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14.02.2013 | Unternehmensstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Bella figura - Wie Sie in Italien ankommen

Autor:
Andreas Nölting
2:30 Min. Lesedauer

Das Outfit muss stimmen. Gerade in geschäftlichen Dingen wird in Italien auf die richtige Verpackung sehr viel Wert gelegt. In einer Serie stellt Springer für Professionals die Business-Etikette in Europa vor. Teil 4: Italien.

Millionen Arbeitslose, horrende Schulden, eine stagnierende Wirtschaft und unklare politische Mehrheiten – das europäische Urlaubsparadies Italien droht zu einem „Versagerstaat“ zu werden. Zwar hat die Technokraten-Regierung von Mario Monti den Zusammenbruch des Landes gerade noch verhindern können, dank seiner rigiden Sparpolitik können sich die Italiener immerhin wieder finanzieren, ohne hohe Zinsen für die neuen Schulden machen zu müssen.

Doch von "bella figura“ – was so viel heißt wie eine "gute Figur abgeben“ oder "einen guten Eindruck machen“ – ist Italien weit entfernt. Im Gegenteil. Ehre und persönlicher Stolz sind für Italiener besonders wichtig, heißt es in dem Buch "Business-Etikette in Europa“ des Autorenpaars Gerhard Uhl und Elke Uhl-Vetter. Bella figura – so ist auch das entsprechende Kapitel zu Italien überschrieben - bedeute zudem, sich gegenüber der Familie, den Freunden und den engen Nachbarn stets korrekt zu verhalten, um Loyalität zu beweisen.

Wenige Worte reichen nicht

Schwere Zeiten für das italienische Selbstbewusstsein. Doch die angeschlagene Wirtschaft wird sich erholen. Das Land im Zentrum Europas ist zu wichtig, als das die internationale Politik es fallen lassen würde. Und so macht es Sinn, sich mit den ökonomischen Bedingungen und der Business-Etikette vertraut zu machen, um am kommenden Aufschwung teilzunehmen.  

Am Beginn der Geschäftsbeziehung stehe, so schreiben die Etikette-Autoren, immer der Aufbau einer persönlichen Beziehung. Wenige Worte und ein kleiner Smalltalk reichen für einen erfolgreichen Beginn nicht aus. Pasta und Wein beim Mittagessen seien für das Kennen lernen sehr wichtig. Man muss sich Zeit nehmen.

Die Dinge brauchen eben Zeit

Das Outfit muss stimmen. Gerade auch in geschäftlichen Dingen wird in Italien auf die Verpackung (bella figura) viel Wert gelegt. Die Dinge müssen gut aussehen und daher sollten Präsentationen schön und kunstvoll ausgearbeitet werden. Kommt es dann zu einer Entscheidung sollte man wissen, dass Italiener – so das Autorenpaar – das Risiko nicht sehr schätzen. Geschäftliche Ideen und Pläne würden zuweilen nur sehr langsam umgesetzt.

Fazit: Auf wenigen Seiten beschreiben die Autoren die wichtigsten Geschäftsregeln für den Erfolg in Italien. Erläutert werden etwa: Welche Rolle das Händeschütteln hat, wie Visitenkarten getauscht werden, die Restaurant- und Tischetikette sowie die Themen Pünktlichkeit, Einladungen oder Business-Outfit.

Lesen Sie auch:

Teil 1: Wie Sie in Frankreich erfolgreich sind

Teil 2: Business in Großbritannien: Understatement und Distanz

Teil 3: Was Sie in Spanien beachten müssen

Teil 5: Schweden - Der Norden lockt

Teil 6: Türkei - Ein europäisches Schwergewicht

Teil 7: Russland - Mit Putins Erben richtig Wodka trinken

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2013 | OriginalPaper | Buchkapitel

Italien – bella figura!

Quelle:
Business-Etikette in Europa

2006 | OriginalPaper | Buchkapitel

Italien

Quelle:
Vom Niedergang des unternehmerisch tätigen Staates

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