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Unternehmenskredit

weitere Buchkapitel

7. Buchführung

Nun haben wir eine Inventur durchgeführt, daraus ein Inventar erstellt und aus dem Inventar eine Bilanz abgeleitet. „Quid nunc?“, pflegte der Römer zu sagen, und auch für uns stellt sich nun die Frage, wie es weiter geht. Wie kriege ich meine laufenden Geschäftsvorfälle des Jahres wieder in den neuen Jahresabschluss? Welche Zwischenschritte brauche ich dafür, insbesondere im Rahmen der im kaufmännischen Geschäftsbetrieb üblichen doppelten Buchführung.

Alexander Burger, Sabine Burger-Stieber

Kapitel 31. Potenzialfeld 3: Potenzialausschöpfung Unternehmenskunden

Die Diskussion der Potenzialausschöpfung im Unternehmenskundenbereich starten wir losgelöst von nicht mehr tragfähigen Altparametern beim echten Kundenbedarf und entwickeln das dazu passende bedarfsgerechte Angebot für die Sphären Betriebsfinanzen und private Vorsorge von Unternehmern/Selbstständigen.

Heinz Benölken

Kapitel 3. Angebotsfaktoren in der Internetökonomie

In diesem Kapitel werden die Angebotsfaktoren der Internetökonomie dargelegt. Die Preisfindungsmechanismen, die Standardisierungsanforderungen, Big Data und das Beziehungsmanagement werden grundlegend analysiert und aufeinander bezogen. Zudem wird die Bedeutung der Suchmaschinen für den Unternehmenserfolg untersucht. Die Unternehmensorganisation wird als Schlüsselgröße für den Unternehmenserfolg in den Zusammenhang mit der Internetökonomie gestellt. Hinzu gekommen ist die Darstellung der Künstlichen Intelligenz, die weichenstellenden Charakter für die Finanzwirtschaft haben wird.

Harald Meisner

Kapitel 4. Kreditwürdigkeit

Bei der Beantragung eines Darlehens überprüft die Bank die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers. Im Rahmen der Kreditwürdigkeitsprüfung wird festgestellt, inwiefern ein Kreditnehmer seinen zukünftigen Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag nachkommen kann. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Bonitätsprüfung. Die Banken sind dazu verpflichtet, in Abhängigkeit von der Bonität des Kreditnehmers, eine entsprechende Eigenkapitalunterlegung vorzunehmen. Die mit der Kreditvergabe einhergehenden Eigenkapital- und Risikokosten erhöhen den individuell zu zahlenden Kreditzinssatz des Darlehensnehmers.

Dirk Noosten

14. Lokalökonomische Revitalisierung zwischen endogener und exogener Orientierung

Der Beitrag zeigt Wege auf, wie im Rahmen einer lokalökonomischen Revitalisierung klassische Instrumente der Wirtschaftsförderung mit Ansätzen der lokalen Ökonomie verbunden werden können. Dabei werden zwar die endogenen Begabungen der Quartiere in den Mittelpunkt gerückt, aber ebenso werden die Potenziale einer Nachfrage aus anderen Räumen als auch mögliche Investitionen von außerhalb des Quartieres berücksichtigt. Es geht dabei darum, die Akteure – und dies gilt nicht nur für Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Quartiersmanagement, sondern auch für Banken, Kammern, traditionelle Unternehmen – mit neuen Akteuren z. B. im Bereich der Urbanen Produktion, sozialer Unternehmen oder der ethnischen Ökonomie zu vernetzen.

Stefan Gärtner, Martina Brandt

Kapitel 11. Bankenregulierung und Einlagensicherung

Eine bislang hoch angesehene Bank bricht zusammen, was zu einem erheblichen Vertrauensverlust im Finanzsektor führt. Es kommen Zweifel an der Solidität anderer Finanzinstitutionen auf, zum einen weil sie möglicherweise eine ähnliche Geschäftspolitik betrieben haben, zum anderen weil sie mit der gescheiterten Bank in Geschäftsbeziehungen standen und deshalb Forderungsausfälle befürchtet werden. Aus Sorge um ihr Geld ziehen viele Menschen Einlagen ab, aber auch professionelle Marktteilnehmer versuchen, ihre Außenstände zu reduzieren.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

Kapitel 7. Zinsstrukturtheorie

Bereits ein oberflächlicher Blick in die Finanzmarktseiten seriöser überregionaler Tageszeitungen offenbart, dass in der Realität nicht nur einzelne Zinssätze für sich genommen von Interesse sind, sondern vor allem, dass das – mehr oder weniger typische – Nebeneinander zahlreicher unterschiedlicher Zinsen und Renditen für Anlageentscheidungen berücksichtigt werden muss. Es kommt letztendlich auf eine möglichst präzise wählbare Kombination von Fristen, Risiken und Zinskonditionen an, wenn nach der optimalen Finanzanlage gesucht wird. Die im Folgenden diskutierten Theorien der Zinsstruktur spielen hierbei eine prominente Rolle.

Horst Gischer, Bernhard Herz, Lukas Menkhoff

3. Unternehmensförderung

Der Bereich der Unternehmensförderung gehört zu den Basisthemen von Wirtschaftsförderungseinrichtungen, gleichgültig ob sich diese Förderung auf den Ebenen der Europäischen Union, des Bundes, der Bundesländer, der Regionen oder der Kommunen vollzieht. Das folgende Kapitel gibt einen Überblick über zentrale Förderorganisationen und deren Formen, Strukturen und Aufgaben. Zudem informiert es über das Prozedere der Unternehmensförderung. Dabei werden besonders wichtige Förderprogramme vorgestellt, u. a. Gründungszuschuss und Einstiegsgeld, EXIST, Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur und Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Für eine ganzheitlichere Betrachtung des Themas Unternehmensförderung soll eine Differenzierung in materielle und immaterielle Unternehmensförderung vorgenommen werden. Dabei gilt es insbesondere, auch die zahlreichen Instrumente der immateriellen Unternehmensförderung vorzustellen und einer kritischen Reflexion zu unterziehen.

Philip Pongratz, Matthias Vogelgesang

Ausfallrisiken

Kreditrisiken sind die bedeutendste banktypische Risikoart. Die Steuerung von Kreditrisiken setzt voraus, dass diese gemessen und bewertet werden. Die Beurteilung des Ausfallrisikos ist Gegenstand der Kreditwürdigkeitsprüfung. Hierzu existieren statistische Verfahren wie die Diskriminanzanalyse und die logistische Regression, die dazu genutzt werden können, um Ratingklassen Ausfallwahrscheinlichkeiten zuzuordnen. Alternativ können Ausfallwahrscheinlichkeiten auch aus den Marktpreisen ausfallrisikobehafteter Finanztitel ermittelt werden. Die Abschätzung des Ausfallrisikos eines einzelnen Kredits ist wichtig für die Kreditvergabeentscheidung, für die Steuerung des Gesamtausfallrisikos werden Kreditportfoliomodelle eingesetzt. Im Kapitel H2 wird das Kreditportfoliomodell CreditMetricsTM dargestellt und weitere Kreditportfoliomodelle skizziert. Für die Bewertung von Kreditausfallrisiken werden in Kapitel H3 sowohl klassische als auch optionsbasierte Verfahren sowie Reduktionsmodelle vorgestellt. Kapitel H4 gibt einen Überblick über die klassischen Instrumente des Kreditrisikomanagements wie Überwachung, Sanierung und Abwicklung. Daneben werden auch neue Instrumente, die ein aktives Kreditrisikomanagement durch Übertragung von Kreditrisiken ermöglichen, vorgestellt. Kapital H5 stellt dar, wie die regulatorischen Kapitalanforderungen für Kreditausfallrisiken bemessen werden.

Thomas Hartmann-Wendels, Andreas Pfingsten, Martin Weber

Kapitel 5. Die Besonderheiten der Konsortialfinanzierung im Vergleich zum klassischen Unternehmenskredit

Sobald Kreditvorhaben eine gewisse Größenordnung erreichen, wird sehr häufig von Kreditgebern empfohlen, einen syndizierten Kredit bzw. einen Konsortialkredit abzuschließen. Dieses Finanzierungsinstrument ist allerdings keinesfalls „der große Bruder“ oder der Nachfolger des klassischen Unternehmenskredites.Die Konsortialfinanzierung kann in entsprechenden Situationen für den Mittelständler vorteilhaft sein, sollte aber nur passenden Anlässen vereinbart werden. Welche konkreten Vorteile diese Finanzierung für den Kreditnehmer bieten kann und wann der Abschluss ratsam ist, zeigt die nachstehende Betrachtung.

Nick Dimler, Boris Karcher, Joachim Peter

Kapitel 7. Was Experten vor dem BREXIT prognostizierten

Es gibt eine ganze Reihe von Ökonomen und Instituten, die sich vor dem 23. Juni 2016 mit den möglichen Konsequenzen eines BREXIT befasst haben. Dazu gehören ökonomische Analysen aus dem Vereinigten Königreich und verschiedenen EU-Ländern. Einige wichtige Überlegungen kamen auch aus Asien, wie die Asia Times am 20. Juni 2016 berichtete.

Paul J. J. Welfens

7. Buchführung

Nun haben wir eine Inventur durchgeführt, daraus ein Inventar erstellt und aus dem Inventar eine Bilanz abgeleitet. „Quid nunc?“, pflegte der Römer zu sagen, und auch für uns stellt sich nun die Frage, wie es weiter geht. Wie kriege ich meine laufenden Geschäftsvorfälle des Jahres wieder in den neuen Jahresabschluss? Welche Zwischenschritte brauche ich dafür, insbesondere im Rahmen der im kaufmännischen Geschäftsbetrieb üblichen doppelten Buchführung.

Prof. Dr. Alexander Burger, Sabine Burger-Stieber

1. Wesen der Investmentbank

Will man die Geschichte des Investmentbankings aufzeigen, so kommt man nicht umhin, das Investmentbanking vorher zu beschreiben. Anderseits ist das Wesen dieses Bankgeschäfts ja gerade von der Zeit und vom historischen Kontext abhängig. Eine Investmentbank des 19. Jahrhunderts weist nur noch geringe Gemeinsamkeit mit den heutigen Instituten auf. Dennoch gibt es einen Kern, der sich wenig geändert hat und der in den meisten heutigen Banken noch vorhanden ist. Das Wort „Investment banker“ haben wir schon in einem Branchenbuch aus Philadelphia von 1824 gefunden. Daraus folgt, dass dieser Begriff zu dieser Zeit schon geläufig war und deshalb schon einiges früher in den Gebrauch gekommen sein muss. In Großbritannien sind etwa zur gleichen Zeit schon zwei Banken bekannt, die diese Wortkombination in ihrem Namen führen. Das Verhältnis zwischen Investmentbank und Investmentbanking muss zudem geklärt werden. Denn dabei wird sich zeigen, dass Investmentbanking nur einen kleinen Teil, wenn überhaupt, der Tätigkeit einer Investmentbank ausmacht. Wir beginnen also mit der allgemeinen Beschreibung der Bank, wobei wir uns von der Praxis leiten lassen und weniger akademische Theorien beschreiben wollen.

