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05.04.2019 | Unternehmensstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Zur Nachhaltigkeitsstrategie in drei Schritten

Autor:
Kai Michael Beckmann

Viele Unternehmen wollen das Thema Nachhaltigkeit in der Strategie verankern und ihr Handeln entsprechend gestalten. Gastautor Kai M. Beckmann erklärt, wie Unternehmen eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln und in ihre Prozesse einbinden können.

Ob Mobilität, Kleidung oder Ernährung: In vielen Bereichen des täglichen Lebens spielt Nachhaltigkeit inzwischen eine immer größere Rolle, Tendenz weiter zunehmend. Dieses gesellschaftliche Bewusstsein beeinflusst auch das Handeln von Unternehmen. Zudem steigen die rechtlichen Anforderungen. Unternehmen müssen viele Prozesse neu denken, um auf diese Veränderungen zu reagieren. Bei vielen Unternehmen stellt sich dabei zunächst die Frage der Strategie.

Rechtliche Anforderungen kennen 

Eine wichtige Grundlage für eine Nachhaltigkeitsstrategie, die in die Unternehmensprozesse eingebunden ist, sind die rechtlichen Rahmenbedingungen und Anforderungen für Unternehmen. Sie sind insbesondere mit dem Blick auf Menschenrechte und Nachhaltigkeit in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Mit der Bundesregierung und der EU-Kommission forcieren sowohl nationale als auch internationale politische Institutionen immer stärker nachhaltige Gesetzgebungen. Ein Beispiel: Das CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG), das betroffene Unternehmen dazu verpflichtet, im Rahmen ihrer Finanzberichterstattung jedes Jahr über wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte zu berichten. Diese Verpflichtung soll bei den Unternehmen in sozialen und ökologischen Fragen für mehr Transparenz sorgen. Mit gesetzlichen Vorgaben wie dem CSR-RUG – von denen es eine Vielzahl gibt – müssen sich Unternehmen also unbedingt auseinandersetzen, um eine nachhaltige Unternehmensstrategie zu entwickeln.

Die eigene Wertschöpfungskette gründlich durchleuchten

Denn nur, wer die rechtlichen Bedingungen kennt, kann Risikofaktoren in den eigenen Geschäftsprozessen identifizieren. Verantwortliche sollten sich in diesem Zusammenhang unter anderem fragen: 

  • In welchen Bereichen seines Geschäfts trägt unser Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung?
  • Berührt unser Unternehmen innerhalb von Liefer- oder Dienstleistungsketten beispielsweise das Thema Menschenrechte?  

Fakt ist: Für die Antworten auf diese Fragen muss die eigene Wertschöpfungskette grundlegend durchleuchtet werden. Um die Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie voranzutreiben, müssen die identifizierten Risiken anschließend priorisiert werden. Innerhalb dieser Auswahl gilt es dann, den Bereich mit dem höchsten Gefahrenpotenzial festzulegen.

Das schrittweise Vorgehen ermöglicht es, die Unternehmenskapazitäten zielgerichtet einzusetzen – sowohl finanziell und zeitlich als auch planerisch. Zusätzlich müssen für die Strategie klare Verantwortlichkeiten festgelegt und kommuniziert werden. So sollten etwa die Verantwortlichen für Corporate Social Responsibility möglichst frühzeitig in die strategische Planung eingebunden und mit den nötigen Kompetenzen ausgestattet werden. Nur eine solche strategische Herangehensweise kann mittelfristig zu positiven und ökonomisch verantwortbaren Resultaten führen. Denn ohne Strategie kostet Nachhaltigkeit in erster Linie Geld und bringt, wenn überhaupt, nur einen sehr geringen Nutzen.

Nachhaltigkeit als Marktvorteil nutzen 

Mit der richtigen Strategie können Unternehmen hingegen nicht nur die Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen, sondern auch Marktvorteile erzielen. Schließlich ermöglicht die intensive Analyse der eigenen Wertschöpfungskette auch einen ständigen Austausch mit wichtigen Stakeholdern. Das bringt einen weiteren Vorteil mit sich: Wer mit Kunden oder Lieferanten regelmäßig in Kontakt steht, erhält auch früh Einblicke in Trends und Entwicklungen, die sich in der eigenen Branche abzeichnen. Ein nicht zu unterschätzender Punkt, der sich in dieser Intensität ohne Nachhaltigkeitsstrategie nicht umsetzen lässt.

Zudem ist eine professionelle Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit insgesamt positiv für die Markenbildung. In Zeiten, in denen nachhaltige Themen gesamtgesellschaftlich an Bedeutung gewinnen, ist diese Tatsache auch aus ökonomischer Sicht zu berücksichtigen. Denn wer sich diesem Trend entzieht, verschließt sich langfristig wichtigen Zielgruppen. Unternehmen sollten sich bei der Ausarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie also Zeit nehmen und einen ganzheitlichen Ansatz wählen – schließlich ist Nachhaltigkeit eine Frage der Strategie.

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