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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Effekte Einer Emissionssteuer auf Sektorale Produktionsstrukturen am Beispiel Baden-Württembergs

Zusammenfassung
Die zunehmende Bedeutung des Umweltschutzes als Teil der staatlichen Regulierungsaktivitäten hat zu Fragen nach den ökonomischen Auswirkungen dieser Aktivitäten geführt. Es hat sich gezeigt, daß gelegentlich ein Zielkonflikt zwischen hoher Umweltqualität und anderen Zielen, wie Vollbeschäftigung, Preisstabilität und Wachstum bestehen kann. Wirtschaftspolitiker werden daher mit der Aufgabe konfrontiert, die Vor- und Nachteile beim Ausgleich der Zielkonflikte kenntlich zu machen und insbesondere zu quantifizieren. Das Forschungsvorhaben strebt die Entwicklung eines langfristigen Gleichgewichtsmodells für Baden-Württemberg mit integriertem Umweltteil an, das zur Quantifizierung der ökonomischen Effekte der Maßnahmen zum Umweltschutz dienen soll. In der vorliegenden Arbeit wird die Konzeption eines Input-Output Modells mit Kostenfunktionen als Preissystem und mit Substitutionsmöglichkeiten erweitert, indem Emissionen als Kuppelprodukte der Produktion sowie Entsorgungsaktivitäten und deren Kosten berücksichtigt werden. Im Zuge des Ausbaus dieses regionalen Modells sollen Antworten aus folgenden drei Problemkreisen gefunden werden:
1)
Adäquate Instrumente der Umweltregulierung
 
2)
Allokations- und Inzidenzwirkungen der verschiedenen möglichen Regulierungsinstrumente
 
3)
Anpassung des Regulierungsinstrumentariums zum Umweltschutz an Änderungen der Umgebungsbedingung oder technischen Fortschritt.
 
Klaus Conrad, Michael Schröder

Emissionssteuer. Gesteuertes, Umweltschonendes “Empirisches Allgemeines Gleichgewicht” für Baden-Württemberg ?

Zusammenfassung
Zu Beginn dieses Diskusssionsbeitrages zum Bericht von Klaus Conrad und Michael Schröder über “Effekte einer Emissionssteuer auf sektorale Produktionsstrukturen am Beispiel Baden-Württembergs” sei die Problemstellung und das in dem Forschungsprojekt entwickelte Modell wie folgt zusammengefaβt: Die Problemstellung besteht darin, für Baden-Württemberg ein Modell vom Typ der “Empirischen Allgemeinen Gleichgewichtsanalyse” mit der Besonderheit zu entwickeln, daβ es Umweltverschmutzung beim Einsatz bestimmter Faktoren in bestimmten Produktionen, z.B. von Kohle in der Elektrizitätswirtschaft, berücksichtigt.
Jochen Schumann

Verminderung Energiebedingter Luftimmissionen aus Volkswirtschaftlicher Sicht — Ein Optimierungsansatz

Zusammenfassung
Die Schadstoffbelastung der Atmosphäre ist in Europa zu etwa 90 % auf Umwandlung und Nutzung fossiler Energieträger zurückzuführen. Neben einer Senkung des Nutzenergiebedarfs in Form von Wärme, Kraft oder Licht bieten sich grundsätzlich zwei weitere Maβnahmen an, um die Schadstoffemissionen in die Luft zu verringern:
  • — Entweder werden Energieträger oder Verfahren durch solche substituiert, deren Einsatz zu niedrigeren spezifischen Emissionen führt (z.B. Substitution von schwerem Heizöl durch Erdgas oder die gekoppelte Erzeugung von elektrischem Strom und von Niedertemperaturwärme in umweltfreundlichen Heizkraftwerken anstatt getrennter Erzeugung in Kondensationskraftwerken und Hausbrandfeuerungen), oder
  • — es werden Emissionsminderungstechnologien eingesetzt (z.B. Rauchgasentschwefelung und -entstickung in fossilen Kraftwerken , PKW-Abgaskatalysator).
Eberhard Jochem, Michael Schön

Volkswirtschaftliche Auswirkungen Einer Energiepreiserhöhung Aufgrund von Immissionsminderungen

