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Über dieses Buch

Dieses Buch beleuchtet theoretisch fundiert sowie praxisorientiert die wichtigsten Fragen der Unternehmensfinanzierung und analysiert die Vielfalt der Finanzierungsinstrumente für den Mittelstand. Maßgeschneiderte Finanzierungslösungen können zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor werden – insbesondere für mittelständische Unternehmen. Globalisierte Märkte, Digitalisierung und technologischer Wandel stellen bisher erfolgreiche Geschäftsmodelle in Frage und verlangen nach neuen Lösungen und entsprechenden Finanzierungskonzepten. Die aus Wissenschaft, Unternehmen, Banken und Beratung kommenden Autoren betrachten die Themen aus verschiedenen Perspektiven.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung und Grundlagen

Frontmatter

Kapitel 1. Trends in der Mittelstandsfinanzierung

Zusammenfassung
Die Finanzbranche befindet sich im Umbruch. Die historisch niedrigen Zinsen, verschärfte Regulierungen und der Digitalisierungstrend setzen Banken unter enormen Druck und zwingen sie zum Handeln. Dies hat auch Auswirkungen auf die Mittelstandsfinanzierung.
Lange Zeit gab es in Deutschland eine Art Monokultur der Unternehmensfinanzierung, die die Finanzierung durch Bankkredite als einzige und beste Lösung für kleine und mittelständische Unternehmen nicht infrage stellte. Oft hatten Unternehmen nur eine einzige, exklusive (Haus-) Bankbeziehung für alle Fragen rund um das Thema Finanzen. Finanzierungen mit mehreren Banken oder anderen Finanzierungspartnern (sog. Nichtbanken) bildeten die Ausnahme.
Beobachtet man das aktuelle Marktgeschehen, wird deutlich, dass Finanzierungslösungen heute oft deutlich differenzierter ausfallen. Viele mittelständische Unternehmen fordern inzwischen unkompliziertere und flexiblere Finanzierungslösungen und beschränken sich dabei nicht mehr ausschließlich auf ihre Hausbank. Ziel ist es stets, das eigene Unternehmen flexibel, unabhängig und wachstumsorientiert auszurichten. Aus diesen Forderungen nach neuen Arten der Finanzierung sowie aus aktuellen Ergebnissen diverser Studien lassen sich verschiedene Trends ablesen, welche in diesem Kurzaufsatz zusammengefasst sind.
Nick Dimler, Boris Karcher, Joachim Peter

Kapitel 2. Der Mittelstand – Motor der deutschen Wirtschaft – und dessen Finanzierungsmöglichkeiten

Zusammenfassung
Der Mittelstand wird als Rückgrat der deutschen Wirtschaft bezeichnet – und das ist er auch. In meiner über 30-jährigen Erfahrung als Bankvorstand einer Genossenschaftsbank hat sich allerdings der Eindruck gefestigt, dass man sich der Relevanz mittelständischer Betriebe zwar durchaus bewusst ist, aber nicht immer so unterstützend handelt, wie es sein sollte – insbesondere vonseiten des Gesetzgebers und in Bezug auf die Finanzierungsbedingungen.
Fritz Karcher

Kapitel 3. Bedeutung des Ratings für die Unternehmensfinanzierung im Mittelstand

Zusammenfassung
Hauptfinanzierungsquelle vieler kleiner und mittelständischer Unternehmen sind in Deutschland weiterhin Bankkredite. Die Kreditentscheidungen der einzelnen Finanzierungspartner basieren maßgeblich auf den verpflichtend zu erstellenden Ratings. Ebenso haben diese Bonitätsbeurteilungen wesentliche Auswirkung auf die Finanzierungskonditionen.
Häufig sprechen die Kreditgeber von ihren Ratingverfahren als eine „Black-Box“ und von nicht transparenten Ergebnissen. Die Funktionsweisen der Ratings entsprechen aufsichtsrechtlichen Vorgaben und basieren auf empirischen Daten. Die Unternehmen haben jedoch die Möglichkeit, ihre Bonitätsbeurteilung zu optimieren und damit auch die Basis für die passendere Kreditentscheidung maßgeblich zu verbessern.
Die Bedeutung von Ratings für den Kreditvergabeprozess hat im Zuge wachsender Eigenkapitalanforderungen an Banken (Basel I bis IV) stetig zugenommen und wird das wohl auch in Zukunft weiter tun. Um mit Banken auf Augenhöhe zu verhandeln, ist es für Unternehmen wichtig zu verstehen, wie sich das eigene Rating ergibt und wie es positiv beeinflusst werden kann.
Nick Dimler, Boris Karcher, Joachim Peter

