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21.11.2018 | Unternehmen + Institutionen | Nachricht | Onlineartikel

Automobilindustrie braucht Kooperationen

Autor:
Stefanie Burgmaier

Continental setzt vorerst auf einen Mix von Antriebstechnologien im Auto. Und schult dafür Ingenieure zu Software-Experten um. 

"Der Diesel ist politisch tot", sagte Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender der Continental AG, vor Journalisten in Frankfurt. Der Verbrennungsmotor solle nach Wunsch der Politiker durch den Elektroantrieb ersetzt werden. Allerdings sei unklar, wie schnell der Wandel geschehen solle. Das Tempo werde "durch die Politik und nicht durch die Kunden vorgegeben", bedauerte Degenhart.

Die Automobilindustrie befinde sich derzeit in einer Übergangsphase, die laut Degenhart bis ins Jahr 2040 andauern dürfte. In dieser Zeit werde es einen Mix von Antriebstechnologien geben. Neben der Optimierung des Verbrennungsmotors werde nicht nur am Elektroantrieb, sondern auch an Wasserstoff- und Brennstoffzelle gearbeitet. "Die Kunst liegt darin, alles parallel zu betreiben", betonte Degenhart.

Der Continental-Chef schloss nicht aus, in die Produktion von Batteriezellen einzusteigen. "Eine Entscheidung wird bis Ende 2021 fallen", sagte Degenhart. Eine Investition in die Zelltechnologie würde Continental aber nur mit einem Partner wagen. Sein Unternehmen brauche einen Partner für die Entwicklungstechnologie.

Software muss effizienter entwickelt werden

Überhaupt ist Degenhart überzeugt, dass die Automobilindustrie nicht mehr so autark arbeiten kann wie in der Vergangenheit. "Niemand kann alles allein machen, es geht nur in Kooperation", betonte Degenhart. Wer erfolgreich mit IT-, Telekommunikations- und Internetunternehmen zusammenarbeite, werde zu den Gewinnern gehören.

Für Degenhart ist die größte Herausforderung der Automobilindustrie, Software effizienter zu entwickeln. Im Jahr 2013 hätte die Elektronik einen Anteil von zehn Prozent am Verkaufswert eines Autos gehabt, im Jahr 2023 dürften es im Premium-Segment 40 Prozent sein. 

Deshalb wandele sich auch das Aufgabenfeld der Ingenieure. Von den 45.000 bei Continental beschäftigten Ingenieuren arbeitet derzeit ein Drittel im Bereich Software. In Zukunft müsse sich die Hälfte der Entwickler mit elektronischen Fragen auseinander setzen. Um die klassischen Ingenieure zu befähigen, Codes zu entwickeln, biete Continental Weiterbildungsprogramme und Schulungen an. Für besonders spezialisierte Themen suche sein Unternehmen vor allem außerhalb von Deutschland nach Verstärkung. So soll die Zahl der Experten für Künstliche Intelligenz verdoppelt werden. Sie werden vor allem aus Indien, Singapur und Mexiko stammen.

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Quelle:
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