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12.03.2019 | Unternehmensführung | Infografik | Onlineartikel

Chefinnenzahl im Mittelstand sinkt

Autor:
Andrea Amerland

Rund 15,4 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland werden von einer Frau geführt, zeigt eine Analyse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Damit ist die Anzahl seit 2013 deutlich gesunken.


Weibliche Führungskräfte sind Mangelware im Mittelstand, so der Tenor einer Studie der KfW-Förderbank. Demnach wurde im Jahr 2017 nur etwa jede sechste mittelständische Firma (15,4 Prozent) von einer Frau geführt.

2016 standen noch bei 16,4 Prozent der rund 3,7 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) Frauen an der Spitze. Ein Rekordhoch wurde mit einem Frauenanteil von rund 19 Prozent im Jahr 2013 erreicht. Die Zahl der von Frauen geführten mittelständischen Unternehmen sank somit innerhalb von fünf Jahren um 100.000 auf 580.000 Unternehmen.

Frauen gründen seltener

Als Ursache für diesen Negativtrend identifiziert die KfW-Untersuchung die guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Immer mehr Menschen entscheiden sich daher lieber für die Sicherheit einer Festanstellung als für die Risiken einer Selbstständigkeit. Das ließe sich an konkreten Zahlen ablesen. So ist die Anzahl der Existenzgründungen mit 557.000 im Jahr 2017 stark abgeflaut.

Insbesondere bei den Frauen führen laut KfW die guten Arbeitsmarktchancen dazu, das es weniger weibliche Führungskräfte an der Spitze mittelständischer Unternehmen gebe. Denn im Jahr 2017 ist den Angaben zufolge der Frauenanteil an allen Neugründungen um sechs Prozentpunkte im Vergleich zu 2015 auf 37 Prozent gesunken. Insbesondere bei Vollerwerbsgründungen zeigten sich Frauen wesentlich zurückhaltender. Ihre Beteiligung sank um zehn Prozent und auf 29 Prozent.

In Europa rangiert Deutschland nur im unteren Drittel

Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass insgesamt das Management von Männern dominiert wird. Selbst in den als vorbildlich geltenden baltischen, skandinavischen und osteuropäischen Staaten erreicht der Frauenanteil in der Unternehmensführung nicht das Niveau der Männer. In Lettland sind lediglich 44 Prozent der Positionen im mittleren und höheren Management mit Frauen besetzt. Slowenien kommt auf einen Frauenanteil von 42 Prozent, Schweden gerade einmal auf 40 Prozent. Deutschland bewegt sich im unteren Drittel. Lediglich 28 Prozent der mittleren und höheren Führungspositionen sind hierzulande von Frauen besetzt. 

"Nicht nur die Chefsessel im Mittelstand sind wieder zunehmend männlich besetzt, auch im mittleren und höheren Management in der Wirtschaft gibt es im internationalen Maßstab deutlichen Nachholbedarf“, kritisiert KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Er macht die oft fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Familie dafür verantwortlich, dass Frauen auf Managementebene fehlen.

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