Kapitel 4. Zukünftige Entwicklungen im Bankenwesen

Zusammenfassung
Zukünftig werden drei Megatrends Banken und Sparkassen vor große Herausforderungen stellen. Dies sind Digitalisierung, Globalisierung und die Erreichung klimapolitischer Ziele. Die Chancen dieser Trends nutzen neue Akteure aus, um in das Geschäft mit den Firmenkunden einzusteigen oder ihre bisherige Geschäftstätigkeit mit diesen weiter auszuweiten. Verstärkte Digitalisierung und Vernetzung im deutschen Mittelstand sowie die Erschließung neuer Clean/Green Tech-Branchen erzeugt Wachstum, das finanziert werden muss. Langfristig wird dies zu veränderten Gegebenheiten im Markt führen.
Marcus Waidelich, Doris Schmidt

Ausgewählte Anlässe und Themen der Mittelstandsfinanzierung

Frontmatter

Kapitel 5. Die Besonderheiten der Konsortialfinanzierung im Vergleich zum klassischen Unternehmenskredit

Zusammenfassung
Sobald Kreditvorhaben eine gewisse Größenordnung erreichen, wird sehr häufig von Kreditgebern empfohlen, einen syndizierten Kredit bzw. einen Konsortialkredit abzuschließen. Dieses Finanzierungsinstrument ist allerdings keinesfalls „der große Bruder“ oder der Nachfolger des klassischen Unternehmenskredites.
Die Konsortialfinanzierung kann in entsprechenden Situationen für den Mittelständler vorteilhaft sein, sollte aber nur passenden Anlässen vereinbart werden. Welche konkreten Vorteile diese Finanzierung für den Kreditnehmer bieten kann und wann der Abschluss ratsam ist, zeigt die nachstehende Betrachtung.
Nick Dimler, Boris Karcher, Joachim Peter

Kapitel 6. Schuldscheindarlehen als Finanzierungsinstrument für den Mittelstand

Zusammenfassung
Vor einigen Jahren wurde das Schuldscheindarlehen (SSD) als geeignete Alternative zu Anleihen oder Bankfinanzierungen wiederentdeckt. Seit 2013 ist das Volumen entsprechend stark angestiegen. Insbesondere aufgrund attraktiver Zinsen für Kapitalsuchende erlebt dieses Finanzierungsinstrument in den vergangenen Jahren starken Zulauf. Der Höhepunkt im Schuldscheinmarkt wurde 2017 mit einem Volumen alleine im ersten Halbjahr von rund 100 Mrd. EUR erreicht. Bisheriger Höhepunkt war in 2016 mit rund 26 Mrd. EUR. Die emittierenden Unternehmen machen sich dabei die historisch niedrigen Zinskonditionen zunutze (HSH Nordbank, Schuldscheinmarkt, Attraktive Konditionen für Emittenten zum Jahresauftakt, 2017).
Nun stellen sich die Fragen: Kann der Schuldschein zum Standard-Finanzierungsinstrument für mittelständische Unternehmen werden? Und gibt es Vorteile im Vergleich zu Anleihe und Konsortialkredit?
Nick Dimler, Boris Karcher, Joachim Peter

