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31.10.2019 | Unternehmensgründung | Infografik | Onlineartikel

Existenzgründungen gehen auch in der Kreativwirtschaft zurück

Autor:
Eva-Susanne Krah

Im Jahr 2018 gingen deutlich weniger neu gegründete Unternehmen aus der Kreativwirtschaft an den Start als in Vorjahren. Das passt zur allgemein sinkenden Gründungstätigkeit in Deutschland. 

Waren es im 2003 noch 178.000 Existenzgründungen von Kreativunternehmern, so fiel die Zahl der jungen Unternehmen dieser Sparte im Jahr 2018 auf nur noch 98.000. Das zeigt der jüngste Gründungsreport von KfW Research. Ähnlich sieht es im gewerblichen Bereich aus: Laut Statista sanken die Gewerbeanmeldungen beispielsweise im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,6 Prozent auf 356.000. Allerdings hat sich der Anteil von Kreativgründungen nach einem Tiefpunkt im Jahr 2009 insgesamt positiv entwickelt, mit zuletzt 18 Prozent aller neuen jungen Unternehmen. Zehn Jahre zuvor lag der Anteil bei nur elf Prozent. Im Blick auf die Teilmärkte der Kreativwirtschaft kommt der Report zu folgenden Ergebnissen: 

  • Im Bereich Design gab es mit 25 Prozent die meisten Gründungen im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2018 gab, gefolgt von
  • Unternehmen in der Werbewirtschaft mit 14 Prozent f´gefolgt von
  • Software/Spiele und Büchermarkt mit je elf Prozent auf den Plätzen zwei und drei.

Männliche Gründer zögern

Seit 2017 gab es zudem eine deutlich auseinandergehende Entwicklung bei Gründungen in der Kreativwirtschaft durch männliche Jununternehmer und Frauen: Nach einem Gleichstand 2017 zogen Kreativgründungen durch Männer 2018 auf 60.000 an, während die Unternehmens-Neustarts von Gründerinnen auf 38.000 zurückgingen.

Vor allem bei Software und Games verlässt junge männliche Gründer offenbar der Mut: Ihre Zahl hat sich mehr als halbiert, obwohl in diesem Sektor im langfristigen Durchschnitt zu 80 Prozent Männer neue Unternehmen ins Leben rufen. Ein Grund für die Zurückhaltung bei den männlichen Gründern könnte auch darin liegen, dass neue, innovative Geschäftsideen gerade im Technologiesektor in einem immer größeren und dynamischeren Wettbewerb miteinander stehen. Es wird also immer schwieriger, nachhaltige Gründungsideen zu entwickeln und sie schnell genug zur Marktreife zu bringen. Zudem fehlt häufig das nötige Risikokapital. Nicht jedem jungen Unternehmen gelingt ein erfolgreicher Zugang zu Start-up-Investoren oder Fördermitteltöpfen. 

Interessant: Sologründungen, die eher wenig Kapital für den Unternehmensstart benötigen, sind in der Kreativszene häufiger als in anderen Gründersparten anzutreffen, vor allem so genannte digitale Nomaden, die mobil von überall aus arbeiten. Freiberufler sind doppelt so häufig vertreten, Kreativgründer konzentrieren sich stärker auf überregionale Zielmärkte und auf Geschäftskunden. 

Innovative Gründungen brauchen gute Vorbereitung

Den komplexen Gründungsprozess im Kreativbereich beschreibt Andrea Hausmann, Professorin am Institut für Kulturmanagement der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg mit praktischer Erfahrung aus eigener Gründungstätigkeit, in einem Kapitel ihres Essentials "Basics der Existenzgründung in der Kultur- und Kreativwirtschaft" (Seite 27) so: "Häufig entstehen Geschäftsideen aus einem von den Gründenden bei sich selbst konstatierten Mangel oder bei Dritten beobachteten, offensichtlich fehlenden Problemlösungen." Nicht jeder Gründerperson sei es jedoch möglich, ihre unternehmerische Tätigkeit auf einer Innovation zu begründen. Sie rät daher, im Vorfeld der Gründung eine systematische Situationsanalyse durchzuführen, "die wichtige Informationen zu den (markt-)externen und (organisations-) internen Rahmenbedingungen liefert", so Hausmann. Das trägt aus ihrer Sicht dazu bei, Geschäftsideen zu identifizieren, zu prüfen und auszuwählen.  

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