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23.11.2022 | Unternehmenskredit | Nachricht | Online-Artikel

Steigende Zinsen und Hürden belasten Firmenkredite

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

2 Min. Lesedauer
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Um gut 21 Prozent ist das Neugeschäft bei Unternehmensdarlehen im zweiten Quartal 2022 angestiegen, berichtet die KfW in ihrem aktuellen Kreditmarktausblick. Doch vor allem für mittelständische Firmen wird es deutlich schwerer, an Kapital von der Bank zu kommen.

Mit 21,3 Prozent hat das Neugeschäft mit Krediten für Unternehmen und Selbstständigen deutscher Banken im zweiten Quartal 2022 ein Rekordniveau erzielt. Treiber ist laut der Frankfurter Förderbank KfW eine Kombination verschiedener Faktoren: So hatten die Unternehmen einen hohen Finanzierungsbedarf für Betriebsmittel und Lagerhaltung. Hinzu kamen außerdem Darlehen der KfW an Unternehmen des Energiesektors im Auftrag des Bundes zur Sicherung der Energieversorgung sowie eine schwache Kreditvergabe im zweiten Quartal 2021. Ohne die beiden letztgenannten Sondereffekte wäre die Kreditvergabe aber ebenfalls um zehn Prozent gestiegen.

Kapitalbedarf bleibt hoch

Und der Bedarf an neuem Kapital bleibt hoch: "Die Unternehmen verschulden sich trotz der heraufziehenden Rezession in ungewöhnlichem Ausmaß zusätzlich, weil die Kosten für Vorleistungsgüter und Energie immer weiter steigen und ihre Liquiditätsplanung unter Stress setzen", heißt es im Kapitalmarktausblick. Die Materialengpässe in Deutschland blieben entgegen dem internationalen Trend virulent. Die Betriebe stockten ihre Vorräte auf, um einen reibungslosen Produktionsablauf sicherzustellen. Das verursache weitere Finanzierungsbedarfe.

Zugleich sei aber eine Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen absehbar. Die Kreditzinsen haben im Zuge der geldpolitischen Straffung und in der Erwartung wachsender Ausfallrisiken kontinuierlich zugelegt. "Im August verlangten die Banken für langfristige Darlehen je nach Volumen und Laufzeit bereits bis zu drei Prozent Zinsen. Das ist ein Anstieg um 150 Basispunkte binnen Jahresfrist." Und die Zugangshürden gerade für kleine und mittlere mittlere Unternehmen hängen zunehmend höher. 

Unternehmen fahren Investitionen zurück

"Die Anpassung der Unternehmen an die stark veränderten Rahmenbedingungen hat einen hohen Liquiditätsbedarf zur Folge und wird somit auch im zweiten Halbjahr 2022 den Unternehmenskreditmarkt prägen. Dies gilt insbesondere für den Energiesektor", erläutert KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. In der Spitze könne das Kreditneugeschäft um 25 bis 35 Prozent im Vorjahresvergleich wachsen. 

Auf längere Sicht dürften sich jedoch dämpfende Einflussfaktoren durchsetzen. "Zudem sind die schwache Konjunktur und die Energiekrise Gift für die Investitionstätigkeit. Dies zeigt sich zum einen in der nachlassenden Nachfrage für Investitionsfinanzierungen im Bank Lending Survey. Zum anderen erwarten wir eine erhebliche Reduktion der geplanten Investitionen des Mittelstands um rund 60 Milliarden Euro in diesem Jahr."

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