Kapitel 7. Factoring für den Mittelstand

Zusammenfassung
Factoring gewinnt in Deutschland immer mehr an Bedeutung. So beträgt der Anteil des Factorings inzwischen 6,9 % des Bruttoinlandsproduktes in Deutschland (www.​statista.​com). Bemerkenswert ist ferner, dass von den Firmen, die bereits Factoring nutzen, 90,9 % einen Jahresumsatz von weniger als 10 Mio. EUR verzeichnen (Zahlen des Deutschen Factoring Verbands). Laut einer repräsentativen Umfrage vom April 2017 (BFM- Bundesverband Factoring für den Mittelstand– und TNS Infratest) geben jedoch 75 % der befragten Unternehmen an, zu wenig zum Thema Factoring zu wissen. Grund genug also, das Thema Factoring insbesondere aus dem Blickwinkel der mittelständischen Unternehmen hier zu betrachten.
Michael Ritter

Kapitel 8. Technologiefinanzierung aus Sicht einer Bank

Zusammenfassung
Im Folgenden werden Informationen und Erfahrungen des Autors aus seiner Tätigkeit bei der UniCredit Bank AG (HypoVereinsbank) dargestellt und analysiert. Durch die Mitarbeit im Tech Team konnten Einsichten in die Tätigkeiten und das Vertriebskonzept des Teams gewonnen werden. Zudem hat der Autor durch seine Banktätigkeit Zugang zu Kreditakten und begleitet selbst Kreditanträge von digitalen Mittelständlern.
Paul Echt

Kapitel 9. Family Offices als Finanzierungspartner für den deutschen Mittelstand

Zusammenfassung
Um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern und Wachstum voranzutreiben, benötigen Unternehmen eine solide Finanzierungsstruktur. Auf den ersten Blick ist dies eine klare und einfache Weisheit, doch bei der Umsetzung zeigt sich, dass in Folge der globalen Finanzkrise der Kapitalzugang nicht immer einfach ist. Vor allem stark bankenorientierte, mittelständische Unternehmen sehen sich seit Basel II mit verschärften Anforderungen bei der Kreditvergabe konfrontiert. Viele Unternehmen versuchen daher als Konsequenz von den klassischen Geldinstituten abzuwenden und suchen nach Alternativen.
Auf der Suche nach anderen Anbietern meidet der deutsche Mittelstand zumeist den Kapitalmarkt. Zu groß ist häufig die Furcht vor verstärkten Transparenzregeln und hohen regulatorischen Anforderungen, verbunden mit entsprechenden Kosten. Eher noch werden Direktbeteiligungen in Form von Private Equity eingegangen. Dass die Kapitalsuchenden sich dadurch in ihrer unternehmerischen Unabhängigkeit stark einschränken, wird in bestimmten Situationen angesichts des dringend benötigten Kapitals in Kauf genommen.
Ein Thema, das in den letzten Jahren in der Unternehmensfinanzierung zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, sind wohlhabende Investoren, die in Form von Family Offices als alternative Kapitalgeber in den Markt treten. Family Offices nutzen Private Equity Fonds als alternative Investments zur Vermögensanlage. Aufgrund der oft hohen Kapitalvolumina eines Family Offices ist dieses nicht unbedingt auf Fonds als Intermediär angewiesen und kann auch direkte Unternehmensbeteiligungen eingehen. Vor allem für kleine und mittlere Unternehmen kann eine Family Office Finanzierung in Form eines Direktinvestments reizvoll sein.
Ziel dieses Aufsatzes ist es, zu klären, ob und inwieweit Family Offices als Finanzierungspartner eine echte Alternative im Hinblick auf die Bedürfnisse von mittelständischen Unternehmen zu den herkömmlichen Finanzierungsinstrumenten darstellen kann.
Nick Dimler, Jennifer Theil

