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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Gründungen in Deutschland: Datenquellen, Niveau und räumlich-sektorale Struktur

Zusammenfassung
In diesem Aufsatz sind die wesentlichen Ergebnisse eines empirischen Vergleiches von vier Datenquellen zum Gründungsgeschehen in Deutschland zusammenge­fasst. Der Vergleich dieser vier Datenquellen bezieht sich sowohl auf das Niveau als auch auf die sektorale und räumliche Struktur der Gründungsaktivitäten. Auf der Grundlage unserer Analysen schließen wir, dass sich insbesondere aus der Beschäftigtenstatistik der Bundesanstalt für Arbeit und den Mannheimer Gründungspanels des ZEW valide Indikatoren des Gründungsgeschehens ableiten lassen. Demgegenüber sind die Informationen der Gewerbeanzeigenstatistik — vor allem hinsichtlich des ausgewiesenen Niveaus der Gründungsaktivitäten — offenbar mit einem vergleichsweise hohen Maß an Ungenauigkeit behaftet. Die amtliche Statistik des Bergbaus und Verarbeitenden Gewerbes hat den wesentlichen Nachteil, dass sie in dem von ihr abgedeckten Wirtschaftsbereich nur einen Teil der Gründungen erfasst. Bei allen vier Quellen schlagen sich die Verfahren zur Erhebung und Aufbereitung der Daten in Unterschieden in der Branchen-und Regionalstruktur der Gründungsdaten nieder.
Michael Fritsch, Reinhold Grotz, Udo Brixy, Michael Niese, Anne Otto

„Nascent Entrepreneurs” in Deutschland

Zusammenfassung
Der Beitrag diskutiert Gründungspotenzial und Gründungsprozess in Deutschland konzeptionell und empirisch auf Basis eigener Studien sowie der Daten des Sozio-Ökonomischen Panel. Die bisherigen Ergebnisse stellen den für Deutschland erstmaligen Versuch einer konzeptionellen wie empirischen Strukturierung des Vorgründungsgeschehens dar. Der Gründungsprozess und die -entscheidungen werden als geplanter und emergenter, sich selbstorganisierender Prozess verstanden. Die eigene Erhebung zeigt eine Vielzahl an Gründertypen (werdend, ruhend, abgebrochen) in der Gründungs(vor-)phase. Da nur ein Bruchteil der potenziellen Gründer jemals ihre Absichten verwirklicht, ist der Gründungsprozess auch als „Trichter“ darstellbar, wobei das Ergebnis des Gründungsprozesses prinzipiell offen und nicht vorhersehbar ist. Dabei bestätigt die bivariate Analyse der empirischen Daten bereits für die Vorgründungsphase die aus bisherigen Forschungen bekannten Zusammenhänge von Gründungsaktivitäten, demographischen Merkmalen sowie dem persönlichen Hintergrund und dem Makroumfeld. Gleichzeitig weisen die Analysen darauf hin, dass dem Schritt in die Selbständigkeit zwar oft ein langgehegter, aber nicht unbedingt explizit geäußerter Wunsch zu Grunde liegt, Handlungen und Entscheidungen dagegen häufig spontan erfolgen.
Friederike Welter, Heiko Bergmann

Individuelle und regionale Einflussfaktoren auf die Gründungsneigung von Hochschülern

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründungsneigung von Hochschülern einerseits in Abhängigkeit von individuellen Einflussfaktoren, die abgebildet werden anhand von Entscheidungsmodellen der Erwerbsneigung von Hochschülern. In diesen Entscheidungsmodellen wird zunächst der Einfluss institutioneller Rahmenbedingungen betrieblicher Personalpolitik bzw. die Wahrnehmung personalpolitischer Flexibilität auf die Gründungsneigung von Hochschülern mit Hilfe von klassischen Erwartungsnutzenmodellen analysiert. Im zweiten Schritt wird untersucht, inwiefern der Grad der Risikoaversion und Entscheidungsverzerrungen, die nach prospecttheoretischen Überlegungen wiederum von der Gründungskompetenz abhängen, einen eigenständigen Einfluss auf die Gründungsneigung ausüben. Andererseits wird die Gründungsneigung der Hochschüler in Abhängigkeit von regionalen Umfeldfaktoren untersucht. Dieser Teil des Beitrages folgt also dem nachfrage- oder umfeldorientiertem Ansatz, nach dem die Gründungswahrscheinlichkeit einer Person das Resultat von Einflüssen des makro- und des mikrosozialen Umfeldes ist, die infolge personenbezogener Faktoren individuell unterschiedlich wahrgenommen werden. Die Person filtert also die Umfeldeinflüsse. Die Gesamtheit der individuellen Gründungswahrscheinlichkeiten einer Region bestimmt die Gründungshäufigkeit oder -anzahl derselben Region. Auch hier eifolgt unter Verwendung der selben abhängigen Variable wie im ersten Teil des Beitrages eine Schätzung des statistischen Einflusses, hier ausgewählter Variablen des regionalen Umfeldes, auf die Gründungsneigung der Befragten Mitglieder Kölner Hochschulen.
Uschi Backes-Gellner, Güldem Demirer, Rolf Sternberg