Claudio Franzetti

Kapitel 6. Die Rollen von Finanzintermediären und Investoren bei Transitionsprozessen der Energiewirtschaft – Empirische Befunde

Nachfolgend werden fünf verschiedene Akteurstypen identifiziert, die aus regime-, struktur- und kontextspezifischen Gründen sowohl Treiber als auch Hemmnis (oder sogar beides gleichzeitig) für das Voranschreiten einer Energiewende sind. Dabei werden institutionelle Investoren (vgl. Kapitel 6.1) – die mit Abstand größten (privaten) Finanziers von Klimaschutz- und grünen Aktivitäten –, Geschäftsbanken – die vor allem als Finanzintermediäre wirken (vgl. Kapitel 6.2 und Kapitel 6.4) –, strategische Investoren als bislang eine der wichtigsten Finanzierungsquellen für grüne Aktivitäten (vgl. Kapitel 6.5) sowie Privatinvestoren im Sinne von Haushalten (vgl. Kapitel 6.4) beleuchtet sowie verschiedene blockierende Kräfte einer Energiewende aufgeschlüsselt (vgl. Kapitel 6.3).

Johanna Dichtl

Chapter 5. Schlussbetrachtung

Negative Vertragszinssätze sind nach hier vertretener Auffassung grundsätzlich mit dem Zinsbegriff des deutschen Darlehensrechts vereinbar. Als Konsequenz erlauben auf den EURIBOR als Referenzzinssatz abstellende Kreditverträge eine negative Gesamtverzinsung, welche die Zinszahlungspflicht zugunsten des Kreditnehmers umkehrt. Dieses Ergebnis trifft jedoch nur dann zu, wenn Kreditgeber und Kreditnehmer negative (Referenz-) Zinssätze im Zeitpunkt des Vertragsschlusses bedacht haben, sodass im Umkehrschluss eine negative Gesamtverzinsung für Altverträge im Allgemeinen ausgeschlossen wird.

Markus Henze

Kapitel 3. Angebotsfaktoren in der Internetökonomie

In diesem Kapitel werden die Angebotsfaktoren der Internetökonomie dargelegt. Die Preisfindungsmechanismen, die Standardisierungsanforderungen, Big Data und das Beziehungsmanagement werden grundlegend analysiert und aufeinander bezogen. Zudem wird die Bedeutung der Suchmaschinen für den Unternehmenserfolg untersucht. Die Unternehmensorganisation wird als Schlüsselgröße für den Unternehmenserfolg in den Zusammenhang mit der Internetökonomie gestellt.

Harald Meisner

15. Finanzierung von Investitionen

Investitionen in Afrika bieten vielen Branchen große Chancen, sie sind aber auch mit höheren Risiken verbunden. Nachhaltige Finanzierungskonzepte, die den Fokus auf den langfristigen Erfolg legen, Risiken angemessen berücksichtigen und auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten übernehmen, sind deshalb Grundlage für erfolgreiche Neuinvestitionen in Afrika.Sogenannte Entwicklungsfinanzierer haben sich auf die Finanzierung von nachhaltigen Investitionen in herausfordernden Ländern spezialisiert. Dazu zählen zum Beispiel die DEG – Deutsche Investitions‐ und Entwicklungsgesellschaft mbH in Köln, der Kreis der European Development Finance Institutions (EDFI) oder die zur Weltbankgruppe gehörende International Finance Corporation (IFC). Entwicklungsfinanzierer stellen Unternehmen langfristige Darlehen, mezzanine Finanzierungen und Risikokapital zu Marktkonditionen zur Verfügung, begleiten ihre Kunden mit Fördermaßnahmen und beraten sie zu allen Fragen rund um die Investition. Unternehmen, die mit ihren Investitionen den langfristigen Erfolg suchen, fördern auch die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas. Sie schaffen qualifizierte Arbeitsplätze, engagieren sich für die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter und erhöhen die Wertschöpfung im Land, indem sie lokal verfügbare Ressourcen weiter verarbeiten und Wertschöpfungsketten ausbauen. Durch die Herstellung wettbewerbsfähiger Produkte tragen sie zu einer verbesserten Devisenbilanz der Länder und durch Steuerzahlungen zu höheren Staatseinnahmen bei.

Klaus Helsper, Sabine Huth

Open Access

Die Rolle(n) der Finanzwirtschaft bei der Umstellung von Energiesystemen

Empirische Befunde aus Deutschland und Polen

In der Literatur herrscht ein Grundkonsens über die entscheidende Rolle des Finanzsektors beim Übergang zu nachhaltigen Wirtschaftsstrukturen, der sog. sustainability transition. Dass der Finanzsektor tatsächlich verschiedene Rollen einnimmt, die sich in durchaus gegensätzlich wirkenden Trends im Finanzierungsund Investitionsverhalten des Finanzsektors widerspiegeln, ist das zentrale Argument des vorliegenden Beitrages. Solche ambivalenten Prozesse werden anhand des Beispiels von Transformationsprozessen im Energiesektor in Deutschland und Polen analysiert (z. B. Finanzierung erneuerbarer Energieprojekte vs. anhaltendes Engagement im Bereich konventioneller Energieerzeugung). Mit der eingenommenen Mehrebenenperspektive, wie sie die Sustainability-Transitions-Forschung einnimmt, werden diese Dynamiken und die Schwierigkeiten des (ehemaligen) Nischenmarktes erneuerbarer Energien erklärt und die zentrale Rolle gesetzlicher Rahmenbedingungen und politischer Zielsetzungen verdeutlicht.

Johanna Dichtl

Chapter 5. Kapitalbeschaffung (Finanzierung), Steuer

Wenn der Projektentwickler das Projekt nicht oder nicht ganz mit Eigenkapital finanzieren kann bzw. möchte und ein Endinvestor noch nicht feststeht, benötigt der Projektentwickler eine Finanzierung, in aller Regel einen Kredit. In der Praxis der Immobilienwirtschaft wird Fremdkapital in unkritischen Zeiten des Immobilienmarktes bis zu 100 % des benötigten Gesamtkapitals von Finanzierungsgebern gewährt.

Willi Alda, Joachim Hirschner

5. Was Experten vor dem BREXIT prognostizierten

Es gibt eine ganze Reihe von Ökonomen und Instituten, die sich vor dem 23. Juni 2016 mit den möglichen Konsequenzen eines BREXIT befasst haben. Dazu gehören ökonomische Analysen aus dem Vereinigten Königreich und verschiedenen EU-Ländern. Einige wichtige Überlegungen kamen auch aus Asien, wie die Asia Times am 20. Juni 2016 berichtete.

Paul J.J. Welfens

3. Mindesteigenkapitalanforderungen aus Geschäften mit Unternehmen nach Basel II

Das erste Konsultationspapier „Die Neue Basler Eigenkapitalvereinbarung“ wurde im Jahr 1999 erstmals veröffentlicht. Der Basler Ausschuß für Bankenaufsicht verfolgt seitdem mit den neuen Eigenkapitalrichtlinien das Ziel, die Eigenkapitalunterlegung der Kreditinstitute risikoabhängiger zu gestalten, um die Stabilität des Finanzsektors zu verbessern.

5. Optimale Aufteilung von Sicherheiten auf Kredite

Bevor im Kapitel 6 die bisher erarbeiteten Ergebnisse in einem linearen Modell zur Optimierung des Investitions- und Finanzierungsprogramms verwendet werden, soll die im Konsultationspapier als kostenmindernd anerkannte Stellung von Sicherheiten aus Sicht eines Unternehmens behandelt werden. Bei kalkulatorischer Berücksichtigung von Opportunitätskosten aus der Eigenkapitalbelegung sind Kreditkosten durch die Stellung von Sicherheiten und der damit einhergehenden Risikoreduktion zu senken. Insbesondere das später in Kapitel 5.4.4 unter Berücksichtigung aller Arten von anerkannten Sicherheiten im IRB-Basisansatz vorzustellende Optimierungsmodell hebt sich von den bereits in der Literatur dargestellten Modellen zur Unternehmensfinanzierung ab. Ein über die Literatur bekannt gewordenes nichtlineares Optimierungskalkül zur Aufteilung von Sicherheiten auf Kredite ist für die Optimierung von vollständigen Investitions- und Finanzierungsprogrammen mit Hilfe der Linearoptimierung aufgrund seiner Nichtlinearität nicht verwendbar. Ein weiteres Modell ist zwar linear, jedoch wird noch nicht die erst neuerdings vom Basler Ausschuß akzeptierte Anwendung des Doppelausfall-Effektes berücksichtigt. In beiden Ansätzen fehlt zudem die Berücksichtigung eines Risikozuschlags auf den aufgenommenen Kreditbetrag, der die Modellierung des Planungs- und Entscheidungsproblems erheblich erschwert. Für Barkredite wird dieser Risikozuschlag zwar nicht verwendet, jedoch sollen auch Kreditleihen erfaßt werden können, so daß auch dieser Zuschlag Verwendung finden muß.

2. Begriffliche Grundlagen und Entstehungszusammenhang

Im Folgenden werden die Grundlagen zu den verwendeten Begriffichkeiten geschaffen und der Entstehungszusammenhang von Informal Private Debt dargestellt. Dazu werden zunächst einige begriffliche Abgrenzungen vorgenommen und eine Definition von Informal Private Debt erarbeitet, um ein einheitliches Verständnis des Forschungsgegenstands für den weiteren Verlauf der Arbeit herzustellen (Abschnitt 2.1). Im Anschluss wird der Entstehungszusammenhang von Informal Private Debt anhand des Wandels der spezifischen Rahmenbedingungen in Deutschland und dessen Einfluss auf das Verhalten der Akteure auf den Finanzierungsmärkten näher beleuchtet (Abschnitt 2.2).

3.. Instrumente und Methoden zur Gestaltung von Kreditportfolien deutscher Genossenschaftsbanken

Sollte trotz aller Diversifikationsbemühungen zum Zeitpunkt der Kreditvergabe das realisierte Kreditportfolio vom gewünschten Zielportfolio abweichen, stehen Genossenschaftsbanken der Primärstufe verschiedene Instrumente zur Verfügung, um Kreditrisiken zu transferieren.

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Diese ermöglichen es, die Ziele der strategischen Asset Allocation unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit der Kreditgenossenschaft zu strukturieren. Sie geben ihren Anwendern also die Möglichkeit, ein Kreditportfolio nach Wunsch zu gestalten,

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und können grundsätzlich in traditionelle Produkte und Kapitalmarktprodukte unterteilt werden.

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In Literatur und Praxis herrscht Einigkeit, dass sich die Erstgenannten von den Kapitalmarktprodukten dadurch abgrenzen, dass die bewirkte Weitergabe des Kreditrisikos nicht über den Sekundärmarkt, einen Markt für bereits im Umlauf befindlic Finanzprodukte, erfolgt.

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4. Struktur der Projektfinanzierung als effizientes Kooperationsdesign für Supply Chain Netzwerke

In der bisherigen Analyse der Interdependenz zwischen leistungswirtschaftlicher und finanzwirtschaftlicher Ebene im Supply Chain Netzwerk der Automobilindustrie wurde deutlich, dass Verhaltensrisiken, die letztlich die Kapitalbereitstellung beeinflussen und diese vor Herausforderungen stellen, eine bedeutende Risikoklasse darstellen. Bevor dezidiert auf den Lösungsansatz der Projektfinanzierung als Finanzierungstechnologie im Netzwerk eingegangen wird, soll nachfolgend der traditionelle Unternehmensfinanzierungsansatz näher betrachtet werden und hinsichtlich der impliziten Annahmen und der Auswirkungen auf die Netzwerkstrukturen analysiert werden. Es gilt dabei die impliziten Annahmen über das Finanzierungsobjekt Unternehmung herauszuarbeiten und mit den zuvor charakterisierten Netzwerkstrukturen zu vergleichen. Damit sollen die Herausforderungen in der Finanzierung solcher Netzwerkstrukturen und die Limitationen des traditionellen unternehmensbezogenen Finanzierungsansatzes, die gleichermaßen Anforderungen an den intendierten Lösungsansatz der Projektfinanzierung darstellen, reflektiert werden.

