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05.05.2022 | Unternehmensführung | Infografik | Online-Artikel

Chefinnenzahl im Mittelstand sinkt

verfasst von: Andrea Amerland

2 Min. Lesedauer
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Rund 16 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland werden von einer Frau geführt, zeigt eine Analyse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Damit ist die Anzahl seit 2020 wieder leicht gesunken.

Weibliche Führungskräfte sind Mangelware im Mittelstand, so der Tenor einer Studie von KfW Research, der Forschungsabteilung der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Demnach wurde im Jahr 2021 nur etwa jede sechste Firma von den rund 3,8 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland von einer Frau geführt. Das entspricht etwa 16 Prozent beziehungsweise 608.000 KMU. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um 0,8 Prozent (2020: 16,8 Prozent | 638.000). 2016 standen noch bei 16,4 Prozent der Mittelständler Frauen an der Spitze. Ein Rekordhoch wurde mit einem Frauenanteil von rund 19 Prozent im Jahr 2013 erreicht. 

Frauen gründen seltener

Als Ursache für die kontinuierlich rückläufige Frauenquote führt die KfW unter anderem die sinkende Gründungaktivität hierzulande an. So lag die Zahl der Gründerinnen im Jahr 2021 bei etwa 205.000. Vor diesem Hintergrund sei nicht zu erwarten, dass die Führungsetagen im Mittelstand kurzfristig weiblicher werden, schätzt KfW Research. "Wer Chefinnen möchte, der braucht Gründerinnen und Frauen in allen Wirtschaftsfeldern oder Branchen", erklärt dazu Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

Doch häufig komme es nach wie vor zur traditionellen Arbeitsteilung bei Haushalt und Kinderbetreuung. Auch eine geschlechterstereotype Ausbildungs- und Berufswahl beeinflusse die Gründungsneigung von Frauen negativ. Am höchsten ist der Anteil weiblicher Firmenchefs in mittelständischen Dienstleistungsunternehmen. Dort sind etwa neun von zehn Chefs Frauen (89 Prozent).

Frauen wirtschaften in KMU überproportional

Gleichzeitig dürfe die wirtschaftliche Bedeutung frauengeführter Mittelständler in Deutschland nicht unterschätzt werden. Denn sie leisten laut KfW-Analyse mit 16 Prozent einen überproportionalen Beitrag zur gesamtem mittelständischen Wirtschaftskraft. In absoluten Zahlen heißt das, das Frauen an der Spitze von KMU rund 3,4 Millionen Arbeitnehmende beschäftigen, etwa 100.000 Menschen ausbilden, 331 Milliarden Euro Umsatz erzielen sowie 15 Milliarden investieren, etwa in neue Anlagen und Bauten. 

Insgesamt geht die Studie nicht davon aus, das sich die Frauenquote im Mittelstand in den nächsten Jahren positiv entwickelt wird - und das, obwohl die Unternehmensführung für Akademikerinnen immer attraktiver wird. So hat der Akademisierungsgrad unter den Inhaberinnen deutlich zugelegt und liegt aktuell bei 58 Prozent. 

Die Entwicklung im Mittelstand verläuft konträr zum Trend in den börsennotierten Großunternehmen hierzulande. Auch wenn dort die gesetzlichen Frauenquoten in Führungspositionen nur teilweise erreicht werden, stieg der Frauenanteil in Vorständen zuletzt auf 14,1 Prozent, in Aufsichtsräten auf 35,9 Prozent.

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