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03.12.2014 | Unternehmensstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Ein Akt schöpferischer Zerstörung

Autor:
Andreas Nölting
2 Min. Lesedauer

Der Energiekonzern Eon zeigt, dass Unternehmen in einer Welt des permanenten Wandels zur radikalen Veränderung bereit sein müssen. Die richtige Strategie bekommt dabei eine besondere Bedeutung.

Paukenschlag in der Energiebranche: Der Energiekonzern Eon will sich von der konventionellen Stromerzeugung in Atom-,  Kohle- und Gaskraftwerken trennen, diese in einem neuen Unternehmen bündeln und das klassische Konstrukt an die Börse bringen. Künftig wollen sich die Strommanager nur noch auf erneuerbare, grüne Energien (Strom, Wind, Wasserkraft) und das Servicegeschäft konzentrieren. Ein Akt der schöpferischen Zerstörung: Eon zerschlägt sich quasi selbst und ordnet sein Geschäft strategisch komplett neu.

Einen so heftigen Strategiewechsel hat es in der deutschen Konzernlandschaft bisher selten gegeben. Vorstandschef Johannes Teyssen beweist mit seinem radikalen Schritt, dass er bereit ist, das Unternehmen und seine Kultur von Grund auf zu verändern. Eon passt sich damit schneller an die neuen Gegebenheiten an, als seine behäbigen, lange verwöhnten Oligopol-Konkurrenten.  „Wir sind die Ersten, die Konsequenzen aus der veränderten Energiewelt ziehen“, sagte Teyssen vor Journalisten in Düsseldorf. Die Energiewende mache es immer schwieriger, als breit aufgestelltes Unternehmen erfolgreich zu sein.

Strategie ist Führungsaufgabe

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Stillstand bedeutet Niederlage. In der Welt der permanenten Änderungen müssen Unternehmen bereit sein, radikale Transformationen umzusetzen. Die richtige Strategie bekommt dabei eine besondere Bedeutung, soll sie doch dafür sorgen, dass Unternehmen in der Spur bleiben. Die Springer-Autoren Hans Hinterhuber und Eric Krauthammer unterscheiden in ihrem Buch „Leadership – mehr als Management“ auf Seite 148 drei Arten von Unternehmensstrategien:

Vorwärts: Mit einer Wachstumsstrategie will ein Unternehmen eine führende Position am Markt einnehmen.

Halten: Mit einer defensiven Strategie möchten Konzerne ihre bestehende Wettbewerbsposition verteidigen.

Rückwärts: Beim strategischen Rückzug gibt die Unternehmung bestimmte Geschäftseinheiten oder Produktlinien auf, um mit den freigesetzten Ressourcen neue, wertsteigernde Marktsegmente zu erschließen.

Strategische Entscheidungen sind eindeutig Führungsaufgabe.  Leadership bedeutet dabei, so die Autoren, die „unternehmerischen Veränderungsprozesse so zu gestalten, dass Werte für die Kunden geschaffen werden.“ Leadership sei dann gefordert, wenn es darum gehe, radikale Veränderungen durchzusetzen, um kreative und nachhaltige Veränderungen durchzusetzen.

Fazit: Mit seinem radikalen Schritt hat Teyssen gezeigt, dass er wie ein Leader handeln kann. Doch ob die Teilung seines Konzerns in eine alte und eine neue Welt erfolgreich sei wird, das muss sich erst erweisen.

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