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01.08.2013 | Unternehmensstrategie | Im Fokus | Onlineartikel

Weshalb Unternehmen nachhaltig handeln sollten

Nachhaltigkeitsmanagement verankert die unternehmerische Verantwortung in Managementprozessen. Springer-Autor René Schmidpeter beschreibt in einer Serie, worauf es bei einer CSR-Strategie ankommt. Teil 3: Die strategische Positionierung.

Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die rein defensive „Compliance orientierte Verantwortungsübernahme“ zu einer umfassenden „proaktiven und chancenorientierten CSR-Sichtweise“ weiter zu entwickeln. In der Realität existieren unterschiedliche CSR-Ausrichtungen, je nach Branche, Unternehmensgröße und Reifegrad des Managements. Auch sind oft verschiedene Ansätze und CSR-Verständnisse innerhalb ein und desselben Unternehmens vorhanden. Um diese verschiedenen Anforderungen und Perspektiven zu integrieren, setzen Unternehmen immer mehr auf ein integriertes Nachhaltigkeitsmanagement, welches die unternehmerische Verantwortung systematisch in alle Managementprozesse verankert.

Verantwortliches Handeln in diesen umfassenden Sinne beinhaltet:  

  • die Einhaltung von Gesetzen, Branchenstandards und internationalen Vereinbarungen (Corporate Governance & Compliance),

  • die Übernahme von sozialer, ökologische und wirtschaftlicher Verantwortung im Kerngeschäft (Nachhaltiges Management),

  • gesellschaftliches Engagement, welches über das eigentliche Kerngeschäft hinausgehen kann (Corporate Citizenship) jedoch mit den jeweiligen unternehmerischen Kernkompetenzen, Ressourcen, Mitarbeitern etc. verknüpft sein sollte und

  • die Gestaltung der eigenen Marktbedingungen durch Branchenvereinbarungen bzw. Verantwortliches Lobbying (Responsible Lobbying)

Bei der Frage der Corporate Governance stehen insbesondere Compliance-Themen sowie Fragen der verantwortlichen Unternehmenssteuerung im Mittelpunkt. Das Thema der gesellschaftlichen Verantwortung umfasst meist Spendenaktivitäten, Mitarbeiterengagement (Corporate Volunteering) sowie soziales, kulturelles oder ökologisches Engagement im regionalen Umfeld. Insbesondere im Mittelstand ist diese Art des Engagements tief verwurzelt und daher weit verbreitet. Verantwortliches Lobbying und Branchenstandards zielen auf die Gestaltung der Rahmenbedingungen ab.

Der Kern von CSR und Nachhaltigkeitsmanagement ist jedoch die nachhaltige Gestaltung des eigenen Geschäftsmodells sowie die Übernahme von wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit für das eigene Handeln. Diese Verantwortungsübernahme im Markt ist zentral für das Nachhaltigkeitsmanagement eines jeden Unternehmens.

Fazit: CSR hat sich in den letzten Jahren von einem rein punktuellen Unternehmensengagement (Sponsoring und Spenden) sowie rechtlicher Compliance, zu einem expliziten Verantwortungsmanagement im Kerngeschäft entlang der 3 Säulen Ökonomie, Soziales, Ökologie entwickelt (CSR 2.0). Dabei ist nicht mehr die Frage wie der Gewinn verwendet wird zentral, sondern wie dieser erwirtschaftet wird. In der aktuellen Diskussion rückt nun die generelle Frage des Beitrages von Unternehmen für gesellschaftliche Innovationsprozesse (Social Innovation) in den Mittelpunkt.

Diese bewusste strategische Positionierung in der Gesellschaft (Business in Society) hat zum Ziel den gesellschaftlichen und unternehmerischen Mehrwert gleichzeitig zu steigern (Shared Value). Unternehmen als „verantwortliche Bürger“ der Gesellschaft (Corporate Citizens) werden somit nicht mehr als Problem wahrgenommen, sondern liefern Lösungsbeiträge für die drängendsten  Herausforderungen unserer Zeit. Diese Neuausrichtung der Unternehmen (im Sinne eines Sustainable Entrepreneurships = CSR 3.0) ist der eigentliche und fundamentale Beitrag der Wirtschaft für eine Nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft.

Lesen Sie auch:

Teil 1: Die Kernaufgaben eines verantwortlichen Unternehmers

Teil 2: Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sind kein Gegensatz

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