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12.02.2016 | Unternehmenskultur | Im Fokus | Onlineartikel

Toxiker sind falsche Superhelden

Autor:
Michaela Paefgen-Laß
2:30 Min. Lesedauer

Giftsymbol mit TotenkopfDer Toxiker ist der Janus der Arbeitswelt. Hier inszeniert er sich als hochproduktiver Schaffer. Dort treibt er sein Unwesen als egozentrischer Manipulator. Unternehmen kommt das teuer zu stehen.

Diese Mitarbeiter spalten den Kollegenkreis rigoros. Die einen schätzen sie als sympathische und engagierte Leistungsträger. Andere lässt ihre latente Ellenbogenmentalität schnell stutzen. Toxiker polarisieren und manipulieren in voller Absicht. Macht und Herrschaft ist ihr Ziel. Wer ihnen auf den Leim geht, der zahlt am Ende ordentlich drauf. Das beweisen nun auch die Berechnungen in "Toxic Workers", einer Studie, für die Michael Housmann und Dylan Minor im Auftrag der Harvard Business School Personaldaten von 50.000 Mitarbeitern aus elf verschiedenen US-Unternehmen auswerteten.

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Die Autoren setzten für ihr Whitepaper Antworten von psychologischen Einstellungstests in Beziehung zu Eckdaten über das Beschäftigungsverhältnis und leistungsbezogenen Daten des Mitarbeiters. Sie fanden heraus, ein vergifteter Mitarbeiter kann seinem Unternehmen einen wirtschaftlichen Schaden von im Schnitt 12.500 US-Dollar zufügen. Nicht einmal die Hälfte davon (rund 5.000 US-Dollar) kann das eine Prozent der besten Unternehmenskräfte wieder zurück erwirtschaften. Es zahlt sich also aus, verdächtigen Mitarbeitern frühzeitig das Handwerk zu legen. Die Studie nennt vier Kriterien, die den Toxiker enttarnen: Egoismus, Selbstüberschätzung, Regel-Konformität und Produktivität. Was treibt den giftigen Kollegen um?

Erst fleißiger Kollege, dann egozentrischer Betrüger

Das Unternehmenswohl ist es nicht, auch wenn die auffallende Produktivität des Toxikers das vortäuscht. Es geht ihm ausschließlich um sich selbst: Macht, Geld, Status, Karriere und Renomée. "Die Manipulation der Menschen in seiner Umgebung ist hierzu das probate Mittel. Ist seine Manipulation erfolgreich, so wird er die Menschen und das Unternehmen ausbeuten", schreiben dazu die Springer-Auotren Heidrun Schüler-Lubienetzki und Ulf Lubienetzki in "Toxiker – Was treibt ihn? Wie und um welchen Preis kommt er zum Ziel?" (Seite 55). Den toxischen Prozess beschreiben die Autoren als eine "Choreographie des Schreckens in vier Akten" (Seite 56).

Akt 1Analyse und Suche nach SchwächeNutzt Schwächen der Kollegen zu seinem Vorteil aus
Akt 2Die Macht der ManipulationSpielt mit Wünschen und Ängsten seiner Opfer
Akt 3Der BeutezugFühlt sich am Ziel und beginnt mit der Ausbeutung
Akt 4Unterordnung oder VernichtungHat der Schaden im Unternehmen eine kritische Größe überschritten, wird der Toxiker entlarvt werden.

Wertekultur vertreibt Toxiker

Die Kosten, die der Toxiker verursacht entstehen durch Regelbrüche zu Lasten der Unternehmensreputation, Betrug oder Veruntreuung. Coachings zur Konfliktbewätigung, emotionaler Stress in Teams oder demotivierte Mitarbeiter sind die verstecken Kostenfaktoren. In "Entgiften Sie Ihren Arbeitsplatz – Erfolgversprechende Handlungsstrategien" empfehlen die Autoren Führungskräften Personalmaßnahmen konsequent anzuwenden und die Unternehmenskultur zu stärken: "Abschreckend für Toxiker wirken dagegen Prinzipien wie Teamgeist, Gemeinschaft, Loyalität und Wertschätzung. Eine solche Unternehmenskultur macht es Toxikern schwer bis unmöglich, unbemerkt Fuß zu fassen" (Seite 111).

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