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29.08.2019 | Unternehmensführung | Infografik | Onlineartikel

Unternehmensinterne Nachfolge nicht Mittel der Wahl

Autor:
Andrea Amerland

Wird die Nachfolge nicht rechtzeitig geregelt, kann das ein Unternehmen in die Krise stürzen oder sogar das Ende bedeuten. Welchen Lösungsweg inhabergeführte Unternehmen dabei bevorzugen, hat das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) ermittelt. 

Die Frage nach der Unternehmensnachfolge ist keine Bagatelle, sondern eine echte Herausforderung, vor der nach Schätzungen des IfM Bonn bis 2022 in Deutschland jährlich rund 30.000 Firmen stehen. Zwischen 2018 und 2022 sind demnach 150.000 Familienunternehmen davon betroffen. Die Suche nach einem neuen Unternehmenslenker wird dadurch erschwert, dass in etwa jedem zweiten mittelständischen Unternehmen kein Familienmitglied den Betrieb übernehmen möchte. 

Wie die mittelständische Betriebe letztendlich das Nachfolgeproblem lösen, hat das IfM in einer Metastudie, für die 18 Einzelstudien ausgewertet wurden, ermittelt. Demnach gelingt es 53 Prozent, den Betrieb in Familienhand zu behalten und an einen Verwandten zu übergeben. Ist dies nicht möglich, könnte ein Mitarbeiter aus der Belegschaft als Nachfolger aufgebaut werden. Doch das gelingt nur knapp jedem fünftem Unternehmen (18 Prozent). Viel häufiger muss der Familienbetrieb an einen anderen Unternehmer verkauft und somit die Nachfolgefrage extern gelöst werden (29 Prozent).

Unternehmensinterne Nachfolge beliebt, Verkauf lukrativer

Die Übergabe an einen oder mehrere Führungskräfte aus dem Unternehmen ist schnell zu realisieren und vergleichsweise risikoarm, schreiben die IfM-Forscherinnen Nadine Schlömer-Laufen und Rosemarie Kay in ihrer Studienzusammenfassung. Ein weiterer Vorteil dieser Nachfolgeregelung: Der Stabswechsel könne vorbereitet werden, ohne das Verunsicherungen bei Belegschaft, Kunden oder Lieferanten entstehen. Zudem müsse keinem Fremden Einblick in die Bücher gewährt werden, was den meisten Alteigentümern lieb ist. 

Auch die Kenntnisse über den Betrieb sind von Vorteil, wenn eine Führungskraft aus dem Betrieb die Nachfolge antritt. Daher sei wenig verwunderlich, das dieses Modell unter den unternehmensinternen Nachfolgelösungen dominiere. Allerdings hat dieser Lösungsansatz auch Nachteile. "So sollte für Übergeber und Übergeberinnen eine Arbeitnehmernachfolge aus rein ökonomischer Sicht grundsätzlich nicht die erste Wahl sein, weil mit dem Verkauf des Unternehmens an einen strategischen Käufer zumeist ein höherer Preis erzielt werden kann", waren die IfM-Forscherinnen. 

Auf die Arbeitnehmernachfolge sollten Eigentümerfamilien daher immer dann zurückgreifen, wenn kein anderer externer Käufer als Interessent zur Verfügung steht oder aber das Lebenswerk und die Arbeitsplätze langfristig gesichert werden sollen.

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