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02.10.2018 | Unternehmensstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Noch sind Autobauer als Arbeitgeber begehrt

Autor:
Andrea Amerland

Allen Skandalen zum Trotz wollen Young Professionals am liebsten in der Automobilindustrie arbeiten. Allerdings zeichnet sich eine Trendwende ab: Bald soll der Maschinenbau die Nase vorn haben, so das Ergebnis des Trendence Young Professionals Barometer.

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Auf den ersten fünf Plätzen gibt es einen eindeutigen Trend: BMW, Bosch, Audi, Porsche und Daimler führen das aktuelle Trendence-Ranking der beliebtesten Arbeitgeber unter jungen Fachkräften an. Allerdings haben die Autobauer als einzige von 14 Branchen an Anziehungskraft einbüßen müssen. Denn jeder achte Young Professional in Deutschland schließt laut Umfrage derzeit aus, sich in der Automobilindustrie zu bewerben. Das sind 27 Prozent mehr als noch 2017.

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Während die Autobranche federn lassen musste, konnte der Maschinenbau bei jungen Arbeitnehmern punkten. Im Ranking der attraktivsten Branchen belegt die überwiegend mittelständische Branche Platz zwei. Die Marktforscher für Employer Branding und Personalmarketing prognostizieren sogar, dass der Maschinenbau die Automobilindustrie in drei Jahren als attraktivste Arbeitgeberbranche der Young Professionals ablösen wird. Voraussetzung: Die Attraktivitätswerte von Automobilindustrie und Maschinenbau müssten sich weiter so entwickeln wie in diesem Jahr.

Gewinner und Verlierer des Trendence-Barometers

​​​​​​​Für das Ranking, das Trendence jährlich ermittelt, hat das Forschungsinstitut im Bereich Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting rund 18.000 Berufstätige mit akademischem Abschluss befragt. Auffällig ist, dass mit Siemens, Google, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), BASF und der Fraunhofer-Gesellschaft auf Platz sechs bis zehn des Rankings ebenfalls Tech-Konzerne rangieren.

Die zehn beliebtesten Arbeitgeber unter Young Professionals
Beliebtheit in %
1. BMW Group13,5
2. Bosch Group12,6
3. Audi AG11,7
4. Porsche AG9,9
5. Daimler/Merceces Benz9,1
6. Google8,8
7. Siemens8,0
8. DLR7,8
9. Fraunhofer-Gesellschaft6,9
10. BASF6,5
11. Airbus 6,2

Quelle: Trendence Young Professionals Barometer 2018

Gewinner des Jahres ist Maschinenbauer Airbus, der es auf Platz elf schafft. Mehr als sechs Prozent aller Young Professionals wollen sich beim Maschinenbauer bewerben. Neben Audi zählt im diesjährigen Ranking Siemens zu den größten Verlierern beim Thema Arbeitgeberattraktivität. Während beim einen Unternehmen die Diskussion um die Abgasaffäre geschadet hat, sind es beim anderen der Konzernumbau und der Stellenabbau. Doch wie können etwa Audi und Siemens den verlorenen Boden wieder gut machen?  

Schritte zu mehr Arbeitergeberattraktivität

"Studien über Arbeitgeberattraktivität zeigen auf, dass für Mitarbeitende die sozialen Faktoren, zum Beispiel eine herausfordernde Tätigkeit oder gute Führung und Anerkennung für ihre Arbeit, immer mehr in den Vordergrund rücken", schreiben die Springer-Autoren Christian Otto und Sabine Remdisch im Buchkapitel "Arbeitgeberattraktivität aus der Perspektive unterschiedlicher Mitarbeitergenerationen" (Seite 64). Unternehmenswerte und soziale Verantwortung gewinnen ebenso an Bedeutung, so die Autoren weiter. Sie empfehlen Unternehmen folgende Maßnahmen, um als Arbeitgeber bei Bewerbern generationsübergreifend zu punkten:

  • Analysieren Sie Stärken und Schwächen im Vergleich zur Konkurrenz. Die Stärken müssen glaubhaft nach außen kommuniziert werden. Mitarbeiterbefragungen sowie Unternehmensdiagnosen können bei der Analyse helfen.
  • Nutzen Sie die verschiedenen Tools des Employer Branding, indem Sie die besonderen Seiten des Unternehmens herausstellen und es damit unverwechselbar machen. Employer-Branding-Tools können beim Bewerbermanagement, der Unternehmenskommunikation, bei der Personalwerbung und auf Recruiting-Messen zum Einsatz kommen.
  • Betreiben Sie lebensphasenspezifische Personalarbeit: Um Hochschulabsolventen (Orientierung und Karriereplanung), aber auch ältere Mitarbeiter (Sabbaticals oder Auslandsaufenthalte) an das Unternehmen zu binden, müssen Personalarbeit und Talent auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden.
  • Sorgen Sie für Sensibilisierung und Weiterbildung der Führungskräfte für generationenübergreifende Führung: Dazu sollte Wissen über die Besonderheiten der unterschiedlichen Generationen und über Tools für die generationenübergreifende Zusammenarbeit (Mentorenkonzepte, aktive Gesundheitsförderung, Lernen durch Lerntandems oder andere Formen des intergenerativen Wissenstransfers, flexible Arbeitszeitmodelle etc.) vermittelt werden.

Eine Employer-Branding-Strategie entwickeln

Darüber hinaus ist es wichtig, dass sich Unternehmen als Arbeitgebermarke positionieren. Doch oft fehlt eine zielgerichtete Employer-Branding-Stategie. Wie diese entwickelt werden kann, veranschaulichen die Springer-Autoren Benjamin von Walter und Dietmar Kremmel im Buchkapitel in einer Prozessgrafik. 


Insbesondere für die angeschlagenen deutschen Autohersteller ist es unabdingbar, mit CSR-Faktoren zu punkten. Dazu zählen faires Verhalten im Markt oder gegenüber der Umwelt ebenso wie ein guter Umgang mit Mitarbeitern. 

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