Aufgaben und ihre Bewältigung in der Vorgründungs-, Gründungs- und Nachgründungsphase: Eine empirische Erfassung des Verlaufes von geförderten Unternehmensgründungen

Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit dem Zeitraum der Vorgrü;ndungs- bis zur Nachgrü;ndungsphase von Unternehmensgrü;ndungen. Dabei werden die zeitliche Struktur der Vorgrü;ndungsphase analysiert, die Bedeutung von Informationsquellen in dieser Phase untersucht und die mit der Grü;ndung verbundenen Zielvorstellungen diskutiert. Fü;r den gesamten Grü;ndungsprozess wird das Aufgabenspektrum und die zur Bewältigung rekrutierte Unterstü;tzungsleistung phasenspezifisch analysiert. Nach der Darstellung von Belastungen während des Grü;ndungsprozesses wird der Blick abschließend auf die Ziele und Zukunftspläne der Grü;nder zu Beginn der Nachgrü;ndungsphase gerichtet.
Thomas Lang-von Wins, Robert Leiner, Lutz von Rosenstiel, Jürgen Schmude

Risiken und Strategien zur Risikominderung im Gründungsprozess

Eine empirische Untersuchung neu gegründeter Biotechnologie- und Multimedia-Unternehmen in Baden-Württemberg
Zusammenfassung
Die jungen Wirtschaftszweige Biotechnologie und Multimedia sind vor allem durch eine hohe Dynamik der technologischen Entwicklung und des Marktes gekennzeichnet. Die empirische Untersuchung von Neugründungen zeigte, dass trotz einer vergleichbaren Dynamik des Unternehmensumfeldes sowohl die Risikofaktoren als auch die Strategien im Umgang mit diesen zwischen den beiden Wirtschaftszweigen zum Teil deutlich voneinander abweichen. Unterschiedliche Strategien zur Eindämmung von Risiken im Gründungs-und Frühentwicklungsprozess kommen insbesondere in der phasenspezifisch divergierenden Art und Intensität der Vernetzung mit Akteuren im Umfeld des Unternehmens zum Ausdruck.
Michael Buhmann, Andreas Koch, Bernd Steffensen

Standortbezogene Steuerung von Unternehmensgründungen durch bau-, planungs-, umwelt- und wirtschaftsverwaltungsrechtliche sowie planungsfachliche Rahmenbedingungen

Zusammenfassung
Gegenstand der interdisziplinären Untersuchung ist die räumliche Steuerung des Gründerverhaltens durch Einflussnahme auf die unternehmerische Standortentscheidung und das von den öffentlichen Aufgabenträgern unterbreitete Standortangebot. Unter rechtlichen Gesichtspunkten werden die bau-, planungs-, umwelt-und wirtschaftsverwaltungsrechtlichen Vorgaben betrachtet, die raum-und flächenbezogene Aussagen treffen. Untersucht werden Hemmnisse bei der Standortwahl von Unternehmen und Möglichkeiten zur Förderungen von Unternehmensansiedlungen. Aufgezeigt werden Handlungsfelder und -ansätze zur Fortentwicklung des rechtlichen Steuerungsinstrumentariums zur Förderung von Unternehmensgründungen. Aus planungsfachlicher Sicht wird die Standortwahl technologieorientierter Existenzgründer und die sich hieraus ergebenden Anforderungen an die Raumplanung und Regionalentwicklung untersucht. Die empirischen Analysen beziehen sich auf sechs Teilräume in Südwestdeutschland mit unterschiedlichen Raumstrukturen. Damit leistet die Untersuchung einen Beitrag zum Verständnis des Gründungsgeschehens und der Standtortwahl auch aus raumplanerischer Sicht. Darüber hinaus zeigt sie auf, auf welche Weise Raumplanung und Regionalentwicklung durch ihre Instrumente die Standortvoraussetzungen für den Existenzgründungsprozess unterstützen und befördern können.
Willy Spannowsky, Hans Kistenmacher, Andreas Hofmeister, Marion Marschall-Meyer

