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Warum Deutschland im globalen Tech-Wettbewerb zurückfällt

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Nur rund 30 Start-ups mit Milliardenbewertung: Warum Deutschland laut Experten sein technisches Potenzial bislang kaum nutzt und was auf dem Spiel steht.

Frauen sind in Tech-Start-ups zumeist noch Mangelware.  


Deutschland verfügt über ein ungenutztes technologisches Wertschöpfungspotenzial von rund 1,7 Billionen Euro bis zum Jahr 2030. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Wachstumspfade" der Boston Consulting Group (BCG) und des Gründerzentrums Unternehmer TUM. Ohne einen radikalen Kurswechsel bei der Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen drohe der Standort im Wettbewerb mit den USA und China endgültig den Anschluss zu verlieren, meinen die Autoren der Studie.

Sechs Schlüsseltechnologien im Fokus

Die Summe von 1,7 Billionen Euro Wertschöpfungspotenzial errechnet sich aus sechs zentralen Technologiefeldern, in denen Deutschland industrielle Stärken ausspielen könnte: Künstliche Intelligenz (KI), Quantentechnologie, Mikroelektronik, Biotechnologie, klimaneutrale Energie & Fusion sowie Mobilität. Beim Thema KI raten die Experten etwa, Deutschland solle nicht mit den USA im Bereich generischer Sprachmodelle konkurrieren. Vielmehr lägen die Chancen in der industriellen KI, der Robotik und sogenannten Weltmodellen, die physische Zusammenhänge verstehen. 

Im Segment Mobilität sehen die Autoren der Studie ein großes Potenzial vor allem in der Batterieforschung, der Hyperloop-Technologie und autonomen Transportsystemen.

Die Analyse zeichnet ein zweigeteiltes Bild des Standorts Deutschland. Während die Bundesrepublik über eine exzellente wissenschaftliche Basis und ein starkes Patentaufkommen verfüge, gelinge der Transfer in skalierbare Geschäftsmodelle nur unzureichend.

Dramatische Lücke bei Wagniskapital und "Unicorns"

Der Abstand zu den führenden Tech-Nationen wird in zwei Kennzahlen deutlich: Während in den USA rund 700 und in China etwa 370 sogenannte "Unicorns" - Start-ups mit Milliardenbewertung - entstanden sind, zählt Deutschland bislang nur rund 30 solcher Unternehmen. Ein Hauptgrund sei der eklatante Mangel an Wachstumskapital: Im Jahr 2024 flossen der Studie zufolge in den USA 209 Milliarden US-Dollar Wagniskapital, in Deutschland waren es weniger als 10 Milliarden.

Die "Hightech Agenda" des Bundesforschungsministeriums sei die Chance, Deutschland als Industrie- und Technologiestandort neu zu erfinden, sagte Michael Brigl, Senior Partner und Zentraleuropa-Chef bei der Boston Consulting Group. "Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Mikroelektronik oder Biotechnologie entscheiden nicht nur darüber, wer künftig wirtschaftlich das Rennen macht. Sie sind genauso entscheidend für die Resilienz und Souveränität unseres Landes."

Und Philipp Gerbert, CEO von TUM Venture Labs und Senior Partner Emeritus BCG, ergänzt: "Ob Deutschland im Technologiewettbewerb aufholt, entscheidet sich nicht bei der Idee, sondern bei der Translation und Skalierung. Jetzt geht es darum, Deeptech-Innovationen schneller aus der Pilotphase in industrielle Anwendungen zu überführen." Andernfalls drohten zentrale Zukunftsmärkte und damit verbundene Wertschöpfung dauerhaft außerhalb Deutschlands zu entstehen.

Erfolgsentscheidend sei für Unternehmen der Zugang zu Wachstumskapital über alle Entwicklungsphasen hinweg, insbesondere in der kapitalintensiven Skalierung. Um Innovationen nicht auszubremsen und Entwicklungszeiten zu verkürzen, seien zudem schnelle, planungssichere und innovationsfreundliche regulatorische Rahmenbedingungen erforderlich, empfehlen die Studienautoren.

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