Kapitel 10. Schnelle Erkenntnisse durch Multiplikator-Verfahren

Zusammenfassung
Im beruflichen Alltag sind Entscheidungen häufig schnell zu treffen. Elementare Entscheidungen, wie die einer Unternehmensübertragung, bedürfen großer Sorgfalt und beanspruchen in erheblichem Maße Zeit und Geld. So werden zur zentralen Fragestellung einer Unternehmensübertragung, der Findung des Unternehmenswerts, oft externe Fachleute mit spezieller Bewertungsexpertise herangezogen. Für den Einstieg in die Verhandlungen kann dagegen zunächst ein erster Eindruck vom Wert des Unternehmens ausreichen. Diesen vermitteln Multiplikator-Verfahren, die sich durch geringe Komplexität und große Schnelligkeit auszeichnen, da lediglich eine Bezugsgröße mit einem Multiplikator (auch Multiple oder Vervielfältiger) multipliziert wird. Sofern der Multiplikator kapitalmarktorientiert ermittelt wurde, erfüllt er auch eine Benchmark-Funktion und kann Anhaltspunkte für die Wertpotenziale des Unternehmens liefern. Wie mit Hilfe von Multiplikator-Verfahren Indikationen für den Unternehmenswert und Hinweise auf Wertpotenziale gewonnen werden können, wird im Folgenden gezeigt.
Carsten Kruppe

Kapitel 11. Umsetzung von M&A-Transaktionen im Unternehmen

Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag hebt die Elemente des M&A-Prozesses hervor, auf die strategische Käufer ein besonderes Augenmerk legen sollten. Inhaltliche als auch transaktionsspezifische Kompetenzen, die Einbindung unternehmensinterner und -externer Ressourcen, der intensive Austausch mit Gegenparteien sowie die Exponierung zu Marktbedingungen während des gesamten Prozesses spiegeln die hohe Komplexität wider. Daher und nicht zuletzt auch zum Schutz vor Partikularinteressen sind die unternehmensintern hohe Priorisierung von M&A-Prozessen anzustreben und die oftmalige Sandwichposition der Prozessleitung zwischen den Interessen zu berücksichtigen.
Alexander Wiegelmann

Kapitel 12. Finanzierung von Nachfolgen im Mittelstand

Zusammenfassung
Die Finanzierung von Unternehmensnachfolgen stellt sich für die beteiligten Parteien als komplexe Herausforderung dar. Das Finanzierungskonzept muss mit dem Transaktionskonzept und dem Businessplan abgestimmt werden, da insbesondere durch die Gestaltung der Kaufpreisvereinbarung erheblich auf den Mittelbedarf Einfluss genommen wird. Dies ist von besonderer Bedeutung, da etliche Nachfolgen daran scheitern, dass aufgrund der gewählten Kaufpreisgestaltung nicht genügend Eigenmittel und Sicherheiten zur Verfügung stehen. Bei der Finanzierung von Betriebsübergaben sollten die Förderbanken und die Bürgschaftsbanken frühzeitig in die Planung einbezogen werden, da sie sowohl mit ihren Erfahrungen als auch mit ihren Angeboten die zentrale Rolle in der Nachfolgefinanzierung einnehmen.
Holger Wassermann

