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Über dieses Buch

Umweltbelastung bedeutet nicht nur Schadstoffe in die Umwelt abzugeben, die Menschen, Tiere und Pflanzen beeinträchtigen. Umweltbelastung umfaßt auch alle Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten, die die ursprünglichen Umwelteigenschaften so ver­ ändern, daß sie das derzeitige Leben auf der Erde gefahrden. Dazu gehören Bodenverdichtungen ebenso wie Flußregulierungen, Massen­ tourismus und vieles andere mehr. Das heißt aber auch, daß mit der wachsenden Zahl von Menschen mit großer Wahrscheinlichkeit die Veränderungen unserer Umwelt zunehmen. In diesem Buch soll auf die Vielfältigkeit der Umweltbelastungen aufmerksam gemacht werden, und es wird versucht, Ver­ knüpfungspunkte und wechselseitige Beeinflussungen vieler Umwelt­ belastungsfaktoren zu verdeutlichen. Dieser kurze Überblick über ein so komplexes Gebiet soll einerseits eine Einfiihrung in diese Thematik darstellen, andererseits soll der Leser angeregt werden, sich in die Vielfältigkeit der Umweltbelastungen hineinzudenken, um die Fülle von einschlägigen Berichten in den öffentlichen Medien hinsichtlich ihrer ökologischen Bedeutung bewerten und einordnen zu können. Herrn Professor Dr. Dr. M. Bahadir, Braunschweig, möchte ich für die Durchsicht des Manuskripts danken. Herrn Dr. P. Spuhler und Herrn J. Weiß vom Verlag B. G. Teubner bin ich dafür dankbar, daß sie die Herausgabe dieser kleinen Einfiihrung ermöglicht haben.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Die Befreiung von der Natur

Zusammenfassung
Solange es Menschen gibt, waren sie offenbar stets bestrebt, ihre Lebensbedingungen zu verbessern und sich von unkontrollierbaren Einflüssen der Natur zu befreien. Zur Unterstützung ihrer naturgegebenen Handfertigkeiten bastelten sie Geräte aus Steinen und anderen Materialien. Seit hunderttausenden von Jahren verwendeten sie bewußt das Feuer, zunächst noch ohne es selbständig zu entfachen, aber sie konnten einmal entstandenes Feuer bewahren und gezielt damit umgehen.
Günter Fellenberg

2. Bevölkerungswachstum und Umwelt

Zusammenfassung
Umweltbelastungen sind nicht nur davon abhängig, was der Mensch verändert, sondern auch davon, wie viele Menschen Veränderungen vornehmen, denn mit der Anzahl der Menschen steigen Landschaftsverbrauch, Nahrungs- und Energiebedarf, Rohstoffnutzung und vieles andere mehr. Deshalb ist es wichtig, die Gesetzmäßigkeiten des Bevölkerungswachstums zu kennen.
Günter Fellenberg

3. Naturlandschaften und Baulandbedarf

Zusammenfassung
Angesichts dieses Tatbestandes drängt sich die Frage auf, worauf das Zurückdrängen von Pflanzen und Tieren durch die Menschen beruht. Eine stetig steigende Bevölkerungszahl verursacht einen entsprechend steigenden Bedarf an Wohnraum, Industrie- und Gewerbeanlagen sowie an Verkehrswegen. Beispielsweise sind in Deutschland etwa 13 % der Gesamtfläche bebaut. Davon entfällt knapp die Hälfte auf Wohnungen und etwa ein Viertel auf Verkehrswege. Industrieanlagen nehmen etwa ein Zehntel der bebauten Fläche ein, und der Rest wird von militärischen Anlagen beansprucht. Die verbleibenden 87 % stellen keine unverbrauchten Naturlandschaften dar, vielmehr dient etwa ein Drittel der Gesamtfläche der forstlichen Nutzung, und knapp die Hälfte benötigt die Landwirtschaft. Wirklich ungenutzt bleiben nur einige, wenige Prozent, aber auch dieser kleine Rest wurde vom Menschen längst überformt, wie beispielsweise Brachland. Deshalb darf es nicht verwundern, daß die Artenzahl wild lebender Tiere und Pflanzen besonders in den dicht besiedelten Gebieten Mitteleuropas rapide sinkt. Dabei muß man berücksichtigen, daß die nicht bebauten Flächen durch die bebauten Areale ständig in Mitleidenschaft gezogen werden, wie beispielsweise durch Abwässer, Abgase, Bodenverdichtungen, Grundwasserabsenkungen und erhöhte Schallpegel.
Günter Fellenberg

4. Ackerbau und seine ökologischen Folgen

Zusammenfassung
Große Flächen benötigt die Landwirtschaft. Etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands nutzt man zum Ackerbau und ca. ein Fünftel benötigt man als Dauergrünland für die Viehzucht. Obwohl es sich bei Äckern und Viehweiden um grünes Land handelt, beeinträchtigt es in mannigfacher Weise unsere Umwelt.
Günter Fellenberg

5. Viehhaltung und die Ernährung der Menschen

Zusammenfassung
Die Struktur der modernen Landwirtschaft wirft neben dem Pestizidproblem noch ganz andere Fragen auf, wie etwa die nach der für eine gesunde Ernährung erforderlichen Viehhaltung. Die Anzucht von Schlachtvieh ist mit einer Reihe von Schwierigkeiten befrachtet. Dazu gehören das Fäkalienproblem, die Kraftfuttergewinnung, die Wachstumsstimulation durch legale und illegale Zugaben zum Futter sowie die Gesundhaltung großer Viehbestände mit Hilfe von Antibiotika. Schließlich stellen sich in diesem Zusammenhang noch ganz andere Fragen, wie die nach einer artgerechten Tierhaltung, nach der Transportfähigkeit der Schlachttiere, nach der Beeinflussung der Eigenschaften des Fleisches und andere mehr. Wenn wir dieses Bündel von Fragen angehen wollen, muß zunächst geklärt werden, wieviel Fleisch der Mensch zu seiner Ernährung benötigt.
Günter Fellenberg

