) noch eine eigene Mälzerei und einen eigenen Fuhrpark.
Volker Stahlmann, Jens Clausen

8. Resümee

Zusammenfassung
Der Fragenkatalog für das Umweltmanagementpotenzial hat sich sowohl in der Getränkeindustrie, im Hausbau als auch in einer weiteren Studie der Kosmetikbranche1 als geeignet erwiesen, die Stärken und Schwächen der Befähigung zur Umweltleistung zum Vorschein zu bringen. Dennoch muß im Anwendungsfall betriebsindividuell immer wieder die Adäquanz einzelner Fragen durchdacht werden. Ob eine Fragestellung entfällt, sollte erst nach reiflicher Überlegung (v.a. in Berücksichtigung der verschiedenen Betrachtungsebenen von Kap.4.3) entschieden werden. Auf den ersten Blick kann eine enge Beziehung der Umweltleistung zwischen hoher Punktzahl in der Befähigung und hoher Punktzahl in den Resultaten vermutet werden. Weitergehende Erkenntnisse zwischen Kennzahlenentwicklungen und Merkmalsausprägungen des Managementpotenzials bräuchten eine größere Erhebungsmasse, um signifikante Ergebnisse ableiten zu können. Dies wäre ein lohnender Ansatz für spätere Forschungsvorhaben.
Volker Stahlmann, Jens Clausen

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