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27.09.2013 | Unternehmensstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Warum Sie ein "Global Mindset" brauchen

Autor:
Eva-Susanne Krah

Deutsche Unternehmen sind laut einer neuen Studie Meister in der Internationalisierung. Doch globale Geschäfte können sich auch schnell als Organisationsproblem entpuppen. Damit Unternehmen und ihre Manager international fit bleiben, hat der Springer-Buchautor Jörg Hruby ein Global Mindset für Manager entwickelt.

Die wirtschaftlichen Boomjahre von 2000 bis 2011 haben deutsche Unternehmen trotz der zwischenzeitlichen Finanzkrise verwöhnt: Viele Firmen verzeichneten enorme Wachstumsschübe in Umsatz, Personal und bei ihren zentralen Unternehmenstrukturen. Doch mit dem Internationalisierungsgrad stieg die Gründungsquote von Tochtergesellschaften und gleichzeitig die Komplexität der Unternehmensstrukturen. Dazu belegt ein neues Opinion Paper zum Thema Internationale Organisation von der Münchner Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber&Partner, dass im Zuge dieser Entwicklung auch viele neue Kostentreiber entstanden sind. Das betrifft Produktbereiche ebenso wie Divisionen, neue Funktionen, Planung und Kontrolle sowie veränderte Kundenanforderungen in einzelnen Landesgesellschaften global aufgestellter Unternehmen.

Global Mindset für Manager

Für die Manager dieser Unternehmen blieb wenig Zeit, sich mental und steuerungstechnisch mit den veränderten Bedingungen in der eigenen Organisation zu beschäftigen. Dabei gilt es in den nächsten Jahren erhebliche Anpassungen durchzuführen, denn: weitere Ländermärkte müssen erschlossen werden, die Produktanforderungen fallen auseinander und regulatorische Aufgaben nehmen weiter zu, wie die Unternehmensberater verdeutlichen.

Der Springer-Buchautor Jörg Hruby fordert daher in seinem Buch "Das Global Mindset von Managern" dazu auf, dass Unternehmen wie Manager eine strategische Denkweise, also ein spezifisches Mindset entwickeln, das sie befähigt, die komplexen Anforderungen der Globalisierung in ihrer Organisation zu bewältigen. Wie Hruby erörtert, geht der Begriff des Global Mindsets auf Aharoni und Kindleberger in den frühen 60er Jahren zurück. Sie prägten Begriff der "kognitiven Fähigkeiten" von Senior Managern. Darunter verstanden sie, dass Manager eine Art Schema im Kopf haben, wie die Welt verstanden werden kann.

Eine gute Steuerung zählt

Zur Organisationsentwicklung globaler Firmen durch ihre Manager zeigt Hruby im Kapitel "Organisationsentwicklungsmaßnahmen für ein Global Mindset" (S. 225 - 265) nach Begley und Boyd unter anderem auf, dass ein organisationales Global Mindset nicht nur die richtige Haltung von Managern erfordert, sondern auch unterstützende Strategien und Praktiken. Dies müsse von den Führungskräften durch Bewerten und Anpassen der Strukturen und Prozesse gewährleistet werden. Zwei wichtige Fragen, die Manager dabei beantworten können sollten, sind:

  • Welche Faktoren beeinflussen ein organisationales Mindset?
  • Welche Organisationsentwicklungsmethoden gibt es, um ein solches Mindset zu entwickeln und zu fördern?

Hruby führt dazu an, wie wichtig eine globale Unternehmensvision und -identität, die Entwicklung eines Unternehmenszwecks und einer Vision sowie der Prozesse und Menschen in diesem Kontext sind. Er verweist außerdem auf Gupta et al., die von der richtigen Unternehmens-DNA sprechen. Sie sei essenziell wichtig und müsse beispielsweise bei Unternehmensgründungen auf neue Niederlassungen übertragen werden.

Fazit: Unternehmen müssen sich im Klaren sein, was ihre Kernwerte und -praktiken sind. Manager müssen mit Blick auf die Vision und Strategiepläne eingebunden werden. Diese neue Philosophie ersetzt nicht die bisher gewohnten Management-Tools in Unternehmen, sondern ergänzt sie durch einen neuen Fokus.

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