5. Kapitalbeschaffung (Finanzierung), Steuer

Wenn der Projektentwickler das Projekt nicht Oder nicht ganz mit Eigenkapital finanzieren kann bzw. möchte und ein Endinvestor noch nicht feststeht, benötigt der Projektentwickler eine Finanzierung, in aller Regel einen Kredit. In der Praxis der Immobilienwirtschaft wird Fremdkapital in unkritischen Zeiten des Immobilienmarktes bis zu 100 % des benötigten Gesamtkapitals von Finanzierungsgebern gewährt. In Zeiten fallender Mieten, steigender Leerstände oder steigender Insolvenzen (z. B. seit ca. 1994) wird seitens der Banken vom Projektentwickler ein erheblicher Umfang an Eigenkapital erwartet (etwa 20 – 50 % des benötigten Gesamtkapitals). Für einen Kredit zahlt der Finanzierungsnehmer üblicherweise an den Finanzierungsgeber Zinsen und Tilgung in Є/Jahr. Beide Größen werden im Finanzierungsvertrag definiert und quantifiziert. Wenn eine Projektfinanzierung sowohl mit Fremdkapital als auch mit Eigenkapital finanziert wird, weicht in der Regel die Gesamtrendite von der Eigenkapitalrendite ab.

4. Bauwirtschaft und Management

Die Vertragsfragen, Vergabe-und Vertragsformen gewinnen in der Baupraxis immer mehr an Gewicht. Das Thema „Vertragsmanagement“ ist für die meisten Beteiligten in diesem Zusammenhang vergleichsweise neu, wenn nicht sogar im Rahmen des Managements gar nicht existent. Nicht selten findet sich daher heute noch die Auffassung, dass diese Managementaufgaben überhaupt nicht erforderlich seien oder bereits von anderen Projektbeteiligten erbracht werden. Dies ist aus mehreren Gründen ein gefährlicher Trugschluss. Die wichtigsten Argumente zur Stützung dieser Aussage seien zu Beginn des vorliegenden Beitrages kurz angeführt.

5. Entwicklungsmöglichkeiten des Distressed Debt Investing

Im vierten Kapitel wurden Möglichkeiten und Grenzen des Distressed Debt Investing in Deutschland in Ergebnissen zusammengefasst. Als Grenzen haben sich besonders die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Kosten der Transaktion sowie fehlende bzw. nicht ausreichende Wertberichtigungen herausgestellt. Aus den einzelnen Ergebnissen werden nun Aussagen über die zukünftige Entwicklung abgeleitet. Die Systematisierung erfolgt anhand der Art der Verbindlichkeit (Unternehmenskredit/Unternehmensanleihe) und der Transaktionsform (Single Name/Portfolio)

2. Bankwirtschaftliche Grundlagen der Kreditprüfung

Die Ausreichung von Krediten zählt zu den traditionellen Geschäftsfeldern von öffentlichen, genossenschaftlichen und privaten Kreditinstituten. Das Wort Kredit geht etymologisch auf das lateinische Wort „credere“ zurück, das übersetzt glauben oder vertrauen bedeutet. Es beinhaltet in seinem Kern das Grundvertrauen des Kreditgebers in den Kreditnehmer,

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insbesondere das Vertrauen des Kreditgebers, dass der Kreditnehmer zukünftig leistungsfähig sein wird, wobei der Begriff Leistungsfähigkeit sowohl die Fähigkeit als auch den Willen des Kreditnehmers zur jederzeit ordnungsgemäßen und rechtzeitigen Erfüllung seiner Zahlungsverpflichtungen bezeichnet.

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Dieses Vertrauen wird unter anderem durch die Reputation des Unternehmens respektive dessen finanzielles Standing gestützt.

3. Aufsichtsrechtlicher Rahmen

In den nachfolgenden Abschnitten werden die für deutsche Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute relevanten aufsichtsrechtlichen Regelumgen bei der Behandlung von Kreditrisiken beschrieben. Dabei wird zunächst die Entwicklung der Bankenaufsicht erläutert, bevor dann näher auf die einzelnen spezifischen Regelungen eingegangen wird. Neben den bereits gültigen Vorschriften wird auch die künftige Berücksichtigung von Kreditrisiken im Rahmen von Basel II vorgestellt. Somit werden in diesem Kapitel die aufsichtsrechtlichen Grundlagen erläutert, denen die Kreditrisikopositionen generell und der Transfer von Kreditrisiken im Speziellen unterworfen sind. Die zentralen Fragestellungen lauten:

• Wie entstand die Bankenaufsicht in Deutschland und auf welchen Regelwerken basiert sie?

• Wie sind die Eigenmittel zur Risikounterlegung definiert?

• Wie hoch ist die Eigenmittelunterlegung der Kreditrisiken nach den derzeit gültigen Vorschriften?

• Welche qualitativen Anforderungen sind zu erfüllen?

• Wie werden Kreditrisiken nach Basel II behandelt?

Internationalisierung der Rechnungslegung und des Controllings

Einflussfaktoren und Auswirkungen

Globale Beschaffungs-, Produktions- und Absatzmärkte, weltweite Standorte und internationale Verflechtungen prägen verstärkt das Handeln der Unternehmen. Diese Internationalisierung hat dabei umfassende Auswirkungen auf die Unternehmensführung.

Prof. Dipl.-Kfm. Wilfried Funk, Prof. Dr. Jonas Rossmanith

15. Verbraucherdarlehensvertrag

I. Verbraucherdarlehen und Verbraucherkredit – Begriff und Bedeutung in EURichtlinie und BGB.

Das Verbraucherdarlehensrecht verdankt trotz seiner Vorläufer im Abzahlungsgesetz von 1894 seine Begrifflichkeit, Umfang und Aufbau der EU-Richtlinie 87/102/EWG mit ihren Änderungen. Die Richtlinie wurde zunächst mit dem Verbraucherkreditgesetz (1991-2001) als „Kreditgesetz“ umgesetzt, dann jedoch mit der Schuldrechtsreform in den §§ 491 ff. BGB wieder durch die alte Aufteilung in Darlehen, Stundung und mietähnliche Verträge („sonstige Finanzierungshilfen“) den traditionellen zivilrechtlichen Formen unterworfen. (dazu krit.

Bülow

, NJW 2002, 1145,

Reifner

, ZBB 2001, 193;

Köndgen

, WM 2001, 1637) Da die Vorgaben der Richtlinie auch nach der in Zukunft geltenden vollständig erneuerten Fassung (Richtlinie 2008/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2008 über Verbraucherkreditverträge und zur Aufhebung der Richtlinie 87/102/EWG des Rates, ABl. 2008 L 133/66) mit ihrer neuen Maximalharmonierungsklausel (Art. 21 Nr. 1; dazu

Bülow

/Artz, Einf. Rn. 25 ff.;

dies

., WM 2005, 1153 ff.;

Reifner

, FS Gottfried Mayer, S. 159 ff.) auch für die Interpretation des deutschen Verbraucherdarlehensrechtes zwingend sein wird, sind erhebliche Übersetzungsleistungen von einer „wirtschaftlichen Betrachtungsweise“ in eine juristisch dogmatische Begrifflichkeit und zurück notwendig. Dieser Prozess gibt dem ökonomischen Vorverständnis für Kredit und Verschuldung ein erhebliches Gewicht in der Rechtsauslegung und ist nicht ohne Gefahren für Rechtssicherheit und Verbraucherschutz.

Udo Reifner

5.. Fremdkapitalinstrumente

Fremdkapital ist in der kontinentaleuropäischen Unternehmenslandschaft der mit Abstand größte Bilanzposten und dürfte dies auf absehbare Zukunft auch bleiben. So haben zahlreiche neu konzipierte Finanzinstrumente unverändert starken Fremdkapitalcharakter. Bislang war Fremdkapital für die Unternehmen vergleichsweise einfach handhabbar, die Hausbank meist verläßlicher Kreditgeber. Doch dieses Umfeld hat sich erheblich gewandelt. Eben jene Entwicklung stellt Unternehmen und staatliche Körperschaften gleichermaßen vor neue Herausforderungen in Finanzierungsfragen, wollen sie ihre Bonität halten oder den jederzeitigen Zugang zu Finanzmitteln wahren und ihre Liquiditätsversorgung sicherstellen. Voraussetzung hierfür ist unter anderen die Auswahl des „richtigen“ Instrumentes für das angestrebte Finanzierungsvorhaben.

Kreditbewertung — optionspreistheoretischer versus Rating-basierter Ansatz

Jede Kreditvergabe setzt implizit eine Preisfindung voraus: Zur Bestimmung der Vertragskonditionen sind die zukünftigen Zins- und Tilgungszahlungen aus heutiger Sicht zu bewerten. Dazu ist bei bonitätsrisikobehafteten Krediten die Berücksichtigung des Ausfallrisikos essenziell. Der folgende Beitrag stellt hierzu zwei Ansätze vor: Der optionspreistheoretische Ansatz beruht auf der Idee, dass ein Unternehmenskredit einen zustandsabhängigen Anspruch darstellt, weil im Fall einer Insolvenz die versprochene Kreditbedienung allenfalls nur noch teilweise erfolgt. Die Höhe der tatsächlichen zukünftigen Zahlungen an die Kreditgeber und folglich auch der heutige Wert des Kredits ergeben sich dabei aus dem jeweiligen Unternehmenswert. Im Rating-basierten Ansatz hingegen werden in Abhängigkeit von der Rating-Klasse des Kreditnehmers Bonitätsaufschläge in den Zinssätzen zur Diskontierung der ausfallrisikobehafteten Kreditzahlungen ermittelt.

Antje Henne, Peter Reichling

7. Cases: Management von Creative Media-Unternehmen am Beispiel der Musikindustrie

Im diesem Kapitel wird am Beispiel der Musikindustrie im ersten Schritt die generelle Entwicklung der Musikindustrie vor dem Hintergrund der Digitalisierung aufgezeigt und anschließend die Reaktion des Managements der Cases

EMI

und

Edel AG

auf diese Entwicklung und die Resultate der getroffenen Maßnahmen dargestellt.

Entscheidend für das Verständnis der Entwicklung der Musikindustrie ist es, die strukturellen Veränderungen des Marktes zu kennen, um die Management-Maßnahmen nachvollziehen zu können. Die Fallbeispiele

EMI

und

Edel AG

wurden ausgewählt um darzustellen, inwiefern Managemententscheidungen die Entwicklung der Unternehmen bei gleichen Marktbedingungen zu Erfolg oder Misserfolg führen können.

Mike Friedrichsen, Johanna Grüblbauer, Peter Haric

5. Mezzanine, das Schlaraffenland der alternativen Finanzierungen?

Die Finanzierung von Investitionsvorhaben oder Wachstumsplänen mittelständischer Unternehmen war in der Vergangenheit in der weit überwiegenden Zahl der Fälle auf den klassischen Bankkredit, zum Beispiel in Form des längerfristigen Investitionsdarlehens fokussiert. In den letzten Jahren wurden in der Finanzwelt eine Reihe innovativer Finanzierungsprodukte neu entwickelt oder schon bestehende Finanzierungsinstrumente in neuer Ausgestaltung angeboten.

