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28.01.2019 | Unternehmen + Institutionen | Nachricht | Onlineartikel

Chemiekonzern Toray eröffnet R&D-Center nahe München

Autor:
Andreas Burkert

Der japanische Konzern Toray hat am vergangenen Wochenende in Neufahrn sein Entwicklungs- und Forschungszentrum eröffnet. Im Automotive Center Europe (AMCEU) sollen Produkte aus CFK optimiert werden.

In dem Bestreben der Automobilbranche, Fahrzeuge mit einem möglichst energieeffizienten Antrieb auf den Markt zu bringen, sieht Toru Yamanaka ein gutes Geschäft. Der Japaner ist Leiter des Entwicklungs- und Forschungszentrums Automotive Center Europe (AMCEU) in Neufahrn, welches am vergangenen Freitag feierlich eröffnet wurde. Mit der Investition hat der Toray-Konzern im Norden von München ein weiteres Entwicklungszentrum in Europa in Betrieb genommen.

Mit Neufahrn entsteht das 22. R&D-Center außerhalb Japans. Das Zentrum dient dabei ausschließlich der Anwendungsforschung und die Kunden sind Unternehmen aus dem deutschen Automobilumfeld. Ein vielversprechendes Geschäft. Immerhin benötigt die Mobilitätswende intelligente Materialien. Begonnen hat Toray Industries Inc. dabei im Jahr 1926 mit dem Herstellen von Kunstseide. Später folgten Textilien und Gewebe aber auch Kunststoffe und Hochleistungs-Chemikalien. Schon früh erkannte das Unternehmen die Vorteile carbonfaserverstärkter Kunststoffe (CFK), die immer öfter für die Automobilität nachgefragt werden.

Aufbaue einer effektiven Prüfumgebung für CFK-Produkte

Die derzeit etwa 13 Mitarbeiter am AMCEU, die bereits seit dem Herbst vergangenen Jahres die Arbeit in Neufahrn aufgenommen haben, forschen in enger Kollaboration mit der Automobilindustrie vor Ort "an den Materialen für die Mobilität der Zukunft", wie Yamanaka uns im Interview erklärt. Yamanaka ist es dabei wichtig zu erwähnen, dass sein Unternehmen nun von der Herstellung der Rohstoffe über deren Verarbeitung bis hin zum Verkauf des Endprodukts in dem gesamten Produktionsprozess involviert ist. Im Geschäft mit Carbonfasern umspannt die Produktpalette Kohlestofffasern, Gewebe und Prepregs. Und eigenen Angaben zufolge ist Toray der weltweit größte Hersteller von PAN-basierten Kohlefasern.

Die Aufgabe der Prüf- und Entwicklungsingenieure in Neufahrn besteht nun darin, im Auftrag der Kunden zu prüfen, welches Material hinsichtlich des wirtschaftlichen Leichtbaus am besten geeignet ist. In der mehrere hundert Quadratmeter großen Halle wurden dazu bereits erste Prüfmaschinen installiert. Darunter Gerätschaften zum Testen der Materialermüdung, dem Crashen einzelner Bauteile mittels Fallgewichtsschlagwerke zur Durchführung von Mittelenergieprüfungen (Imatek IM10T-20) und Computertomografen wie auch spezielle Spektrometer, um die Materialeigenschaften zerstörungsfrei prüfen zu können.

Forschungspartnerschaften geplant

Um neben der Materialsimulation und dem Prüfen auch gleich kundenspezifische Muster herstellen zu können, wurden auch schon erste Spritzgießmaschinen von Wickert aufgestellt. Das aber ist nur der Anfang. Das Personal soll je nach Auslastung aufgestockt werden – derzeit wird an etwa sieben Projekten gearbeitet. Darüber hinaus will Toray nach japanischem Vorbild auch mit deutschen Forschungseinrichtungen und Universitäten zusammen arbeiten, um die Materialsuche zu optimieren und um die Entwicklung der Kunststoffe zu beschleunigen. Laut Dr. Sebastian Schmitz, stellvertretender Leiter Automotive Center Europe, komme dabei etwa im "Bereich der Prozesstechnik München und im Bereich der Produktionstechnik ein Institut in Aachen in Frage".

Diese Maßnahmen dienen auch dazu, die R&D-Bemühungen aus ganz Europa zu bündeln und zu koordinieren. Immer mit dem Ziel im automobilen Leichtbau eine Reihe von Carbonfasern und Verbundstoffen herzustellen, die im Fahrzeug an unterschiedlichen Stellen zum Einsatz kommen. Die Bandbreite von Torays Materiallösungen für den Automobilsektor kann sich dabei sehen lassen. Wie umfangreich das Sortiment an Produkten für den Automobilbereich mittlerweile ist, demonstriert das Unternehmen am firmeneigenen Konzeptfahrzeug Teewave AC3. Dieses ist fast vollständig aus Toray-Materialien gefertigt.

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Quelle:
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