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07.01.2019 | Unternehmenskredit | Infografik | Onlineartikel

Mittelstand finanziert Innovationen mit Eigenmitteln

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten hindern mittelständische Unternehmen an der Umsetzung von Innovationen. Im Gegensatz zu anderen Investitionen werden diese vorwiegend aus internen Mitteln bestritten, so die KfW.

Wie eine aktuelle Untersuchung der KfW Förderbank ergab, unterscheidet sich die Finanzierung von Innovationen im Mittelstand deutlich von anderen Investitionen. Für erstere nutzen die Unternehmen zu 82 Prozent Eigenmittel. Bei den Investitionen etwa in Mobiliar oder den Fuhrpark sind es nur 49 Prozent. Per Bankkredit werden nur neun Prozent der Innovationsausgaben gedeckt, aber 34 Prozent der üblichen Investitionen, so die KfW.

Innovationsprojekte häufig kaum bewertbar

Als Grund für dieses Ergebnis hat die Förderbank die wirtschaftliche Unsicherheit bei Innovationsprojekten ermittelt. Diese seien für externe Geldgeber häufig nur schwierig bewertbar im Hinblick auf die technische Machbarkeit oder den finanziellen Markterfolg. Zudem fehlten häufig auch die nötigen Sicherheiten für einen Bankkredit. Folglich bleiben entsprechende Vorhaben bei vielen Mittelständlern Theorie, obwohl Innovationen in der Regel positive Effekte auf das Geschäft hätten, meint die KfW. So zeigten Studien, dass diese Projekte häufig

  • den Einsatz von Ressourcen verbessern,
  • neue Absatzpotenziale eröffnen
  • und den strukturellen Wandel im Unternehmen beschleunigen.  

Eigenfinanzierungen trotz guter Bonität

Allerdings verbessert sich die Lage der kleinen und mittleren Unternehmen mit zunehmender Größe. Das gilt sowohl für den Zugang zu externen Krediten als auch für die interne Finanzierungskraft. Interessant ist, dass der Anteil der Innenfinanzierung an Innovationsausgaben vor allem bei Unternehmen mit einer guten Bonität steigt. Betriebe mit schwächeren Finanzkennzahlen stemmen diese dagegen häufiger über Bankkredit. Die KfW sieht darin keinen Widerspruch, da mit sinkenden Kreditratings sowohl das Innovations- als auch das Investitionsvolumen abnehmen.   

Dass die Innovationsaktivitäten von Mittelständlern stark von der Verfügbarkeit interner Quellen abhängen, hat nach Meinung der KfW-Analysten gravierende Nachteile: Es werde aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive nicht nur weniger in Innovationen investiert, manche Projekte würden gar nicht erst angegangen, andere zeitlich verkürzt oder eingestellt. Unternehmen geben zudem kurzfristig zu realisierenden Vorhaben den Vorzug vor langfristigen Konzepten. Damit verzichteten die Mittelständler vor allem auf den Eintritt in neue Marktsegmente und auf die Realisierung technologisch anspruchsvoller Projekte.  

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