Rainer Langen

2. Wasserkraft und Projektfinanzierung

Das Kapitel beschäftigt sich mit der Fragestellung, welche Aspekte bei der Realisierung eines Wasserkraftprojektes in Form einer Projektfinanzierung zu beachten sind. Nach einer kurzen Skizzierung der Finanzierungsmethode Projektfinanzierung folgt die Darstellung des Risikomanagements. Die verschiedenen Teilrisiken eines Wasserkraftprojektes werden beschrieben sowie finanzielle Konsequenzen und Möglichkeiten der Risikoreduktion aufgezeigt.

Jörg Böttcher

Projektfinanzierung eines Biokraftstoffprojektes

Der Beitrag von Böttcher erläutert, unter welchen Rahmenbedingungen eine Projektfinanzierung geeignet ist, um ein Biokraftstoffprojekt zu realisieren. Kritisch für die Realisierung erscheint insbesondere die Notwendigkeit einer vertraglichen Verknüpfung zwischen agrarischen Bezugsmärkten und dem Mineralölmarkt. Sofern diese Verknüpfung gelingt, ergeben sich verschiedene Möglichkeiten für eine Optimierung der Finanzierungsstruktur. Zentral für das Risikomanagement bleibt dabei das Ausmaß der Verknüpfung zwischen Bezugs- und Absatzmarkt. Daneben treten die Ausgestaltung einzelner Finanzierungsparameter wie der Darlehenslaufzeit, der Tilgungsstruktur und der Schuldendienstreserve.

Dr. Jörg Böttcher

Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im volkswirtschaftlichen Strukturwandel

Das Beispiel Deutschland

Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in der Marktwirtschaft wird von verschiedenen Faktoren bestimmt. Die konkrete Ausgestaltung der Wirtschafts- und Sozialordnung setzt dafür den formalen Rahmen. So erfordert die

Sozialpartnerschaft

in Deutschland als zentrales Element dieser Ordnung eine Verantwortungsübernahme durch Unternehmen in bestimmten Strukturen. Die grundgesetzlich verankerte Tarifautonomie verlangt eine kooperative Gestaltung der Arbeitsbeziehungen.

Prof. Dr. Michael Hüther

4. Kreditfinanzierung

Das klassische Mittel zur Finanzierung eines Unternehmenskaufs oder einer Unternehmenserweiterung, einer speziellen Maschine oder allgemein von Betriebsmitteln ist der Bankkredit. Dieser kann verschiedene Formen annehmen, je nachdem, was im Einzelnen finanziert wird, wie sich die finanzielle Situation des Unternehmens darstellt und wie er ggfs. besichert wird.

Dr. Katlen Blöcker

5. Kapitalbeschaffung (Finanzierung), Steuer

Wenn der Projektentwickler das Projekt nicht oder nicht ganz mit Eigenkapital finanzieren kann bzw. möchte und ein Endinvestor noch nicht feststeht, benötigt der Projektentwickler eine Finanzierung, in aller Regel einen Kredit. In der Praxis der Immobilienwirtschaft wird Fremdkapital in unkritischen Zeiten des Immobilienmarktes bis zu 100 % des benötigten Gesamtkapitals von Finanzierungsgebern gewährt. In Zeiten fallender Mieten, steigender Leerstände oder steigender Insolvenzen oder generell in Krisenzeiten (z. B. Finanzmarktkrise) wird seitens der Banken vom Projektentwickler ein erheblicher Umfang an Eigenkapital erwartet (etwa 20 – 50 % des benötigten Gesamtkapitals). Für einen Kredit zahlt der Finanzierungsnehmer üblicherweise an den Finanzierungsgeber Zinsen und Tilgung in €/Jahr. Beide Größen werden im Finanzierungsvertrag definiert und quantifiziert. Wenn eine Projektfinanzierung sowohl mit Fremdkapital als auch mit Eigenkapital finanziert wird, weicht in der Regel die Gesamtrendite von der Eigenkapitalrendite ab.

Willi Alda, Joachim Hirschner

Entwicklungsschritte von der Marktwirtschaft zur Vollkasko-Ökonomie

Im idealtypischen Ausgangszustand in Entwicklung hin zur Vollkasko-Ökonomie findet sich die kapitalistische Marktwirtschaft. Es gilt zu betonen, dass die Marktwirtschaft nie rein vorlag, und nur einen fiktive Startpunkt darstellt: „Die Verkehrswirtschaft in ihrer reinen Form ist nie probiert worden.“ Von Unvollkommenheiten wie Marktversagen, externen Effekten und natürlichen Monopolen, welche den Wettbewerb auf den Märkten verhindern, wird hier abgesehen. Die Marktwirtschaft ist eine Verkehrs- und Wettbewerbsform, die sich nicht etabliert, wenn der Rahmen dafür nicht gesetzt wird. Mit anderen Worten: Es ist die Aufgabe des Staates einen Ordnungsrahmen zu errichten, der gleiche Startund Wettbewerbsbedingungen ermöglicht, sodass alle am Markt teilhaben können. Die geistigen Väter der Marktwirtschaft – Armack, Eucken, Röpke – haben als Mechanismus für die Etablierung einer Wettbewerbswirtschaft den Ordoliberalismus erdacht, in dem der Staat den Rahmen für das wirtschaftliche Kräftemessen gewährleistet.

Falk Illing

4. Auftragsfinanzierung und Financial Engineering

Mit steigendem Welthandel haben industrielle Großprojekte sowie Infrastrukturmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten erheblich an Bedeutung gewonnen. Dabei müssen sich die Beteiligten immer neuen Herausforderungen insbesondere in Fragen der Finanzierung und Abwicklung der Projekte stellen. Hohe Kapitalinvestitionen, lange Projektlaufzeiten und finanzschwache Abnehmer erfordern individuelle Finanzierungskonzepte, welche die Realisierung von Großaufträgen häufig erst ermöglichen. Die Auftragsfinanzierung wird damit zu einer wesentlichen Aufgabe des Marketings.

Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Backhaus, Philipp Alexander Brüne, Nico Wiegand

3. Kreditfinanzierung

Sowohl in Großunternehmen als auch in mittelständischen Unternehmen ist ein steigendes Kreditfinanzierungspotenzial zu verzeichnen. Insbesondere Kreditinstitute machen die Kreditfähigkeit eines Kapital suchenden Unternehmens neben der Bereitstellung von Sicherheiten insbesondere von der Kreditwürdigkeit abhängig. Daher erfolgt zunächst ein Überblick, welche Verfahren der Kreditwürdigkeitsprüfung in der Praxis zur Anwendung gelangen können, bevor einzelne Formen der Kreditfinanzierung näher gekennzeichnet und beurteilt werden (vgl. Abb. 3.1).

Prof. Dr. Joachim Prätsch, Prof. Dr. Uwe Schikorra, Dipl. Bw. Eberhard Ludwig

Zweiter Teil. Regulatorische Eigenkapitalunterlegung von Forderungsportfolios vor und nach Verbriefung

Eines der wichtigsten, wenn nicht für deutsche Kreditinstitute bislang sogar das wichtigste der im vorigen Teil angesprochenen Motive für die Durchführung von Verbriefungstransaktionen ist die hiermit bislang regelmäßig verbundene regulatorische Eigenkapitalentlastung.

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Der zweite Teil dieser Arbeit widmet sich den aufsichtsrechtlichen Vorschriften der Eigenkapitalunterlegung von Forderungen vor und nach Verbriefung. Ausgehend von einer allgemeinen Darstellung der Zielsetzung regulatorischer Normen werden die in diesem Zusammenhang relevanten Vorschriften des aktuellen Aufsichtsrechts (Grundsatz I) sowie des vor der Umsetzung stehenden reformierten Regelwerks (Basel II) dargestellt. Bei der Ermittlung einer potenziellen Entlastungs- oder zusätzlichen Belastungswirkung der Verbriefung auf das regulatorische Eigenkapital ist die Kapitalunterlegung der unverbrieften Forderungen als Vergleichsmaßstab heranzuziehen. Bevor die jeweiligen Regeln zur Ermittlung der Eigenkapitalbelastung von Originator, Investoren und sonstiger Drittparteien nach Verbriefung erläutert werden, ist demnach zunächst auf die Vorschriften zur Unterlegung des unverbrieften Forderungsportfolios einzugehen. Da letztere in der wissenschaftlichen Literatur bereits umfassend abgehandelt worden sind,

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sollen sie im Rahmen der vorliegenden Arbeit jedoch nur stark komprimiert und ausschließlich in ihren im Hinblick auf die Themenstellung der Arbeit relevanten Aspekten dargestellt werden. Der Schwerpunkt liegt dagegen auf der detaillierten Darstellung der Vorschriften zur Ermittlung der regulatorischen Kapitalbelastung von Verbriefungspositionen bzw. der Kapitalbelastung nach Verbriefung. Schließlich soll die Anwendung der Vorschriften von Grundsatz I und Basel II auf das unverbriefte Portfolio sowie auf das verbriefte Portfolio und die resultierenden Verbriefungspositionen am Beispiel der bereits im ersten Teil in ihren Grundzügen erläuterten Transaktion Promise-A 2002-1 dargestellt werden.

Dr. Cordula Emse

2. Projektfinanzierung eines Biogas-Projektes

Die International Energy Agency (IEA) prognostiziert in einer ihrer Studien (World Energy Outlook 2009), dass der weltweite primäre Energiebedarf zwischen 2007 und 2030 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 1,5 % ansteigen wird, wobei Asien und der Mittlere Osten Hauptträger des Bedarfs sein werden. Die Stromnachfrage wird im gleichen Zeitraum sogar um 2,5 % ansteigen. Dieser erwartete Energiebedarf lässt sich nur dann decken, wenn auch hinreichende Finanzierungsmittel zur Verfügung stehen, was vor dem Hintergrund der noch nicht gänzlich ausgestandenen Finanzkrise eine Herausforderung sein wird. Die IEA sieht bis 2030 einen kumulierten Kapitalbedarf von etwa 26 Billionen USD, wobei etwa die Hälfte der Investitionen in Entwicklungsländern benötigt wird. Im gleichen Zeitraum steigen die CO2-Emissionen – ohne einen Politikwechsel – ebenfalls mit einer jährlichen Wachstumsrate von 1,5 % an mit den vielfach beschriebenen Folgen für das globale Klima. Um den Temperaturanstieg unter 2 °C zu begrenzen, bedarf es erheblicher politischer Anstrengungen und umfangreicher Investitionen in umweltverträgliche Energieträger. Der Stern-Report hat darüber hinaus deutlich gemacht, welche weltweiten ökonomischen Folgen sich aus dem Klimawandel ergeben: Die jährlichen Kosten entsprechen, sofern nicht gehandelt wird, einem jährlichen Verlust zwischen 5 % bis 20 % des globalen Bruttoinlandsprodukts, wobei Entwicklungs- und Schwellenländer noch wesentlich härter betroffen sein können.

Jörg Böttcher

3. Hypothesenformulierung zur Gestaltung von Konzernabschlüssen

Eine bewußte Verhaltensbeeinflussung von Koalitionsteilnehmern durch Konzernbilanzpolitik ist nur möglich, soweit auf im Konzernabschluß enthaltene Entscheidungsvariablen dieser Wirtschaftssubjekte und/oder die Wahrscheinlichkeitsstruktur ihrer Erwartungen Einfluß genommen werden kann. Damit bilden die konzembilanzpolitisch relevanten Einstellungen der Konzernabschlußinteressenten in Form ihrer individuellen Entscheidungsvariablen, Erwartungen und Wahrscheinlichkeitsvorstellungen den Rahmen für die konzembilanzpolitischen Subziele ab.

