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Was wird Entscheider 2026 bewegen? Ob KI-gestützte Entscheidungsfindung oder geopolitische Unsicherheit - die Trends sind vielfältig. Springer Professional hat Branchenkenner gefragt, welche Entwicklungen für sie entscheidend sind. Ihre Antworten geben Einblicke in die Zukunft des Managements.

Innovation und Fachkräfte als Schlüssel

Harald Smolak ist Partner und HR-Director bei der Atreus GmbH.


"Im globalen Wettbewerb bleibt Innovation der entscheidende Erfolgsfaktor - und 2026 rückt die Biotech-Branche ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Der Druck auf große Pharmaunternehmen steigt: Margenträchtige Produkte laufen aus, die Zeit für eigene Blockbuster ist knapp. Die Folge: Übernahmen nehmen zu. Experten erwarten ein Plus von rund 13  Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Doch die eigentliche Hürde liegt nicht im Kauf, sondern in der Integration. Die Vorstellung, ein Start-up zu übernehmen und dessen Kultur unangetastet zu lassen, hat sich als Illusion erwiesen. Häufig verlassen die kreativen Köpfe nach Ablauf der Bindungsfrist das Unternehmen und mit ihnen das Innovationspotenzial. Erfolgreiche Integration erfordert mehr als Prozesse: Sie verlangt Strukturen, die Innovation auf Augenhöhe ermöglichen. Synergien entstehen nicht durch Anpassung, sondern durch die Akzeptanz beider Kulturen.

Künstliche Intelligenz verändert die Spielregeln: Prozesse werden schneller, manche Aufgaben verschwinden. Doch die größte Herausforderung bleibt menschlich - die Suche nach Talenten, die KI sinnvoll einsetzen können. Gefragt sind Experten, die Geschäftsprozesse verstehen und zugleich wissen, welche Tools den größten Mehrwert bringen.

Diese Fachkräfte sind rar und wählerisch. Sie entscheiden sich für Unternehmen, die Vertrauen, Freiraum und attraktive Perspektiven bieten. Führungskräfte müssen bereit sein, neue Wege zu gehen, um diese Talente zu gewinnen. Wer hier versagt, riskiert den Anschluss im digitalen Wettbewerb."

KI ordnet die Arbeitswelt neu

Helen Poitevin its Distinguished VP Analyst bei Gartner.


"Blickt man auf 2026, wird deutlich, wie stark Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändert. Technische Fähigkeiten veralten schneller, daher werden Anpassungsfähigkeit und Lernbereitschaft bei Einstellungen immer wichtiger.

Während KI Routineaufgaben übernimmt, gewinnen emotionale Intelligenz, Zusammenarbeit und Führung an Bedeutung. Statt einer Jobapokalypse entsteht eine Phase des Jobchaos: Ab 2028 werden weltweit jährlich über 32 Millionen Rollen grundlegend verändert. KI schafft dabei voraussichtlich mehr Jobs, als sie ersetzt. Die größte Herausforderung liegt im Neuzuschnitt von Aufgabenprofilen. Und dieser ist deutlich aufwendiger als klassische Entlassungen oder Neueinstellungen.

Um in diesem Umfeld wachsen zu können, brauchen Unternehmen einen ausgewogenen Mix aus festen Mitarbeitenden, flexiblen Arbeitskräften und KI-gestützten Systemen. Lernplattformen, die kurze Lerneinheiten empfehlen und Fähigkeiten in Echtzeit prüfen, unterstützen Teams dabei, Wissen kontinuierlich aktuell zu halten. Parallel entstehen neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine, die klare Rollen, intuitive Anwendungen und verlässliche Regeln erfordern. 

Mein Fazit: Unternehmen, die KI nutzen, um menschliche Kreativität und Zusammenarbeit zu stärken, werden 2026 und darüber hinaus widerstandsfähiger und zukunftsfähiger sein."

Das Jahr, in dem KI fester Unternehmensbestandteil wird

Veit Brücker ist Head of DACH & South EMEA bei Asana.


"2026 wird das Jahr, in dem deutsche Unternehmen den entscheidenden Schritt vom Experimentieren mit KI zur Implementierung machen. Derzeit zählen laut unseres Reports "2025 State of AI at Work" nur 18 Prozent zu den sogenannten "AI Scalers", die KI bereits unternehmensweit nutzen. Der Fachkräftemangel, die höhere Produktivitätnotwendigkeit und neue globale Abhängigkeiten zwingen Unternehmen, Automatisierung und Kollaboration auszubauen. Gleichzeitig ist die KI-Technologie gereift: Große Sprachmodelle und enterprise-fähige Tools sind heute leistungsfähiger und Compliance-konformer.

Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt für deutsche Unternehmen, KI fest in ihren Strukturen zu verankern. Die Lösung liegt in einer zentralen Kollaborationsebene, die Menschen, Prozesse und KI miteinander verbindet und dabei Governance integriert: standardisierte Workflows, klare Zuständigkeiten, Berechtigungs- und Freigabemodelle, Audit-Trails sowie nachvollziehbare Herkunft von Modellen und Daten. Das Ziel sind weniger Tool- und Kontextwechsel, mehr Klarheit und Fokus.

Doch Technologie allein wird diese Transformation nicht vorantreiben. Entscheidend ist das ernsthafte Engagement der Führungsebene. Unternehmen, die Verantwortlichkeiten klar definieren und Entscheidungsprozesse verkürzen, sehen bereits jetzt schnellere Implementierungen und höhere Renditen auf ihre KI-Investitionen. Entscheidend wird sein, Leadership und Kollaboration eng miteinander zu verzahnen. So werden Unternehmen 2026 zu den Taktgebern im KI-Bereich."

Die Tech- und Kulturtransformation parallel steuern

Roland Mayr ist Leiter Accenture Song Central & Eastern Europe (CEE).


"2026 wird für Führungskräfte zum Jahr, in dem Resilienz und Innovationskraft untrennbar verbunden sind. Geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten erhöhen den Druck, während Kunden und Mitarbeitende mehr Orientierung, Geschwindigkeit und Relevanz erwarten. Damit rückt integriertes Krisen- und Chancenmanagement ins Zentrum der Führung.

KI ist kein Experimentierfeld mehr, sondern Hebel für Wachstum trotz Krise. Sie hat sich vom Effizienzinstrument zum Strategiefaktor entwickelt - Diskussionen weichen Umsetzung. Gefragt sind skalierbare, verantwortungsvolle Modelle, die Kreativität, Produktentwicklung und Kundenerlebnisse verbessern. Zugleich verschärft sich der Fachkräftemangel, Kompetenzen veralten schneller. Führung bedeutet deshalb, Lernökosysteme aufzubauen, die Menschen kontinuierlich befähigen und Innovation aus der Organisation heraus fördern.

Parallel steigt der Anspruch, technologische Transformation mit kultureller Erneuerung zu verbinden. Mitarbeitende erwarten Effizienz, Stabilität, Sinn und Raum für Kreativität. Führung muss diese Balance gestalten - zwischen Geschwindigkeit und Reflexion, Automatisierung und menschlicher Nähe.

Entscheidend ist die Fähigkeit, die Tech- und Kulturtransformation parallel zu steuern. Unternehmen, die Silos aufbrechen, cross-funktionale Teams stärken und klar entscheiden, verwandeln Unsicherheit in Innovationskraft. Führung heißt 2026: weniger Kontrolle, mehr Vernetzung - und konsequenter Fokus auf Wert für Kunden und Talente."

KI macht Bewerber smarter - wie Unternehmen Schritt halten

Jessica Pillow ist Global Head of Total Rewards bei Deel.


"Im Jahr 2026 wird es zur Normalität, dass sich Arbeitssuchende bei ihren Bewerbungen von KI unterstützen lassen. Umso wichtiger, dass Personalabteilungen verstehen, wie genau Kandidaten diese Technologien für sich nutzen. Dadurch können sie die Flut an eingehenden Bewerbungen gezielter steuern und qualifizierte Talente erkennen.

Studien zeigen, dass inzwischen rund 59 Prozent der Jobsuchenden KI-Tools in ihrem Bewerbungsprozess einsetzen. Künstliche Intelligenz verändert das Verhalten von Jobsuchenden vor allem dadurch, dass sie ihre Vorbereitung deutlich erweitert und neu strukturiert. Schon die Interaktion mit Tools wie Chat GPT bringt Themen und Fragen hervor, über die sie zuvor möglicherweise gar nicht nachgedacht haben. Dadurch gehen Kandidaten reflektierter in Gespräche, bereiten sich gezielter auf Verhandlungen vor und treten insgesamt mit mehr Selbstvertrauen und einem höheren Informationsniveau auf.

Darüber hinaus passen viele Arbeitssuchende den Inhalt ihrer Bewerbungen an Schlüsselwörter für Applicant Tracking Systems (ATS) an, die den gesamten Rekrutierungsprozess digital verwalten, um ihre Profile und Anschreiben zu optimieren und Stellenrecherchen durchzuführen.

Um sich in der neuen Realität KI-gestützter Bewerbungen zurechtzufinden, müssen Unternehmen ihre Einstellungsverfahren modernisieren. Dafür sollten sie intelligente Screening-Tools mit kompetenzbasierten Bewertungen und persönlichen Gesprächen kombinieren. In diesen Gesprächen zeigt sich, wie Bewerbende wirklich denken, kommunizieren und Probleme lösen. Denn das geht weit über das hinaus, was KI für Bewerbende formulieren kann."