Kapitel 13. Grundprobleme der finanziellen Restrukturierung

Zusammenfassung
Die Themenbereiche Mittelstandsfinanzierung und Restrukturierung sind eng miteinander verwoben. Zum einen kann eine mittelständische Finanzierungsform Teil einer Restrukturierungskonzeption sein, mit der beispielsweise eine Liquiditätslücke geschlossen oder die Passivaseite einer Bilanz entlastet wird. Zum anderen kann eine Finanzierung selbst zum Restrukturierungsobjekt werden. In einem solchen Fall hängt der Restrukturierungserfolg wesentlich von der Umstrukturierungsfähigkeit der betroffenen Finanzierungsart ab. Die Entscheidung für eine bestimmte Finanzierungsform sollte demnach ihre Restrukturierbarkeit und die damit verbundenen rechtlichen Hürden berücksichtigen.
So mannigfaltig die Finanzierungsmöglichkeiten sind, so vielschichtig sind die juristischen Restrukturierungsthemen. Diese variieren von Finanzierungsform zu Finanzierungsform und verkomplizieren sich, wenn mehrere Arten aufeinandertreffen. Gleichwohl gibt es übergeordnete Grundprobleme, welche die Restrukturierung als solche betreffen und damit für jede Finanzierungsform gleichermaßen relevant werden können. Sind einem diese bewusst, behält man auch im Fall der Restrukturierung komplexer Finanzstrukturen den Überblick und kann insbesondere die rechtlichen Probleme erfolgreich bewältigen.
Dieser Beitrag stellt allgemeine Aspekte von Restrukturierungen heraus und gibt einen groben Überblick über die Besonderheiten im Finanzierungskontext. Ausgeklammert bleiben speziell Restrukturierungsfragen für kapitalmarktorientierte Unternehmen, die Restrukturierungstreuhand und Strukturmaßnahmen auf der Basis ausländischer Rechtsordnungen wie beispielsweise dem Scheme of Arrangement nach englischem Recht.
Markus Büch

Einsatzmöglichkeiten neuer Finanztechnologien

Frontmatter

Kapitel 14. FinTech-Lösungen für den Mittelstand

Zusammenfassung
Banken spüren die Auswirkungen des digitalen Wandels und durchleben disruptive Veränderungen, die andere Branchen bereits nachhaltig verändert haben (z. B. Buchhandel, Musikindustrie, Filmbranche…). Durch das Auftauchen neuer Player, der sogenannten FinTechs, ist es Privat- und Geschäftskunden heute möglich Kredite, aufzunehmen oder Geld anzulegen, ohne in direkten Kontakt mit einer Bank zu treten.
Sogenannte FinTechs sind in erster Linie junge Start-ups, die finanzbezogene Dienstleistungen intelligenter, schneller, einfacher, günstiger und passgenauer auf den Kunden abgestimmt anbieten. Der Begriff FinTech setzt sich aus den Wörtern „Finanzen“ und „Technologie“ zusammen und bezeichnet den webbasierten und digitalen Einsatz moderner Technologien im Bereich der Finanzdienstleistungen.
Nachdem FinTechs sich zunächst vornehmlich auf Finanzdienstleistungen für Privatkunden konzentrierten, rücken nun Firmenkunden immer stärker in den Mittelpunkt, wobei vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die wichtigsten Zielkunden darstellen. Im deutschen Mittelstand, der traditionell über eine starke Hausbankbeziehung verfügt, werden viele Entwicklungen bei den FinTechs noch zurückhaltend betrachtet.
Um die zukünftigen Herausforderungen zu meistern, sollten sich mittelständische Unternehmen intensiver mit der breiten Angebotspalette von Finanzdienstleistungen aufseiten der FinTechs auseinandersetzen. Hier können sich eine ganze Reihe innovativer Möglichkeiten für mittelständische Unternehmen bieten, ihr eigenen Geschäftsmodell zu optimieren, Kosten einzusparen und die Abhängigkeit von der Hausbank zu reduzieren.
Nick Dimler, Boris Karcher

Kapitel 15. Wie digitale Plattformen die Digitalisierung in der Mittelstandsfinanzierung unterstützen und mitgestalten