Michael Greth

II. Abschnitt: Immobilien-Projektfinanzierung gemäß Basel II

Der

Baseler Ausschuss

153

wurde Ende 1974 von den Präsidenten der Zentralbanken einer Zehnergruppe von Ländern („G 10 Staaten”)

154

sowie der Schweiz und Luxemburg gegründet und trifft sich seither regelmäßig viermal im Jahr sowie ggf. zu außerordentlichen Anlässen.

155

Rund 30 Arbeitsgruppen und Task Forces des Ausschusses kommen ebenfalls regelmäßig zu bestimmten Fachgesprächen zusammen. Der Ausschuss setzt sich aus den Vertretern der Zentralbanken sowie der Bankenaufsicht zusammen. Von der deutschen Seite sind Verhandlungspartner die

Deutsche Bundesbank

sowie das

Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen

(kurz: BAKred).

156

Die deutsche Delegation beim Ausschuss wurde insbesondere von

Gerhard Hofmann

, dem Vertreter der Bundesbank, bei den Verhandlungen angeführt.

157

Sven Bienert

2. Kreditrisikomessung: Theoretische Grundlagen, regulatorische Rahmenbedingungen und deren Bedeutung für die Projektanalyse

Zukünftige Ereignisse — wie auch die vereinbarungsgemäße Rückzahlung eines Kredites durch den Kreditnehmer — sind mit Unsicherheiten verbunden, die in der Betriebswirtschaftslehre unter dem Begriff Risiko zusammengefasst werden.

23

Allerdings existiert keine einheitliche Definition des Risikobegriffs. Es lassen sich zwei grundlegende Risikoauffassungen unterscheiden. Unter dem statistisch-formalen Risikobegriff werden zukünftigen Ereignissen Wahrscheinlichkeiten zugeordnet, wobei die Streuung um den Erwartungswert das Risiko definiert. Je größer der Wert des gewählten Streuungsmaßes, umso größer ist das Risiko. Gemäß dem empirisch-materiellen Risikobegriff hingegen wird als Risiko die auf einem unzureichenden Informationsstand beruhende Gefahr verstanden, dass für eine Zielgröße in der Zukunft eine negative Abweichung zwischen dem erzielten und dem ex ante erwarteten Wert auftreten wird. Der erstgenannten Begriffsauslegung folgend können Risiken das gesamte Spektrum negativer und auch positiver Zielabweichungen umfassen. Häufig findet allerdings die engere Abgrenzung nach dem empirisch-materiellen Begriff Verwendung; mit Risiken werden demnach nur die potenziellen Gefahren assoziiert.

24

Holger Werthschulte

Kapitel 7. Zinsstrukturtheorie

Bereits ein oberflächlicher Blick in die Finanzmarktseiten seriöser überregionaler Tageszeiten offenbart, dass in der Realität nicht nur einzelne Zinssätze für sich genommen von Interesse sind, sondern vor allem das – mehr oder weniger typische – Nebeneinander zahlreicher unterschiedlicher Zinsen und Renditen für Anlageentscheidungen berücksichtigt werden muss. Es kommt letztendlich auf eine möglichst präzise wählbare Kombination von Fristen, Risiken und Zinskonditionen an, wenn nach der optimalen Finanzanlage gesucht wird. Die im Folgenden diskutierten Theorien der Zinsstruktur spielen hierbei eine prominente Rolle.

Prof. Dr. Horst Gischer, Prof. Dr. Bernhard Herz, Prof. Dr. Lukas Menkhoff

Nutzen und Funktionen des Finanzratings

Beinahe jedes Unternehmen ist schon mit dem Thema Finanzrating in direkter oder indirekter Form in Berührung gekommen. Das Finanzrating wird als Teil des internen Ratingverfahrens der Banken an Relevanz weiter zunehmen, da es die Kreditkonditionen unmittelbar beeinflusst. Somit ist jedes Unternehmen angehalten, sich mit der Funktionsweise und den Auswirkungen näher zu beschäftigen.

Frank Sicking

6. Sanierung

Kreditgeschäft ist seit jeher eine Domäne der Sparkassen und Landesbanken. Mit 43 % Anteil an dem Gesamtbestand der Kredite aller Unternehmen und Selbstständigen per Ende Juni 2008 wird dies eindrucksvoll unterstrichen.

123

Es ist daher auch für diese Institute normal Problemkredite im Portfolio zu haben.

Karl-Heinz Weber

3. Finanzierungsinstrumente und Accounting

Dieses Kapitel stellt den Übergang zwischen den bisherigen theoretischen Grundlagen der Kapitalstruktur und der in börsennotierten Unternehmen realisierten Struktur der Finanzierungsinstrumente dar. Es untersucht daher auch die relevanten Accounting Standards zu den Finanzierungsinstrumenten. Inhaltlich gliedert es sich in drei Abschnitte.

Michael Schachtner

3. Mehrwerte für die Praxis — Stärkung der Kundenbindung

Wenn man die Marketingwelt der Finanzdienstleistungen mit der des Handels vergleicht, hat man den Eindruck, dass der Handel immer einen Entwicklungsschritt voraus ist, wenn es um einen kundenorientierten Vertrieb geht. Im Handel und anderen Dienstleistungsbranchen haben sich in den letzten Jahren vielfältige Formen herausgebildet, bei denen um das konkrete Produkt ein Bündel von Zusatzleistungen aufgestellt werden. Das Ziel ist klar: Durch die Abdeckung von Bedürfnissen, die aus Kundensicht in Verbindung mit dem Produkt stehen, erhöht der Verkäufer seine Problemlösungskompetenz.

Werner E. Thum, Michael Semmler

Basel II — Struktur und Auswirkungen auf das Kreditgeschäft

Im Januar 2001 hat der Ausschuss für Bankenaufsicht bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel ein Konsultationspapier mit dem Titel “Die neue Basler Eigenkapitalvereinbarung” (Basel II) vorgelegt (vgl. Basel Committee, 2001). Hierin wurden Vorschläge für eine novellierte Eigenmittelunterlegung der verschiedenen Bankrisiken, die die bisherigen Regulierungsvorschriften von 1988 (Basel Accord) ersetzen sollen, unterbreitet. Diese ursprünglichen Vorschläge wurden nach intensiven Diskussionen mit den Interessenvertretern und quantitativen Auswirkungsstudien mehrfach geändert. Nach dem derzeitigen Stand soll nach einer weiteren Auswirkungsstudie (vgl. Basel Committee, 2002) im zweiten Quartal 2003 ein letztes Konsultationspapier vorgelegt werden. Dieses soll, nach einer erneuten Beratungsphase, als Grundlage für die im vierten Quartal 2003 zu beschließende endgültige Fassung dienen. Nach den Vorstellungen des Basler Ausschusses soll die Bankenaufsicht künftig auf drei Säulen ruhen: In der ersten Säule finden sich die Regelungen zur Unterlegung der unterschiedlichen Risikopositionen mit Eigenkapital. Neben den bislang bereits (explizit) erfassten Marktpreis- und Ausfallrisiken sind als zusätzliche Risikoart künftig auch operationelle Risiken mit haftendem Eigenkapital zu unterlegen. Hierunter werden mögliche Verluste verstanden, die aufgrund unangemessener oder ausfallender interner Verfahren, Mitarbeiter oder Systeme oder infolge von bankexternen Ereignissen (z.B. Naturkatastrophen) entstehen können. Da die erst 1996 verabschiedeten Regelungen für Marktpreisrisiken nahezu unverändert bleiben, beziehen sich die weitreichendsten Änderungen der neuen Regulierungsvorschriften auf den Bereich der Ausfallrisiken. Die Auswirkungen dieser veränderten Art der Risikoerfassung und -unterlegung auf das Kreditgeschäft stehen im Mittelpunkt der nachstehenden Diskussion.

Dr. Peter Grundke, Dr. Wolfgang Spörk

Wohin muss sich das Mittelstandsgeschäft der Sparkassen entwickeln?

Die kleinen und mittleren Unternehmen bilden das Rückgrat sowohl der Wirtschaft als auch der Gesellschaft und stellen damit den Garant für Stabilität in Deutschland dar. In Deutschland sind rd. 3,3 Millionen mittelständische Unternehmen, die durch einen Umsatz bis 50 Millionen Euro gekennzeichnet sind, tätig. Diese Zahl bestätigt ihre Bedeutung eindrucksvoll. Sie repräsentieren rund nahezu 50% aller Bruttoinvestitionen und fast 60% der Bruttowertschöpfung. Darüber hinaus sind 70% aller Arbeitnehmer im Mittelstand beschäftigt und 80% der Auszubildenden werden hier ausgebildet. Damit bestimmt die wirtschaftliche Lage des Mittelstands in wesentlichem Maße die gesamtwirtschaftliche Situation der Bundesrepublik.

Thomas Mang

Das Mittelstandskonzept der Genossenschaftsbanken

Der Bankkredit ist für die weit überwiegende Zahl der mittelständischen Unternehmen in Deutschland die Hauptfinanzierungsquelle. Hieran wird sich auf absehbare Zeit auch nichts Wesentliches ändern. Denn nach wie vor ist für die allermeisten mittelständischen Unternehmen — und wenn wir hierunter Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten und einem Umsatz bis zu fünfzig Millionen Euro verstehen, dann sprechen wir immerhin über 3,3 Millionen Unternehmen in Deutschland — der Gang an den Kapitalmarkt keine reale Alternative. Trotz der wachsenden Bedeutung moderner und innovativer Finanzierungsinstrumente des Investment Bankings ist eine echte Substitution von Bankkrediten durch Kapitalmarktfinanzierungen allenfalls im oberen Segment des Mittelstandes zu beobachten.

Jochen Lehnhoff

2. Definition und aufsichtsrechtliche Behandlung des Kreditrisikos

Im Mittelpunkt dieses Kapitels steht ein Überblick über die bankbetrieblichen Risiken und die derzeitige aufsichtsrechtliche Behandlung insbesondere des Kreditrisikos. Im Anschluß daran werden im Abschnitt 2.4 die Schwächen der momentan gültigen Kapitaladäquanzrichtlinie sowie die daraus resultierenden Verzerrungen am Kreditmarkt dargelegt. Ein Überblick über die angedachten Reformen des Aufsichtsrechts schließen sich in Abschnitt 2.5 an. Ein Ausblick auf den potentiellen Nutzen moderner Methoden der Kreditrisikomodellierung dient als Überleitung zu den folgenden Kapiteln.

Michael Knapp

4. Beschwerden beantworten

Wie wir in den bisherigen Kapiteln gezeigt haben, ist nicht die Qualität der Antworten der Unternehmen das Problem, sondern die Quantität. Viel zu viele Unternehmen antworten gar nicht oder nur sehr sporadisch auf die Beschwerden ihrer Kunden. Dies ist besonders bemerkenswert, weil im Falle von öffentlichen Beschwerden im Internet auch die breite Öffentlichkeit erfährt, dass die Unternehmen nicht antworten.