Zusammenfassung
In der Umweltpolitik benötigen wir mehr Faktenwissen; denn wir brauchen zusätzliche Informationen, bevor wir neue umweltpolitische Maßnahmen durchsetzen wollen. Das gilt ganz besonders für die Novellierung bestehender Gesetze und für institutionelle Innovationen in Form der Abgabenlösung oder der Einführung neuer Eigentumsrechte. Aufgrund der Komplexheit der Zusammenhänge reichen Ansätze einzelner Fachdisziplinen nicht aus. Vielmehr benötigen wir vor allem interdisziplinäre Vorgehensweisen. Großforschungseinrichtungen wie die Fraunhofergesellschaft sind dazu besonders geeignet, während es an den Universitäten in der Bundesrepublik bisher aus institutionellen Gründen an interdisziplinärer Zusammenarbeit mangelt.
Malte Faber

Kosten-Effektivitäts-Analysen als Grundlage Praktischer Umweltpolitik

Zusammenfassung
Negative Effekte ökonomischer Aktivitäten auf die Umwelt und Natur, oder anders ausgedrückt, Probleme im Zusammenhang mit der Nutzung der öffentlichen Güter Natur und Umwelt, sind ja keineswegs neu, sondern sie haben die Entwicklung der Menschheit seit jeher begleitet. So z. B. finden sich bereits in der römischen Gesetzgebung Vorschriften zur Reinhaltung der Gewässer. Die Nutzung von Energie in ihren verschiedenen Formen war dabei immer eine der Hauptquellen der Natur- und Umweltbelastung.
Alfred Voß, Albrecht Reuter

Kosten-Effektivitäts-Analysen als Grundlage Praktischer Umweltpolitik

Zusammenfassung
Die Abbildung von umweltpolitischen Fragestellungen in der Form von Modellen kann ganz unterschiedlichen Zwecken dienen. Das erste, in der Studie für den Club of Rome “Grenzen des Wachstums” (1972) benutzte Modell bezweckte die Aufrüttelung der Öffentlichkeit, indem es die verschiedenen, schon vorgezeichneten Wege zur Umweltkatastrophe am Beginn des dritten Jahrtausends aufzuzeigen versuchte. Ich nenne ein solches Umweltmodell nach seiner Zwecksetzung ein “Alarmmodell”.
Ernst Helmstädter

Alternative Umweltstrategien für die Europäische Elektrizitätswirtschaft: Zur Kontrolle Grenzüberschreitender Externer Effekte von SO2-Emissionen

Zusammenfassung
Der Kraftwerkssektor zählt in allen europäischen Ländern zu den Bereichen mit den höchsten Umweltbelastungen, Die Situation ist in den einzelnen Ländern jedoch ganz unterschiedlich. Dies gilt für den Umfang der Emissionen bei der Stromerzeugung, den Anteil der Kraftwerke an der Immissionsbelastung sowie für Art, Umfang und Durchsetzung von inzwischen ergriffenen oder geplanten Umweltschutzmaßnahmen. Die Bundesrepublik Deutschland weist einen stark von ordnungsrechtlichen Kriterien geprägten Ansatz bei der Entschwefelung und Entstickung fossil befeuerter Kraftwerke auf. Frankreich verfolgt stattdessen eine Strategie des forcierten Kernenergiezubaus und verzichtet bislang auf strenge Emissionsstandards bei Kohle-und Ölkraftwerken. Andere Länder (vor allem die Mittelmeerstaaten der EG, aber auch Großbritannien) stehen mit Umweltschutzmaßnahmen im Kraftwerksbereich überhaupt erst am Anfang. Wegen des grenzüberschreitenden Ferntransports der Schadstoffe kommt es zu wechselseitigen externen Effekten zwischen den Ländern. Dies macht es notwendig, die Lösung ökologischer Probleme nicht ausschlieβlich im nationalen Alleingang zu suchen Eine effiziente Luftreinhaltepolitik erfordert großräumige, abgestimmte Strategien, zumal eine Reihe von Ländern nicht in der Lage oder nicht bereit sind, die mit verstärkten Umweltschutzbemühungen im Kraftwerksbereich verbundenen Kosten alleine zu tragen und in anderen Ländern eine weitere Verschärfung der bereits hohen Standards nur zu progressiv steigenden Kosten möglich sein dürfte.
Carl Christian von Weizsäcker, Heinz Welsch

Kostenminimierende Strategien zur Reduktion der SO2 Emissionen

Zusammenfassung
Das Thema “Umweltschutz in Europa” hat in der energie- und wirtschaftspolitischen Diskussion der letzten Jahre zunehmend an Gewicht gewonnen. Dieser Trend hat viele Gründe. An erster Stelle steht zweifellos die gewachsene Einsicht in die Tatsache, daß Schadstoffe nicht an den nationalen Grenzen Halt machen und isolierte umweltpolitische Maßnahmen insofern nicht oder nur in begrenztem Umfang Erfolg versprechen. Ursache für die Ausdehnung der umweltpolitischen Diskussion auf das internationale Parkett waren aber auch die immer deutlicher werdenden wettbewerbspolitischen Implikationen von einseitigen, nationalen Maßnahmen auf dem Gebiet des Umweltschutzes und der daraus resultierende Zwang für eine Harmonisierung der Politik.
Knut Kübler