Zusammenfassung
„Industrie 4.0“ und „Digitalisierung im Mittelstand“ sind Megathemen, die unsere Wirtschaft über die nächsten Jahrzehnte bewegen werden. Es gilt Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft zu sichern und auszubauen. Während dieses Transformationsprozesses müssen bestehende Prozesse weiter optimiert und damit effizienter gestaltet werden. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Unternehmensfinanzierung, die in der Realität schwerfällig, intransparent und teuer ist: Mittelständler mit Finanzierungswunsch wenden sich in der Regel an ihnen bekannte Regional- oder Großbanken und schließen Finanzierungen ab, ohne vielleicht genau die besten Konditionen und auch die beste Finanzierungsart zu kennen. Denn neue Finanzierungsformen wie Factoring, Leasing oder Finetrading sind oft nicht gänzlich bekannt. Digitale Finanzierungsplattformen, die Unternehmen und Kreditinstitute zusammenbringen, sorgen mit starkem Technologiefokus und einem hohen Automatisierungsgrad für Vergleichbarkeit, Transparenz und Kostenersparnis. Finanzierungen aller Art lassen sich somit nachweislich schneller und zu besseren Konditionen abschließen. In die Entwicklung dieser Technologieplattformen fließen unter anderem Erfahrungen (z. B. die intuitive Benutzerführung) aus anderen Bereichen, bereits digitalisierten Branchen, wie beispielsweise dem elektronischen Handel ein. Gleichzeitig bleibt auch das moderne Banking immer Vertrauenssache und daher ist die persönliche Beratungskomponente ein zentraler Bestandteil. Ziel von KMU-Banking-Plattformen ist es deshalb, mit Automation und Beratung den Weg zur modernen Finanzierung zu bereiten.
Paul Weber

Kapitel 16. Crowdfunding: Grenzen und Möglichkeiten für KMU

Zusammenfassung
In den letzten Jahren ist eine neue Form der Finanzierung entstanden: Crowdfunding. Auch in Deutschland wird diese Form zunehmend genutzt. Nachdem Crowdfunding zunächst überwiegend für soziale und kulturelle Projekte sowie für die Finanzierung von Start-ups verwendet wurde, entdecken inzwischen auch immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen die Vorteile, die diese Art der Finanzierung für sie, ihre Kunden und Produkte mit sich bringen kann.
Insbesondere für Innovationsprojekte, Produktentwicklungen, Anlageinvestitionen, Betriebsmittelfinanzierungen oder Wachstumsvorhaben, kann Crowdfunding eine Alternative zum klassischen Bankkredit darstellen. Als Kapitalgeber sind dabei nicht nur Banken oder professionelle Investoren (VC’s, Business Angels, Pensionsfonds, Versicherungen) aktiv, sondern vor allem auch Privatpersonen, die sich für das Projekt interessieren und/oder eine attraktive Möglichkeit der Kapitalanlage suchen.
In diesem Artikel soll ein genereller Überblick über die verschiedenen Crowdfunding-Arten gegeben werden. Außerdem werden die wichtigsten zu berücksichtigenden Aspekte aus Sicht eines Unternehmens, das Crowdfunding zur Finanzierung einsetzen möchte, beleuchtet. Weiterhin wird auf bisherige Erfolgsquoten eingegangen und es werden die wichtigsten Vor- und Nachteile dieser neuen Finanzierungsform für kleine und mittelständische Unternehmen aufgezeigt.
Nick Dimler, Boris Karcher

Fördermöglichkeiten für den Mittelstand

Frontmatter

Kapitel 17. Einsatzmöglichkeiten öffentlicher Fördermittel

Zusammenfassung
Fördermittel sind finanzielle Zuwendungen in Form von Zuschüssen, Gewährleistungen, Bürgschaften, Garantien oder Beteiligungen an Empfänger außerhalb der Bundesverwaltung, die zweckgebunden in Form einer Projektförderung zur Erreichung politischer Zielsetzungen und im Rahmen der eigenen Aufgaben des Empfängers ausgereicht werden (IFS, Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik GmbH – Entwicklung von Performanceindikatoren als Grundlage für die Evaluierung von Förderprogrammen in den finanzpolitisch relevanten Politikfeldern, Endbericht im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen, Dezember 2009).
Fördermittel an Unternehmen gelten dabei zunächst als Beihilfen und sind gemäß Art. 107 Abs. 1 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) eigentlich grundsätzlich verboten, da „staatliche oder aus staatlichen Mitteln gewährte Beihilfen, gleich welcher Art, die durch die Begünstigung bestimmter Unternehmen oder Produktionszweige den Wettbewerb verfälschen oder zu verfälschen drohen, mit dem Binnenmarkt unvereinbar sind, soweit sie den Handel zwischen Mitgliedsstaaten beeinträchtigen“. Art. 107 Abs. 3 AEUV gewährt – als Rückausnahme – aber einen Ermessensspielraum, der bestimmte regionale, sektorale und horizontale Beihilfen vom Verbot wiederum ausnimmt.
Mit Fördermitteln werden bestimmte Zwecke beziehungsweise entsprechende Vorhaben des Zuwendungsempfängers ermöglicht, um entweder ein Marktversagen zu überbrücken oder ein besonderes Interesse des Staates sicherzustellen.
Die vom Staat vorgesehenen förderfähigen Zwecke und Vorhaben werden in den jeweiligen Förderrichtlinien und -programmen näher beschrieben, wobei das Beihilferecht und andere Rechtsgebiete bei jedem Projekt stets zu beachten sind.
Die Bewilligung der Fördermittel erfolgt in Form eines Zuwendungsbescheides oder eines Zuwendungsvertrages (Verwaltungsakt/öffentlich rechtlicher Vertrag).
Thomas Quente

