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09.11.2020 | Unternehmenskredit | Nachricht | Onlineartikel

Bundesregierung verlängert KfW-Sonderprogramm bis 2021

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2:30 Min. Lesedauer

Infolge der zweiten Infektionswelle und der damit verbundenen Maßnahmen verlängert die Bundesregierung das KfW-Sonderprogramm bis zum 30. Juni 2021. Die Schnellkredite sollen die betroffenen Unternehmen zügig mit Liquidität versorgen.

Um das KfW-Sonderprogramm und die Schnellkredite bis Sommer 2021 gewähren zu können, benötigt Deutschland allerdings noch die Genehmigung der Europäischen Kommission für die beihilferechtlichen Grundlagen. Der Schnellkredit soll ab sofort nicht nur Mittelständlern mit Kapital über die Krise helfen, sondern nun auch Soloselbstständigen und Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten. Die Darlehen können über die Hausbanken in Höhe von bis zu 300.000 Euro beantragt werden. Wie bislang auch, übernimmt dabei der Bund das vollständige Risiko und stellt die Hausbanken von der Haftung frei, teilt die KfW mit.

Kreditzusagen in Höhe von fünf Milliarden Euro

Um die Rückzahlung der KfW-Schnellkredite zu erleichtern, ist ab dem 16. November 2020 auch eine vorzeitige anteilige Tilgung ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich, heißt es weiter. Damit soll der Weg für andere Corona-Hilfsprogramme frei gemacht werden, um den Unternehmen mehr Planungssicherheit zu geben. Laut KfW-Vorstandschef Günther Bräunig, haben sich die KfW-Corona-Kredite für den Mittelstand in der Krise bislang bewährt. So seien in diesem Programm bereits über fünf Milliarden Euro zugesagt worden. 

Mehr als 95.000 Anträge auf KfW-Corona-Hilfen zählte die KfW bisher. 99 Prozent der Anträge mit einem Volumen von knapp 46 Milliarden Euro seien bereits abschließend bearbeitet worden. Rund 97 Prozent davon kamen von kleinen und mittleren Unternehmen, heißt es weiter. 99 Prozent seien Kredite mit einem Volumen bis drei Millionen Euro.

Der KfW-Schnellkredit umfasst folgende Eckpunkte

Der KfW-Schnellkredit steht kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Soloselbständigen zur Verfügung, die mindestens seit dem 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sind.

Das Unternehmen muss in der Summe der Jahre 2017 bis 2019 oder im Jahr 2019 einen Gewinn erzielt haben. Sofern das Unternehmen bislang nur für einen kürzeren Zeitraum am Markt ist, wird dieser Zeitraum herangezogen.

Das Kreditvolumen pro Unternehmensgruppe beträgt bis zu 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019, maximal 800.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl über 50 Mitarbeitern, maximal 500.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von bis zu 50 und maximal 300.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von bis zu zehn Mitarbeitern.

Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen. Der Zinssatz beträgt aktuell drei Prozent mit einer Laufzeit von zehn Jahren.

Die Bank erhält eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100 Prozent durch die KfW, abgesichert durch eine Garantie des Bundes.

Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Hierdurch kann der Kredit schnell bewilligt werden. Es sind keine Sicherheiten zu stellen.

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