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16.10.2020 | Unternehmenskredit | Nachricht | Onlineartikel

Kredithürde für den Mittelstand steigt

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2 Min. Lesedauer

Die Gefahr eines zweiten Lockdowns im Zuge steigender Infektionszahlen steigt massiv. Vor diesem Hintergrund steht die KfW-ifo Kredithürde für das dritte Quartal auf einem Rekordhoch. Besonders betroffen: der Großhandel, der große Einzelhandel sowie mittelständische Dienstleister.

Noch hält sich der Kreditmarkt laut der aktuellen KfW-ifo Kredithürde stabil. Doch für Mittelständler spitzt sich die Lage im Zuge der zweiten Corona-Welle zu. Seit dem Tiefpunkt im April habe sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland "schnell und kontinuierlich" verbessert, heißt es in dem Report. "Das dürfte ein Grund dafür sein, dass der Bedarf der Unternehmen an Kreditfinanzierungen im dritten Quartal die durchschnittlichen Niveaus nur moderat übertraf." 30 Prozent der Mittelständler führten von Juli bis September Kreditverhandlungen. Das sind 1,5 Prozent weniger als im Vorquartal. Auch hätten die Banken ihre Kreditvergabepolitik nur moderat verschärft, heißt es weiter. 

Die aktuelle Kredithürde ist niedriger als zur Finankrise

Doch haben es vor allem kleine und mittlere Unternehmen zunehmend schwerer, an ein Darlehen zu kommen. Die Kredithürde im Mittelstand stieg im Vergleich zum Sommerquartal um 1,3 auf 21,7 Prozent. Das ist das zweite Rekordhoch in Folge, obwohl die Förderbank auf den erst kurzen Erhebungshorizont seit Einführung der neuen Befragungsmethodik 2017 verweist. Zudem seien die Angebotsbeschränkungen während der globalen Finanzkrise "erheblich schärfer" ausgefallen. 

Im Vergleich zu den kleinen Mittelständlern haben Großunternehmen bei der Kapitalbeschaffung weniger Probleme. Weniger als 15 Prozent der größeren
Unternehmen nahmen das Verhalten der Institute als zurückhaltend wahr, so der Report. Allerdings zeigen sich Unterschiede bei den Branchen: "Während die Kredithürde im Bau und Verarbeitenden Gewerbe über beide Größenklassen hinweg fiel, wuchsen für den Großhandel und den großen Einzelhandel die Hindernisse." Besonders betroffen sind laut Erhebung die mittelständischen Dienstleister, von denen mehr als ein Viertel schwerer an Kredite kommt. 

Methodik der Kredithürde

Die KfW-ifo-Kredithürde differenziert die Befragungsergebnisse nach Unternehmensgröße und Sektoren. Für die Erhebung werden monatlich rund 9.000 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen (ohne Kreditgewerbe, Versicherungen und Staat) befragt. 7.500 der Betriebe sind Mittelständler, die nicht mehr als 500 Beschäftigte haben und maximal 50 Millionen Euro Jahresumsatz erzielen.

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