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15.01.2016 | Unternehmen + Institutionen | Nachricht | Onlineartikel

Renault im Verdacht der Abgasmanipulation

Autor:
Christiane Brünglinghaus


Die VW-Abgas-Affäre hat die Autobranche erschüttert. Jetzt haben Medienberichte über Durchsuchungen bei Renault für Aufruhr gesorgt. Der französische Hersteller beschwichtigt jedoch.

Nach den Veröffentlichungen der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency) zum Einsatz eines Defeat Device-Programms bei Volkswagen hat die französische Regierung eine Untersuchungskommission einberufen. Die unabhängige Technikkommission - genannt Commission Royal - soll sicherstellen, dass die französischen Automobilhersteller ihre Fahrzeuge nicht mit vergleichbarer Software ausgestattet haben. Dies scheint nach den bisherigen Tests nicht der Fall. Gleichwohl seien aber Überschreitungen der Standards für CO2 und Stickoxide bei mehreren ausländischen Hersteller und einem französischen Hersteller festgestellt worden.

Im Rahmen der Untersuchungen testet die UTAC (Union Technique de l´Automobile, du motocycle et du Cycle) aktuell 100 Fahrzeuge verschiedener Hersteller im Fahrbetrieb. Insgesamt 25 der geprüften Fahrzeuge stammen von Renault, was dem Marktanteil des Herstellers in seinem Heimatmarkt entspreche, wie der französische Automobilhersteller bekannt gibt. Bis Ende Dezember 2015 hätten bereits elf Fahrzeuge, darunter vier Modelle von Renault, das Testprogramm durchlaufen.

Bislang keine Manipulationssoftware gefunden

Die französische Direction Générale de l’Energie et du Climat (DGEC) ist im Namen des Umweltministeriums als Ansprechpartner der unabhängigen Prüfkommission UTAC tätig. Sie geht laut Renault davon aus, dass die noch laufende Untersuchung keine Manipulations-Software in Renault-Modellen zu Tage bringen werde.

Eine Kontrollabteilung, die französische Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (Direction générale de la concurrence, de la consommation et de la répression des fraudes: DGCCRF), des französischen Wirtschaftsministeriums untersucht aktuell verschiedene Renault-Unternehmens- und Entwicklungsstandorte, um die Ergebnisse der unabhängigen Prüfkommission abschließend zu validieren. Die Untersuchungen der DGCCRF betrafen den Unternehmenssitz der Renault-Gruppe, das Technikzentrum Lardy sowie das Entwicklungszentrum "Technocentre" in Guyancourt, so Renault. Renault unterstützt nach eigenen Angaben im vollen Umfang die Arbeiten der Commission Royale und die ergänzenden Untersuchungen des Wirtschaftsministeriums.

PSA Peugeot Citroën: keine "Schadstoffemissions-Anomalien"

Zudem hat PSA Peugeot Citroën bekannt gegeben, dass keine "Schadstoffemissions-Anomalien" bei Fahrzeugen von PSA Peugeot Citroën durch die Tests des französischen Umweltministeriums festgestellt worden seien. PSA Peugeot Citroën war nach eigenen Angaben nicht Gegenstand einer Untersuchung der DGCCRF.

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