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24.01.2019 | Umweltschutz | Kommentar | Onlineartikel

Unklare Umweltpolitik führt nicht nur zu sozialen Problemen

Autor:
Wolfgang Maus

Es ist weder erforderlich noch klimapolitisch sinnvoll, die CO2-Emission über Energieentzug regeln zu wollen. Vor allem, wenn sich dies auf die gesellschaftlich und volkswirtschaftlich wichtige Mobilität auswirkt, hat dies fatale Folgen. Ein Gastkommentar von Wolfgang Maus.

Die Physik beschreibt die Vorgänge auf der Erde. Sie veranschaulicht positive und negative Lebens­umstände sowie die sinnvolle und weniger sinnvolle Nutzung ihrer Gesetzmäßigkeiten. Unbestritten, wenn auch nicht allen Politikern präsent: Es ist nicht möglich, gegen die Physik zu verstoßen. Weitere Wissenschaften sind dazu da, die Physik mit Spezialwissen zu unterstützen. Dazu zählen andere naturwissenschaftliche Disziplinen wie Chemie oder Biologie, aber unter anderem auch die Volkswirtschaft.

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Energienutzung ist eine Voraussetzung für sämtliche biologischen Lebensabläufe. Mit relativ beschei­denen Wirkungsgraden wird Nahrung auf Feldern oder mit höherer Energiedichte als Fleisch erzeugt. Daraus gewinnt ein Mensch etwa eine Kilowattstunde elektrische Energie pro 10-Stundentag. Dem kann ein Geldwert von heute etwa 30 Cent/Tag zugemessen werden – als Preis pro Kilowattstunde, den wir bei unserem Stromlieferanten entrichten müssen. Der Wert der Arbeit stieg, wie historisch ablesbar ist, indem als "Hebel" potentere Hilfe für Arbeitsleistungen in Anspruch genommen wurde: Von der biologischen Energie beziehungsweise Leistung der Pferdekraft hin zu den Pferdestärken der Dampf- und später dann der Verbrennungskraftmaschinen oder der Elektromotoren.

Mobilität bestimmt den Wohlstand mit

Mobilität spielte in der menschlichen Geschichte die entscheidende Rolle, Leben abzusichern und in Nöten durch Wanderung zu verbessern. Fossile Energieträger wie Kohle oder Kraftstoff für Motoren, Mechanisierung und der Transport von Personen und Gütern als neue effektive Form der Mobilität, waren der Grundstock für die Industrialisierung des 18. und 19. Jahrhunderts. Verbesserte Straßennetze, Kanäle oder Schienenwege erlaubten eine wesentlich effektivere Arbeitsteilung, eine bessere Nutzung der Energie und eine Kostensenkung der Produkte. In der Folge erlebten die Bürger der industrialisierten Länder, neben einigen gravierenden sozialen Verwerfungen, stetig ansteigende Einkommen.

Mobilität und Produktivität sowie ausreichend verfügbare Energie zu niedrigen Kosten bestimmen unseren Wohlstand weiterhin. Wohlstandsstreben, nicht nur in den Industrienationen, lässt die Ver­kehrsdichte an wirtschaftlich sinnvolle Grenzen kommen. Gleichzeitig erzwingt das Klimaabkommen von Paris den zunehmenden Verzicht auf preiswerte fossile Energieträger bis 2050. NGOs, regie­rungsnahe Berater und in der Folge Regierungen, haben Lösungen vorgesehen, die eine drastische Verringerung des Energieverbrauchs zur CO2-Absenkung vorsehen. Dabei werden Energieeffizienzen postuliert, die physikalisch/technologisch nicht bewiesen sind. Energieverteuerungen und CO2-Mali sollen im Verbund das Übrige tun. Die CO2-Abgaben fließen konsequenterweise als Steuern in die EU-Budgets und Staatskassen, denn die sozialen Ziele der Parteien erfordern steigende Staats­einnahmen.

Steuern für Energie treffen vor allem Geringverdiener

Energie wird also für Lebenserhaltung, Herstellung von Gütern, Transport und Dienstleistungen benötigt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der BRD stieg bei etwa konstantem Energieverbrauch. Die Energieverteuerung der letzten zwei Jahrzehnte trifft Geringverdiener und niedrige Renteneinkommen besonders. Energiesparende Konsumgüter werden teurer. Der erreichte geringere Energieverbrauch der letzten Dekade von 9 Prozent, verfehlt die CO2-Zielsetzung der EU um 40 Prozent. Ein CO2-Emissionsgesetz, das in Deutschland noch 2019 in Kraft treten soll, wird NGOs ein neues Klagegeschäftsmodell eröffnen. Volkswirtschaftler warnen davor, dass ohne entsprechende technologisch bessere Energie­nutzung, das BIP von Energieeinsparungen negativ betroffen sein wird.

Die ökologisch-ökonomische Situation scheint verfahrenen zu sein. Eine Lösung die CO2-Ziele zu erreichen ist auch (noch) ohne eine verordnete Energieverknappung und -verteuerung möglich: "Grüne" Energie wird in sonnen- und windreichen Regionen, zum Beispiel in Nordafrika, gewonnen. Solche Energieparks produzieren Strom zu einem Preis von unter zwei Cent pro Kilowattstunde. Der Energietransport als Kraftstoff mit circa einem Euro pro Liter Herstellungskosten (Diesel-equivalent) nach Europa ist preiswert. Solche CO2-Klimakonzepte sind zudem nachhaltige Entwicklungshilfeprojekte. Der Migrationsdruck wird vermindert und absehbare "Gelbjacken"-Initiativen bleiben, zumindest in Deutschland, aus.    

Die Lösung, nicht nur für die Vermeidung der finanziellen Belastung der Geringverdiener, Niedrigrenteneinkommen, ist diejenige Menge an nachhaltiger und preiswerter Energie bereitzustellen, welche die Sektoren für Mobilität und Wohlstandsentwicklung und Beseitigung von Armut weltweit benötigt. Es ist immer wieder überraschend, wie viele Fragen, die wesentlich für unsere Zukunft sind, offenbleiben und wie wenig sich Bundesregierung und EU um einen der wesentlichsten Wirtschaftszweige in Deutschland kümmern.

Umdenken der Autobranche erforderlich

Zum anderen zeigt sich überdeutlich, dass die Automobilbranche in Deutschland und Europa sich stärker um ökonomische und ökologische Themen kümmern muss, zumal es offen ist, ob sie in Zukunft ausreichende Unterstützung aus der Politik erhalten wird.

Die offenen Fragen, insbesondere zur Volkswirtschaft, die mit- oder gar final entscheidend sind, waren Thema der gestrigen Podiumsdiskussion auf der 13. Internationalen MTZ-Fachtagung Zukunftsantriebe "Der Antrieb von Morgen" von ATZlive. Und diese immens wichtigen Themen werden auch auf dem 6. Internationalen Motorenkongress in Baden-Baden am 26. und 27. Februar mit Ökonomen und Politikern umfassend erörtert.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in Kürze in der MTZ und auf Springer Professional.

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Quelle:
Energietechnik

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