Compliance wird 2026 zur strategischen Pflicht

Barbara Matthews ist Chief People Officer bei Remote. 


"Im Jahr 2026 wird die globale Talentsuche schneller denn je voranschreiten. Laut unserer letzten Umfrage erwarten deutsche Personalverantwortliche, dass bis Ende nächsten Jahres 62 Prozent der Neueinstellungen außerhalb Deutschlands erfolgen. 

Dadurch rückt auch das Thema Compliance immer stärker in den Mittelpunkt, denn internationale Einstellungen bedeuten, dass Unternehmen mit sehr unterschiedlichen gesetzlichen Anforderungen umgehen müssen. Auffällig ist dabei ein deutlicher Widerspruch: 99 Prozent der deutschen Personalverantwortlichen sind überzeugt, die lokalen Vorschriften zu kennen, dennoch waren 77 Prozent der Unternehmen bereits mit einem Compliance-Problem im Ausland konfrontiert. 

Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Globale Compliance muss zu einer strategischen Priorität werden, denn im Jahr 2026 werden die finanziellen und reputationsbezogenen Risiken höher sein als je zuvor."

Unternehmen müssen Vertrauen in Technologie übersetzen

Kai Stübane ist Managing Director DACH bei Docusign.


"Führung bedeutet heute nicht nur, Stabilität zu schaffen, sondern auch aktiv die digitale Transformation mitzugestalten. Wer in Zeiten von Fachkräftemangel, geopolitischer Unsicherheit und steigendem Effizienzdruck bestehen will, muss auf sichere, KI-gestützte Lösungen setzen. Das ist keine Option mehr - es ist eine Führungsaufgabe. Wer jetzt nicht in moderne Prozesse investiert, verliert nicht nur an Effizienz, sondern auch an Attraktivität als Arbeitgeber.

Gerade im deutschen Markt bremsen traditionelle Strukturen. Doch Unternehmen, die technologische Verantwortung übernehmen, schaffen nachhaltige Vorteile. Ein Bericht von Deloitte und Docusign zeigt: Vertragsmanagement ist dabei ein Hebel für Produktivität. 77 Prozent der Führungskräfte führen ihren Erfolg auf moderne Tools und automatisierte Workflows zurück, die manuelle Prozesse, Brüche sowie Compliance-Risiken adressieren.

Intelligente Tools schaffen Sichtbarkeit für alle Beteiligten, ermöglichen reibungslose Verhandlungen und bewältigen hohe Vertragsvolumina effizient. Der Schlüssel zum KI-Erfolg liegt nicht nur in der Technologie selbst, sondern in stabilen Workflows, die echten Mehrwert freisetzen. Wie im Staffellauf gilt: Wenn die Übergabe zwischen Teams nicht funktioniert, verliert man das Rennen. Wer heute sichere KI integriert, wird 2026 schneller handeln, Risiken besser managen - und Talente binden."

Was HR 2026 bewegt und was das für Kanzleien bedeutet

Dr. Christoph Kurzböck ist Rechtsanwalt bei Rödl & Partner und Fachanwalt für Arbeitsrecht.


"2026 stellt auch die Rechtsbranche vor eine strategische Frage: Brauchen wir noch klassische Karrierewege - und welche Rolle spielen Junganwälte, wenn KI immer mehr Routinearbeit übernimmt? Zwar beschleunigt generative KI Recherche, Erstentwürfe und Wissenstransfer erheblich, doch der Fehlschluss liegt nahe, daraus auf einen generell sinkenden Bedarf an Nachwuchsjuristinnen und -juristen zu schließen.

Tatsächlich verändert KI nicht den Bedarf an Talent, sondern dessen Einsatzprofil. Associates werden weniger für Fleißarbeit gebraucht, dafür stärker für Analyse, Urteilskraft, Mandantenkontakt und die rechtliche Einordnung KI-gestützter Ergebnisse. Gesucht werden junge Juristinnen und Juristen, die digitale Recherchetools, Dokumentenautomatisierung, KI-Assistenten und datenbasierte Analysen souverän nutzen - und zugleich ihre Grenzen erkennen.

Gleichzeitig wächst der arbeitsrechtliche Beratungsbedarf: AI Act, Beschäftigtendatenschutz, Arbeitszeiterfassung, Transparenzpflichten und die Betriebsratswahl 2026 machen HR-Compliance zum Hochrisikofeld. Unternehmen suchen Orientierung, Kanzleien benötigen dafür spezialisierte Teams. 2026 wird damit kein Jahr des Personalabbaus, sondern eines gezielten Umbaus: weniger Abarbeitung, mehr strategische Beratung. KI ersetzt den Associate nicht - sie erhöht aber die Anforderungen an seine Qualifikation."

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