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09.08.2017 | Unternehmensstrategie | Kommentar | Onlineartikel

Drei unangenehme Wahrheiten über Strategie

Autor:
Andreas Franken

Einen Menschen als Strategen zu bezeichnen, ist stets ein Akt der Anerkennung, aber nicht immer ein Kompliment. Strategie wird sowohl bewundert als auch gefürchtet. Denn sie ist eine Waffe, die leicht missbraucht werden kann, kommentiert Gastautor Andreas Franken.

Die meisten Menschen denken in Maßnahmen und versäumen hierbei zu berücksichtigen, dass die jeweilige Maßnahme auch zur Strategie passen muss, mit der die eigenen Ziele verwirklicht werden sollen. Um eine zukunftsfähige Strategie kreieren zu können, sind drei Grundüberlegungen anzustellen: Welche Ressourcen stehen zur Umsetzung einer Strategie zur Verfügung? Wie positioniert man sich gegenüber der Konkurrenz? Welcher Maxime folgt die Strategie?

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Erste Überlegung: Ressourcen

Eine Vision unterscheidet sich von einem Ziel unter anderem dadurch, dass die Vision eben nicht durchdacht oder gar determiniert ist. Bei der Vision wird beispielsweise noch nicht berücksichtigt, ob die Ausgangsposition gut genug ist oder ob ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen. Dies spielt allerdings bei der Zielfindung eine entscheidende Rolle, denn ohne diverse Grundvoraussetzungen sind bestimmte Ziele nicht zu erreichen. Ein 1,50 Meter großer Mensch wird nur schwer Weltmeister im Hochsprung werden können. Ein Land wie die Schweiz hatte aus gutem Grund bisher nie das Ziel einer wie auch immer gearteten Weltherrschaft und erfolgreiche Unternehmenslenker berücksichtigen bei ihrer jeweiligen Zieldefinition selbstverständlich ebenfalls die zur Verfügung stehenden Ressourcen. Dies ist als strategischer Akt zu sehen, denn ohne die Bewertung der strategischen Optionen sind alle Strategien bereits ob ihrer grundsätzlichen Durchführbarkeit in Frage zu stellen. Demnach befasst sich eine Strategie frühzeitig mit der Fragestellung, wo man hin möchte und welche Mittel hierfür zur Verfügung stehen.

Zweite Überlegung: Wettbewerb

Als weitere wesentliche Punkte sind die Erfolgsaussichten inklusive der zu erwartenden Widerstände zu bewerten. Naturgemäß ist man selbst nicht der Einzige, der lukrative Ziele erreichen möchte, sodass mit Wettbewerb gerechnet werden muss. Wenn man sich einen klassischen Kampf vorstellt, dann gibt es dort bei sportlichen Wettkämpfen Regeln, innerhalb derer man sich möglichst intelligent bewegen muss. Beim Boxer haben dessen Physis und seine Technik eine jeweils große Bedeutung, um innerhalb seiner Gewichtsklasse siegen zu können. 

Es gibt aber auch Kämpfe ohne Regeln jenseits aller Sportlichkeit. In kriegerischen Auseinandersetzungen oder auch im Wettbewerb zwischen Unternehmen kommt es darauf an, wer seine Mittel bestmöglich einsetzen kann. Solche Überlegungen sind Grundlagen für eine Unternehmensstrategie oder für Fachbereichsstrategien. Somit ergibt sich die Frage, was genau man unter Nutzung welcher Mittel wie erreichen möchte? Hierbei spielt auch das eigene Wertesystem eine wesentliche Rolle: Geht man selbst über Leichen oder existieren moralische Grundwerte? In vielen Branchen werden Menschen oder Tiere sowie die Umwelt aus Gründen der kurzfristigen Gewinnmaximierung ausgebeutet. Eine Frage der Werte!

Dritte Überlegung: Maxime

Die Reflexion spielt in jeder Strategie eine Rolle, denn auf ein strategisches Agieren folgt stets eine Reaktion. Unternehmen interagieren beispielsweise mit Kunden, Lieferanten, Wettbewerbern, politischen Systemen und mit der Umwelt. In jedem einzelnen Fall geht es in der Strategie um die Provokation von Handlungen, die einen selbst – zumindest auf lange Sicht – wiederum in eine noch günstigere Position bringen sollen. 

Eine Strategie könnte beispielsweise dem Credo "Du nützt dir selbst am meisten, wenn du anderen nützlich bist" folgen. Wenn dieser Leitsatz für die Interaktionen mit Kunden gelten würde, dann würde sich ein Unternehmen in der maximalen Ausprägung für seine Kunden quasi unentbehrlich machen. Hiervon würden sowohl die Kunden als auch das anbietende Unternehmen maximal profitieren. Der ehemalige Online-Buchhändler Amazon hat nicht nur sein Warensortiment, sondern auch seine weiteren Angebote und Services so sehr ausgeweitet, dass ihn seit vielen Jahren eine extrem große Exzellenz im Management seiner Kundenbeziehungen auszeichnet. Amazon ist für viele nicht nur ein Unternehmen, sondern quasi eine Benchmarks setzende Institution. Diese strategisch angelegte Positivspirale ist einer der dortigen Erfolgsfaktoren.

Die Entwicklung einer Strategie ist immer von zentraler Bedeutung, wenn ein Tun nicht nur der Zerstreuung dienen soll. Privat, geschäftlich, in der Politik und auch sonst haben Strategien allerdings die Tendenz, obsolet zu werden, da sich relevante Rahmenbedingungen permanent ändern. Deshalb ist ein wichtiges Element einer jeden Strategie ihre Agilität. Die Geschichte hat gezeigt, dass nur der überleben kann, der sich und seine Strategie regelmäßig anpasst.

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