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06.12.2017 | Unternehmenskredit | Infografik | Onlineartikel

Unternehmen müssen Banken bessere Finanzkennzahlen liefern

Autor:
Eva-Susanne Krah

Mittelständische Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau oder der Geräteindustrie erhalten von Banken oft nur schwer neue Investitionskredite. Ein Grund dafür sind wenig aussagekräftige Finanzkennzahlen.

Nahezu jeder zweite Industriebetrieb nimmt für neue Maschinen, Anlagen und Geräte Kredite bei seiner Hausbank auf. 46 Prozent tun dies ohne und 42 Prozent mit Stellung dinglicher Sicherheiten, also beispielsweise dem Maschinenpark oder technischen Anlagen und Gebäuden, die als Sicherheiten für den benötigten Kredit dienen können. Doch bei insgesamt 46 Prozent dieser Unternehmen lassen Banken sich im Kreditgespräch nur schwer von den Investitionsplänen überzeugen. Als "leicht" oder sogar "sehr leicht" bezeichnen jeweils lediglich drei Prozent der Firmen derartige Gespräche mit ihrer Hausbank. 

Das liegt jedoch weniger am schlechten Draht zum eigenen Geldinstitut, sondern an mangelhaften Finanzkennzahlen. Das ist ein Ergebnis der Studie "Industrieller Mittelstand und Finanzierung 4.0" von Creditshelf, für die der digitale Mittelstandsfinanzierer zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt 187 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrieunternehmen in einer Online-Erhebung durch ein Marktforschungsinstitut befragt hat. 

Verknüpfte Echtzeitdaten können im Kreditgespräch unterstützen

Danach könnten beispielsweise neue Modelle, die Echtzeitdaten aus der Produktion der Unternehmen in einen Zusammenhang zu den Finanzkennzahlen stellen, Abhilfe schaffen und Banken ein besseres Gesamtbild zum Unternehmen vermitteln. Professor Dirk Schiereck von der TU Darmstadt rät: "Wenn die Betriebe ihren Kreditgebern ihre bisher internen Zahlen bis hin zu Industrie-4.0-Daten gut aufbereitet zur Verfügung stellten, könnten sie deren Entscheidungen deutlich vereinfachen und beschleunigen." Tatsächlich arbeiten bereits 

  • 47 Prozent der Firmen bei ihren Investitionsentscheidungen mit einem Modell, das industrielle Daten in Zusammenhang zu den Finanzkennzahlen stellt. 
  • Weitere 42 Prozent der Befragten bauen dieses momentan auf. 

Dabei werden bei 60 Prozent der befragten Unternehmen etwa Betriebsstunden, bei 55 Prozent die Verbrauchswerte, bei 53 Prozent Wartungsintervalle und bei knapp mehr als der Hälfte der Befragten die Durchlaufzeiten sowie Reklamationen ausgewertet und fließen in Berechnungsmodelle für Bankkredite ein. Zudem berücksichtigen die Firmen die Ausschussquote in der Produktion als Kennzahl für Kreditverhandlungen.

Der Springer-Autor Harald Meisner weist in seinem Beitrag zu "Finanzierungen in der Internetökonomie" (S. 149) darauf hin, dass eine Firmenkundenfinanzierung für Kreditgeber wie Investoren durch starke Unsicherheit geprägt ist, da der Investor oder Gläubiger in der Regel eine Unternehmens- und Projektbewertung vornehmen müsse. Zudem seien die Bedingungen der Unternehmensfinanzierung andere als im Retail-Banking. "Von hoher Bedeutung ist daher der Informationsaustausch zwischen Finanzdienstleister bzw. Investor und Unternehmen über die entsprechenden Finanzierungsgegenstände", so Meisner.

"Viele mittelständische Industriebetriebe sind auf einem guten Weg, was die Verknüpfung ihrer Echtzeit-Produktionsdaten und Finanzkennzahlen angeht. Etwa neun von zehn Unternehmen beschäftigen sich inzwischen damit", sagt Tim Thabe, Gründungspartner und Vorsitzender der Geschäftsführung von Creditshelf. Die neuen Kennzahlen-Modelle könnten Unternehmen sowohl bei klassischen Kreditgebern wie den Hausbanken vorlegen. Aber auch Investoren aus dem Fintech-Sektor, die sich auf die Kreditvergabe für mittelständische Unternehmen spezialisiert haben, also zum Beispiel digitale Kreditplattformen für KMU. Dabei sind digital bereitgestellte Finanzdaten von Vorteil, denn sie können auch für digitalisierte Kreditprozesse von Finanzdienstleistern besser genutzt werden.

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