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13.10.2020 | Unternehmen + Institutionen | Infografik | Onlineartikel

Daimler und Volkswagen hinken bei CO2-Zielen hinterher

Autor:
Christiane Köllner
3 Min. Lesedauer

BMW, PSA, Volvo sowie die FCA-Tesla-Flotte erfüllen die Flottengrenzwerte für 2020 bereits ab dem ersten Halbjahr. Volkswagen und Daimler könnten ihre CO2-Flottenziele verfehlen. 

Vor allem die deutschen Automobilhersteller, mit Ausnahme von BMW, drohen die EU-Ziele für durchschnittliche CO2-Emissionen von Neuwagen 2020 zu verfehlen, wie eine Studie des Klimaverbands "Transport & Environment" (T&E) zeigt. Volkswagen und Daimler schneiden besonders schlecht ab. Nur Jaguar Land Rover ist, auf Basis der Verkäufe im ersten Halbjahr 2020, noch weiter von seinem Ziel entfernt. Für Daimler beträgt die Lücke neun Gramm je Kilometer, für Volkswagen sind es fünf Gramm, für Jaguar Land Rover 13 Gramm. 

Auf der Grundlage ihrer Verkaufszahlen im ersten Halbjahr 2020 erfüllen die PSA-Gruppe, Volvo, FCA und die BMW-Gruppe bereits jetzt die EU-Ziele, wie die Analyse von T&E zeigt. Renault, Nissan, die Toyota-Mazda-Flotte und Ford müssen noch eine Lücke von zwei Gramm CO2 pro Kilometer aufholen. Allein durch die Verkäufe des Zoe im Jahr 2020 spare sich Renault 15 Gramm CO2 pro Kilometer, stellt die Studie fest. Im EU-Durchschnitt darf der Ausstoß der Neuwagen in den Jahren 2020 und 2021 maximal 95 Gramm je Kilometer betragen.

Mit PHEVs und Pooling aufholen

Aber auch die Volkswagen-Gruppe und Daimler können ihre Ziele noch erreichen. Als Lösung wird in der Studie genannt, dass sie "entweder durch ihre Compliance-Strategie, das heißt mehr Plug-in-Fahrzeuge verkaufen, durch die Zusammenlegung von Emissionen mit anderen Unternehmen (Pooling) oder durch eine Kombination von beidem" aufholen könnten. T&E geht davon aus, dass Daimler einen Großteil des Abstands aufholen werde, indem das Unternehmen mehr Plug-in-Hybride (PHEV) der E-Klasse, C-Klasse, A-Klasse und GLC-Klasse verkauft, deren Absatz in diesem Jahr stark zugenommen haben.

Das Gesamtbild ist trotz Volkswagen und Daimler durchaus positiv, wie es zuletzt auch eine PwC-Analyse prognostiziert hatte. In vorherigen Analysen gingen Branchenexperten zumeist davon aus, dass viele europäische Automobilhersteller die Klimaziele verfehlen werden und ihnen damit drastische Strafzahlungen drohen. So auch zum Beispiel das Beratungsunternehmen PA Consulting, das für die 13 führenden Automobilhersteller Europas Strafzahlungen von 14,5 Milliarden Euro prognostiziert hat.

Stef Cornelis, Deutschland-Direktor von T&E: "Autohersteller sind auf Kurs, um ihre Ziele für 2020 zu erreichen und Geldstrafen zu vermeiden. Die Abgasnormen bringen mehr Elektroautos zu immer besseren Preisen für deutsche Autofahrer. Deutschland könnte Europas Vorreiter bei der E-Mobilität werden und dadurch Milliardeninvestitionen anziehen sowie auch neue Arbeitsplätze schaffen, wie das Werk Zwickau bereits zeigt."

T&E beklagt "lasche Ziele"

T&E geht davon aus, dass der Anteil von E-Autos in diesem Jahr von drei auf zehn und im kommenden Jahr auf 15 Prozent steigen wird. Es bestehe jedoch die Gefahr, dass dieser Dynamik nach 2021 aufgrund der laschen EU-Ziele für 2025 und 2030 die Luft ausgehe. So sei in den folgenden vier Jahren wahrscheinlich nur noch ein weiterer Anstieg auf 20 Prozent zu erwarten, wenn die derzeitige CO2-Regulierung nicht überarbeitet wird, wie die Analyse zeigt.

Problematisch sei auch laut T&E, dass es sich bei der Hälfte aller verkauften Elektrofahrzeuge um Plug-in-Hybride handele, die selten aufgeladen würden. Laut T&E müsse die Europäische Union spätestens 2035 als Enddatum für den Verkauf von Verbrennungsmotoren festlegen, auch für die aktuelle PHEV-Technologie.

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