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29.07.2020 | Unternehmen + Institutionen | Nachricht | Onlineartikel

Mitsubishi führt keine neuen Modelle mehr in Europa ein

Autor:
Christiane Köllner
2 Min. Lesedauer

Der japanische Autobauer Mitsubishi stoppt die Einführung neuer Modelle für den europäischen Markt. Die Japaner setzen in anderen Märkten auf Wachstum. 

Der japanische Automobilhersteller Mitsubishi hat seinen Strategieplan ("Midterm-Plan") bis 2022 vorgelegt. Er beinhaltet die Entscheidung, vorerst keine neuen Fahrzeugmodelle mehr auf dem europäischen Markt einzuführen, wie der deutsche Mitsubishi-Importeur MMD Automobile in Friedberg mitteilt. Der Verkauf der bestehenden Modelle soll aber weitergehen, ebenso der Service und die Versorgung mit Ersatzteilen. Begründet wurde diese Entscheidung vor dem Hintergrund der weltweit herausfordernden wirtschaftlichen Gesamtlage durch die Corona-Krise.

Fokus auf die ASEAN-Freihandelszone

In dem veröffentlichten Strategiepapier "Small but Beautiful" ist eine Konzentration der Investitionen auf Kernregionen und -technologien zur Steigerung der Rentabilität vorgesehen. Geplant ist eine Fixkostensenkung um 20 Prozent oder mehr im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019. Erreicht werden soll dies laut Takao Kato, stellvertretender Geschäftsführer und Chief Executive Officer von Mitsubishi Motors Corporation (MMC), durch "Strukturreformen".

Spätestens mit der Neuausrichtung der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz sehen die Japaner ihre wichtigsten Märkte außerhalb Europas. Künftig will man sich auf die ASEAN-Freihandelszone – zu der unter anderem Indonesioen, Malaysia, Philippinen, Singapur und Thailand gehören – konzentrieren und den dortigen Marktanteil auf mehr als elf Prozent erhöhen. Zweite Säule nach ASEAN sollen Afrika, Ozeanien und Südamerika werden. Europa taucht im Business-Plan nicht weiter auf. Die Erklärung des "Freeze of Introduction of New Models to European Market" ist nur wenige Sätze lang. In Europa haben die Japaner lediglich einen Marktanteil von rund einem Prozent, in Südostasien sind es über sechs Prozent. 

Zukunft des Outlander PHEV in Europa ungewiss

Wie aus dem Strategieplan weiter hervorgeht, plant Mitsubishi für das Geschäftsjahr 2020 zunächst die Einführung des Eclipse PHEV und für das Geschäftsjahr 2021 ein Elektrofahrzeug, das zusammen mit GAC entwickelt wird, für den chinesischen Markt. Der neue Outlander ist ebenfalls für das Geschäftsjahr 2021 geplant, das PHEV für 2022, das nun wohl nicht mehr nach Europa kommen wird. Darüber hinaus ist für 2022 die Studie eines rein elektrischen Kei Cars geplant, das zusammen mit Nissan realisiert werden soll.

In Deutschland wurden 2019 rund 52.000 Mitsubishi-Pkw neu zugelassen, was einem Marktanteil von 1,5 Prozent entspricht. Der Space Star ist das beliebtestes Modell der Japaner, der Outlander PHEV ist der meistverkaufte Plug-in-Hybrid in Deutschland.

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