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22.09.2017 | Unternehmenskredit | Im Fokus | Onlineartikel

Geldhäuser müssen Kreditprozesse überarbeiten

Autor:
Barbara Bocks

 

Im derzeit schwierigen Marktumfeld in der Finanzbranche arbeiten alle Kreditinstitute an digitalen Innovationen, die ihre Prozesse effizienter gestalten. Diese Entwicklung macht auch nicht vor den Kreditprozessen von Gewerbe- und Firmenkunden halt. Wie weit die Geldhäuser damit sind.

Kredite an Unternehmens- und Gewerbekunden sind traditionell ein ertragreiches Geschäftsfeld für Banken. Dafür müssen aber gerade im derzeitigen Umfeld auch die internen Prozesse reibungslos und schnell ablaufen. Hier gibt es allerdings noch Verbesserungsbedarf. Die Teilnehmer einer Studie von Ibi Research von der Universität Regensburg und dem Beratungs- und Softwarehaus PPI sehen vor allem in den Bereichen Kosten, Auslastung ihrer Kapazitäten und Durchlaufzeiten noch Potenzial für mehr Effizienz. Eine hohe Spannbreite gibt es laut der Studie "Die Zukunft des gewerblichen Kreditprozesses" insbesondere im Vertrieb. Hier schwankt die Dauer für die Zeit zwischen Kundenberatung und Kreditantragstellung zwischen drei und bis zu mehr als zehn Tagen.

Insgesamt haben Ibi Research und PPI für die Studie Entscheidungsträger aus 24 Instituten aus dem Sparkassen- und Volks- und Raiffeisenbanken-Bereich befragt. Auch in der Vertragsabwicklung des Kreditgeschäfts, also von der -erstellung bis zur Valutierung, sind viele Geldhäuser noch zu langsam, wie die Ergebnisse der Studie zeigen. So könne dieser Prozess bis zu über zehn Tage dauern. Dafür verantwortlich sind unter anderem die Abläufe zur Dokumentenprüfung, Vertragserstellung und das gesamte Sicherheitenmanagement, die häufig nur gering automatisiert sind.

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An der digitalen Konkurrenz, beispielsweise aus dem Fintech Bereich, können sich Banken insbesondere hinsichtlich der Automatisierung der Prozesse ein Beispiel nehmen. "Ausgehend vom Online-Vertrieb über Risiko- und Bonitätsprüfung, Datenverarbeitung bis zum Backoffice haben P2P-Plattformen die komplette Wertschöpfungskette des Kreditgeschäftes digitalisiert“, schreibt Springer-Autor Olaf Schlotmann von der Ostfalia Brunswick European Law School zu digitalen P2P-Kredit-Plattformen des Springer-Buchs "Innovationen und Innovationsmanagement in der Finanzbranche" (Kapitel 22, Seite 428).

Digitale Konkurrenz nutzt innovative Algorithmen

Allerdings haben die digitalen Wettbewerber auch einen entscheidenden Vorteil gegenüber den klassischen Kreditinstituten. "Bei wenigen bis keinen regulatorischen Kosten im Vergleich zu traditionellen Banken ermöglichen innovative Software-Algorithmen und neue Credit-Scoring-Modelle auf den Plattformen niedrigere Kosten der Kreditproduktion und eine schnellere Abwicklung", analysiert Schlotmann weiter. Viele Banken könnten ihre Bank-IT "aufgrund der Komplexität und Gesamtinfrastruktur eines laufenden Bankbetriebs nicht einfach auf der grünen Wiese komplett neu gestalten".

Um das Kreditgeschäft zu steuern, setzen 

  • 71 Prozent der Kreditinstitute laut der Studie auf klassische Kennzahlen wie Durchlaufzeit, 
  • 63 Prozent auf Stückzahl und 
  • 58 Prozent auf Kreditvolumina. 

Allerdings verwendet laut der Studie nur jedes sechste Kreditinstitut überhaupt Kennzahlen. Verbesserungsbedarf sehen die Entscheider laut der Studie vor allem im verstärkten Einsatz der IT. So glauben beispielsweise 64 Prozent der Befragten, dass es die Kreditabwicklung verbessern würde, wenn sie die erweiterten Online-Angebote für Kunden durch die IT besser einbinden und die institutsweiten Informationen zwischen den einzelnen Datensilos verknüpfen würden. Mehr als neun von zehn befragten Instituten (92 Prozent) wollen ihre Prozesse verbessern, in dem sie die Durchgängigkeit des gesamten Kreditprozesses erhöhen. Allerdings seien diese Pläne mit Ausnahme der Einbindung des Kunden und der Datenverknüpfung häufig noch nicht konkret.

IT-Unterstützung könnte besser sein

"Der Erfolg in dem attraktiven Geschäftsfeld wird noch nicht ausreichend durch zielgerichtete IT-Unterstützung abgesichert", gibt Stephan Weber, Leiter der Studie bei Ibi Research, zu bedenken. Trotz der Herausforderungen unter anderem durch IT und Regulatorik und des zunehmenden Wettbewerbs unter den Anwendern sehen sieben von zehn Befragten (71 Prozent) das gewerbliche Kreditgeschäft auch weiterhin als ein attraktives Geschäftsfeld an.

Interview zum gewerblichen Kreditgeschäft mit Thomas Paulat, PPI AG, und Stephan Weber Ibi Research.

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