Kapitalmarktrechtliche und gesellschaftsrechtliche Rahmenbedingungen beim Zugang junger und neugegründeter Unternehmen zum Kapitalmarkt („Going Public“)

Zusammenfassung
Dieser Beitrag stellt ausgewählte Ergebnisse der Arbeit der Gießener Forschungsgruppe (Leitung: Prof. Ekkenga) vor. Aufgezeigt werden rechtliche Restriktionen, denen Designated Sponsors vor allem aus kapitalmarktrechtlicher Sicht unterliegen. Es zeigt sich, daß die Weitergabe von Informationen an Designated Sponsors, die über die liquiditätsspendende Funktion hinaus Aufgaben übernehmen, oftmals nicht unbedenklich ist. Daneben wird der gesellschafts- und konzernrechtliche Rahmen abgesteckt, in dem in Deutschland Financial Covenants zur ergänzenden Kreditsicherung vereinbart werden können. Hier ist bezüglich der Entwicklung der gesellschaftsrechtlichen Haftung des Kapitalgebers für die Zukunft eine restriktive Rechtsprechung zu erwarten.
Josef Hofschroer, Maik Fettes

Unternehmensgründungen, etablierte Unternehmen und Innovationsnetzwerke

Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag zielt auf die Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Unternehmensgründungen, etablierten Unternehmen und Innovationsnetzwerken. Ausgehend von konzeptionellen und theoretischen Überlegungen über die Beziehungen zwischen betrieblichen Innovationsaktivitäten und technologischen Möglichkeiten wird der Einfluß der Netzwerkmitgliedschaft (und weiterer Faktoren) auf das Innovationsverhalten von neugegründeten und etablierten Unternehmen empirisch untersucht. Die ökonometrischen Analysen weisen in den untersuchten Modellvarianten durchgehend positive Effekte einer Netzwerkmitgliedschaft auf die Höhe des Innovationsinputs von neugegründeten Unternehmen auf (Sample A). Die Zusammenarbeit mit anderen (etablierten) Netzwerkmitgliedern erweitert bzw. verbessert intern vorhandene Kapazitäten mit stimulierenden Effekten auf die Höhe des betrieblichen Innovationsinputs. Bei der Gruppe der etablierten Unternehmen (Sample B) spielen Netzwerke nicht die herausragende Bedeutung als Innovationsfaktor wie bei neugegründeten Unternehmen. Die Motivation dieser Unternehmen, sich dennoch in Innovationsnetzwerken zu engagieren, liegt darin begründet, daß über die Netzwerkmitgliedschaft kostensenkende und qualitätsverbessernde Innovationen entwickelt werden, was die eigene Marktposition verbessert und zu Umsatzsteigerungen führt. Bei der Betrachtung aller innovativen Unternehmen auf der Basis eines integrierten Datensatzes (Sample C) finden sich statistisch hoch signifikante Belege dafür, daß die Netzwerkmitgliedschaft von neugegründeten Unternehmen positive Auswirkungen auf die Innovationsaktivitäten der (anderen) Netzwerkmitglieder hat. Dies unterstreicht den hohen Stellenwert von ’start ups’ für Innovationsnetzwerke.
Wolfgang Becker, Jürgen Dietz

Die Entwicklung junger Unternehmen

Zusammenfassung
In diesem Beitrag wird zunächst eine neue Datenbasis, die ZEW-Gründerstudie, vorgestellt, die über die Entwicklung junger Unternehmen in Ost- und West-deutschland während der neunziger Jahre informiert. Um das Datenmaterial zu charakterisieren, werden im ersten Teil des Beitrags zentrale Aspekte der Befragungsplanung und -durchführung kurz erläutert. Der zweite Teil des Beitrags ist empirischen Untersuchungen zu Schließungsentscheidungen und zum Beschäftigungswachstum junger Unternehmen gewidmet. Auf Basis der ZEW-Gründerstudie werden Faktoren analysiert, die das Auftreten schnellen Wachstums, freiwilliger Stillegungen und erzwungener Schließungen beeinflussen. Hierbei wird deutlich, dass je nach Schließungsart spezifische und z.T. gerade gegensätzliche Effekte firmenspezifischer Merkmale auftreten. Weitere Auswertungen beziehen sich auf den Zusammenhang zwischen Unternehmensalter und der durchschnittlichen jährlichen Beschäftigungswachstumsrate. Ebenso wie in empirischen Untersuchungen anderer Autoren ergibt sich nicht in allen betrachteten Wirtschaftszweigen der aufgrund theoretischer Arbeiten zu erwartende negative Zusammenhang.
Matthias Almus, Susanne Prantl
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