Dr. Gaby Wiegran, Gregor Harter

Dritter Teil. Kritische Würdigung und mögliche Konsequenzen der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung

Eine Zielsetzung der empirischen Analyse besteht darin, die quantitativen Auswirkungen der Verwendung verschiedener Unterlegungsverfahren auf die Höhe des vorzuhaltenden aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals aufzuzeigen und zu würdigen, inwieweit die vom Baseler Ausschuss mit der Reformierung verfolgten Ziele erreicht werden können.1

Dr. Thomas Söhlke

Zweiter Teil. Konzeptionelle Darstellung der Ansätze zur Eigenkapitalunterlegung von Kreditrisiken nach Basel II und Aufbau der empirischen Untersuchung

Zur Ermittlung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderung für das Kreditrisiko im Anlagebuch stehen den Banken nach dem zweiten Baseler Konsultationspapier ein auf externen Ratings basierender Standardansatz und ein auf internen Ratings basierender Ansatz (Internal Ratings-based Approach) zur Auswahl.1 Beide Ansätze orientieren sich bei der Ermittlung des anzurechnenden Betrages auf Einzelkreditebene im Wesentlichen an dem Grundschema2 der bisherigen Regelung, da der ausfallgefährdete Betrag ebenfalls mit einem spezifischen Bonitätsgewicht multipliziert wird. Die Änderungen gegenüber den derzeit gültigen Vorschriften setzen an den einzelnen Komponenten der Grundgleichung zur Ermittlung der risikogewichteten Aktiva, d. h. des Kreditrisikobetrages sowie den Geschäfts- und Bonitätsgewichten an. Dabei verfolgt der Baseler Ausschuss die Zielsetzung, das Kreditrisiko einer Position respektive eines Portfolios risikoadäquater abzubilden.3

Dr. Thomas Söhlke

Erster Teil. Kreditrisiken und ihre aufsichtsrechtliche Behandlung

Im Rahmen eines Kreditvertrages verpflichtet sich der Kreditnehmer, die vom Kreditgeber erhaltenen Zahlungsmittel sowie Kreditzinsen zu einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt an den Vertragspartner zu entrichten.1 Derartige zukünftige Handlungen sind grundsätzlich mit Unsicherheiten verbunden, die in der Investitionsrechnung unter dem Begriff Risiko subsumiert werden.2 In der Betriebswirtschaft existiert eine Vielzahl voneinander abweichender Definitionen des Risikobegriffs, die unterschiedliche Aspekte fokussieren.3

Dr. Thomas Söhlke

Basel II und die zukünftigen Kreditpreise

Das Baseler Konsultationspapier hat weitreichende Konsequenzen. Dies betrifft nicht nur die Höhe der Eigenkapitalunterlegung insgesamt, sondern auch die Kreditkonditionen der einzelnen Engagements. Im nachfolgenden Beitrag werden nach einem kurzen zusammenfassenden Abriss der mit dem zweiten Baseler Konsultationspapier verbundenen Neuerungen die Auswirkungen der veränderten Unterlegungsvorschriften auf die Konditionsbausteine im Kreditgeschäft untersucht.1 Darauf aufbauend werden die sich aufgrund der veränderten Konditionen und Prozesse im Kreditgeschäft für Banken, Kreditnehmer und Bankenaufsicht ergebenden bedeutenden Konsequenzen diskutiert.

Prof. Dr. Bernd Rolfes, Cordula Emse

3. Eine Situationsanalyse der Ausgangslage als Herleitung alternativer Finanzierungsinstrumente kommunaler Infrastrukturinvestitionen

Um die Einbeziehung privater Investoren in die Finanzierung kommunaler Infrastrukturinvestitionen zu diskutieren und um die passende Finanzierungsform zu finden, seien zunächst — nach einer Darstellung des kommunalen Investitionsbedarfs und der finanziellen Situation der Kommunen — die bisher vorhandenen Finanzierungsvarianten aufgezeigt.

Christian W. Kröger

Mittelstand und Kreditversorgung — Bauernopfer der Globalisierung?

Sehr geehrte Damen und Herren, hat der Mittelstand Hilfe nötig? Wie es kürzlich in der Zeitschrift “Die Bank” hieß, genießt der deutsche Mittelstand fast ein mythisches Ansehen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch international gilt er als Symbol für das deutsche Wirtschaftswachstum der zurückliegenden Jahrzehnte und als Vorbild für kleinere und mittlere Unternehmen in Entwicklungsländern. Der Mittelstand ist eine tragende Säule der deutschen Volkswirtschaft. Wenn sie bedroht sein sollte, hätte dies für uns alle Konsequenzen.

Dr. Bernd Rodewald

3. Die Kreditwürdigkeitsprüfung

Der Begriff der Kreditwürdigkeitsprüfung umfaßt alle Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, das Risiko einer Kreditvergabe zu bestimmen.54 Das Ergebnis einer derartigen Prüfung ist ein Urteil über die Fähigkeit des Kunden seinen Zins- und Tilgungsverpflichtungen in der Zukunft nachzukommen.55 Diese Fähigkeit wird als Kreditwürdigkeit oder synonym als Bonität des Kreditnehmers bezeichnet.56 Da jedoch eine Aussage über die zukünftige Kapitaldienstfähigkeit des Kunden getroffen werden muß, besteht bei jeder Kreditwürdigkeitsprüfung die Gefahr einer Falscheinschätzung der Bonität des Kreditnehmers.57 Hierbei sind zwei Arten von Fehleinschätzungen möglich.

Peter Berlandi

1. Einleitung

Vor dem Hintergrund der seit 1990 kontinuierlich steigenden Zahl an Unternehmensinsolvenzen wird die Bonitätsanalyse im Firmenkundenkreditgeschäft immer mehr zu einem der wichtigsten Faktoren für den Geschäftserfolg einer Bank.

Peter Berlandi

1. Einleitung

In der Bundesrepublik Deutschland1 werden in jedem Jahr Tausende von Unternehmen insolvent, d.h. sie sind nicht mehr in der Lage, die Forderungen ihrer Gläubiger zu befriedigen. Äußeres Zeichen der Insolvenz ist die Überschuldung bzw. Zahlungsunfähigkeit der Unternehmen.2 Die Gesamtzahl der überschuldeten bzw zahlungsunfähigen Unternehmen ist statistisch nicht erfaßt, da die Insolvenzstatistik nur Hinweise auf jene insolventen Unternehmen enthält, für die ein gerichtliches Konkurs- oder Vergleichsverfahren beantragt wurde. Ein Blick in diese Statistik zeigt, daß entsprechende Anträge zwischen 1981 und 1995 im Durchschnitt für mehr als 11000 Unternehmen pro Jahr gestellt wurden.3 Die Zahl aller insolventen Unternehmen pro Jahr (inkl. der außergerichtlichen Insolvenzen) dürfte ca. 25% höher liegen.4 Insolvenzen haben mit großer Regelmäßigkeit die Zerschlagung der betroffenen Unternehmen zur Folge.5

Thomas R. Fischer

4. Analyse der Interessenkonflikte zwischen den Kapitalgebern bei der Sanierung insolventer Unternehmen und Möglichkeiten zur Begrenzung der Konflikte

Von den bei der Sanierung insolventer Unternehmen auftretenden Interessenkonflikten zwischen den Kapitalgebern hat das Schrifttum bisher vor allem die Interessenkonflikte zwischen gesicherten und ungesicherten Gläubigern bei Sanierungen innerhalb von Insolvenzverfahren analysiert.1 Dies ist angesichts der Intention dieser Beiträge, die Diskussion um die Reform des Insolvenzrechts zu beleben, zwar konsequent, läßt indes unberücksichtigt, daß derzeit wohl ca. 70% der beantragten Insolvenzverfahren mangels Masse nicht eröffnet werden.2 In derartigen Fällen deckt die vorhandene (freie) Vermögensmasse des Unternehmens zwar noch nicht einmal die Kosten für ein geordnetes, d.h. gerichtlich begleitetes Insolvenzverfahren; eine Sanierung ist damit allerdings keineswegs ausgeschlossen. Denn auch bei Nichteröffnung des Insolvenzverfahrens kann der Fortführungswert des insolventen Unternehmens durchaus höher sein als sein Liquidationswert,3 so daß die Sanierung des Unternehmens der Unternehmensliquidation vorzuziehen wäre.

Thomas R. Fischer

8. Projektfinanzierung

„Unter Projektfinanzierung versteht man allgemein die Definition Finanzierung einer sich selbst tragenden Wirtschaftseinheit (Projekt), bei der sich die Financiers in ihrer Kreditentscheidung hauptsächlich auf den prognostizierten Cash-flow und die Aktiva des Projektes als Sicherheit für die Rückzahlung des Fremdkapitals verlassen“.41

Prof. Dr.-Ing. Alexander May, Friedrich Eschenbaum, Dipl.-Ing. Oliver Breitenstein

C

Dipl.-Kfm. Ute Arentzen, Dr. Eggert Winter

C

Dipl.-Kfm. Ute Arentzen, Dr. Eggert Winter

Kapitel 6. Kapitalstruktur und Kapitalkosten bei gemischter Finanzierung

In diesem Kapitel wird geprüft, ob und wie die Kapitalkosten bzw. die durchschnittlichen Finanzierungskosten einer Unternehmung und insbesondere ihre Eigenkapitalkosten davon abhängen, wie stark die Unternehmung verschuldet ist, und ob es eine optimale Kapitalstruktur gibt. Stand in Kapitel 5 der Nachweis im Mittelpunkt, daß die Eigenkapitalkosten auf einem vollkommenen Kapitalmarkt von der Art der Eigenkapitalbeschaffung unabhängig sind, so wird nun vor allem gezeigt, daß auf vollkommenen Kapitalmärkten auch die durchschnittlichen Kapitalkosten und der Gesamtwert des Unternehmens von der Zusammensetzung der Finanzierung unabhängig sind. Damit gibt es unter bestimmten Bedingungen keine optimale Kapitalstruktur, die Kapitalstruktur ist “irrelevant”.

Reinhard H. Schmidt, Eva Terberger

Kapitel 6. Kapitalstruktur und Kapitalkosten bei gemischter Finanzierung

In diesem Kapitel wird geprüft, ob und wie die Kapitalkosten bzw. die durchschnittlichen Finanzierungskosten einer Unternehmung und insbesondere ihre Eigenkapitalkosten davon abhängen, wie stark die Unternehmung verschuldet ist, und ob es eine optimale Kapitalstruktur gibt. Stand in Kapitel 5 der Nachweis im Mittelpunkt, daß die Eigenkapitalkosten auf einem vollkommenen Kapitalmarkt von der Art der Eigenkapitalbeschaffung unabhängig sind, so wird nun vor allem gezeigt, daß auf vollkommenen Kapitalmärkten auch die durchschnittlichen Kapitalkosten und der Gesamtwert des Unternehmens von der Zusammensetzung der Finanzierung unabhängig sind. Damit gibt es unter bestimmten Bedingungen keine optimale Kapitalstruktur, die Kapitalstruktur ist “irrelevant”.

Reinhard H. Schmidt, Eva Terberger

2. Kapitel. Die betriebswirtschaftliche Grundlegung von § 321 Abs. 2 HGB für den AG-Konzernfall

Der Zweck der nach § 316 Abs. 2 HGB durchzuführenden Konzernabschlußprüfung besteht darin, die Richtigkeit der mit dem Konzernabschluß und dem Konzernlagebe-richt gegebenen Informationen im Hinblick auf deren Gesetz- und Ordnungsmäßigkeit festzustellen.1 Die Konzernabschlußprüfung ist gem. § 319 Abs. 1 HGB die Vorbehaltsaufgabe von Wirtschaftsprüfern oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Der mit ihr beauftragte Konzernabschlußprüfer hat außerdem eine im folgenden näher zu untersuchende Krisenwarnaufgabe wahrzunehmen.2 In der Literatur ist zunehmend von einer “Dualität der Pflichtaufgaben” die Rede.3

Bernd Schichold

Kapitel 3. Die professionellen Aspekte des Kundendienstes

Wie bereits im vorhergehenden Kapitel erwähnt wurde, handelt es sich bei der Definition von Servicequalität um ein komplexes Konzept. Obwohl es auf unterschiedliche Weise dargestellt werden kann, betrachten wir es als dreidimensionales Konzept. Die Dimension, mit der sich dieses Kapitel beschäftigt, nennen wir die professionelle Dimension. Bankkunden berichteten uns, daß es drei Aspekte der Professionalität gebe: Kompetenz, Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit. Hören Sie auf das, was Ihre Kunden unter kompetentem, zuverlässigem und glaubwürdigem Kundendienst verstehen.

