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11.10.2013 | Unternehmensführung | Im Fokus | Onlineartikel

Warum Sie Mentoring nutzen sollten

Autor:
Eva-Susanne Krah

Mentoring hat Hochkonjunktur als Führungsinstrument in innovativen Unternehmen. Warum es als Karrieretreiber Sinn macht, beleuchtet die Springer-Autorin Ingrid Walter-Kühfuss für beide Seiten - Mentor und Mentee.

Die Geschichte des Mentors ist so alt wie die von persönlichen Karrieren in Unternehmen, Hochschulen oder Universitäten. Der Begriff des Mentors entstammt der griechischen Mythologie. Danach zog Odysseus in den Trojanischen Krieg und übertrug die Erziehung seines Sohnes Telemachos an Mentor, seinen Vertrauten. Durch die zunehmende Veränderungsdynamik in der Arbeitswelt hat die Wirkungskraft von Mentoring in modernen Unternehmen stetig zugenommen. Denn Führungskräfte sind gefordert, ein hohes Maß an Engagement und eine breite Palette an fachlichen, persönlichen und sozialen Kompetenzen einzubringen, um weiterzukommen und auch das Unternehmen voranzutreiben. Wer wünscht sich da nicht den wohlwollend agierenden Förderer, der sich uneigennützig für die Karrieren seiner Mitarbeiter durch gezielte Unterstützung und Mentoring-Maßnahmen, Netzwerken und Know-how-Vermittlung einsetzt. Auch für Mentoren ist es durchaus gewinnbringend, sowohl weibliche als auch männliche Führungskräfte durch Mentoring-Maßnahmen voranzubringen.

Mentoring als Führungschance

Welche Mechanismen im Mentoring greifen und welche Chancen darin für Organisationen stecken, hat die Springer-Autorin Walter-Kühfuss im Kapitel zu Mentoring ( S. 131-146) des Buchs "Führung und Erfolg" von Karl Kreuser und Thomas Robrecht beleuchtet. Vor allem für weibliche Mitarbeiter sieht Kühfuss im Mentoring ein nachhaltiges Personalentwicklungsinstrument, um mehr Frauen als Mentees für höhere Managementfunktionen zu gewinnen. Führungskräfte sollten sich ihrer Ansicht nach durchaus selbstkritisch drei Fragen stellen, bevor sie Mentoring-Prozesse für Ihre Mitarbeiter in Gang setzen:

  1. Angenommen, sie hätten die Möglichkeit zur Durchführung eines Mentoring-
    Programms: Welche Mitarbeiterin/welcher Mitarbeiter könnte welchen Nutzen daraus
    ziehen?
  2. Welchen Nutzen und Zielsetzung könnte ein Mentoring-Programm für das Unternehmen
    haben und was würde sich in der Führungs- und Unternehmenskultur verändern?
  3. Was befähigt sie selbst, die Rolle der Mentorin/des Mentors zu übernehmen, und welchen Gewinn
    würden sie für sich/(für das Unternehmen) daraus ziehen?

Ziele im Mentoring

Wesentliche Ziele für beide Seiten, Mentor und Mentee, im Verlauf einer Mentoring-Phase sollten Aspekte wie die Stärkung und Entwicklung persönlicher individueller Kompetenzen und Fähigkeiten, die Reflexion der bisherigen Laufbahn und Planung weiterer Schritte sowie die Entwicklung von fördernden Kontakten und Aufbau eines Netzwerks sein. Nicht zuletzt geht es auch um das Kennenlernen verschiedener Strategien, um die beruflichen und persönlichen Ziele zu erreichen. Die Rolle des Mentors ist dabei klar gesetzt: Er soll einerseits unternehmerspezifische Handlungs- und Lösungskompetenzen vermitteln und beim Aufbau von Kontaktnetzwerken sowohl innerhalb als auch außerhalb der Organisation unterstützen. Zugleich soll er seine eigene fachliche Kompetenz, Erfahrungen und Wissen in den Beratungsprozess einbringen und sie anhand praktischer Situationen aus dem Arbeitsalltag gemeinsam mit dem Mentee erproben. Dabei gelten klare Abgrenzungen für Coaching-Prozesse, die im Buch in einer Übersicht (S.134) gegenübergestellt werden.

Win-Win für die Karriere

Die Autorin Ingrid Walter-Kühfuss sieht in Mentoring-Phasen ein klares Win-Win für beide Seiten: Für den Mentor, weil er in seiner Rolle die Gelegenheit erhält, das persönliche Verhalten und das Führungsverhalten zu reflektieren und zu verbessern. Im "Cross-Mentoring" von Mitarbeitern, die aus einem anderen Unternehmen kommen, erhält er zudem Einblicke in andere Organisationen. "Durch die Weiterentwicklung von Entwicklung der Motivations- und Leistungsfähigkeit von Nachwuchskräften", meint Kühfuss, trage er zudem zu einem Gewinn für das Unternehmen bei. Der Mentee hingegen zieht den vielleicht größten Nutzen aus einer intensiven Karrierebegleitung, bei der er vom Erfahrungsschatz des Mentors profitieren kann. Mentees knüpfen zudem wertvolle Netzwerke und verstärken ihre Kompetenzen und Fähigkeiten, die sie dann gezielter für ihre Karriereentwicklung einbringen können.

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