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10.01.2013 | Unternehmensstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Wie Sie in Frankreich erfolgreich sind

Autor:
Andreas Nölting

Viel Zeit mitbringen, nicht Napoleon kritisieren und auf die Etikette achten - das sind einige Tipps, um in Pariser Geschäftskreisen bestehen zu können. In einer Serie stellt Springer für Professionals die Business-Etikette in Europa vor. Teil 1: Frankreich.

Sicherlich, die Grande Nation hat schon bessere Zeiten erlebt. Die Zahl der Arbeitslosen in Frankreich ist auf dem höchsten Stand seit 14 Jahren, die Staatsfinanzen sind marode und der sozialistische Präsident Hollande gibt momentan auch nicht gerade ein gutes Bild ab. Noch peinlicher: Der prominente Schauspieler und Multimillionäre Gérard Depardieu flieht vor der Reichensteuer aus dem Land und will Russe werden.

Und dennoch: Frankreich, das flächenmäßig größte Land Westeuropas, bleibt einer der wichtigsten Exportmärkte für deutsche Unternehmen. Wollen die deutschen Manager dort Erfolg haben, sollten sie sich mit den Strukturen der französischen Wirtschaft, den Denkprozessen der Menschen und ihren Gewohnheiten beschäftigen. Franzosen haben charakteristische kulturelle Verhaltensnormen, die manchmal widersprüchlich erscheinen, schreibt das Autorenpaar Gerhard Uhl und Elke Uhl-Vetter in ihrem Buch "Business-Etikette in Europa - Stilsicher auftreten, Umgangsformen beherrschen".

Auffällig in den französischen Büros seien die Formalitäten und die strenge rigide Hierarchie, haben die Autoren beobachtet. Berufstitel zählten sehr viel. Allerdings folgten französische Manager erst dann den Anweisungen ihrer Chefs, wenn sie den Sinn des Projekts verstanden hätten und überzeugt seien, dass ihr Input zähle. Generell gelte in Frankreichs Geschäftswelt: Viele Geschäfte funktionieren erst dann, wenn zwischen den Partnern Vertrauen aufgebaut worden ist.

Über Geld spricht man erst zum Schluss

Deutsche Manager sollten also die Usancen genau studieren, wollen sie in Frankreich Geschäfte machen. Einige der wichtigsten Regeln für die erfolgreiche Geschäftsanbahnung in Frankreich lauten nach Auffassung der Autoren:

Den richtigen Geschäftspartner wählen - den Entscheidungsträger und nicht dessen Bevollmächtigten.

Viel Zeit mitbringen - Franzosen lassen sich nicht antreiben.

Alles formell halten- immer die korrekte Anredeform einhalten.

Diplomatie ist alles - Schlagkräftige Argumente überzeugen Franzosen.

Über Geld spricht man zum Schluss - in Frankreich das letzte Thema bei Verhandlungen.

Fazit: Die Autoren geben einen ersten Überblick zu den Geschäftsgewohnheiten in Frankreich - vom Vokabular, über die Kleidung bis zu den Tischsitten. Die Tipps sind als Einstieg sicherlich nützlich, sollten aber im Ernstfall tiefer recherchiert werden.

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2006 | OriginalPaper | Buchkapitel

Wirtschaft

Quelle:
Frankreich

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