Ph. D. M. Ray Grubbs, Ph. D. R. Eric Reidenbach

Unternehmensfinanzierung in Krisensituationen

The heavy increase of insolvencies in the beginning 80's as well as in the beginning 90's demands also an increase in the efforts of enterprises towards crisis-management. The paper puts stress on mainly financial measures in order to maintain and stabilize a firm's financial position. In this context, the paper discusses the main symptoms of crises and shows in particular the actions necessary to their overcoming. Named are actions as the developing of a true crisis-management and the newer possibilities in the field of asset-structure, like factoring, forfaitting, and leasing. Also actions to be undertaken by shareholders and creditors are surveyed.These purely reactive measures have to be completed by a crisis-management in a more active sense. Here namely internal financial-analysis and weak- signals-systems have to be installed in order to change from crisis-management to a true opportunity-management.

Manfred Steiner

C. Analyse der Problemfelder und der Notwendigkeit einer integrativen Konzeption der bankaufsichtlichen Erfolgsrisikobegrenzung

Für die Abbildung der einzelnen aufsichtsrelevanten Risikokomplexe in Risikomeßgrößen kommen verschiedene methodische Ansätze in Betracht, die jedoch weitgehend auf folgendem Grundmuster beruhenl:

Risikomeßgröße = risikobehaftetes Volumen • Risikoanrechnungsfaktor.

Die Risikomeßgröße beschreibt das Verlustpotential

eines

Risikokomplexes. Die Gesamtrisikomeßgröße, die sich aus der Zusammenfassung der einzelnen Risi­komeßgrößen ergibt, repräsentiert jenes Verlustpotential, das (mindestens) durch im going concern verfügbares Bankeigenkapital gedeckt sein muß.

Konrad Bösl

Sechstes Kapitel. Risiko und Risikopolitik

Zukunftsgerichteten Entscheidungen ist gemeinsam, daß sie unter Unsicherheit getroffen werden müssen, da es a priori an gesichertem Wissen über die für den Entscheidungsprozeß relevanten zukünftigen Entwicklungen mangelt. Einem entscheidungstheoretischen Verständnis des Risikobegriffs folgend bezeichnet dieser solche Entscheidungssituationen, bei denen zwar einerseits Unsicherheit bezüglich zukünftiger Ereignisse und Entwicklungen besteht, bei denen der Entscheidungsträger aber andererseits über eine (subjektive) Wahrscheinlichkeitsverteilung bezüglicher zukünftiger Entwicklungen verfügt.

Professor Dr. Hans E. Büschgen

Zweites Kapitel. Banken und Bankensysteme

Der Begriff „Bank“ läßt sich je nach Sichtweise — einzel- oder gesamtwirtschaftlich — und je nach dem spezifischen Definitionszweck — ökonomisch oder rechtlich — anhand unterschiedlicher, für den Bankbetrieb und das Wesen der Bank konstitutiver Merkmale beschreiben.

Professor Dr. Hans E. Büschgen

2. Ansätze zur Bonitätsbeurteilung im Firmenkundengeschäft

Die Analyse der Bonität von Firmenkunden ist ein weitgespanntes Aufgabengebiet mit heterogenen Strukturen. Entsprechend vielseitig sind auch die in der Fachliteratur vorgeschlagenen und die in der Praxis angewandten Verfahren zur Bestimmung der wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens.

Herwig Leins

1. Einleitung

Geht man zunächst von der ursprünglichen Bedeutung des aus dem Griechischen entlehnten Krisen-Begriffs aus, so ist darunter ganz allgemein jeglicher Bruch einer zuvor kontinuierlichen Entwicklung dergestalt zu verstehen, daß die weitere Entwicklung eine extreme Ambivalenz aufweist.1

Andreas Pinkwart

Kapitel III. Informationsgewinnung und -Verarbeitung zur Kreditüberwachung

Für die Kreditüberwachung gilt ebenso wie für die Kreditprüfung, daß nur ein verbesserter Informationsstand die Unsicherheit während der Kreditlaufzeit zu reduzieren vermag. Das Kreditrisiko verhält sich gleichsam reziprok zur Qualität der für die Bonitätsüberwachung einschlägigen Informationen:

1

Zielgerichtete Informationen sind der „Rohstoff“ eines bankbetrieblichen Kreditüberwachungs- und Frühwarnsystems.

Anton Schmoll

Zweiter Teil. Geschäftsverkehr und Kontobeziehung

Um bei einer Insolvenz ihres Kunden ihren Schaden möglichst gering zu halten, sind die Banken ebenso wie alle anderen Gläubiger bestrebt, Zahlungsschwierigkeiten ihrer Kunden und die Gefahr einer Insolvenz frühzeitig zu erkennen. Aus diesem Grund wird jeder Kredit von den Banken fortlaufend sorgfältig überwacht, und die Vermögensverhältnisse des Kreditnehmers werden einer ständigen Überprüfung unterzogen. Sobald sich hierbei Schwierigkeiten, insbesondere in der Zahlungsweise des Kunden, ergeben, ist eine erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich. Dabei ist es die wichtigste Aufgabe für die Bank, zu erkennen, ob nur eine vorübergehende Zahlungsunfähigkeit vorliegt, die mit bestimmten Hilfsmaßnahmen überwunden werden kann, oder ob die wirtschaftlichen Schwierigkeiten ein Ausmaß angenommen haben, das eine Zahlungseinstellung und damit den Konkurs unvermeidlich macht. Bei ihren Entscheidungen muß die Bank auch die Rechtsform des Unternehmens beachten, da bei bestimmten Unternehmen nicht nur die Zahlungsunfähigkeit, sondern auch die Überschuldung einen Konkursgrund darstellen kann1, da ferner die Befugnis zur Einreichung von Konkursanträgen bestimmten Behörden vorbehalten sein kann und da nicht jedes Unternehmen konkursfähig ist. Kommt es zu einer Insolvenz, so ist zu unterscheiden zwischen den Auswirkungen auf den allgemeinen Bankvertrag2, d. h. den Rahmenvertrag für sämtliche Geschäftsbeziehungen zwischen Kunde und Bank, dessen Inhalt u. a. durch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen umrissen wird3, und auf die einzelnen Bankgeschäfte wie z. B. die Abwicklung des Zahlungsverkehrs und die Kreditgeschäfte.

Dr. Manfred Obermüller

Aufbauorganisation von Kreditinstituten und Kreditinstitutsgruppen in ausgewählten Ländern

Die Betrachtung und Analyse von Aufbauorganisationen von Kreditinstituten hat, wenn sie sinnvoll erfolgen soll, das Umfeld, in dem diese Institute operieren, stets zu berücksichtigen. Die nachfolgende Betrachtung soll sich auf vier Länderbereiche mit sechs Länderbeispielen beschränken. Einer näheren Untersuchung sollen unterzogen werden: die Aufbauorganisationen in den angelsächsischen Ländern USA und Großbritannien, die Bankorganisationen im romanischen Bereich, beispielhaft analysiert anhand von Frankreich und Italien sowie die Aufbauorganisationen von Banken in Japan und in der Sowjetunion. Die genannten Länder unterscheiden sich gravierend hinsichtlich ihrer Geschichte, Traditionen und insbesondere ihrer Kulturkreise. Darüber hinaus sind in den genannten Ländern völlig verschiedene politische Gesellschaftssysteme vorzufinden. Auch die Bedeutung der Betriebswirtschaftslehre im allgemeinen und der Organisationslehre im besonderen wird in den genannten Ländern vollkommen unterschiedlich eingeschätzt. Eine Betrachtung der Bankorganisationen hat deshalb stets vor dem Hintergrund des Organisationsverständnisses, wie es sich aufgrund von betriebswirtschaftlicher Forschung und wissenschaftlicher Motivation ergeben hat, zu erfolgen.

Leo Schuster

VII. Vermögensanlage in der Versicherungswirtschaft

Technischer Fortschritt, Industrialisierung und zunehmende Arbeitsteilung haben dazu geführt, daß sich der Versicherungsbedarf seit Beginn des vorigen Jahrhunderts vervielfacht hat. Auch in der jüngsten Zeit haben durch die dynamische technische Entwicklung und die Veränderung wirtschaftlicher Strukturen die versicherungsbedürftigen Risiken nach Art, Zahl und Umfang zugenommen.1 So hat sich vor und neben der staatlich organisierten sozialen Sicherheit auch die Individualversicherung herausgebildet. Im Unterschied zur Sozialversicherung, deren Solvenz auf der Garantie des Staates und den Pflichtbeiträgen der Staatsbürger beruht, gründen Vertrauenswürdigkeit und Leistungsfähigkeit der Individualversicherung darauf, daß die Ansprüche der Versicherungsnehmer durch sichere und rentierliche Vermögenswerte gedeckt sind. Diese betrugen Ende 1988 rund 610 Mrd. DM. Ihr Wachstum vollzieht sich mit bemerkenswerter Stetigkeit. Während bei den Sozialversicherunsträgern im letzten Jahrzehnt kaum noch Vermögensbildung stattfand, ist in der Individualversicherung die Kapitalbildung in verläßlicher Weise institutionalisiert.

Dr. Malte von Bargen

Sechstes Kapitel. Risiko und Risikopolitik

Zukunftsgerichteten Entscheidungen ist gemeinsam, daß sie unter Unsicherheit getroffen werden müssen, da es a priori an gesichertem Wissen über die für den Entscheidungsprozeß relevanten zukünftigen Entwicklungen mangelt. Einem entscheidungstheoretischen Verständnis des Risikobegriffs folgend bezeichnet dieser solche Entscheidungssituationen, bei denen zwar einerseits Unsicherheit bezüglich zukünftiger Ereignisse und Entwicklungen besteht, bei denen der Entscheidungsträger aber andererseits über eine (subjektive) Wahrscheinlichkeitsverteilung bezüglicher zukünftiger Entwicklungen verfügt.

Hans E. Büschgen

Zweites Kapitel. Banken und Bankensysteme

Der Begriff „Bank“ läßt sich je nach Sichtweise — einzel- oder gesamtwirtschaftlich — und je nach dem spezifischen Definitionszweck — ökonomisch oder rechtlich — anhand unterschiedlicher, für den Bankbetrieb und das Wesen der Bank konstitutiver Merkmale beschreiben.

Hans E. Büschgen

10. Die Qualität eines Expertensystems zur Bonitätsbeurteilung

In diesem Abschnitt wird der vorgestellte Prozeß zur Qualitätsbeurteilung von Expertensystemen für internationale Finanzmarktgeschäfte auf einen konkreten Fall aus der Bankpraxis angewendet.

