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Finanzierung innovativer KMU bleibt strukturelles Nadelöhr

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Mittelständler mit innovativen Geschäftsmodellen oder einem starken Fokus auf Digitalisierung haben mehr Probleme beim Kreditzugang, zeigt eine aktuelle KfW-Research-Analyse. Das hat Folgen für Unternehmen und die Gesamtwirtschaft.

Innovative und bei der Digitalisierung aktive Mittelständler sind volkswirtschaftlich wertvoll, da sie den strukturellen Wandel vorantreiben. Doch oft hängen die Kredithürden für diese Unternehmen zu hoch.


Laut KfW-Research-Volkswirt Volker Zimmermann wirken sich Innovations- und Digitalisierungsvorhaben im Mittelstand negativ auf den Kreditzugang aus. Im Fokus Volkswirtschaft von Mitte Januar stellt der Experte fest, "dass diese Unternehmen eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit haben, bei Kreditverhandlungen für Investitionskredite zu scheitern". Innovative Mittelständler sind dem zufolge mit einem Plus von sieben Prozentpunkten, digitalisierungsaktive Firmen mit gut drei Prozentpunkten stärker betroffen als andere Unternehmen.

Unsicherheit prägt Innovationsprojekte 

Der Hauptgrund ist laut Untersuchung, die sich auf Unternehmensdaten der Jahre 2021 bis 2025 und auf Ergebnisse von Kreditverhandlungen zwischen 2020 und 2024 stützt, die höhere Unsicherheit solcher Projekte. Diese könne bei Innovationsprojekten in der technischen Machbarkeit oder im kommerziellen Erfolg, etwa Marktakzeptanz oder Reaktion der Wettbewerber, begründet sein.

Beurteilung der Erfolgsaussichten zu komplex

"Entscheidend hierbei ist, dass - aufgrund der Einzigartigkeit und der oftmals hohen Komplexität - die Beurteilung der Erfolgsaussichten eines Innovationsvorhabens potenziellen, externen Geldgebern deutlich schwerer fällt als dem innovativen Unternehmen selbst", heißt es. Das lasse Banken vorsichtiger agieren. Dabei treffen entsprechende Risikozuschläge der Institute kleine und mittlere Unternehmen (KMU), aber auch junge Start-ups besonders hart, da die geplanten Vorhaben in der Regel entscheidend für deren Marktposition und Wachstum sind. 

Immaterielle Vermögenswerte taugen nicht als Sicherheiten 

Hinzu kommt, dass diese Betriebe zunehmend in immaterielle Vermögenswerte wie Software, Patente oder Markenrechte investieren. Doch diese reichen Banken und Sparkassen in aller Regel nicht als Kreditsicherheit. Sie gelten als schwer bewertbar und sind im Falle eines Ausfalls daher auch nur eingeschränkt verwertbar. Wissenschaftliche Studien aus den USA bestätigten einen solchen Effekt - insbesondere für innovative Unternehmen. 

"Innovative und bei der Digitalisierung aktive Unternehmen sind aus volkswirtschaftlicher Sicht wertvolle Unternehmen, die den strukturellen Wandel vorantreiben, neue Absatz- und Betätigungsmöglichkeiten erschließen und überdurchschnittlich stark zum Wachstum beitragen", erläutert Zimmermann die gesamtwirtschaftliche Relevanz des Problems.

Strukturelle Nachteile beseitigen

Um die genannten Nachteile beim Kreditzugang zu kompensieren, empfiehlt der Bericht

  • die Bonität innovativer Unternehmen durch gezielte Förderprogramme zu stärken, 
  • immaterielle Vermögenswerte für Geldgeber als Sicherheiten durch klarere Regeln zu Bewertung, Registrierung und Aufsicht besser nutzbar zu machen und 
  • funktionierende Technologiemärkte in Deutschland zu entwickeln, die immaterielle Werte handelbarer machen. 

Banken müssten sich in der Folge auf neue Bewertungsansätze und eine breitere Anerkennung entsprechender Sicherheiten einstellen. 

Insgesamt bleibt laut KfW Research die Finanzierung innovativer Mittelständler ein strukturelles Nadelöhr. Zwar tragen die Unternehmen durch ihren Fokus auf immaterielle Investitionsschwerpunkte bei, dennoch sind gerade diese entscheidend für die Transformation der gesamten Wirtschaft. Gefragt ist daher politischer Reformwille im Umgang mit diesen Vermögenswerten, um die Innovationskraft im Mittelstand nicht weiter auszubremsen. 

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