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18.11.2019 | Unternehmenskultur | Infografik | Onlineartikel

Arbeitgeber setzen auf Familienfreundlichkeit

Autor:
Andrea Amerland
2:30 Min. Lesedauer

Familienfreundlichkeit ist für die meisten Unternehmen kein Fremdwort mehr. Doch die Beschäftigten profitieren nicht gleichermaßen von den Angeboten. Eine Studie ermittelt die Gründe und zeigt Gegenmaßnahmen auf.

Flexible Arbeitszeiten, Lebensarbeitszeitkonten oder Sabbaticals: Unternehmen bieten inzwischen eine breite Palette an Möglichkeiten, damit ihre Beschäftigten Arbeit und Familie besser miteinander in Einklang bringen können. Für rund 83 Prozent der Unternehmen sind solche familienfreundlichen Angebote wichtig, hat eine Befragung von mehr als 2.300 Beschäftigten in Unternehmen ab fünf Mitarbeitern ergeben. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als noch 2015. 

Der Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2019 des Institut der Deutschen Wirtschaft (iwd) zeigt auch, wie wichtig familienfreundliche Unternehmen insbesondere für jüngere Arbeitnehmer sind. Nach Ansicht von rund 80 Prozent der befragten Beschäftigten ist dieser Aspekt relevant, auch wenn sie zum Zeitpunkt der Befragung weder Kinder noch pflegebedürftige Angehörige hatten. Neun von zehn Beschäftigten sehen die Familienfreundlichkeit eines Unternehmens als Indikator dafür an, dass das Wohlergehen der Mitarbeiter einem Arbeitgeber wichtig ist.

Personalverantwortliche finden sich familienfreundlicher als Beschäftigte

Allerdings nehmen Beschäftigte und Personalverantwortliche Familienfreundlichkeit unterschiedlich wahr. So glauben 46 Prozent auf Seite der Unternehmensführung, ihre Unternehmenskultur sei auf die Bedürfnisse von Beschäftigten mit Kindern oder pflegebedürftige Angehörige ausgerichtet. Bei den Beschäftigten attestieren dies ihrem Arbeitgeber aber nur 39 Prozent. 

Gründe für diese Diskrepanz finden sich bei der Transparenz und dem Zugang zu den Angeboten, so die Einschätzung der iwd-Forscher. Denn nur rund 55 Prozent der Beschäftigten fühlen sich über das Angebot an familienfreundlichen Maßnahmen ausreichend informiert und etwa 43 Prozent würden die existierenden Möglichkeiten gerne stärker nutzen können. Doch sie sehen sich unter anderem aus folgenden Gründen daran gehindert:

  • Aufgrund der Art der Tätigkeit kann von den familienfreundlichen Angebote nicht profitiert werden.
  • Wer im Unternehmen Karriere machen möchte, muss auch außerhalb der Arbeitszeiten für berufliche Belange zur Verfügung stehen.
  • Furcht, bei der Verteilung interessanter Aufgaben leer auszugehen, wenn das Angebot mehr genutzt wird. 
  • Die Führungskraft sieht es ungern, wenn Möglichkeiten für mehr Vereinbarkeit von Beruflichem und Privatem genutzt werden.
  • Es kommt bei den Kollegen nicht gut an, wenn Angebote genutzt werden.

Dennoch sind rund 64 Prozent der Beschäftigten mit dem Angebot des Arbeitgebers zufrieden. 86 Prozent finden die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie als gut oder sehr gut.

Führungskräfte bei Familienfreundlichkeit in der Pflicht

Wie familienfreundlich die Unternehmenskultur erlebt wird, so zeigt die Studie ebenfalls, hängt stark mit den Führungskräften zusammen. So sensibilisieren rund 63 Prozent der Unternehmen ihre Führungsriege für das Thema. In Unternehmen mit einer ausgeprägt familienfreundlichen Kultur sind es sogar 81 Prozent. In durchschnittlich 46 Prozent der Unternehmen hat Familienfreundlichkeit entsprechend Einzug in die Führungsleitlinien gefunden.

Ob männliche Arbeitnehmer auf die Elternzeit zurückgreifen, hänge ebenfalls von den Vorbildern in der Führungsmannschaft ab, betonen die iwd-Forscher. So greifen in 28 Prozent der Unternehmen männliche Führungskräfte selbst auf die Elternzeit zurück. Bei einem Viertel der Organisationen werden Väter aktiv auf diese Möglichkeit oder die Teilzeit hingewiesen. Bei knapp einem Viertel der befragten Unternehmen werden Väter bei Geburt eines Kindes aktiv auf die Möglichkeit angesprochen, Elternzeit oder Teilzeit in Anspruch zu nehmen.

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