Kapitel 18. Förderung von Innovationsprojekten durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)

Zusammenfassung
Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) ist ein bundesweites, themenoffenes Förderprogramm für den deutschen Mittelstand. Zielsetzung ist es, KMU, aber auch Kooperationen aus KMU und Forschungseinrichtungen, finanzielle Unterstützung in Form von nicht rückzahlungspflichtigen Zuschüssen zu gewährleisten. Auf diese Weise sollen langfristig die Innovationskraft des deutschen Mittelstandes und die damit verbundenen Arbeitsplätze gesichert werden.
Zuschüsse in Höhe von bis zu 209.000 EUR je Einzel- oder Kooperationsprojekt sowie Kooperationsnetzwerk werden deshalb für die Entwicklung und Umsetzung innovativer und technologisch anspruchsvoller Produkte, Dienstleistungen und Verfahren bereitgestellt.
Durch den Einsatz dieser öffentlichen Fördermittel können mittelständische Unternehmen ihr Risiko im Rahmen von Innovationsprojekten senken und somit mehr Projekte realisieren. Dies kann einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellen.
Nick Dimler, Boris Karcher

Besondere Finanzierungsanlässe und -arten

Frontmatter

Kapitel 19. Forderungsmanagement im Mittelstand – Outsourcing als sinnvolle Lösung zur Fokussierung auf die eigene Kernkompetenz

Zusammenfassung
Viele Firmen stellen sich heute nicht mehr die Frage, ob eine Auslagerung des eigenen Forderungsmanagements überhaupt sinnvoll ist. Vielmehr beschäftigt sie die Frage, in welchem Umfang dies erfolgen soll. Es wird nach geeigneten Lösungen gesucht, um die eigenen Forderungen effizienter und kostengünstiger zu bearbeiten. Dabei stehen sie vor einem Dilemma: Die Steigerung der Effizienz in der Eigenbearbeitung führt zwangsweise zu höheren Kosten, entweder durch erhöhten Personaleinsatz oder durch Investitionen in eine effizientere Technik und veränderte Prozesse.
Gerade unter dem Gesichtspunkt eines zunehmend hohen Wettbewerbsdrucks ist es zwingend notwendig, sich – gerade als mittelständisches Unternehmen – wieder auf die jeweilige Kernkompetenz zu konzentrieren. Jedes Unternehmen besitzt Kernkompetenzen und es wird unterstellt, dass es die damit verbundenen Aufgaben besser ausführen kann als andere Unternehmen, die die gleiche Tätigkeit nebenbei bearbeiten.
Outsourcing ist kein neues Phänomen, doch der Bezug von Fremdleistungen und das Ausmaß von Outsourcing-Verträgen hat in der Vergangenheit zugenommen und das aus gutem Grund. Im Spannungsfeld zwischen Eigenerstellung und Fremdbezug existieren graduelle Abstufungen, die sich zwischen hierarchischer Koordination (Eigenerstellung) und marktlicher Koordination (Fremdbezug) bewegen. Vor einer möglichen Auslagerung sollte jedoch die Eigenoptimierung stehen. Fehlt der Überblick über die bestehenden Prozesse, so ist die Festlegung von Zielen für die Optimierung, die eine wesentliche Grundlage für die Outsourcing-Entscheidung darstellt, nahezu unmöglich. Ist noch Eigenoptimierungspotenzial vorhanden, so ist dies vor einer Auslagerung konsequent zu nutzen, um nicht Gefahr zu laufen, diese teuer durch die Auslagerung einzukaufen (Vgl. Wagemann 2006, S. 10).
Thomas Schneider