Nutzung Ökologisch Interdependenter Regenerierbarer Natürlicher Ressourcen — Exemplarisch Dargestellt an der Interdependenz Wald — Luftqualität

Zusammenfassung
Um die Grundprobleme der ökonomischen Theorie der Nutzung regenerierbarer natürlicher Ressourcen deutlich darstellen zu können, soll im folgenden der einfachste Fall, das Ein-Spezies-Modell diskutiert werden. Dieser dient dann als Referenzsystem und Ausgangspunkt für die differenziertere Darstellung eines Zwei-Spezies-Modells.2 Zu einer ökonomischen Analyse des EinSpezies-Falls in einer konstant gehaltenen natürlichen Umwelt gehören die drei Bausteine:
  • — Bewertungsfunktion der genutzten Menge und/oder des Bestandes an natürlicher Ressource,
  • — Kostenfunktion für die Nutzung der natürlichen Ressource,
  • — Regenerationsfunktion für die natürliche Ressource.
Wolfgang J. Ströbele, Holger Wacker

Zur Struktur Interdependenter Systeme mit Externen Effekten Bemerkungen zum Aufsatz von Ströbele und Wacker mit Verallgemeinerungen und Erweiterungen

Zusammenfassung
Die Analyse der optimalen Nutzung natürlicher Ressourcen hat eine respektable Tradition. Die neueren Entwicklungen, wie sie etwa in Dasgupta/Heal (1979) oder Siebert (1983) dargestellt werden, sind stark von Hotelling (1931) beeinfluβt. In dieser Tradition steht auch — als Weiterentwicklung von Siebert-Modellen — die Arbeit von Wolfgang Ströbele und Holger Wacker.
Edwin von Böventer, Gerhard Illing

Ansatzpunkte Einer Ökonomischen Theorie Konkurrierender Nutzungen von Wasserressourcen

Zusammenfassung
In der ökonomischen Literatur sind einzelne Nutzungsarten von Wasserressourcen seit langem und teilweise sehr gründlich analysiert worden: Insbesondere gibt es eine intensive Behandlung von Fischereiproblemen, Untersuchungen zur regionalen Verfügbarkeit von Wasser, aber auch Gewässergüteanalysen im Zusammenhang mit der Nutzung von Gewässern als Abfallaufnahmemedium. Der vorliegende Beitrag zielt nicht darauf ab, diese verschiedenen Teile einer ökonomischen Theorie der Wassernutzung systematisch mit einer Literaturübersicht darzustellen. Vielmehr konzentriert er sich auf eine integrierte Sicht der Gewässernutzung, auf die Untersuchung von Interdependenzen und Konkurrenzbeziehungen zwischen einzelnen oder mehreren Nutzungsarten, die unseres Erachtens bisher nicht die ihr gebührende Aufmerksamkeit erhalten hat. Im Falle von Nutzungskonkurenzen stellt sich der normativen Allokationstheorie dann das Problem des “effizienten Nutzungs-Mix”. Dazu enthält der Beitrag einige grundlegende, vorwiegend intertemporale Modellanalysen, die zur Orientierung für eine (hier nicht vertiefte) Diskussion alternativer Allokationsverfahren zur Erreichung effizienter Nutzungskonfliktlösungen geeignet und erforderlich sind.
Rüdiger Pethig

Die Clarke-Steuer zur Lösung des Umweltproblems: Eine Erläuterung am Beispiel der Wasserwirtschaft

Zusammenfassung
Das Problem dieses Aufsatzes ist die Schere, die sich zwischen der immer drängender werdenden Umweltproblematik und den immer abstrakter werdenden theoretischen Lösungskonzepten geöffnet hat. Schon vor einigen Jahren hat Clarke (1971) einen “anreizkompatiblen” Mechanismus zur Aufdeckung individueller Präferenzen für öffentliche Güter vorgestellt. Doch statt diesen Ansatz auf die drängendsten Umweltprobleme wirklich anzuwenden, hat sich die Literatur vornehmlich mit seiner mathematischen Verfeinerung im Rahmen von allgemeinen Gleichgewichtsmodellen höchster Komplexität beschäftigt.
Hans-Werner Sinn

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