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29.09.2017 | Unternehmenskredit | Im Fokus | Onlineartikel

Mittelständische Unternehmen sorgen für schlechte Zeiten vor

Autor:
Barbara Bocks

 

Deutsche Mittelständler sind zwar finanziell weiterhin komfortabel aufgestellt, greifen aber bei Finanzierungsvorhaben weiterhin auf eine bestimmte Kreditart zurück. Wie sich Finanzierungen entwickeln.

Aktuell haben nur noch 39 Prozent der mittelständischen Unternehmen einen Anlagebedarf, im Vergleich zu noch 57 Prozent im Jahr 2016. Das durchschnittliche jährliche Anlagevolumen hat von 4,7 Millionen Euro im Jahre 2016 auf derzeit 3,6 Millionen Euro abgenommen. Das haben die Commerzbank und die Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld (FHM) in einer gemeinsamen Studie zum Anlageverhalten des Mittelstands herausgefunden. Gründe dafür sind unter anderem, dass langfristige strategische Beteiligungsinvestitionen und Übernahmen getätigt wurden und der Wunsch, Guthabengebühren zu vermeiden.

Bei ihren Finanzanlagearten sind die befragten Mittelständler in diesem Jahr etwas mutiger. So sind laut der Studie rund ein Drittel der Befragten bereit, für einen Ertrag zwischen ein und zwei Prozent "überschaubare Kursschwankungen" in Kauf zu nehmen. Für einen Ertrag von drei Prozent sind 22 Prozent der Befragten bereit, sich sogar mit stärkeren Kursschwankungen zu arrangieren. Außerdem suchen viele Mittelständler laut der Studie derzeit nach innovativen Investmentlösungen, etwa nachhaltigen Anlagevehikeln oder Produkten, durch die sie bestimmte Zahlungsströme abbilden können.

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Ein Grund für die mutigeren Anlageentscheidungen könnte auch die komfortable Eigenkapitalausstattung der Mittelständler mit Quoten in Höhe von knapp 40 Prozent quer über alle Mittelstandsbranchen sein. Sollten sie dennoch Finanzierungsbedarf haben, greifen insbesondere kleinere und mittlere mittelständische Unternehmen immer noch am liebsten zuerst auf den klassischen Bankkredit zurück. Das geht aus dem zweiten S-Mittelstands-Fitnessindex des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) hervor, der Mitte September 2017 veröffentlicht wurde. Die Darlehenszusagen der Sparkassen an die Unternehmen liegen laut Index im ersten Halbjahr 2017 bei 41 Milliarden Euro.

Höheres Volumen an Unternehmenskrediten

Bei den Unternehmenskrediten der Sparkassen stieg das Volumen im ersten Halbjahr 2017 um 9,2 Milliarden auf 387,3 Milliarden Euro an und liegt damit etwas höher als im ersten Halbjahr 2016, als der Bestand um acht Milliarden Euro angestiegen ist. Für den Zuwachs waren laut Index-Ergebnis vor allem die Investitionskredite verantwortlich. Hier stieg der Bestand um 2,2 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Die gewerblichen Wohnungsbaukredite nahmen wie im Vorjahr um drei Prozent, also 3,5 Milliarden Euro, zu.

Während die Darlehenszusagen auf 41 Milliarden Euro stiegen, verringerten die mittelständischen Unternehmen ihre Einlagen bei den Sparkassen laut Index per 30. Juni 2017 um knapp acht Milliarden auf insgesamt 136,5 Milliarden Euro. "Diese Zahlen signalisieren den hohen Kapitalbedarf der Unternehmen und ein rundum positives Investitionsklima", kommentiert Georg Fahrenschon, Präsident des DSGV, die Ergebnisse. Weitere Kernergebnisse des Index zur Lage der mittelständischen Unternehmen fasst Fahrenschon folgendermaßen zusammen:

  • Seit 2004 haben sich die Gewinne der betrachteten Mittelständler mehr als verdoppelt. Für das laufende Jahr erwartet der DSGV einen weiteren Anstieg um drei Prozent, für 2018 dann sogar neun Prozent.
  • Den Großteil der Gewinne reinvestieren die Unternehmer wieder in ihre Firma.
  • Die hohen Gewinnrücklagen wirken sich über die wachsenden Eigenkapitalquoten positiv auf die finanzielle Stabilität aus.

Aus der Sicht von Alexander Wüerst, dem Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Köln, ist "einer der Eckpfeiler für den nachhaltigen Erfolg mittelständischer Unternehmen, dass sich in Deutschland im Laufe der Historie ein plurales Bankensystem etabliert hat, bei dem sich für unterschiedlich ausgerichtete Unternehmen unterschiedliche kreditwirtschaftliche Anbieter entwickelt haben". All dies sei Grund genug dafür, "sowohl die Struktur der mittelständisch geprägten Wirtschaft wie auch die des sie finanzierenden Bankensystems zu schützen", erläutert Wüerst in dem Kapitel "Sichere Mittelstandsfinanzierung erfordert Finanzmarktregulierung mit Augenmaß" des Buchs "Mittelstand – Motor und Zukunft der deutschen Wirtschaft" (Seite 13) weiter, "damit die Symbiose aus beidem auch weiterhin ein zentraler Erfolgsgarant für eine prosperierende wirtschaftliche Entwicklung bleibt".

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