Kapitel 20. Verkauf zahlungsgestörter Forderungen als Finanzierungsquelle für mittelständische Unternehmen

Zusammenfassung
Der Verkauf zahlungsgestörter Forderungen steht für viele Mittelständler nicht im Fokus. Der Einfluss auf die Unternehmensliquidität wird oftmals unterschätzt. Die potenzielle negative Imagewirkung, mit Inkassodienstleistern zusammenzuarbeiten, wird oftmals überschätzt. Der vorliegende Beitrag geht auf Vorteile und Stellschrauben ein, die den Forderungsverkauf als sinnvolle Maßnahme im Wertschöpfungsprozess einordnet und gibt Tipps zum erfolgreichen Forderungsverkauf.
Thorsten Klug

Kapitel 21. Corporate Cash Fund – Eine Einführung in die Grundlagen der Unternehmenskasse

Zusammenfassung
Der Corporate Cash Fund (CCF) ist als exzellentes mittel- und langfristiges Finanzierungsinstrument im Mittelstand zu Unrecht noch wenig bekannt. Dabei bietet er eine Reihe von Vorzügen, sei es auf dem Gebiet der Finanzierung und der Liquidität als auch im steuerlichen Bereich aufgrund der Steuerfreiheit der Rechtsträgerin des CCF, der Unternehmenskasse (Vgl. [Pauschaldotierte] Unterstützungskasse, §§ 1b Abs. 4; 2b Abs. 4 BetrAVG; § 4d EStG; § 5 Abs. 1 Nr. 3 KStG; §§ 1 ff. KStDV.). „Nebenbei“ bindet die Unternehmenskasse in ihrer Eigenschaft als eigenständiges Subsystem der betrieblichen Altersversorgung Mitarbeiter und ist für die Gewinnung von High Potentials hervorragend geeignet.
Kurt J. Wittmayer

Kapitel 22. Finanzierungsfragen des deutschen Mittelstandes in den USA

Zusammenfassung
Der US-amerikanische Markt für Wirtschafts- und Konsumgüter sowie Dienstleistungen sollte aufgrund seiner Größe in Bezug auf Unternehmen und Bevölkerungszahl (sprich Konsumenten) für deutsche Mittelstandsfirmen interessant sein. Unternehmerische und private Nachfrage nach hochqualitativen Produkten und Service in den USA sucht nach Anbietern; respektive Hersteller, um den Bedarf zu decken. Eine auf Gewinn und Kundenzufriedenheit zielorientierte Geschäftsstrategie des deutschen Mittelstandes kann profitable Wachstumsraten dem Heimatunternehmen bescheren.
Die geschäftspolitische Entscheidung, US- Aktivitäten anzunehmen oder auszuweiten – sei es mit oder ohne eine Tochtergesellschaft in Übersee – wirft stets auch Finanzierungsfragen auf. Anstehende Themen diesbezüglich sind die Liquiditätsbeschaffung für das „laufende“ Geschäft, und nach der Entscheidung eine US-amerikanische Tochtergesellschaft ins Leben zu rufen, die Finanzierung solch einer Investition.
Die nachfolgenden Ausführungen sollen Hilfestellung leisten bei der Lösungsfindung zu beiden Themen.
Rolf-Peter Mikolayczyk
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