Jürgen Bott

4. Disintermediation über den Kapitalmarkt

Die finanzwirtschaftliche Emanzipation der Großunternehmen von den Banken äußert sich in der Marktmacht und im Know how von Finanzabteilungen, die den Konzernen die Selbsterstellung bisher von Banken bezogener Leistungen erlauben, in der Reduktion des Bedarfes an Bankleistungen durch konzerninternen Ausgleich von Finanzierungssalden und offenen Währungspositionen, aber auch in der qualitativ ganz anders zu bewertenden Substitution von Bankkrediten durch die direkte Mittelaufnahme am Kapitalmarkt, in der Literatur als Disintermediation oder Verbriefung (Securitization) bezeichnet.198)

Eugen Löffler

Siebter Teil. Kapitalwirtschaft

Der Strom betrieblicher Leistungen reicht von der Beschaffung der Produktionsfaktoren über ihre Transformation in marktlich verwertbare Güter und Dienstleistungen bis zu ihrem Absatz. Diesen Leistungsströmen fließen Geldströme entgegen.

Ekkehard Kappler, Heinz Rehkugler

Sechstes Kapitel. Risiko und Risikopolitik

Zukunftsgerichteten Entscheidungen ist gemeinsam, daß sie unter Unsicherheit getroffen werden müssen, da es a priori an gesichertem Wissen über die für den Entscheidungsprozeß relevanten zukünftigen Entwicklungen mangelt. Einem entscheidungstheoretischen Verständnis des Risikobegriffs folgend bezeichnet dieser solche Entscheidungssituationen, bei denen zwar einerseits Unsicherheit bezüglich zukünftiger Ereignisse und Entwicklungen besteht, bei denen der Entscheidungsträger aber andererseits über eine (subjektive) Wahrscheinlichkeitsverteilung bezüglicher zukünftiger Entwicklungen verfügt.

Professor Dr. Hans E. Büschgen

Zweites Kapitel. Banken und Bankensysteme

Der Begriff „Bank“ läßt sich je nach Sichtweise — einzel- oder gesamtwirtschaftlich — und je nach dem spezifischen Definitionszweck — ökonomisch oder rechtlich — anhand unterschiedlicher, für den Bankbetrieb und das Wesen der Bank konstitutiver Merkmale beschreiben.

Professor Dr. Hans E. Büschgen

Langfristige Fremdfinanzierung durch Kreditinstitute und andere Finanzinstitutionen

Als langfristig gelten in den folgenden Ausführungen — in Anlehnung an die heutige Bankenstatistik der Deutschen Bundesbank — alle Kredite mit einer ursprünglichen Laufzeit von vier und mehr Jahren1. Darin eingeschlossen sind einerseits solche Kredite, die bereits soweit getilgt sind, daß der Rest in weniger als vier Jahren fällig wird, andererseits auch Kredite, deren ursprüngliche Laufzeit nur „vier Jahre und einen Tag“ beträgt, was mancher Kreditnehmer aus Gründen der Bilanzoptik so wünscht. Den Schwerpunkt des „klassischen“ Langfristkredits darf man bei einer ursprünglichen Laufzeit von etwa zehn Jahren suchen.

Walter Krüger

Die Zukunft des Bankensektors in qualitativer und quantitativer Hinsicht

Mit meinem Thema werde und kann ich nichts Atemberaubendes präsentieren. Weder eine neue Planungs- und Projektionsmethode wie die PRTI-Methode, die laut Frankfurter Allgemeine Zeitung vereinfacht so funktioniert: Extrapolierte Trajektorien werden mittels des statistischen Indifferenz-Algorithmus derart modifiziert, daß ein konsistenter Zustand hergestellt wird. Noch primitivste Hochrechnungen nach der Methode: Was sich zwanzig Jahre so entwickelt hat, muß auch in den nächsten zwanzig Jahren Bestand haben. Was ich bieten kann, ist vielmehr eine Mischung aus dem Versuch, die Bankenweit realistisch abzubilden, und daraus resultierenden plausiblen Überlegungen, wie sich die Bankdinge in der Zukunft weiterentwickeln könnten. Dies nicht auf dem Niveau der Wissenschaftlichkeit, sondern auf der primitiveren Ebene eines Bankenverbandsmenschen, der dem täglichen Stakkato an bedeutungsvollen, aber auch weniger bedeutungsvollen Informationen über den Finanzsektor ausgesetzt ist und zugegebenermaßen immer und permanent Mühe hat, die wesentlichen Strömungen von den unwesentlichen zu unterscheiden. Das zukünftige Verhalten von Menschen ist im Grunde nicht vorhersehbar. Immerhin kann man aber eine Reihe von Informationen sammeln und Zusammenhänge entdecken, die dem, der entscheidet, eine Basis geben, sich sinnvoll und klug zu entscheiden. Daraus erwächst dann allmählich eine hoffentlich sinnvolle Zukunft.

Karl Peter Hasenkamp

Betriebliche Früherkennung auf Prognosebasis

Die Zeiten, da wirtschaftlichen Herausforderungen und Schwierigkeiten — stark vereinfacht gesehen — mit Wachstum begegnet werden konnte, sind offenkundig vorbei. Die Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Betätigung von Unternehmen sind heute sehr viel instabiler als in früheren Jahren. Da die Unternehmensleitung für Erfolg und Bestand des Unternehmens verantwortlich ist, muß sie gerade in Zeiten großer Diskontinuitäten möglichst viele der sich für das Unternehmen bietenden erfolgversprechenden Chancen rechtzeitig ergreifen sowie nennenswerte Verschlechterungen der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens schnell erkennen und Krisenstrategien entwickeln, mit denen die auftretenden Probleme zu lösen sind. Voraussetzung hierfür ist, daß Früherkennungsinformationen zur Verfügung stehen, denn je früher Aktionserfordernisse erkannt werden, desto mehr Handlungsalternativen stehen offen.

Prof. Dr. Laurenz Lachnit

A. Anzeichen der Zahlungseinstellung und Sofortmaßnahmen

Obwohl sich die Literatur bemüht hat, Ansatzpunkte zur Früherkennung von Insolvenzen zu entwickeln3, ist es nicht gelungen, wirklich zuverlässige Kriterien zu ermitteln4. Für die drohende Zahlungseinstellung gibt es viele Anzeichen, die aber für sich allein selten zu dem Schluß zwingen, daß der Schuldner sich wirklich in einer existenzbedrohenden Krise befindet. Dabei sind die Erkenntnismöglichkeiten der Geschäftspartner sehr unterschiedlich je nachdem, welchem Wirtschaftszweig sie angehören. So gibt es beispielsweise für Warenlieferanten umfangreiche Indizienkataloge5, die für das Kreditgewerbe nur geringe Bedeutung besitzen. Banken sollten vielmehr folgenden Erscheinungen besondere Beachtung schenken5: saisonal nicht bedingte andauernde Kontoüberziehungen,plötzlicher Mehrkreditbedarf,plötzlicher Wechsel der Zahlungsart gegenüber Lieferanten, z. B. Verzicht auf bisher übliche Ausnutzung von Skonti oder Umstellung von Scheck- auf Wechselzahlung,vordatierte Schecks,Verschlechterung der Qualität der zum Diskont eingereichten Wechsel,zusätzliche Aufnahmen von Wechselkrediten (wenn auch Wechsel- und Scheckproteste selbst bei einem Kaufmann nicht immer dessen Zahlungsunfähigkeit bedeuten)6,zunehmende Anzahl von Auskunftsanfragen,steigende Vorräte ohne gleichzeitiges Ansteigen der Außenstände,Unklarheiten in der Buchhaltung,Verzögerung in der Aushändigung des Jahresabschlusses, der Statuszahlen oder Inventur,vermehrte Grundbucheintragungen (namentlich auf Privatbesitz),Veränderungen in der Rechtsform einschließlich Betriebsaufspaltung.

Manfred Obermüller

§ 1. Betriebswirtschaftslehre und Wissenschaftstheorie

Nachdem sich auch in der Betriebswirtschaftslehre die Kennzeichnung der Grundlagen und Ziele eines Wissenschaftsprogramms durchgesetzt hat — so ist es zum Beispiel üblich von einer „empirischen“, „entscheidungstheoretischen“ oder „systemtheoretischen“ Betriebswirtschaftslehre zu sprechen und sie von der traditionellen „mikroökonomisch fundierten“ Betriebswirtschaftslehre zu unterscheiden — und mit dieser Bezeichnung die Unterschiede im Verhältnis zu anderen Wissenschaftsprogrammen hervorgehoben werden sollen, wurde für diese Grundlegung das Adjektiv „konstruktiv“ gewählt. Mit einer „konstruktiven Betriebswirtschaftslehre“1 wird ein Wissenschaftsprogramm gekennzeichnet, dessen Grundlegung sich der „konstruktiven Philosophie und Wissenschaftstheorie“2 verdankt und die bei der Strukturierung betriebswirtschaftlicher Forschung und Theorienbildung und Begründung betriebswirtschaftlicher Theorie die „konstruktive Methode“3 anwendet. Wie jeder wissenschaftlichen Methode, so liegt auch dem konstruktiven Instrumentarium ein bestimmtes Logikkonzept, die „konstruktive Logik“4 zugrunde.

Wolfram Braun

Fünftes Kapitel. Geschäftspolitische Empfehlungen Zwecks Sicherung der Ertragskraft und Verminderung der Rentabilitätsrisiken

Im Unterschied zu den Universalbanken sehen sich die privaten Hypothekenbanken als Spezialbanken in der Rentabilitätsplanung einigen grundlegenden Besonderheiten gegenüber, die z.T. schon untersucht worden sind, hier aber nochmals wiederholt werden sollen.

Bruno Dieckhöner

Erster Teil. Geschäftsverkehr und Kontobeziehung in den verschiedenen Stadien einer Insolvenz

Um bei einer Insolvenz ihres Kunden ihren Schaden möglichst gering zu halten, sind die Banken ebenso wie alle anderen Gläubiger bestrebt, Zahlungsschwierigkeiten ihrer Kunden und die Gefahr einer Insolvenz frühzeitig zu erkennen. Aus diesem Grund wird jeder Kredit von den Banken fortlaufend sorgfältig überwacht, und die Vermögensverhältnisse des Kreditnehmers werden einer ständigen überprüfung unterzogen. Sobald sich hierbei Schwierigkeiten, insbesondere in der Zahlungsweise des Kunden ergeben, ist eine erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich. Dabei ist es die wichtigste Aufgabe für die Bank, zu erkennen, ob nur eine vorübergehende Zahlungsunfähigkeit vorliegt, die mit bestimmten Hilfsmaßnahmen überwunden werden kann, oder ob die wirtschaftlichen Schwierigkeiten ein Ausmaß angenommen haben, das eine Zahlungseinstellung und damit den Konkurs unvermeidlich macht. Bei ihren Entscheidungen muß die Bank auch die Rechtsform des Unternehmens beachten, da bei bestimmten Unternehmen nicht nur die Zahlungsunfähigkeit, sondern auch die überschuldung einen Konkursgrund darstellen kann, da ferner die Befugnis zur Einreichung von Konkursanträgen bestimmten Behörden vorbehalten sein kann und da nicht jedes Unternehmen konkursfähig ist.

Manfred Obermüller

Praxis der internen Kreditrevision

Die insgesamt gesehen sehr günstige Entwicklung der westdeutschen Wirtschaft in den vergangenen 25 Jahren wäre ohne Einsatz erheblicher Fremdmittel nicht möglich gewesen. Der weit überwiegende Teil der Fremdmittel wurde seit jeher von Banken und Sparkassen in herkömmlichen und neuen Formen des Kredits zur Verfügung gestellt. Es leuchtet ohnė weiteres ein, daß dabei stets zu prüfen war, ob die vorgelegten Unterlagen über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers eine Kreditgewährung mit oder ohne Sicherstellung vertretbar erscheinen lassen, insbesondere ob Verzinsung und Tilgung des Kredits hinreichend gewährleistet sind.

Hellmut Stannigel
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