Skip to main content
main-content

30.09.2019 | Unternehmenskredit | Infografik | Onlineartikel

Investitionsbereitschaft bei KMU sinkt

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Mehr als zwei Drittel aller industriellen Mittelständler in Deutschland glauben nicht, dass sie den aktuellen Wandel unbeschadet überstehen, so aktuelle Studie. Die Globalisierung, Handelskonflikte, aber auch heimische Probleme belasten die Unternehmen.

Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland sorgen sich wegen negativer Folgen globaler Probleme. Aber auch disruptive Konkurrenten, der demografische Wandel und der Fachkräftemangel werden als Herausforderungen genannt. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Industrieller Mittelstand und Finanzierung 4.0", die das Finanzierungshaus Creditshelf bereits im dritten Jahr in Folge zusammen mit der TU Darmstadt durchgeführt hat. Dafür wurden mehr als 250 Vorstände und Geschäftsführer im Juli 2019 befragt.

"Im Zuge der Digitalisierung und einer zunehmenden Globalisierung werden in der Industrie die Karten neu gemischt. Und die grassierende Nervosität ist Ausdruck der bevorstehenden Veränderungen, die heute noch niemand genau abschätzen kann", sagt Creditshelf-Vorstand Daniel Bartsch. Um den Herausforderungen zu begegnen, benötigen die Betriebe vor allem Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Offensichtlich glaubt aber nur eine Minderheit der befragten Unternehmen, diese Fähigkeiten in ausreichendem Maße aufbringen zu können. Denn nur knapp jedes dritte Unternehmen gehe davon aus, dass es unbeschadet der Wandel überstehen wird, erläutert Bartsch.

KMU brauchen neue Finanzierungsmodelle

Negative Auswirkungen erwarten vor allem die Mittelständler, die in ihrer Branche unter einem besonders großen Innovations- und Investitionsdruck stehen. "77 Prozent der Unternehmen, die aufgrund des Wandels ihr Geschäftsmodell gefährdet sehen, haben angegeben, dass sich die Verunsicherung negativ auf ihre Investitions- und Finanzierungsaktivitäten auswirkt“, erklärt Dirk Schiereck, Professor und Leiter des Fachgebiets Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt. Für viele Unternehmen habe sich aufgrund dessen die Kreditaufnahme bereits erschwert. Gerade die KMU, die unter großem Investitionszwang stehen, bräuchten deshalb "einen leichten und schnellen Zugang zu neuen Finanzierungsmodellen", fordert der Finanzierungsexperte.

Als größte Bedrohung wird von 36 Prozent der Unternehmen, die sich selbst als gefährdet einschätzen, die Globalisierung der Wirtschaft identifiziert. Die zweitgrößte Bedrohung sind internationale Handelskonflikte (34 Prozent). "Die deutsche Wirtschaft ist stark exportabhängig, dementsprechend nehmen weltpolitische Fragen einen großen Stellenwert ein. Aktuell kommen ein drohender ungeregelter Brexit und Spannungen in den chinesisch-amerikanischen Beziehungen erschwerend hinzu", sagt Bartsch.

Er verweist aber auch auf heimische Probleme wie den demografische Wandel, den Fachkräftemangel oder auch Veränderungen in der Arbeitswelt. Jeweils mehr als 30 Prozent der Unternehmen nannten diese Punkte. Aber auch technologische Entwicklungen wie die Digitalisierung oder Künstliche Intelligenz gehören für 31 Prozent der Unternehmer zum Bedrohungsszenario.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Premium Partner

    Bildnachweise