6. Wasserwirtschaft und Wasserverbrauch

Zusammenfassung
In die Überlegungen zum schonenden Umgang mit der Natur sollte man nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch nicht belebte Bestandteile der Natur einbeziehen, wie etwa das Wasser. Die große Bedeutung von Wasser für das Leben auf der Erde ist eh und je unbestritten, doch bei engerer Berührung mit großen Gewässern wurden diese oftmals als ungebändigte Störenfriede der Menschen empfunden. Alljährliche Überschwemmungen bedrohten Felder und Wohnsiedlungen, durch zu hoch anstehendes Grundwasser konnten Böden auslaugen, Sauerstoff verlieren und vermooren. Über Gewässern und Mooren halten sich Nebelbänke besonders lange, so daß das Klima unwirtliche Züge erhält. Verlandende Seen und Teiche gehen in Moore über, die sodann Brutplätze für Mücken bilden. Alle diese unerwünschten Eigenschaften von Gewässern und Mooren versuchten die Menschen seit langem zu kontrollieren und einzudämmen.
Günter Fellenberg

7. Industrialisierung und der Energiehunger der Menschen

Zusammenfassung
Raubbau betreiben wir nicht nur an den Wasservorräten der Natur, sondern auch an anderen Rohstoffreserven der Erde, wie Holz, Kohle, Erdöl, Erzen und anderen Mineralien. Schon während der alten und der mittleren Steinzeit fertigten die Menschen einfache Geräte aus Flintstein (ein kryptokristalliner Quarz) und Holz, doch es wurden nur so viele Geräte hergestellt, wie man tatsächlich benötigte. Deshalb blieben die Eingriffe in den Naturhaushalt durch diese Frühformen der Geräteproduktion gering, zumal sich die verwendeten Rohstoffe Holz, Stein und später auch Knochen nach dem Gebrauch zwanglos in die Natur wieder eingliederten. Erst als die industrielle Rohstoffhutzung größere Ausmaße annahm, wurden die Eingriffe in das Landschaftsgefüge immer deutlicher spürbar.
Günter Fellenberg

8. Die Konsum- und Wegwerfgesellschaft

Zusammenfassung
Der Kostenfaktor stellt nur eine Seite des Problems der Energiegewinnung dar. Eine andere Seite ergibt sich aus der Industrialisierung. Immer mehr Industrieprodukte müssen geschaffen werden, damit die Menschen angesichts der hochintensivierten Landwirtschaft noch einem Broterwerb nachgehen können. Die Faustregel, daß eine gesteigerte Produktivität mehr Arbeitsplätze für die Bevölkerung schafft, funktionierte zumindest in der Vergangenheit.
Günter Fellenberg

9. Die mobile Gesellschaft

Zusammenfassung
Konsumorientierte Lebensweise, verbunden mit ständig wachsender industrieller Produktion von Verbrauchsgütern, ist eng mit einem leistungsfähigen Verkehrs- und Transportsystem verknüpft. Transport und Verkehr stellen sogar eine wichtige Triebfeder für den industriellen und wirtschaftlichen Fortschritt dar und ebenso für die kulturelle Weiterentwicklung der Menschen, weil ein leistungsfähiger Verkehr die Grenzen zwischen verschiedenen Kulturkreisen überwinden hilft. Nicht zuletzt hat aber die moderne Verkehrsentwicklung eine früher nie für möglich gehaltene, individuelle Mobilität ermöglicht. Doch wenn hier in wenigen Worten die Segnungen leistungsfähiger Verkehrs- und Transportsysteme herausgestellt werden, dann darf man dabei nicht vergessen, auch dieses Element unseres Lebensstils aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Ein leistungsfähiger und preisgünstiger Fernverkehr hat u. a. dazu geführt, daß sich viele Krankheiten und Parasiten global ausbreiten konnten, die früher regional begrenzt geblieben wären. Transport- und Verkehrssysteme haben es auch ermöglicht, daß natürliche Ressourcen geographisch isoliert liegender Regionen durch Industrienationen rasch ausgebeutet werden konnten, wobei nicht selten die Ökosysteme jener isolierten Regionen stark in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Günter Fellenberg

10. Wege aus dem Dilemma

Zusammenfassung
Das Beispiel Verkehr hat es nochmals deutlich werden lassen, wie die Wünsche der Menschen nach möglichst freizügiger Lebensgestaltung mit den Erfordernissen des Umweltschutzes in Konflikt geraten, und dieser Konflikt wird umso schärfer, je mehr Menschen die Erde bevölkern. Man wünscht sich ein Instrumentarium, mit dessen Hilfe ein optimales Ausbalancieren dieser, sich oftmals widerstrebenden Tendenzen möglich wäre. In den vorangegangenen Kapiteln wurden bereits einige Anregungen gegeben, welche Wege man beschreiten könnte, um Einzelprobleme zu mildern. Ein umfassendes Konzept zur Steuerung aller oder zumindest vieler Umweltprobleme ergibt sich daraus jedoch noch nicht. Deshalb stellt sich die Frage, ob ein allgemein wirksames Instrumentarium überhaupt geschaffen werden kann. Eine Reihe von Denkansätzen dazu existieren bereits. Die wichtigsten dieser Vorschläge sollen kurz erörtert werden.
Günter Fellenberg

Backmatter

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