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23.10.2013 | Unternehmensstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Eine Krise kommt selten über Nacht

Autor:
Andreas Nölting
2 Min. Lesedauer

Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft schwindet gegenüber der asiatischen Konkurrenz, sagt eine Berger-Studie. Wie Manager rechtzeitig Krisen entgegenwirken können, zeigen die Springer-Autoren Ingolf Bamberger und Thomas Wrona.

Über Europas Wirtschaft ziehen dunkle Wolken auf. Das Wachstum der Unternehmen stagniert, die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich mit Asien sowie Nord- und Südamerika schwindet, die Skepsis gegenüber der Handlungsfähigkeit der Politik steigt. Das sind die zentralen Aussagen der jüngsten Restrukturierungsstudie 2013 „Europe´s competitiveness“ der Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants.

Es muss gehandelt werden. Europa sollte wirtschaftlich und politisch noch stärker zusammenwachsen. Ansonsten könnte sich die Situation der unternehmen vor allem aus den südeuropäischen Ländern weiter verschlechtern, meint Berger-Restrukturierungsexperte Jakob Rüden. Rund 70 Prozent der europäischen Firmen rechnen offenbar mit Krisen-Szenarien und führen Restrukturierungsmaßnahmen wir Kostensenkungen- und Effizienzsteigerungen (77 Prozent), Wachstumsinitiativen (76 Prozent) oder Anpassungen der Strategie und Geschäftsmodelle durch.

Häufig kluge Restrukturierung erforderlich

„Sollte sich die wirtschaftliche Lage Europas verschlechtern, werden sich nur Unternehmen behaupten können, die über ein wettbewerbsfähiges Produktportfolio, eine schlanke und flexible Kostenstruktur sowie hohe Liquidität verfügen,“ meint Berger-Partner Max Falckenberg.

Unternehmenskrisen kommen selten über Nacht. Und sie lassen sich auch nicht auf eine einzige Ursache oder einfache Wirkungskette zurückführen, heißt es im Buch „Strategische Unternehmensberatung“ herausgegeben von Ingolf Bamberger und Thomas Wrona. Häufige interne Krisenursache seien Management- oder Führungsfehler. Die Autoren unterscheiden grob zwei unterschiedliche Krisenszenarien:

  • Die strategische Krise. Hier kommt es zum Verlust von Wettbewerbsvorteilen und die bestehenden Geschäftsmodelle werden den Anforderungen des Marktes sowie dem Veränderungsdruck nicht mehr gerecht. Das Unternehmen ist in einer strategischen Lücke obwohl es durchaus noch positive Zahlen schreiben kann. 

  • Die Ergebniskrise. Hier werden Zielvorgaben wie Gewinn, Kapitalrendite oder Wertbeitrag nicht mehr erfüllt. Verluste belasten das Eigenkapital und können zur Überschuldung führen. Das Unternehmen befindet sich in der Liquiditätskrise und kann die Zukunft ohne externe Hilfe nicht mehr gestalten.

Fazit: Auf Europas Unternehmen kommen offenbar schwere Zeiten zu. Rechtzeitiges Entgegensteuern, schlanke Strukturen und kluge Restrukturierung sind die ersten Maßnahmen, die verhindern, den Anschluss gegenüber der Konkurrenz zu verlieren.

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